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Test & Technik CD-Player: The Sound of Science


Stereoplay - epaper ⋅ Ausgabe 8/2020 vom 09.07.2020

Audiolab, gegründet 1983, ist ja in Deutschland alles andere als unbekannt: Mit der Marke Camtech stellte der britische Hersteller einst quasi das Markenzeichen von No-nonsense-HiFi dar.


Wer auf so einem Ruf aufbauen kann, schlüpft auch nicht aus seiner Haut: Das beginnt mit einem eher funktional zu nennenden optischen Design, umfasst bekanntermaßen grundsolide Technik und endet in einem vernünftigen Preisbereich. Und damit ist Audiolab eine Marke, bei der man eigentlich zweimal - und beim zweiten Mal sehr genau - hinschauen sollte. Um Details zu bemerken. Etwa ein Gehäuse, das aus stabilen Aluplatten ...

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Bildquelle: Stereoplay, Ausgabe 8/2020

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... zusammengeschraubt ist; die häufig üblichen, gebogenen Blechdeckel mit dem „Bong- Bong“-Effekt beim Daraufklopfen sind hier nicht zu finden. Eine stabil ausgeführte Frontplatte kommt dazu. Und wer in sein Überraschungspaket guckt, der findet auch eine ordentliche Bodenplatte, solide Gerätefüße und ein Anschlussfeld, bei dem die Cinchbuchsen felsenfest sitzen (wir erwähnen das hier mal, weil gebrochene Platinen hinter Anschlussbuchsen bei häufig „umgestöpselten“ Gerätschaften keine Seltenheit sind). Okay: Das Ganze mündet bei dem Audiolab-CD-Player 8300CDQ in einem Gewicht von sechs Kilogramm. Hinter diesen sechs Kilogramm steckt freilich nicht nur ein CD-Player, sondern viel mehr. Sehr viel mehr…

Player, die keinen für andere digitale Quellen zugänglichen DAC besitzen, sind heutzutage kein wirklich relevantes Thema mehr. Das weiß man natürlich auch bei Audiolab, weshalb der 8300CDQ, der historisch betrachtet von einer Produktlinie klassischer CD-Player abstammt, über einen kompletten Satz digitaler Eingänge verfügt. Dazu gleich mehr. Denn das Design dieses, wie wir sehen werden, absolut zeitgemäßen Players geht noch ein ganzes Stück weiter und repräsentiert auch die praktische Erfahrung: Welchen Bedarf gibt es tatsächlich zu Hause, in meiner Anlage? Andersherum gefragt: Was braucht der Kunde wirklich? Und welche Funktionen lassen sich sinnvollerweise zusammenfassen?

Das Ergebnis dieser Überlegungen ist ein auf den ersten Blick seltsam ausgelegtes, recht ungewöhnliches (Hybrid-)Gerät, das bei näherem Hinsehen aber exakt ein häufig anzutreffendes Bedarfsprofil trifft.

Denn prinzipiell handelt es sich beim Audiolab um ein Vierfach-Kombigerät: CDPlayer, DAC, analoger Vorverstärker, Kopfhörerverstärker. Fügt man also noch einen Endverstärker hinzu, ist die Installation praktisch allen Anforderungen gewachsen; genau so eine ausgefallene Kombination schlägt Audiolab mithilfe zweier kompakter 250-Watt-Monoblöcke übrigens auch vor.


Eine praxisgerechte Kombination von Features macht den Audiolab zu einem echten Alleskönner.


Abgesehen von reichlich technischem Aufwand, um Jitter und andere digitale Artefakte zu eliminieren, erlaubt die Architektur des Wandlertrakts hier, die Digitalfilter anwählbar zu gestalten. Manche Hersteller verzichten auf dieses Feature, Audiolab tut das Gegenteil und zwar opulent: Sieben Filteroptionen stehen allein für PCM zur freien Auswahl, vier weitere Filter sind im DSD-Betrieb auch via Fernbedienung anwählbar. Man darf das getrost als Klangregelung interpretieren, wobei der subjektive Eindruck wie praktisch immer für die im Zeitbereich optimierten Filter (Audiolab nennt das „Optimal Transient“) spricht, die zwar in puncto Frequenzgang schlechter aussehen, aber eben keine Vor- und Nachschwinger („Ringing“) produzieren. Die auf DSD bezogenen Filter haben dagegen Tiefpasscharakter und ermöglichen, den Frequenzgang bei 47, 50, 60 oder 70 Kilohertz zu beschneiden. In der Praxis nur im Extremfall qualitativ sehr schlechter Digitalquellen nützlich soll „Slow Rolloff“ sein, hier ist schon bei zehn Kilohertz Schluss; Audiolab rät von der Verwendung dieses Filters deshalb auch ab. Praktisch: Die Filter können während der Wiedergabe ohne Neben- oder Schaltgeräusche gewechselt werden.

Der geregelte Ausgang des Audiolab (ganz links) basiert auf echt symmetrischer Schaltungstechnik und ist im Zweifelsfall vorzuziehen.


Vorverstärker

Hier hat jemand analog mitgedacht: Drei analoge Hochpegeleingänge gestatten es etwa, noch eine Phonostufe anzuschließen. Dabei handelt es sich bei der Vorverstärker-Sektion des 8300CDQ keineswegs um eine Notlösung, sondern um einen echten Vorverstärker, der wohlgemerkt mit einem rein analogen Pegelsteller ausgerüstet ist. Die laut Hersteller puristisch ausgelegte, voll symmetrische Vorverstärker-Schaltung wird an den Ausgängen von mit diskreten Einzeltransistoren bestückten Treibern mit extrem geringer Ausgangsimpedanz unterstützt; niederohmige Endstufen-Eingänge und lange Kabelwege sind hier kein Problem, wobei die kräftigen Treiber auch unter normalen Umständen klanglich von Vorteil und unserer Meinung nach auch klar durchhörbar sind, in Sachen Dynamik bleibt beim 8300CDQ nämlich kein Auge trocken. Übrigens verlässt sich dieser Alleskönner noch auf ein konventionelles Netzteil und den massiven Einsatz rauscharmer Spannungsregler, es sind nicht weniger als 29 stabilisierte, einzelne Stromversorgungen, die hier zum Einsatz kommen. Mit Erfolg: Rauschen oder 50-Hertz-Artefakte kennt der Audiolab nicht, was sich auch messtechnisch beeindruckend niederschlägt, darüber hinaus arbeitet auch der Analogtrakt des „Players“ praktisch verzerrungsfrei. Das Ergebnis ist ein hoch transparentes, tiefes Klangbild mit enormer Räumlichkeit, leichtfüßig-federnder Dynamik und pechschwarzem Hintergrund - unserer Meinung nach sehr weit oberhalb der Preisklasse des Players einzustufen.

Das Slot-loading-Laufwerk (rechts unten) ist schnell und leise. Zentrale Bereiche des Players werden von einer Stromversorgung aus Ringkerntrafo, Siebkondensatoren und elektronischen Spannungsregelungen versorgt. DieTreiber am Ausgang weisen schon ehrfurchtgebietend geringen Ausgangswiderstand auf.


Diskreter Kopfhörer-Amp

Doch damit ist das beeindruckende Ausstattungspotenzial des 8300CDQ noch nicht erschöpft: Hinter der 6,3-Millimeter- Kopfhörerbuchse steckt keine simple Schaltungs-Abzweigung, sondern ein auf diesen Job spezialisierter Verstärker. Der ist gleichspannungsgekoppelt, diskret aufgebaut und arbeitet im A-Betrieb; der damit sehr niederohmige, leistungsfähige Kopfhörerausgang weist zwar keinen allzu großen Verstärkungsfaktor auf, treibt aber problemlos jeden Kopfhörer. Unmittelbar am Ohr ist die exemplarisch gute Rauschund Brummfreiheit des Audiolab natürlich erst recht von Vorteil.

Zweimal hinschauen lohnt sich also: Der zunächst unscheinbare 8300CDQ entpuppt sich als veritabler Alleskönner mit dem Ausstattungspotenzial einer echten Schaltzentrale. Dass er auch noch CDs spielt, könnte man da glatt als nette Dreingabe werten, täte er es nicht so unverschämt gut: Von der Bequemlichkeit Server- und NAS-basierter Musikbibliotheken verwöhnte User sollten besser die Finger von dem mit einem superb klingenden Wandler bestückten Audiolab lassen, denn sonst könnte sich ein „Erweckungs“-Erlebnis einstellen. Und Sie wollen ja nicht wieder mit CDs hantieren, oder? Doch? Auch? Wieder? Auf Ihr Risiko…