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TEST Trockenshampoos: Schnell-Waschgang


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 27.12.2021

RATGEBER

1 18 Trockenshampoos können wir mit „sehr gut“ oder „gut“ empfehlen – zumindest für ab und zu.

2 Trockenshampoos hinterlassen Rückstände. Spätestens nach zwei Anwendungen sollte eine Reinigung mit Wasser und Shampoo folgen .

3 Menschen mit Er- krankungen der Atemwege verzichten besser auf Trockenshampoos. Für alle anderen gilt: Produkte in gut gelüfteten Räumen anwenden.

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Mal wieder länger geschlafen und keine Zeit mehr zum Haarewaschen? Vor der Party am Abend noch schnell den platten Ansatz liften? Klarer Fall fürs Trockenshampoo. Die Produkte haben ihr altes Schmuddelimage abgelegt und sind zum Geheimtipp in puncto Expressstyling avanciert. Wichtigster Pluspunkt: Zeitersparnis. Doch ist der Sprühnebel auf Dauer gut fürs Haar und unbedenklich für die Atemwege?

Wir haben 20 Trockenshampoos geprüft: Ein Großteil kommt als Aerosol aus der Sprühdose, einige Produkte lassen sich als Pulver ins ...

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... Haar stäuben. Das Grundprinzip ist jeweils das selbe: Die Produkte enthalten pudrige Bindemittel, die Öl und Talg aufnehmen und sich nach ein paar Minuten auskämmen lassen. Zurück bleibt im Idealfall ein frisch gewaschener Look nebst dezentem Duft.

Gute Nachrichten für Eilige: Die allermeisten Trockenshampoos in unserem Test sind völlig in Ordnung, um damit ab und zu einen Schnellwaschgang einzuschieben. An ihren Inhaltsstoffen haben wir wenig zu meckern: 13 Produkte schneiden mit „sehr gut“ ab, fünf mit „gut“. Nur zwei sind schlechter.

Testverlierer ist das „mangelhafte“ Trockenshampoo von Puremetics. Das Berliner Start-up bietet ausschließlich Rezep- turen und Verpackung ohne Plastik an und ist mit der Mission angetreten, „den Planeten von Plastikmüll zu befreien“. Das ist lobenswert, ebenso wie das Versprechen auf der Homepage: „Bedenkliche Ingredienzen wirst Du bei uns nicht finden.“ Das von uns beauftragte Labor fand sie leider doch. Das Shampoo-Pulver mit der Duftnote „Kirschblüte“ enthält die beiden synthetischen Moschusverbindungen Galaxolid und Tonalid. Beide können über das Abwasser in die Umwelt gelangen. Dort bauen sie sich nur langsam wieder ab und gelten als Gefährdung für Gewässer und deren Organismen. Zudem reichern sie sich im menschlichen Fettgewebe an. Im Produkt von Puremetics fand das Labor außerdem das Vergällungsmittel Diethylphthalat (DEP). DEP kann den Schutzmechanismus der Haut beeinflussen.

Duftstoff von gestern

Schlecht parfümiert ist auch das Algemarina Trockenshampoo: Nämlich mit dem vermutlich fortpflanzungsschädigenden Duftstoff Lilial, der ab März 2022 in Kosmetika verboten sein soll. Der Anbieter schreibt uns, er biete inzwischen eine Rezeptur ohne Lilial an. Den großen Rest der Trockenshampoos sehen wir aber für einen gelegentlichen Einsatz als geeignet an. Die Betonung liegt dabei auf gelegentlich. Denn die Produkte nehmen zwar Fett und Talg mit. Auf Haar und Kopfhaut verbleiben aber Rückstände aus dem Pulver. Dazu kommen Reste aus Stylingmitteln sowie ein Teil des Schmutzes. Nach ein paar Tagen darf deshalb eine richtige Reinigung mit Wasser und Shampoo folgen.

„Trockenshampoos sind nichts für jeden Tag. Menschen mit Asthma verzichten besser auf sie.“

Heike Baier ÖKO-TEST-Redakteurin

Nicht zu viel Trockennebel einatmen

Ein weiterer Grund für einen maßvollen Einsatz: Verbraucherinnen können einen Teil der Aerosole oder Puderpartikel einatmen, wenn sie das Trockenshampoo aufsprühen oder auftragen. Beim Großteil der Produkte dient hauptsächlich Reis-oder Maisstärke als Bindemittel, in einigen steckt Aluminiumstärke, mit Silikon ummantelte Kieselsäure oder das mineralische Talkum. Das Problem: In ihrer Auswirkung auf die menschlichen Atemwege sind manche der Stoffe nicht besonders gut erforscht.

Auch der Münchner Pneumologe Dr. Frank Powitz moniert das. Er sagt: Je kleiner die Teilchen, umso tiefer könnten sie in die Lunge gelangen und desto mehr Schaden dort anrichten. Besonders bei dem Magnesiumsilikat Talkum gibt es Hinweise, dass es Entzündungsprozesse in der Lunge auslösen kann. Untersuchungen hierzu kommen bisher jedoch vorwiegend aus dem Arbeitsschutz, wo die Belastung der Arbeiter viel größer ist als durch Kosmetika.

Das Bundesamt für Risikobewertung schreibt uns, dass es das gesundheitliche Risiko durch Trockenshampoo mit Talkum für vernachlässigbar hält. Da Talkum früher häufiger mit Asbest belastet war, haben wir uns für die drei Produkte im Test mit Talkum – Alterra Trockenshampoo Bio-Zitronengras, das Foamie Trockenshampoo für brünettes & dunkles Haar und das Lush No Drought Trockenshampoo – von den Anbietern Zertifikate vorlegen lassen, die nachweisen, dass das eingesetzte Talkum asbestfrei ist.

Pneumologe Powitz rät bestimmten Personen dennoch von den Produkten ab: „Menschen mit bronchialer Überempfindlichkeit, Asthma, COPD oder allergischen Erkrankungen sollten Trockenshampoo grundsätzlich nicht anwenden.“

TEST

Wir haben getestet

TIPPS

Reinigen und Stylen

Reinigen: Partie für Partie Trockenshampoos in Sprayform kräftig schütteln und aus etwa 20 bis 30 Zentimeter Entfernung partienweise auf den Ansatz sprühen. Ein paar Minuten einwirken lassen und auskämmen. Das Pulver aufzutragen ist etwas anspruchsvoller und geht am einfachsten mit einem größeren Puderpinsel: Wenig Pulver aufnehmen, abklopfen und scheitelweise einarbeiten.

Stylen: Ohne Grauschleier Trockenshampoos beseitigen nicht nur einen fettigen Ansatz, sie können auch eine Styling-Hilfe sein. Denn sie machen das Haar griffiger und Hochsteckfrisuren halten besser. Wer feines Haar hat oder Volumen möchte, massiert das Trockenshampoo mit den Fingerkuppen in den Ansatz ein und gibt ein paar Sprühstöße in die Längen. Manche Frauen schwören auf den vorbeugenden Einsatz von Trockenshampoo: Am Tag nach der Wäsche eingesetzt, fetten die Haare langsamer nach. Grauschleier nach der Trockenwäsche? Seit es die feinere Verteilung aus der Spraydose gibt, ist das kein großes Thema mehr. Wenn es doch passiert, lässt sich der Schleier meist ausbürsten oder mit dem kalten Fön wegpusten. Trockenshampoo-Pulver für dunkles Haar gibt es auch passend in Tarnfarbe.

Ob selbst gemacht oder nicht: Trockenshampoo in Pulverform lässt sich am besten mit einem dicken Puderpinsel dosieren.

Im Test sind 20 Trockenshampoos – 15 davon werden als Aerosol ins Haar gesprüht, fünf als Puder aufgebracht. Eines der Trockenshampoos besitzt ein Naturkosmetik-Zertifikat. Eingekauft haben wir vorzugsweise Produkte für normales Haar, zwei pulverige Produkte sind speziell für dunkles Haar ausgelobt. Die Preise rangieren zwischen 0,88 Euro für 100 Milliliter Spray und 29,40 Euro für 100 Gramm Pulver.

Verschiedene Labore haben die Trockenshampoos in unserem Auftrag auf allergieauslösende Duftstoffe und künstlichen Moschusduft sowie auf Diethylphthalat, umstrittene halogenorganische Verbindungen und bedenkliche Formaldehyd/-abspalter untersucht. Anhand der Deklaration der Produkte haben wir überprüft, ob die Trockenshampoos umstrittene Inhaltsstoffe wie umweltproblematische Silikone oder Kunststoffverbindungen enthalten. Außerdem haben wir bei pulvrigen Produkten eine Partikelgrößenanalyse des Talkums veranlasst. Zusätzlich haben wir Zertifikate von den Anbietern angefordert, die uns die Asbest-Freiheit in ihren Produkten bescheinigen.

Bei Kunststoffflaschen mit einem Rezyklatanteil kleiner als 30 Prozent haben wir unter dem Testergebnis Weitere Mängel eine Note abgezogen.

Fett gedruckt sind Mängel. Abkürzungen: DEP = Diethylphthalat. Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 126. Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Silikone und/oder weitere synthetische Polymere als weitere Kunststoffverbindungen. 2) Weiterer Mangel: Anteil von Rezyklaten (Post-Consumer-Rezyklat, PCR) von weniger als 30 Prozent in Relation zum Gesamtgewicht der Kunststoffverpackung oder keine Angabe hierzu oder kein ausreichender Nachweis auf unsere Anfrage. 3) Laut Anbieter wurde das Parfüm angepasst. Die aktuelle Version (alle Chargen ab 2021... außer 202103... und 202105... ) enthalte kein Butylphenyl Methylpropional mehr; dies sei auch an der INCI erkennbar. 4) Citral nicht deklariert, aber im Labor nachgewiesen. 5) Citronellol, Cumarin nicht deklariert, aber im Labor nachgewiesen. 6) Laut Anbieter beträgt der Rezyklatanteil der Verpackung über 99 %. Belege dafür wurden nicht vorgelegt.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt.

Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) Butylphenyl Methylpropional (Lilial); b) ein gemessener Gehalt von mehr als 10 mg/kg polyzyklischen Moschusverbindungen (Galaxolid (HHCB), Tonalid (AHTN); in der Tabelle: künstlicher Moschusduft); c) ein gemessener Gehalt von mehr als 1.000 mg/kg DEP (in Tabelle „stark erhöht“). Zur Abwertung um eine Note führen: a) Duftstoffe, die Allergien auslösen (Hydroxycitronellal). Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: a) Silikone und/oder weitere synthetische Polymere als weitere Kunststoffverbindungen (hier: Silica Dimethyl Silyate, Polyquaternium-11). Zur Abwertung um eine Note führen: a) ein Anteil von Rezyklaten (Post-Consumer-Rezyklat, PCR) von weniger als 30 Prozent in Relation zum Gesamtgewicht der Kunststoffverpackung oder keine Angabe hierzu oder kein ausreichender Nachweis auf unsere Anfrage.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.

Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/M2201.

Einkauf der Testprodukte: August 2021.

Dieser Test löst den Test Trockenshampoos aus dem ÖKO-TEST Magazin 03/2017 und dessen Wiederveröffentlichungen im Ratgeber Kosmetik und um Jahrbuch für 2018 ab.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.