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TEST TRINKWASSERSPRUDLER: AN DER QUELLE


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2018 vom 28.06.2018

Wer Wasser selbst sprudelt, spart lästiges Kistenschleppen und leistet einen Beitrag für die Umwelt. Auch finanziell kann es sich lohnen. Doch Vorsicht: Gute Hygiene ist sehr wichtig. Wir können fünf Wassersprudler empfehlen.


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Foto: PLAINVIEW/getty images

ÖKO-TEST RÄT

► Selbst zu sprudeln, ist eine gute, ökologische Alternative zu Mineralwasser.

► Reinigen Sie die Flasche und Einfüllvorrichtung am Sprudler regelmäßig, trinken Sie nicht direkt aus der Flasche und füllen Sie nur Wasser ein.

► Sie bevorzugen es möglichst spritzig? Kühles Wasser nimmt mehr Kohlensäure auf als warmes.

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... Trinkwassersprudler? Ist es wirklich ökologischer, Wasser zu Hause zu sprudeln, als Mineralwasser in Flaschen zu kaufen? Falls ja, welches Gerät soll es sein? Allen Lesern, die sich mit diesem Test über solche Fragen informieren wollen, ist zunächst zu gratulieren. Sie gehören nämlich zu den Glücklichen, die über die wesentliche Bedingung für Wassersprudler verfügen: sauberes Trinkwasser. Es schadet nicht, sich hin und wieder zu vergegenwärtigen, dass das leider nicht selbstverständlich ist. Drei von zehn Menschen, mehr als zwei Milliarden weltweit, haben laut UNICEF keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser.


Selbst gesprudeltes Wasser verursacht etwa ein Achtel der Umweltbelastungen von Mineralwasser in der Mehrwegflasche.


In Deutschland ist Leitungswasser grundsätzlich trinkbar, auch wenn es immer aufwendiger gereinigt werden muss (siehe Artikel auf Seite 46). Aus dieser Sicht spricht also nichts gegen Sprudler. Im Hinblick auf die Umwelt hat das selbst gemachte Prickelwasser gegenüber Mineralwasser die Nase vorn:

„Leitungswasser ist auf jeden Fall ökologischer als Mineralwasser“, sagt Laura von Vittorelli, Wasserexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Hauptgründe für das schlechtere Abschneiden des Mineralwassers: Die Flaschen wollen produziert, zum Kunden transportiert und entsorgt sein. Je mehr Kilometer zwischen Abfüllung und Verkauf liegen, desto schlechter für die Umwelt.


Deutsche Forscher wiesen in selbst gesprudeltem Wasser eine gesundheitsgfährdende Keimbelastung nach .


Niels Jungbluth kann das bestätigen. Der Chef des Schweizer Beratungsbüros ESU-services vergleicht Leitungs-und Mineralwasser im Hinblick auf Umweltauswirkungen. Beispielsweise hat er 2014 eine Studie im Auftrag von Schweizer Gas-und Wasserversorgern angefertigt. Für ÖKO-TEST hat er die Berechnungen deutschen Verhältnissen angepasst. „Unter den gleichen Rahmenbedingungen verursacht der Sprudler etwa ein Achtel der Belastungen von deutschem Mineralwasser in der Mehrweg-PET-Flasche“, bilanziert der Umweltingenieur. In der Studie wird der Wassersprudler für zwei Liter täglich und mit einer Nutzungsdauer von mindestens fünf Jahren eingesetzt.

Allerdings, auch das macht Niels Jungbluths Arbeit klar: Was man ökologisch mit Sprudlern gegenüber Mineralwasser gutmachen kann, nimmt sich verglichen mit dem gesamten alltäglichen Konsum eines Menschen verschwindend gering aus. Welche Verkehrsmittel man benutzt, spielt da eine erheblich größere Rolle. Und gegenüber Wein, Bier, Milch oder Saft schneidet wiederum Mineralwasser deutlich besser ab. Sogar wenn es im Ausland produziert wird.

Dennoch: Trinkwassersprudler können beim bewussten Konsum helfen. Und auch finanziell können sie sich lohnen (siehe Infokasten, Seite 41). Für die Sprudler spricht auch: Man kann die Kohlensäure nach Wunsch dosieren und variieren. Und natürlich verfängt das Lieblingsargument vieler überzeugter Sprudelnder: „Nie wieder Wasserkisten schleppen!“ All das spricht für die Anschaffung eines Wassersprudlers. Ein paar Dinge sind aber dann doch zu beachten, soll die eigene Gesundheit nicht den Bach runtergehen.

Zum einen kann sich besonders in Altbauten ein Check lohnen, ob Rohrleitungen nicht womöglich Schadstoffe wie unerwünschte Schwermetalle ins Wasser eintragen. ÖKO-TEST bietet deshalb in Kooperation mit einem Schadstofflabor an, das eigene Wasser testen zu lassen (siehe Seite 38).

Zum anderen erfordern die wiederverwendbaren Wasserflaschen der Sprudler besonders gewissenhaft e Reinigung. Ist doch klar? Mitnichten: Von einer „massiven Verunreinigung der Geräte“ schrieben Experten der Universität Freiburg, nachdem sie 2006 in Wasser aus 60 Sprudlern teils Keimzahlen weit über dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung gefunden hatten. Bereits ein Jahr zuvor hatten Forscher der Universität Mainz in 20 von 52 gesprudelten Wässern coliforme Bakterien nachgewiesen, die auf verschmutztes Wasser hindeuten. Wie kann es so weit kommen?

„Im Inneren der Wasserflaschen kann sich ein bakterieller Biofilm bilden“, sagt Wolfgang Kohnen. Er ist stellvertretender Abteilungsleiter im Bereich Krankenhaushygiene an der Mainzer Universitätsmedizin und leitete die Mainzer Studie. Dieser gesundheitsgefährdende Effekt werde begünstigt, wenn Nutzer direkt aus der Wasserflasche trinken. Reinigen sollte man laut dem Experten für Hygiene mit warmem Wasser, „wie man gewöhnliche Gläser oder Karaffen reinigen würde“. Viele Hersteller empfehlen, die Flaschen mit einer weichen Flaschenbürste und allenfalls mildem Spülmittel zu säubern. Wer dies regelmäßig und gründlich tut, kann auf spezielle Reinigungstabs verzichten. Wolfgang Kohnen rät außerdem, auch das Einfüllröhrchen und den Einfüllbereich am Sprudler regelmäßig zu reinigen.


Regelmäßiges Reinigen beugt gef ährlichen Bakterien vor .


Hygiene ist also wichtig – und hier sind Glasflaschen gegenüber PET-Flaschen im Vorteil: Man kann sie einfach in die Spülmaschine stellen. Was aber gilt es beim Kauf eines Wassersprudlers noch zu beachten? ÖKO-TEST ist der Frage nachgegangen und hat dafür acht Sprudler verschiedener Preisklassen gründlich getestet.

DAS TESTERGEBNIS

Wasser marsch! Drei von acht Geräten können wir mit der Note „sehr gut“ empfehlen, zwei sind „gut“. Beim Rest summieren sich die Mängel in der Praxisprüfung, sodass unterm Strich nur ein „befriedigend“ oder „ausreichend“ steht.Quell der Freude: Drei Produkte erreichen die Bestnote: derKitchen Aid Artisan Trinkwassersprudler, Liebesapfel Rot; der Levivo Trinkwassersprudler, schwarz und derSodastream Crystal , titan. An Letzterem bemängeln wir lediglich spitze Ecken, an den anderen beiden die nicht spülmaschinenfesten PET-Flaschen. Die Reinigung einer Glasflasche ist demgegenüber einfacher. Und: Der Kunststoff von PET-Flaschen kann sich mit der Zeit verändern. Deshalb haben sie ein Mindesthaltbarkeitsdatum und sind etwa alle zwei bis drei Jahre zu tauschen.
Stark unter Druck: Wiederverwendbare Wasserflaschen können unter bestimmten Bedingungen während der Druckbefüllung mit Kohlenstoffdioxid bersten. Das zeigen Erfahrungsberichte von Nutzern. Und Anbieter Sodastream hat im Dezember 2016 Sprudlerflaschen zurückgerufen. Wir wollten wissen, ob die Flaschen im Test großem Druck standhalten und haben die neuen Flaschen im Prüflabor einem Druck von 16 bar ausgesetzt. Das ist etwa das Doppelte dessen, was unter normalen Bedingungen zu erwarten ist. Ergebnis: Alle hielten stand, nicht einmal eine Verformung war zu erkennen. Der Versuch ergab also keine Anhaltspunkte für Sicherheitsprobleme. Bei beschädigten oder falsch gereinigten Flaschen kann das allerdings anders aussehen.
Besonders schutzbedürftig: Glasflaschen lassen sich zwar gut reinigen, sie zerbrechen aber auch leicht. Für ein sicheres Besprudeln wenden Hersteller verschiedene Strategien an. Die Firma Balanced Lifestyle legt demMy Sodapop Sharon Trinkwassersprudler Premium-Pack zwei Schutzüberzüge aus Textil bei, die man den beiden Glasflaschen anlegt. Leider erschwert das Stoffnetz das Einsetzen der Flasche in den Sprudler deutlich, es dreht sich mit. Außerdem enthält es halogenorganische Verbindungen. Das ist eine Gruppe von Stoffen, von denen manche allergieauslösend oder umweltschädlich sind. Sodastream löst das Problem besser: DerSodastream Crystal, titan verschließt die Glasflasche während des Aufsprudelns komplett in einem Behälter.
Freier Fall: Was, wenn die Flasche aus einem Meter Höhe auf den Boden fällt? Wir raten aus Gründen der Sicherheit dazu, die Flasche – egal ob PET oder Glas – nach solchen Stürzen gegen eine neue auszutauschen. Auch wenn oberflächlich scheinbar alles in Ordnung ist, können kleine Schäden bei der nächsten CO2-Befüllung unter Druck zum Problem werden. Nichtsdestotrotz ließen die Prüfer die Flaschen aus einem Meter Höhe fallen. Die Glasflasche des SprudlersMy Sodapop samt Textilüberzug hielt drei Stürze aus, während die des Sodastream Crystal, titan beim Fall auf die Seite zerbrach. Auch manche PET-Flasche ging kaputt.
Wackelkandidaten: Vier Produkte stehen nicht ganz stabil. Das ist nervig für Verbraucher – und vermeidbar. Besonders auffällig wackelt dasSoda Trend Classic Wassersprudler-Set . Auch wenn es im Alltagsgebrauch nicht umkippt, gibt das Punktabzug.
Saubere Sache: Die Geräte sind unauffällig, was Schadstoffe angeht. Wir ließen unter anderem die Dichtungen in den Wasserflaschen prüfen – alles picobello. Und die Geschmackstests zeigten: Die Flaschen haben keinen nennenswerten Einfluss auf Geruch und Geschmack des Wassers.
Besser nicht schrauben. Die Wasserflaschen lassen sich unterschiedlich gut in die Sprudler einsetzen. Während die Prüfexperten Bajonettverschlüsse loben, kritisieren sie Schraubverbindungen. Das Problem: Solche Geräte lassen sich auch bedienen, wenn die Flasche nicht korrekt eingedreht ist. Dann kann Wasser verspritzen. Der Mangel betrifftRosenstein & Söhne Eleganter Wassersprudler WS-110. Soda und Aarke Sparkling Water Maker, Polished steel .Achtung, zusätzliche Kosten: Der Rosenstein & Söhne-Sprudler von Anbieter Pearl und das Aarke-Produkt liefern keinen CO2-Zylinder mit. Wir ziehen keine Punkte ab, weil beide Anbieter auf ihrer Homepage darauf hinweisen. Aber natürlich relativiert das den Einkaufspreis. Kartuschen des Anbieters Pearl kosten 29,90 Euro – nur zehn Euro weniger als der ganze Sprudler. Im Onlineangebot von Aarke fand sich kein CO2-Zylinder. Wir ließen den Sprudler mit kompatiblen Kartuschen des Anbieters Sodastream testen. Ein solcher Zylinder kostet laut Sodastream im Reservepack zusammen mit einer PET-Flasche durchschnittlich 29,99 Euro.
Nachschub gefällig? Für Sprudeln ohne lästige Unterbrechungen machen ein Ersatzzylinder und eine Ersatzflasche Sinn. Gängige Reservesets beinhalten eine Flasche und einen vollen Standardzylinder, sie kosten etwa 25 bis 35 Euro. Leere Zylinder tauscht man im Handel gegen volle, das kostet zwischen sieben und zehn Euro. Alle Wassersprudler im Test sind kompatibel mit solchen Standardzylindern, sie liefern Kohlenstoffdioxid für etwa 60 Liter Sprudelwasser. Das Prüfinstitut hat den CO2-Gehalt der Zylinder bestimmt und bestätigt: Diese Deklaration ist korrekt.

Schnelle Quelle : Unser Hahnwasser ist grundsätzlich trinkbar, die Qualität kann sich aber


regional unterscheiden. Zudem können alte Rohrleitungen das Trinkwasser belasten.

Foto: PeopleImages/getty images

TESTEN SIE IHR LEITUNGSWASSER MIT ÖKO-TEST

Wir bieten in Kooperation mit dem Schadstofflabor Indikator an, Ihr Trinkwasser auf Blei, Cadmium, Kupfer und Zink zu testen. Bestellen können Sie eine solche Untersuchung direkt bei dem Labor per E-Mail (info@indikator-labor.de ) oder per Post (Indikator GmbH, Kaiserstr. 86A, 42329 Wuppertal). Sie erhalten innerhalb von drei Wochen einen Brief mit Röhrchen zur Probennahme und einer Anleitung. Nach dem Zurücksenden der Proben an das Labor und dem Zahlungseingang erhalten Sie einen kommentierten Prüfbericht. Die Untersuchung kostet 30 Euro.

Zwei Glasflaschen, zewi Lösungen: Anbieter Balanced Lifestyle schützt die Flasche mit einem Textilüberzug (links). Sodastream packt sie zum Sprudeln in einen festen Behälter.


Foto: ÖKO-TEST/Ullrich Böhnke

„Alle reden von weniger Plas-tik. Weshalb nicht bei Mineralwasserflaschen beginnen?

Jörg Döbereiner, ÖKO-TEST-Redakteur, bevorzugt pures Leitungswasser.


Foto: Anja Wägele

Foto: courtneyk/getty images

AB WANN LOHNT SICH EIN TRINKWASSERSPRUDLER FINANZIELL?

Vereinfachte Beispielrechnung für eine Familie, die pro Woche 15 Liter Sprudel trinkt: Im ersten Jahr entstehen für den teuersten „sehr guten“ Sprudler im Test (266 Euro) einmalige Kosten von etwa 300 Euro (Einkaufspreis und Kauf eines Ersatzzylinders sowie einer Ersatzflasche). Hinzu kommen rund 100 Euro pro Jahr laufende Kosten für den monatlichen Tausch leerer CO2-Zylinder gegen gefüllte. Weitere Kosten, etwa für 780 Liter Leitungswasser (circa 1,50 Euro), für die Reinigung der Wasserflasche und Abwasser sind zu vernachlässigen. Damit kostet der teure Trinkwasserbereiter im ersten Jahr rund 400 Euro. Demgegenüber kommt Sprudel aus dem Getränkemarkt für 60 Cent pro Liter allein im Einkauf ohne Transportkosten auf 468 Euro jährlich. Ab dem zweiten Jahr fallen für den Sprudler nur noch etwa 100 Euro laufende Kosten an. Damit rechnet er sich im dritten Jahr gegenüber Mineralwasser für 30 Cent pro Liter, auch wenn man spätestens dann neue PET-Flaschen kauft. Discounter-Mineralwasser für 13 Cent pro Liter kostet in unserem Beispiel ebenfalls etwa 100 Euro pro Jahr. Es ist unterm Strich aufgrund der Anschaffungskosten des Sprudlers die preiswerteste Variante – jedoch mitnichten die ökologischste (siehe Seite 38).

KITCHEN AID ARTISAN, ROT

Wertig, aber teuer. Dieser Sprudler ist ein Hingucker auf jeder Küchenzeile. Keiner im Test ist schwerer, standfester und teurer (266 Euro). Der Hebel ist mit geringem Kraftaufwand zu bedienen, die runde Anzeige erfasst nur die Dauer der Befüllung, nicht die Menge der Kohlensäure. Dennoch kann man damit sehr gut dosieren. Einziger Kritikpunkt: Die Flasche ist nicht spülmaschinenfest.

GESAMTURTEILSEHR GUT

LEVIVO SPRUDLER, SCHWARZ

Starkes Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit 69,90 Euro der günstigste „sehr gute“. Im Lieferumfang sind sogar zwei PET-Flaschen enthalten. In den wichtigen Prüfpunkten steht er den teureren Geräten in nichts nach, so lässt sich beispielsweise die Kohlensäure per Knopfdruck mit geringem Kraftaufwand gut dosieren. Wir kritisieren lediglich, dass man die mitgelieferten Flaschen nicht in der Spülmaschine reinigen kann.

GESAMTURTEILSEHR GUT

SODASTREAM CRYSTAL, TITAN

Mit Glasflasche, überzeugend. Der Crystal kostet rund 100 Euro und damit etwa 20 Euro mehr als der zweite Sprudler mit Glasflasche im Test. Er steht dafür aber stabiler und ist besser zu handhaben. Der Druckknopf will recht kraftvoll bedient sein, insgesamt klappt das Dosieren aber gut. Wir bemängeln nur spitze Ecken am Kopfteil. Wermutstropfen: Die Glasflasche fasst nur 605 Milliliter.

GESAMTURTEILSEHR GUT

AARKE, POLISHED STEEL

Stylischer Stahl aus Schweden . Der Sprudler für stolze 174,99 Euro erlaubt es, die Kohlensäure per Hebel gut zu dosieren. Die nicht spülmaschinenfeste PET-Flasche muss man aber per Schraubverbindung festdrehen, das kann schiefgehen. Zum Kaufpreis kommen die Kosten eines Standardzylinders hinzu. Testergebnis: „gut“. Design: Geschmackssache.

GESAMTURTEILGUT

SODASTREAM EASY, WEISS

Preiswert und gut : Ist mit rund 70 Euro deutlich günstiger als der Sodastream Crystal, titan. Wesentliche Unterschiede zum Crystal sind die nicht spülmaschinenfeste PET-Flasche und die weniger wertige Konstruktion: Der Sodastream Easy wiegt etwa die Hälfte und verrutscht leichter. Dennoch erhält man insgesamt ein „gutes“ Gerät, das unter anderem eine sehr gute Dosierung der Kohlensäure erlaubt.

GESAMTURTEILGUT

ROSENSTEIN & SÖHNE, WS-110

Nur scheinbar der günstigste. Der Preis des vermeintlich preiswertesten Produkts im Test (39,90 Euro) relativiert sich schnell: Den CO2-Zylinder muss man erst noch zukaufen. Beim Onlinehändler Pearl, dem Anbieter des Sprudlers, kostet das 29,90 Euro. Das Gerät erlaubt zwar eine gute Dosierung, die Handhabung könnte aber nutzerfreundlicher gestaltet sein.

GESAMTURTEILBEFRIEDIGEND

SODA TREND CLASSIC, SET

Macken inklusive . Für 49,99 Euro bekommt man einen Sprudler mit einigen kleineren Schwächen. Bei wiederholtem Aufsprudeln ist unbedingt eine kurze Pause von circa drei Sekunden einzulegen, sonst neigt das Gerät zum Lecken. Davon abgesehen klappt das Dosieren aber gut. Einziges Gerät, das zum Befestigen des CO2-Zylinders einen Adapter benötigt – eine etwas umständliche Angelegenheit. Steht außerdem etwas wackelig.

GESAMTURTEILBEFRIEDIGEND

MY SODAPOP SHARON, PREMIUM

Mit Mäntelchen und Mängeln . Für das günstigere der beiden Produkte mit Glasflasche im Test haben wir 78,76 Euro bezahlt. Es erlaubt ein gutes Dosieren der Kohlensäure, zeigt aber Mängel in Verarbeitung und Handhabung. Gravierendstes Manko: Der beigefügte Stoffüberzug dreht sich beim Einsetzen der Wasser-flasche mit und erschwert das Befestigen deutlich.

GESAMTURTEILAUSREICHEND

SO HABEN WIR GETESTET

Der Einkauf
Wir haben acht Trinkwassersprudler eingekauft. Zwei verfügen über Glas-, der Rest über PET-Flaschen. Für den teuersten Wassersprudler haben wir 266 Euro bezahlt, für den günstigsten mit Kartusche knapp 50 Euro. Marktführer Sodastream ist mit zwei Geräten vertreten.

Die Praxisprüfung
Wir ließen die Sprudler gründlich untersuchen: Wie einfach lassen sich die Geräte bedienen und reinigen? Wie gut funktioniert das Einsetzen der Wasserflaschen und der Wechsel der CO2-Zylinder? Wo mit Druck gearbeitet wird, ist Sicherheit besonders wichtig. Das Labor hat deshalb die mitgelieferten Wasserflaschen unter einen Druck von 16 bar gesetzt, also etwa das Doppelte dessen, was beim Hausgebrauch zu erwarten ist. Außerdem checkten die Prüfer, wie stabil die Sprudler stehen, ob sie gut verarbeitet sind und ob die Ergiebigkeit der CO2-Zylinder den Angaben der Anbieter entspricht.

Auf der Kippe : Ein Prüfinstitut testete unter anderem, wie standsicher und rutschfest die Geräte sind.


Foto: Labor

Die Weiteren Mängel
Wir ließen mehrere Labore nach Schadstoffen fahnden: in den Dichtungen der Flaschen unter anderem nach problematischen Weichmachern; in den Geräten selbst nach umweltschädlichen chlorierten Verbindungen; und in einem Stoffüberzug aus Textil für eine Glasflasche auch nach problematischen Farbstoffen und umstrittenen halogenorganischen Verbindungen. Die beauftragten Laborexperten überprüften außerdem in einem Geschmackstest, ob die Flaschen das Wasser merklich beein-flussen und analysierten es auf den geschmacklich auffälligen Stoff Acetaldehyd.

Die Bewertung
Verbraucher erwarten, dass ein Wassersprudler sich einfachbedienen lässt und zugleich gut verarbeitet und sicher ist. Die Praxisprüfung bestimmt deshalb maßgeblich das Gesamturteil.