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TEST Trinkflaschen für Kinder Abgesoffen


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2011 vom 25.03.2011

Eine Trinkflasche begleitet viele Kinder in Schule oder Kindergarten. Dicht und schadstofffrei soll sie sein, nicht müffeln und das Getränk nicht geschmacklich beeinträchtigen. Test-Sieger sind die Aluflaschen, doch auch zwei Kunststoffmodelle schneiden mit „gut“ ab.


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Ob mit Piraten oder Prinzessinnen bedruckt, ob feuerrot oder kunterbunt: Eine Trinkflasche hat beinahe jedes Kind im Kindergartentäschchen oder Schulran - zen dabei. Eltern geben ihren Sprösslingen praktische Trinkbehältnisse aus Plastik oder Alu mit – das Kind soll schließlich nicht zu schwer schleppen oder sich an ...
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Ob mit Piraten oder Prinzessinnen bedruckt, ob feuerrot oder kunterbunt: Eine Trinkflasche hat beinahe jedes Kind im Kindergartentäschchen oder Schulran - zen dabei. Eltern geben ihren Sprösslingen praktische Trinkbehältnisse aus Plastik oder Alu mit – das Kind soll schließlich nicht zu schwer schleppen oder sich an Glasscherben verletzen.
Wenn allerdings der Ap - fel saft im Kindergartenruck- sack ausläuft oder der Schulranzeninhalt geflutet wird, ist das ärgerlich. Kein Wunder, dass Eltern sich im Internet rege darüber austauschen, welche Produkte dicht halten.
Hier wird auch klar: Mitunter müssen die Flaschen besonderen Belastungen standhalten. „Bei uns werden auch gerne mal Trinkflaschen durch die Gegend gepfeffert (Fussball)“, schreibt etwa eine Urte.
So mancher entnervten Mutter geht es irgendwann wie Claudia („Schnauze voll von teuren Flaschen, die auslaufen und schnell ihbäh sind“). Die Forennutzerin bekennt im Internet, dass sie Mineralwasserflaschen aus dem Supermarkt neu auffüllt. Der Vorteil: „Wenn sie eklig werden, fliegen sie in die Pfandflaschentasche und es gibt eine frische.“
Doch nicht nur die Dichtheit ist ein wichtiges Kriterium. Die ÖKO-TESTVerbraucherberatung erhält immer wieder Anfragen von Eltern, die finden, dass Flaschen eklig stinken und wissen möchten, ob eine Gesundheitsgefahr besteht. Viele wollen auch herausfinden, aus welchem Material die bunten Flaschen gefertigt sind, die gerne als Werbeartikel oder zum Schulbeginn verschenkt werden.
Produktrückrufe, wie die von Kindertrinkbechern der Marke „Top Star“ in Österreich im vergangenen Jahr, zeigen, warum Eltern besorgt sind. Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit hatte die bedruckten Kunststoffbecher einem Sensoriktest unterzogen. Dabei wurde eine deutliche geruchliche und geschmackliche Auffälligkeit festgestellt und gesundheitsschädliches Benzol gefunden. Damit waren die Becher nicht verkehrsfähig.

Bei den Untersuchungsämtern fallen immer wieder stinkende Flaschen auf

Auch deutsche Behörden beschäftigen sich mit der Schadstofffrage. So besorgen Lebensmittelkontrolleure regelmäßig Trinkflaschen, die dann etwa vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart untersucht werden. „Dabei gibt es immer wieder sensorische Auffälligkeiten“, sagt Sarah Stürenburg, Laborleiterin in der Abteilung Bedarfsgegenstände.
Die Erfahrung zeige aber, dass dadurch nicht zwangsläufig eine Gesundheitsgefährdung bestünde: „Trinkflaschen können auch durch oxidative Abbauprodukte, die dem Herstellungsprozess geschuldet sind, geruchlich und geschmacklich auffällig sein.“ Solche Auffälligkeiten kann man eventuell durch ein gründliches Ausspülen und Auslüften beseitigen. Doch auch das CVUA weist darauf hin: Sobald das Füllgut deutlich wahrnehmbar beeinträchtigt ist, verstößt die Flasche gegen rechtliche Vorgaben – und ist aus dem Verkehr zu ziehen.

Wir wollten wissen, ob Eltern ihren Kindern die zurzeit erhältlichen Trinkflaschen bedenkenlos mitgeben können. Wir haben 15 Flaschen – sieben aus Kunststoff und acht aus Alu beziehungsweise Edelstahl – untersuchen lassen.

Das Testergebnis

■ … ist durchwachsen. So schneiden zwar acht der 15 Flaschen mit „sehr gut“ oder „gut“ ab. Der Rest ist aber eher nicht empfehlenswert. Besonders schadstoffbelastet ist dieScout Trinkflasche Style Tyranno .

Ärgerlich: Die teuerste Flasche ist schadstofffrei und riecht gar nichtist aber undicht

■ Die KunststoffprodukteDiddlina-Trinkflasche, rosa , dieFilly Fairy Sportflasche, pink sowie dieH&M Hello Kitty Trinkflasche hielten im Praxistest nicht dicht. Auch aus der mit 21,10 Euro teuersten Flasche im Test, derKlean Kanteen Classic mit Sport Cap 2.0, Be Green aus Edelstahl, tropfte es aus dem Kunststoffverschluss. Ob leichtes Tropfen oder ein komplett geöffnetes Ventil: Wir werten ein Auslau fen empfindlich ab. Da hilft es auch nichts, dass der Anbieter derKlean Kanteen in der Produktinfo auf Englisch vermerkt, dass der Sport-Cap-Verschluss nicht dicht hält. Gerade auch von einer Sportflasche erwartet man schließlich, dass sich ihr Inhalt nicht in die Tasche ergießt.

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: ABS: Acrylnitril-Butadien-Styrol; PC: Polycarbonat; PP: Polypropylen; PE: Polyethylen; TPE: Thermoplastische Elastomere.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 140.
Anmerkungen: 1) Laut Anbieter fand zwischenzeitlich ein Sortimentswechsel statt. DerKleine Sportfreund in Grün ist nicht mehr im Programm vertreten. Die Flaschen sind nun nur noch in den Farben Gelb und Blau erhältlich und werden in Frankreich produziert. 2) Der Anbieter schließt die Befüllung mit kohlensäurehaltigen Getränken in der Produktinformation aus.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Dichtheit führt zu Abwertung um vier Noten: Flasche ist nicht dicht bei der Befüllung mit Wasser ohne Kohlensäure und/oder mit Kohlensäure. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: ein stark erhöhter Gehalt von mehr als 1.000 μg/kg PAK in der Summe. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein erhöhter Gehalt von mehr als 100 bis 1.000 μg/kg PAK einer oder mehrerer PAK-Einzelverbindungen, soweit sie sich nicht auf mehr als 1000 μg/kg addieren; b) Bisphenol A. Zur Abwertung um eine Note führen:

PET-Flas chen als Alternative

Was ist von dem Tipp zu halten, im Supermarkt erhältliche Mineralwasserflaschen wieder zu befüllen, anstatt den Kindern spezielle Trinkflaschen mitzugeben? Dagegen spricht nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand nichts. Man sollte allerdings eine Mehrwegflasche aus PET – dabei handelt es sich um den thermoplastischen Kunststoff Polyethylenterephthalat – wählen. Diese ist nicht nur robuster als eine Einwegflasche, sondern schneidet auch in der Öko-Bilanz besser ab. Einweg und Mehrweg sind nicht leicht auseinanderzuhalten. Am leichtesten geht es über das Pfand: Mehrweg-PET-Flaschen, die gereinigt und wiederbefüllt werden, kosten 15 Cent; Einwegflaschen 25 Cent.

Ideale Durstlöscher für Kinder

Auch trinkfaule Kinder bekommt man vielleicht mit einer eigenen farbenfrohen Flasche dazu, mehr zu trinken. Für den Inhalt gilt: Als Durstlöscher ist alles geeignet, was nicht so süß ist, also vor allem Wasser (Leitungswasser oder Mineralwasser), Fruchtschorle aus Fruchtsäften ohne Zuckerzusatz oder ungesüßte Früchtetees. Dagegen sind Limonaden, Soft- und Energydrinks, Fruchtsaftgetränke und -nektare sowie Eistees nicht geeignet. Die zuckrigen Getränke sind schlecht für die Zähne, enthalten unnötige Kalorien und löschen den Durst nicht so schnell.

Alzheimer-Gefahr durch Alu?

Immer wieder stellen ÖKO-TESTLeser die Frage, ob das Trinken aus Aluflaschen die Gefahr erhöht, Alzheimer zu bekommen. Weil bei dieser Demenzerkrankung die Aluminiumkonzentrationen in den betroffenen Hirnregionen erhöht sind und die Unbedenklichkeit der Aufnahme von Aluminium aus Bedarfsgegenständen in der Vergangenheit kritisch hinterfragt wurde, hat sich das Bundesinstitut für Risikobewertung zum Thema geäußert. Das Fazit: Im Vergleich zur Aufnahme von Aluminium über Lebens- und Arzneimittel sei die Aufnahme über Lebensmittelbedarfsgegenstände gering. Und ein Zusammenhang zwischen einer erhöhten Aluminiumaufnahme aus Lebensmitteln und einer Alzheimer-Erkrankung sei bislang nicht wissenschaftlich belegt.

Bisphenol A: Zwei Flaschen bestehen aus Polycarbonat und enthalten die umstrittene Chemikalie

■ Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) finden sich als Verunreinigungen im Kunststoff der Flaschen. Einige PAK sind krebserzeugend, die meisten haben einen eindringlichen Geruch. Sie können über Nahrung, Atemwege und Haut aufgenommen werden. In derAlfiIsobottle Princess, pink fand das von uns beauftragte Labor einen erhöhten, in derScout Trinkflasche Style Tyranno sogar einen stark erhöhten PAK-Gehalt. Auch weil alternative Materialien längst auf dem Markt sind, gibt‘s dafür Notenabzüge.
■ In derJako-O Trinkflasche mit Kippdeckel, royal sowie derScout Trinkflasche Style Tyranno fand sich Bisphenol A (BPA). Dieses kann sich im Laufe des Gebrauchs durch Hitze und mechanische Be schädigungen freisetzen. Über die Gefährlichkeit der Mas senchemikalie streiten sich die Experten. BPA steht im Verdacht, hormonell zu wirken und erbgutschädigend zu sein. Seit März 2011 darf Bisphenol A nicht mehr für die Herstellung von Babyfläschchen verwendet werden, Verkauf und Import sind ab Juni untersagt. Das Umweltbundesamt hat bereits im Juni 2010 prinzipiell empfohlen, vorsorglich auf BPA zu verzichten und ge sundheits- und umweltfreundliche Alternativen einzusetzen.

Unsere Empfehlungen

Bei den Flaschen, die mit „sehr gut“ und „gut“ abgeschnitten haben, finden sich sowohl für Jungs als auch für Mädchen geeignete Modelle und neben den Aluflaschen auch zwei Kunststoffprodukte.
Die Flasche sollte vor dem ersten Gebrauch – falls sie dafür geeignet ist – in die Spülmaschine. Ansonsten kann man sie mit einer weichen Flaschenbürste, warmem Wasser und etwas Spülmittel auswaschen, um mögliche Produktionsrückstände zu entfernen. Danach geöffnet trocknen lassen.
Prinzipiell leichter reinigen lassen sich Flaschen mit weiten Öffnungen und ohne zusätzliche Teile wie etwa Trinkhalme.

PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe im Aufdruck der Flasche. Unter dem Testergebnis Sensorik führt zur Abwertung um zwei Noten: ein deutlicher Geruch der Flasche (deutliches geruchliches Aroma sowohl vor als auch nach dem Ausspülen der Flasche). Zur Abwertung um eine Note führt: ein etwas vorhandener Geruch der Flasche (ein deutliches Aroma vor dem Ausspülen und ein schwaches Aroma nach dem Ausspülen der Flasche oder ein deutliches Aroma vor dem Ausspülen und ein schwaches bis deutliches Aroma nach dem Ausspülen der Flasche oder ein schwaches Aroma vor dem Ausspülen und ein schwaches bis deutliches Aroma nach dem Ausspülen der Flasche oder ein schwaches Aroma sowohl vor als auch nach dem Ausspülen der Flasche). Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Dichtheit, dem Testergebnis Inhaltsstoffe und dem Testergebnis Sensorik. Es kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis.
Testmethoden: Füllmenge: in Übereinstimmung bzw. in Anlehnung an DIN EN 12546-1, gemessen wird bis 1 cm unter der Verschluss-/Ventilunterkante bzw. bis 1 cm unterhalb der Oberkante der Flasche, wenn sich Verschluss/Ventil oberhalb des Flaschenhalses befindet. Dichtheit: basierend auf DIN EN 12546-1:2000, die Flasche wird mindestens zehn Minuten mit dem Verschluss nach unten positioniert, dabei dürfen am Verschluss, Ausguss und Flaschenkörper keine Flüssigkeitstropfen erscheinen; a) mit Wasser (ohne Kohlensäure): Gemäß eindeutiger Herstellerangaben zu Eignung bzw. zum Ausschluss von heißen Flüssigkeiten wird die Temperatur des Wassers gegebenenfalls gegenüber der Norm abgeändert; b) mit kohlensäurehaltigem Wasser, welches Raumtemperatur hat. PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe, Schwermetalle: Röntgenfluoreszenzanalyse. Abgabe von Schwermetallen: Die Proben wurden mit Leitungswasser gespült; anschließend wurden sie

■ Acht Flaschen attestierten die Prüfer beim Sensoriktest auch nach dem Ausspülen noch einen leichten Geruch. Bei derDiddlina-Trinkflasche, rosa zeigte sich sogar sowohl vor als auch nach dem Ausspülen ein deutlicher Geruch. Als vollkommen geruchsneutral erwies sich nur dieKlean Kanteen Classic mit Sport Cap 2.0, Be Green . Eine minimale Geschmacksbeeinträchtigung war leider mit einer Ausnahme bei sämtlichen getesteten Flaschen vorhanden: Nur bei derEmsa Pirates Trinkflasche zeigte sich bei der Befüllung mit Wasser keinerlei Geschmacksbeeinträchtigung.

So reagierten die Hersteller

■ Der Anbieter derKlean Kanteen Classic mit Sport Cap 2.0, Be Green argumentiert, dass der Sportverschluss dafür gedacht sei, „durch einfaches Hochziehen des Schnellverschlusses rasch und einhändig (zum Beispiel beim Fahrradfahren) die Flasche in Trinkbereitschaft zu versetzen. Naturgemäß ist eine solche Konstruktion in besonderen Situationen nicht vollkommen auslaufsicher“. Andere zu dieser Flasche passende Deckel sei en jedoch dicht.

mit Apfelschorle gefüllt und über Nacht gefüllt gelagert; Elementbestimmung mittels ICPMS. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK): Kunststoffteile in der Mischprobe gemäß repräsentativem Anteil in der Flasche; getestet auf 24 PAK nach EU/EPA/JECFA, GC-MSD. Weichmacher/antimikrobiell wirkende Substanzen/Bisphenol A: Kunststoffteile in der Mischprobe gemäß repräsentativem Anteil in der Flasche; GC/MS nach Extraktion und Derivatisierung. Badge/Badge-Derivate: HPLC-FLD nach Migration gemäß DIN-EN 13130 für 24 h bei 60 Grad Celsius. Sensorik: in Übereinstimmung bzw. in Anlehnung an DIN 10955 (2004): paarweise Vergleichsprüfung im Verhältnis zu einer Glasflasche, sechs Prüfer bewerten hinsichtlich ihres Geruchs- bzw. Geschmackseindrucks; a) die Flasche wird gebrauchsmäßig zusammengesetzt, bei Raumtemperatur 24 Stunden konditioniert und der Luftraum abgerochen; b) die Flasche wird haushaltsüblich mit lauwarmem Wasreits

So haben wir getestet

Der Einkauf

Trinkflaschen gibt es wie Sand am Meer. Unsere Einkäufer haben in Internetshops, Spielwarenläden und einem Bekleidungsgeschäft Flaschen aus Alu, Edelstahl oder Kunststoff besorgt, die mit einer Füllmenge von 330 bis 500 Millilitern sowie bunten Farben und Aufdrucken für Kinder im Kindergarten- und frühen Schulalter gedacht sind. Die Preisspanne ist beträchtlich: Das günstigste Modell kostet knapp 3 Euro, das teuerste mehr als 20 Euro.

Die Inhaltsstoffe

Die von uns beauftragten Labore fahndeten mit einem Materialscreening unter anderem nach bedenklichen und gesundheitsschädlichen Weichmachern in den Kunststoffteilen der Flaschen. Da im Babyflaschen-Test trotz des damals bereits anstehenden Verbots noch Bisphenol A gefunden wurde, prüften wir nun auch die Trinkflaschen für Kinder darauf. Bei den unbeschichteten Alu- und Edelstahlflaschen untersuchten wir zudem, ob sich bei Befüllung mit säurehaltigen Getränken Schwermetalle lösen.

Alles dicht?

Es ist ärgerlich, wenn die Trinkflasche ausläuft. Bei der Prüfung auf Dichtheit wurden die Flaschen mit kochendem oder 60 beziehungsweise 20 Grad Celsius warmen Wasser gefüllt sowie auch mit kohlensäurehaltigem. Danach wurden die Proben mindestens zehn Minuten kopfüber gelagert. Dabei wurde berücksichtigt, wenn ein Hersteller in der Produktinformation eine bestimmte Befüllung eindeutig ausschließt.

Foto: Labor

Der Sensoriktest

Wenn eine Trinkflasche müffelt oder das darin befindliche Getränk merkwürdig schmeckt, machen sich Eltern oft Sorgen, dass Schadstoffe in der Flasche stecken könnten. Doch nicht immer müssen gesundheitsgefährende Stoffe der Grund dafür sein. Die Leser, die sich bei der ÖKO-TEST-Verbraucherberatung melden, wollen stinkende Flaschen und deren dadurch komisch schmeckenden Inhalt oft prinzipiell weder sich selbst noch ihren Kindern zumuten. Wir ließen den Geruch der Flaschen und geschmackliche Auffälligkeiten prüfen. Sechs Prüfer rochen in Anlehnung an die DIN-Norm 10955 (2004) erst an den ungereinigten, dann an den gespülten Flaschen und verkosteten gemäß der Norm stilles Mineralwasser, das in den gereinigten Flaschen 24 Stunden lang stehen gelassen wurde.

Die Bewertung

Eine Trinkflasche soll frei von Schadstoffen sein, dicht halten und weder geruchlich noch geschmacklich auffällig sein. Wir halten bei unserer Bewertung alle drei Faktoren für gleich wichtig, das Gesamturteil kann also nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis. Notenabzug erhalten unter anderem die Flaschen aus Polycarbonat, weil sie das hormonell wirksame Bisphenol A freisetzen können – schließlich gibt es längst Alternativen. Daneben bemängeln wir auch die vermeidbaren polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen einige krebserzeugend sind.

■ Der Hersteller derScout Trinkflasche Style Tyranno schreibt zum Thema Bisphenol A (BPA), dass er, weil kein freies Bisphenol A gefunden worden sei, davon ausgehe, „dass der Verbraucher durch die Verwendung der Trinkflasche kein BPA“ aufnehme. Da es sich um keine Babyflasche handle, dürfe sie auch weiter- hin hergestellt werden. Tatsache ist aber: Auch wenn kein freies BPA gefunden wurde, kann sich BPA beim Gebrauch der Flasche lösen. „Wir sind weiter auf der Suche nache einem adäquaten Trinkflaschenmaterial, das annähernd den Eigenschaften von Polycarbonat entspricht“, heißt es am Schluss des Schreibens. Die Hersteller von 13 der 15 Trinkflaschen im Test scheinen hingegen bereits fündig geworden zu sein: Sie verzichten auf den Einsatz von Polycarbonat und ihre Flaschen sind BPA-frei.
Heike Neubrand

ser und Spülmittel gereinigt, getrocknet, wieder zusammengesetzt, bei Raumtemperatur 24 Stunden konditioniert und der Luftraum abgerochen; c) die Flasche wird gereinigt, mit stillem Mineralwasser befüllt und bei Raumtemperatur 24 Stunden stehen gelassen. Anschließend wird das in der Flasche befindliche Wasser anonymisiert und im Vergleich zu Mineralwasser (Blindwert) verkostet.
Einkauf der Testprodukte: Dezember 2010 bis Januar 2011.
Anbieterverzeichnis: siehe www.oekotest.de.
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