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TEST Tampons: Periodensystem


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 21.04.2022

RATGEBER

1

Sie haben die Wahl unter vielen „sehr guten“ Tampons. Sind die aus Bio-Baumwolle, profitiert auch die Umwelt: Die Naturfaser wird pestizidfrei angebaut – und Bio-Tampons verzichten meist auf ein Kunststoffvlies um den Saugkern.

2

Wechseln Sie den Tampon erst, wenn er vollgesogen ist. Ist die Watte zu trocken, kann sie beim Herausziehen die Vaginalhaut minimal aufschürfen. Das begünstigt Infektionen.

3

Mit sauberen Fingern eingesetzt, sind Tampons absolut hygienisch. Applikatoren sind unnötig und überflüssig.

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Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 5/2022

Klein, praktisch, zuverlässig: Tampons sind für Frauen nach wie vor erste Wahl, wenn sie ihre Periode haben. Doch die weiße Weg werf-Watte bekommt seit einigen Jahren Konkurrenz durch wiederverwendbare Periodenprodukte wie Menstruationstassen, waschbare Stoff binden oder Periodenunterwäsche. Die werden als nachhaltige Alternative von all jenen genutzt, die das durch Tampons und Binden ...

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... verursachte Müllauf kommen nicht vergrößern wollen Doch wofür auch immer sich menstruierende Frauen und Mädchen entscheiden – wichtig ist, dass Produkte, die mit so empfindlichen Körperstellen wie der Vagina und Schleimhäuten in Berührung kommen, frei sind von bedenklichen Stoffen. Und da können wir grünes Licht geben: 17 der 19 getesteten Tampons sind „sehr gut“, zwei weitere „gut“ – bei ihnen verhindern kleinere Mängel im Praxistest die Bestnote.

Saubere Sache

An den inneren Werten der Tampons haben wir erfreulicherweise nichts auszusetzen. Fielen die weißen Blutsauger in der Vergangenheit zum Teil durch bedenkliche Substanzen aus der Rolle, ergaben die Schadstoffanalysen der beauftragten Labore in diesem Test keinerlei Anlass für Kritik: kein hautreizendes Formaldehyd aus Verpackungsfolien oder aus faserstabilisierenden Hilfsstoffen, keine halogenorganischen Verbindungen aus dem Bleichprozess, keine optischen Auf heller, keine Umweltgifte aus Tensiden – und auch keine umweltschädlichen chlorierten Kunststoffe, weder in den Tampons noch in der Verpackung.

Stabile Leistung

Die Tampons überzeugen – mit zwei kleinen Einschränkungen – auch im aufwendigen Praxistest. Das heißt, sie saugen so viel Blut auf wie sie sollen, bleiben beim Einführen in die Vagina ausreichend stabil, zerfasern nicht, und der Rückholfaden ist fest mit der Watte verbunden. Lediglich bei zwei Tamponmarken – Floriola von Norma und Natuvell von Globus – riss der Faden schon bei mittelmäßigem Kraftaufwand. Dafür ziehen wir eine Note im Testergebnis Praxisprüfung ab.

Wichtiger Hinweis

Das toxische Schocksyndrom (TSS) ist ein seltenes, aber lebensbedrohliches Organund Kreislaufversagen, das durch bestimmte Keime hervorgerufen werden kann und das Mediziner mit der Verwendung von Tampons und Menstruationstassen in Zusammenhang bringen. Die Hersteller sollten auf der Verpackung darauf hinweisen, dass die Packungsbeilage wichtige Informationen zum TSS enthält. Daran halten sich alle Anbieter. Im Kleingedruckten haben vier Produkte allerdings

„Wir können zwar alle Tampons empfehlen. Doch wer Plastik sparen will, greift besser zu Produkten, die aus reiner Bio-Baumwolle bestehen.“

Annette Dohrmann ÖKO-TEST-Redakteurin

WISSEN

Ruhig Blut – das kriegen wir geregelt

Hygiene: Nicht übertreiben

Während der Periode reicht es aus, sich mit klarem Wasser und nur den äußeren Intimbereich zu waschen. Übertriebene Hygiene ist unnötig und stört das gesunde Scheidenmilieu. Eine Alternative sind milde Intimwaschlotionen. Empfehlenswerte Produkte finden Sie in unserem Test: oekotest.de/12043

Was fließt denn da?

Die Flüssigkeit, die der Körper monatlich ausstößt, ist zwar rot, besteht aber nur zum Teil aus Blut. Hinzu kommen Teile der Gebärmutterschleimhaut, die nicht befruchtete Eizelle und Scheidensekret.

Endometriose

Starke Regelschmerzen können ein Hinweis auf Endometriose sein. Die gutartige, chronische Erkrankung von Frauen im gebärfähigen Alter wird oft erst spät diagnostiziert. Dabei siedelt sich Gewebe außerhalb der Gebärmutter an, etwa an Eierstöcken, Darm oder Bauchfell. Endometriose kann eine Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit sein. kleine Schwächen. Deren Angaben zur Verwendung der Tampons und zum TSS sind aus unserer Sicht unvollständig – das werten wir unter den Weiteren Mängeln ab.

Preisfrage

Für Tampons, Binden oder Menstruationstassen galt lange der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Nachdem sich zunehmend Protest dagegen erhob, Motto: „Periode ist kein Luxus“, senkte die Bundesregierung die sogenannte Tamponsteuer: Menstruationsartikel gelten deswegen seit Anfang 2020 – genau wie Grundnahrungsmittel oder Bücher – als Dinge des täglichen Bedarfs, für die der ermäßigte Steuersatz in Höhe von 7 Prozent erhoben wird. Fast alle Anbieter hatten uns daraufhin bei unserem letzten Test mitgeteilt, die Preise für ihre Tampons entsprechend zu senken. Verbraucherinnen haben also unmittelbar davon profitiert.

Wie sieht es gut zwei Jahre danach aus? Ein Vergleich der Einkaufsquittungen ergab, dass die meisten Anbieter ihre Tamponpreise in der Zwischenzeit erfreulicherweise nicht wieder angehoben haben – mit Ausnahme von Dm s owie Budni und Netto: Deren Eigenmarken Jessa beziehungsweise Sophie kosten inzwischen wieder mehr, wenn auch nicht so viel wie vor der Steuersenkung.

Von Plastik umhüllt

Wer so ein blendend weißes Watteröllchen in der Hand hat, bekommt den Eindruck, es handele sich um gepresste Watte – und sonst nix. Doch der Saugkern ist bei herkömmlichen Tampons meist von einem Kunststoffvlies umhüllt (siehe Tabelle). Dank dieser „supersoften“, „seidig weichen“ oder „extra glatten“ Oberfläche soll sich der Tampon leichter einführen lassen. Seit Juli 2021 müssen Anbieter einen Hinweis auf die Verpackungen drucken, wenn ihre Tampons Kunststoff enthalten. Produkte, die davor auf den Markt gekommen sind, dürfen sie jedoch noch abverkaufen. Daher können Verbraucherinnen noch nicht bei allen Tamponmarken auf den ersten Blick erkennen, ob sie Plastik enthalten. Bio-Tampons dagegen sind – außer Eco by Naty – frei von Plastik. Sie bestehen vollständig aus Bio-Baumwolle.

Öko-Bilanz

Studien zur Öko-Bilanz von Periodenprodukten sind rar. Während Anbieter von Menstruationskappen auf die großen Müllmengen verweisen, die durch Wegwerfprodukte entstehen, führen Tamponhersteller den hohen Energieverbrauch ins Feld, der fürs Auskochen der Menstruationstassen notwendig ist. Die Firma Einhorn, die sowohl Tampons als auch Menstruationscups herstellt, hat eine Studie beauftragt und veröffentlicht, die zum Ergebnis kommt: Menstruationstassen sind ökologisch nachhaltiger als Wegwerfprodukte, selbst wenn diese aus Bio-Baumwolle bestehen. Das gilt auch dann, wenn man verschiedene Nutzungsszenarien berücksichtigt.

TEST Wir haben getestet

So haben wir getestet

Im Test sind 19 Tampons, die mit einer Saugstärke von 3 Tröpfchen ausgezeichnet sind. Bei den meisten Marken entspricht das der Größe „normal“. Bei drei Tampons ist damit allerdings die Größe „super“ deklariert – diese Marken stammen aus Italien, Großbritannien oder Schweden. Sechs der getesteten Tampons bestehen aus Bio-Baumwolle.

Von uns beauftragte Labore haben die Tampons auf überflüssige optische Aufheller untersucht, auf hautreizendes Formaldehyd aus faserstabilisierenden Hilfsstoffen sowie auf umstrittene halogenorganische Verbindungen, die aus der Bleiche des Materials stammen können. Außerdem haben wir alle Tampons auf Nonylphenolethoxylate testen lassen, die die Textilindustrie als Tenside für Waschprozesse einsetzt. Darüber hinaus ließen wir sowohl die Tampons als auch die Verpackungen auf umweltschädliche Verbindungen wie PVC überprüfen. Für den Praxistest prüfte ein spezialisiertes Labor, ob der Rückholfaden hält, die Tampons so viel But aufsaugen wie es der angegebenen Tröpfchenanzahl entspricht und ob sie stabil genug sind, um sich mühelos und bequem einführen zu lassen. Genau unter die Lupe genommen haben wir auch die Verpackungen und Beipackzettel: Sind dort alle wichtigen Hinweise zum toxischen Schocksyndrom (TSS), einer seltenen, aber lebensbedrohlichen Infektion aufgeführt? Sind alle Angaben zur Handhabung und Hygiene gemacht, die der Verband der Vliesstoffindustrie (EDANA) in seinem „Code of Tampons“ vorschreibt?

Bei den Tampons haben wir keine Problemstoffe gefunden. Entscheidend für das Gesamturteil war die Leistung im Praxistest.