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TEST: SURROUND-SYSTEM: Heco auf Höhenflug


video - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 05.04.2019

In Pulheim pusht man seine Prestige-Serie. Die vierte Generation der Celan-Reihe schmückt sich mit dem Zusatz „Revolution“. Hebt Heco jetzt nur bei den Wort- oder auch bei den Boxen- Kreationen ab?


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Bildquelle: video, Ausgabe 5/2019

Das ist doch einmal eine klare Ansage: „Optische und klangliche Revolution einer audiophilen Legende“, übertitelt Heco den Prospekt zu seiner neuen Flaggschiff-Serie von HiFi-und Heimkino-Lautsprechern. Keine Frage, der deutsche Traditionshersteller hegt nicht nur große Ambitionen. Er unterstreicht damit auch, dass er die vierte Generation seiner erfolgreichen Baureihe grundlegend überarbeitet hat. So konnten ...

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... wir es kaum erwarten, ein 5.1-Set aus der Celan-Revolution-Serie einem Test zu unterziehen.

Vive la Revolution

Die Nachfolger der Celan GT stützen sich auf zwei Standsäulen, eine Compactbox, einen Center sowie einen Subwoofer. Von den beiden Standlautsprechern bestellten wir die kleinere Heco Celan Revolution 7 in die Redaktion. Die wirkt auch schon sehr stattlich, bleibt aber preislich pro Stück um 400 Euro unter dem Topmodell Heco Celan Revolution 9. Unterstützt wird der knapp 1,2 Meter hohe Lautsprecher vom Celan Revolution Center 4, der Celan Revolution 3 für die Surround-Kanäle und dem Celan Revolution SUB 32A. Zusam- men schlägt das Team mit 8740 Euro zu Buche. Das ist zwar im Hause Heco so ziemlich das Ende der Fahnenstange, aber insgesamt noch im mittleren Preisbereich angesiedelt.

Neue Chassis braucht das Land: Heco entwickelte für seine Celan-Revolution- Serie eine neue Treiber-Generation. Dazu setzten die Deutschen einmal mehr auf Messungen mit Klippel- Software.


Hochfliegende Ziele

Die Ambitionen der Entwickler und Designer waren dennoch sehr groß. Wie bereits erwähnt, wollten sie sich nicht mit einem Facelift zufriedengeben, sondern tief greifende Veränderungen vornehmen. Der erste Eindruck bestätigt ihr Vorgehen. Die neuen Lautsprecher wirken frisch und edel. Die Oberflächen aus selektiertem Eichenholz-Furnier sehen sehr hochwertig aus. Das Gleiche gilt für unsere Testmuster, die in schwarzem Hochglanzlack antraten. Glänzende Metall-Typenschilder am hinteren Rand der Oberseite unterstreichen den Luxusgedanken der Konstrukteure. Das Gleiche gilt für die seitlichen Sockeltraversen aus Aluminium an der Heco Celan Revolu-tion 7, die mit ihren höhenverstellbaren Spikes funktionellen Nutzen mit hohem ästhetischen Wert verbinden. Zur perfekten Ankopplung an unterschiedliche Böden, sind die Spitzen austauschbar.

Doch die Veränderungen greifen tiefer. Die Chassis in sämtlichen Lautsprechern wurden speziell für die Celan- Revolution-Serie neu entwickelt. Dabei wurden sie auf das akustische Konzept hin optimiert. Dazu vertraute Heco wie üblich auf High-Tech- Computer-Tools wie das Klippel- Messsystem. Die Pulheimer gehörten zu den ersten Nutzern dieser inzwischen branchenweit geschätzten Lösung. Als bedeutendste Neuentwicklung innerhalb der Chassis-Familie sehen die Macher ihren High-Energy- Tweeter mit der neuen Fluktus-Frontplatten- Geometrie. Das Ziel der zweiten Generation der Hochtonkalotte: Mit ihrer computeroptimierten Mehrwellen- Frontplatte soll die mit 3 cm Durchmesser recht groß geratene Kalotte aus jedem Winkel ein sehr ausgewogenes und harmonisches Abstrahlverhalten vorweisen. Ferrofluid-Kühlung und der kräftige Ferrit-Doppelmagnet machen die Konstruktion hoch belastbar und pegelfest.

Neue Triebwerke

In der Heco Celan Revolution 7 deckt der neue Hochtöner den Bereich oberhalb von 2800 Hz ab. In dieser 3-Wege- Bass-Reflex-Box unterstützt ihn ein Mittelton-Chassis mit der für Heco typischen Kraftpapier-Membran. Für die neue Serie bekam sie allerdings eine neu entwickelte POCStaubschutzkalotte (Phase Optimisation Cap). Weitere Zutaten des neuen Mitteltöners sind seine beschichtete Gewebesicke und eine 2,5 cm durchmessende Schwingspule.

Die Membranen der Tieftöner bestehen ebenfalls aus Kraftpapier. Mit 17 cm Durchmesser sind die Chassis genauso groß wie die Mitteltöner und ermöglichen damit eine schlanke Schallwand. Zum Ausgleich für den bescheidenen Durchmesser sorgen Langhubsicke und hochbelastbare 3,2-cm-Schwingspule für große Membranauslenkungen und es kommen auch zwei Treiber zum Einsatz, um die akustisch wirksame Fläche zu verdoppeln. Außerdem gibt es in den unteren Oktaven Unterstützung durch zwei strömungsoptimierte, mit ihrem großen Durchmesser recht martialisch wirkende Bassreflex-Öffnungen. Direkt darunter befindet sich die Metallplatte mit den vergoldeten Schraubklemmen. Während viele Hersteller aus Kostengründen dazu neigen, die Frequenzweiche direkt auf die Rückseite des Anschlussfeldes zu bauen, gönnt sich Heco eine sehr aufwendige Weiche oberhalb davon auf der Rückwand des Gehäuses mit eng tolerierten Bauteilen. Wie man es von Heco kennt, kann man durch Umstecken der Brücke an den Bi-Wiring-Terminals einen anderen Signalpfad auf der Weiche ansteuern, der zu einer Hochton- Anhebung um 2 dB führt. Damit lässt sich die Celan Revolution 7 an die Erfordernisse stark gedämpfter Räume beziehungsweise an die Erwartungen jener anpassen, die es etwas fetziger mögen.

Seitliche Traversen aus Aluminium sorgen für einen luftigen Look der Celan Revolution 7. Die Spitzen der höhenverstellbaren Spikes lassen sich passend zum Boden austauschen.


Höhen nach Maß

Diese Möglichkeit gibt es auch am Celan Revolution Center 4 und der Celan Revolution 3. Beide Lautsprecher verbindet ihre Auslegung als 2-Wege- Bassreflex-Konstruktion und die Verwendung des 17 cm durchmessenden Tief-Mitteltöners. Weil bei 2-Wege- Centern gewöhnlich das seitliche Abstrahlverhalten leidet, hat Heco den Hochtöner im Celan Revolution Center 4 etwas höher gelegt. Schließlich leiden die für Center-Speaker verbreiteten D_Appolito-Anordnungen unter einer ungewollten Richtwirkung auf der Horizontalebene.

Solche Sorgen sind Subwoofern natürlich fremd, weil man tiefe Bässe nicht orten kann. Der Celan Revolution Sub 32A passt mit seinem stabil konstruierten und verstrebten MDFGehäuse mit den gerundeten Seiten perfekt zum Design der restlichen Lautsprecher aus der Celan-Serie. Und es gibt den Subwoofer auch in den drei gleichen Ausführungen: in weißem oder schwarzem Hochglanzlack oder mit mokkabraunem Holzfurnier. Und auch bei der abnehmbaren Frontabdeckung, die mit Akustikstoff bespannt ist, orientiert er sich an seinen Mitstreitern. Diese setzen zur Fixierung der Blenden ebenfalls auf Magnethalterungen, die Bohrungen in den Schallwänden überflüssig machen. Der Bass-Macher kostet zwar nur 1400 Euro, weckt allerdings trotzdem höchste Erwartungen an Zwerchfell massierende Bässe. Schließlich kommt auf seiner Front ein Ehrfurcht gebietendes 30-Zentimeter-Chassis zum Einsatz. Auf der Rückseite des solide wirkenden MDF-Gehäuses münden gleich drei riesige, beidseitig verschraubte Bassreflexrohre ins Freie. Mit dem Wissen um die 280 W Sinus starke Class-D-Endstufe lässt das viel Spaß am Bass erwarten.

Die Bassreflex-Ports der Standbox Heco Celan Revolution 7 sind strömungsoptimiert für niedrige „Atem“-Geräusche. Das Bi-Amping-Terminal hat einen zusätzlichen Abgriff für einen um 2 dB höhenbetonten Frequenzgang.


Der neuentwicklete Hochtöner hat eine computeroptimierte Mehrwellen-Frontplatte zur Optimierung des Abstrahlverhaltens.


Am aufgeschnittenen Gehäuse der Celan Revolution 7 zeigt sich der hohe Aufwand mit Innenverstrebungen und einer mit hochwertigen Bauteilen bestückten Frequenzweiche.


Hörtest

Diese Erwartung sollte sich im Hörtestraum bestätigen. Dennoch gab es eine kleine Überraschung. Im Tieftonbereich bot die neue Heco-Celan- Serie nicht nur ein gerütteltes Maß an Quantität, sondern auch Qualität vom Feinsten. Der Subwoofer und die restlichen Boxen musizierten wie aus einem Guss. Der Bass wirkte dabei extrem trocken und differenziert. Mit ihrer beeindruckenden Schnelligkeit eignet sich die Tieftonwiedergabe ganz ausgezeichnet zum Musikhören, bietet allerdings gleichzeitig genug Tiefgang und Pegelfestigkeit für opulentes Heimkino-Vergnügen. Auch mit unserem härtesten Prüfstein, dem Live-Konzert der Band Imagine Dragons stieß das deutsche Dreamteam selbst bei hohen Pegeln nicht an seine Grenzen.

Doch was wäre ein Set mit perfektem Bass ohne die nötige Neutralität im Mittel-Hochtonbereich. Und auch hier konnten die Neuschöpfungen auf ganzer Linie überzeugen. Stimmen klangen so authentisch und differenziert, dass man nicht müde wurde, ausufernden Filmdialogen zu lauschen, die weit, ganz weit über das übliche „Hasta la Vista, Baby“ oder „ich komme wieder“ von Action-Blockbus- tern hinausgehen. Was Heco ebenfalls sehr überzeugend gelang, war das akribische Herausarbeiten subtiler Details. Dadurch wirkten Livekonzerte besonders realistisch, weil man neben den Gesangsstimmen noch etwas Hall erhaschen konnte und auch mitbekam, wenn das Publikum mitsang. Mitunter gibt es dabei nur einfach einen Klangbrei, doch hier konnte man sich jedes Detail herauspicken.

Super in Stereo

Die Stabilität der Abbildung und die Ortbarkeit von Phantomschallquellen gelangen dem 5.1-Set besonders gut. Selbst im Stereo-Hördurchgang, als nur die beiden Frontsäulen ohne den Center musizierten, wusste der Fokus ebenso zu überzeugen wie die Abbildungsstabilität. Es ging beim Alleingang der beiden Heco Celan Revolution 7 zwar etwas Raumtiefe verloren, aber die Abbildungsschärfe konnte immer noch überzeugen. Auch im Bass schlugen sich die beiden schlanken Standlautsprecher ohne den Subwoofer bemerkenswert gut. Das galt nicht nur mit Titeln wie „Hotel California“ von den Eagles, sondern auch für die 2-Kanal-Abmischung von Imagine Dragons „Smoke + Mirrors Live“ mit ihren abgrundtiefen Bass Drums.

Fazit

Die Revolution in den Reihen der Celan- Boxen brachte wirklich eine neue Serie mit Überflieger-Potenzial hervor – allerdings auch zum First-Class-Preis.

Drei martialische Bassreflex-Rohre auf der Rückseite des Celan Revolution Sub 32A unterstützen den 30-cm- Front-Firing-Bass. Mit seinen Lautsprecherklemmen lässt sich der Subwoofer auch an normale HiFi-Verstärker anschließen.


AUS DEM MESSLABOR

Damit haben wir getestet

Imagine Dragons Smoke + Mirrors Live , Verlangt den Boxen in der Auflösung und im Bass eine ganze Menge ab. Kam in Stereo und in Surround zum Einsatz.