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TEST: UHD-BEAMER: GEFECHT IN 4K


video - epaper ⋅ Ausgabe 7/2018 vom 01.06.2018

Die Ultra-HD-Auflösung bringt vor allem bei gigantischen Beamerbildern echte Vorteile. Und die Preise purzeln. Mit offiziellen 1200 Euro setzt Viewsonic einen neuen Tiefpunkt für 4K-Beamer, und Optoma wie Acer kontern mit speziellen Qualitätsaspekten. Wer diese Runde gewinnt, wird in unserem Labor ausgefochten.


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Bildquelle: video, Ausgabe 7/2018

Es ist gar nicht so lange her, da musste man noch fünfstellig tief in die Tasche greifen, um sich 4K-Auflösung ins Heimkino zu holen. Dann kamen die DLP-Chips, die erst mit halber, nun mit einem Viertel der Maximalschärfe arbeiten und dies durch Pixelshift kompensieren. Nur sind die resultierenden ...

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... Bildpunkte größer als ein Viertel von Full HD, was einen exzellenten Füllfaktor (kein Fliegengitter), aber halt nicht die perfekte Detailauflöung liefert. Im Test schlägt sich der Schärfeeindruck der neuen Einsteiger erstaunlicherweise hervorragend im Vergleich zu den allerteuersten Konkurrenten. Die wirklichen Kritikpunkte der Kippspiegelchen liegen woanders.

Wir haben drei frisch auf dem Markt erschienene Modelle mit 0,47”-DMD-Chip getestet und sie gegen zwei Geräte von BenQ antreten lassen, die wir bereits früher vorgestellt hatten und die uns als Referenzen der UHD-Einstiegsklasse dienen. Dabei scheint sich der Optoma UHD40 technisch recht nah am BenQ W1700 zu befinden, während der ViewSonic PX747-4k mit seinem Weißsegment-Farbrad eher mit dem BenQ TK800 zu vergleichen ist. Acer bietet für ein paar hundert Euro zusätzlich im M550 deutlich mehr Sinn fürs Heimkino, denn das Konzept von Mechanik und Elektronik ist eine ganze Klasse besser als bei den abgespeckten Minimalmodellen. Wenn da nur nicht ein paar essenzielle 4K-Boni wie High Dynamic Range und der erweiterte Farbraum wären, was ganz andere Herausforderungen darstellt.

Acers Fernbedienung ist blau beleuchtet und besitzt äußerst präzise Tasten. „3D“ zeigt keine Funktion.

Optimale Einstellungen

Bildmodus: Benutzer
Kontrast: 45
Helligkeit: 51
Schärfe: 7
Farbe: 50
Farbtemperatur: CT2
RGB-Gain: 50, 56, 56
RGB-Offset: 50, 50, 50
Gamma: 2,2
HDMI-Suchinfo: Under…

Größter Zoom

Mit einem recht langen 1,6-fach Zoom besitzt Acer klar das variabelste und zudem schärfste Objektiv des Tests.+/-15% vertikaler Lensshift sind hier auch führend.

Acer M550 // 1700 Euro

Schon sein Name ist etwas Besonderes. Während wir von Acer bislang vierstellige Zahlen mit „V“ oder „H“ davor gewohnt waren lässt sich der M550 nicht so richtig in die klassischen Produktlinien einordnen. Er scheint mit dem V7850 (Test invideo 9/2017) verwandt zu sein – nur, dass der Neue jetzt fast nur noch die Hälfte kostet. Ein 1,6-fach Zoomobjektiv mit vertikalem Lensshift sucht man in der Preisklasse jedenfalls sonst vergeblich, genauso wie eine Bewegungsglättung durch Zwischenbildberechnung. Stellt man Zoom und Fokus ein, merkt man auch schnell, dass die Linsen denen von BenQ und Viewsonic in Präzision und Wertigkeit deutlich überlegen sind. Im ersten Datenblatt, das wir vom M550 bekamen, war noch von einem 0,66” DMD-Chip die Rede. Das wäre aber die hochwertigere Variante, die halt im V7850 oder Optomas UHD65 verbaut wurde. Wir halten es ohne nachzumessen eher für wahrscheinlich, im Gerät die 0,47”-Variante vorzufinden, wie sie in allen Geräten der Preisklasse verbaut ist. Die Tatsache, dass sich hier wie bei allen Mitstreitern ein Restlichtrahmen rund ums Bild befindet, bestärkt uns in dieser Annahme. Dennoch bietet der neue Acer eine unglaubliche Schärfe – gefühlt mit Abstand die beste im Test – nicht zuletzt weil sein Bildchip Details deutlich mehr Kick verschaffen kann. Leider wird beim Aktivieren der „Super Auflösung“ nicht die dezente Stufe 1 eingeschaltet, sondern stets voll nachgeschärft. Ein Firmwarebug – ebenso, dass sich bei Stufe 0 der Schwarzwert verschiebt.

Viel Bild fürs Geld

Das RGB-Farbrad wechselt die Grundfarben nur mit 120Hz und ist damit anfälliger für Regenbogenartefakte. Dafür ist der M550 bislang der brillanteste Vertreter mit 240W UHP-Lampe. Die gut funktionierende Zwischenbildberechnung sorgt dafür, dass der Acer, was Bewegungsschärfe angeht, eine Klasse besser als alle Mitbewerber abschneidet. Schwachpunkte sind die mäßig eingestellten HD-Farben wie der Fakt, dass HDR nicht automatisch erkannt wird. Aktiviert man es manuell, wird die EOTF-Kurve allerdings prächtig getroffen – bei leicht unterdurchschnittlichem Maximalfarbraum. Würde das Bild dann noch besser quantisiert, könnte man dem Acer echtes HDR attestieren. So bleibt er ein Gerät mit ein paar Mankos, aber auch enormen Stärken, die ihm sogar hier den Testsieg sichern.

Fazit

Eine sehr hohe Schärfe bei geglätteter Bewegungswiedergabe, und das mit einem heimkinotauglichen Objektiv. Das gab es noch nie so preiswert. Nach ein paar Firmwareupdates gäbe Acer in der 4K-Einstiegsklasse den Ton an.

Wie üblich besitzt nur einer der beiden HDMI-Eingänge die volle Bandbreite der Version 2.0 und den Kopierschutz HDCP 2.2. Was VGA betrifft, liefert Acer mehr Optionen als die Konkurrenz.


Optoma UHD40 // 1500 Euro

Optoma hatte mit den höherwertigen Produkten UHD60 und UHD65 bereits bewiesen, die 4KDLP-Technik bestens zu beherrschen. Mit dem UHD40 folgt nun eine preiswerte Variante, die auf den kleineren DLP-Chip setzt – wie bei allen Teilnehmern dieses Tests. Uns gefällt sofort, dass der Optoma eine bessere Optik besitzt als die beiden BenQs und der Viewsonic. Sie ist zwar etwas weitwinkliger, dafür aber variabler, und es wurde ein kleiner Lensshift integriert. Vor allem gelingt das Scharfstellen präziser. Ein RGB-Farbrad, das seine Segmente mit 240 Hz alterniert, hat er mit dem BenQ W1700 gemein. Genauso, dass er bei 24p-Quellen ohne Pulldown das Kinofeeling bestens transportiert. Das kann nicht mal der Acer, bei dem man die Frame Interpolation einschalten muss, um glatte Bewegungen zu erhalten. Die sind aber dann halt viel flüssiger als bei allen anderen Mitstreitern. Dass Optoma sich mit korrekter Farbgebung bestens auskennt, wird hier wieder unter Beweis gestellt. Die HDTV-Nuancen einer Blu-ray sehen aus wie im Studio. Farbrad und Abstimmung sind etwas besser als beim Acer und setzen sich erheblich positiv vom Viewsonic ab. Hätte er 3D und einen Fehler beim Pixelshift behoben, würde er den BenQ W1700 überholen.

Die größte Schärfe

Bei den Tests in Ultra-HD und HDR fiel auf, dass der Optoma leichte Rotkränze produzierte und fast vertikale ultrafeine Linien weichzeichnete. Hier schien der XPR-Pixelshift nicht sauber zu arbeiten, wahrscheinlich noch ein Firmwarefehler. Unser 4K-Siemensstern zeigte horizontal eine exzellente Auflösung, schien aber vertikal in Farbverschiebungen abzudriften. Nebenbei bemerkt war das Surren, das der Pixelshift erzeugt, auch dezenter als beim Acer und viel leiser als beim Viewsonic. Hier wird aber bestimmt noch nachgebessert werden. Mit 59 % UHD-Farbraumabdeckung ist die Buntheit von HDR-Inhalten die beste in diesem Test (bis auf die BenQs), die HDR-Intensitätskurve (EOTF) wird etwas aufgehellt und clippt vergleichsweise spät. Wie für ein gegen Regenbogen optimiertes Farbrad zu erwarten, ist die Quantisierung von 10-Bit-Inhalten (HDR) nicht perfekt. Der Lichtrahmen ums Bild verlangt wie bei allen Modellen mit dem DLP-Chip nach einer Leinwandmaskierung. Toll sind Optomas Detaillösungen für Heimkinofreunde, wie der HDMI-Equalizer, mit dem einige längere Kabel erst richtig funktionieren.

Fazit

Wenngleich bei unserem Testmuster das letzte Quentchen Schärfe gefehlt hat, überzeugt der Optoma durch sehr natürliche Farben und ein überdurchschnittlich gutes Objektiv.

Optoma zeigt viel Sinn für Erweiterungen im Heimkino. Das Gerät lässt sich über RS232 steuern und besitzt einen optischen Digitaltonausgang, dazu einen 12V-Trigger für motorische Leinwände. USB-Power bringt die Versorgung beispielsweise für HDMI-Sticks.


Dank vieler Direkttasten und Beleuchtung kommt man hier schnell ans Ziel.


Optimale Einstellungen

Bildmodus: Kino
Kontrast: -3
Helligkeit: 0
Schärfe: 3
Farbe: -2
Farbtemperatur: D65
RGB-Gain: 0, 6, 9
RGB-Offset: 0, 1, 1
Gamma: Film

Objektiv besser

Optomas Zoom ist mit 1,3-fach nur leicht besser als Viewsonic oder die BenQs. Das Objektiv besitzt aber Lensshift und fasst sich deutlich wertiger an, Sein Fokus ist viel exakter.

Auch diese Fernbedienung leuchtet, wenn man eine Taste betätigt. Sie sind recht weich und müssen tief gedrückt werden.


Optimale Einstellungen

Bildmodus: Movie
Kontrast: 47
Helligkeit: 51
Schärfe: 0
Farbe: 50
Farbtemperatur: Normal
RGB-Gain: 100, 105, 103
RGB-Offset: 240,256,252
Gamma: 2,2

Exakte Platzierung notwendig

Das Spar-Objektiv ist gut scharf, jedoch ist der Zoom klein und es lässt einen Lensshift vermissen. Auch teurere Modelle sind da aber oft auch nicht besser

Viewsonic PX747-4K // 1200 Euro

Der PX747 ist der preiswerteste 4K-Beamer, den es je gab. Mit auf den ersten Blick sehr vergleichbaren technischen Daten kostet er satte 25 % weniger als der BenQ TK800, den wir schon als megapreisgünstig eingestuft hatten. Dabei erscheinen Gehäuse, Features und DLP-Chip sehr vergleichbar. Mit spezifizierten 3500 Ansi-Lumen sollte der Viewsonic zudem ein echter Lichtknaller sein. Richtige 2000 Lumen konnten wir ihm immerhin bei kinogerechten Farben im Labor attestieren. Das Gerät ist also wirklich äußerst brillant. Die Schattenseite seines RGWGBW-Farbrades ist allerdings ein etwas gelbliches Grün, und daher schafft er nicht einmal die HDTV-Farbraumabdeckung korrekt. Auch der Schwarzwert ist enttäuschend. Wie bei allen Geräten hier ist auf jeden Fall die dynamische Lampeneinstellung zu bevorzugen, die bei dunklen Szenen die Leistung reduziert und den Schwarzeindruck verbessert. Trotzdem ist ein gemessener Kontrast von 1370:1 nur gut ein Zehntel der Herstellerangabe. Spannend, wie er zu diesen Marketingwerten gekommen sein soll.

Elektrisch alles super

Makellos gibt sich hingegen Viewsonics Bildelektronik. Bis hin zum Farbraumabgleich lässt sich alles vorbildlich kalibrieren. Die Einstellungen umfassen sogar echte Bildverbesserer wie beispielsweise „Super Auflösung“ und „Hautton“. Das Beste ist aber eigentlich, dass es keine Firmwarefehler gibt wie bei den anderen beiden Beamern im Test und das System rundum so funktioniert, wie es soll. Dazu gehört, dass 50 und 60 Hz in originaler Framerate wiedergegeben werden, 24p aber mit Pulldown daher kommt. Schaut man sich unsere Auflösungstestbilder an, wäre der Viewsonic sogar der Testsieger, denn er gibt feinste Details sauber wieder (wenn man sein fummeliges Objektiv scharf bekommt). Optoma liefert vertikal weniger Details und Acer ist kaum vom zu kräftigen Nachschärfen abzuhalten. Leider müssen wir noch erwähnen, dass der PX747-4K bei hohen HDMI-Frequenzen (4K-HDR) und langen Kabeln sich nur zögerlich mit unserer Umschaltanlage vertrug.

Fazit

Viewsonic bringt sehr viel Licht und ist damit besonders wohnzimmer- und sporttauglich. Er zeichnet sich durch eine exzellente Schärfe für seinen Preis aus, die Farben sind hingegen mäßig.

Mit VGA und breitbandigem HDMI kommen eigentlich alle Signalquellen auf ihre Kosten. Sogar eine 12V-Triggerbuchse beispielsweise für die Automatisierung einer Motorleinwand ist vorhanden.


BenQ W1700 // 1800 Euro

BenQ hatte als erster Hersteller die kleineren 0,47”-4K-Chips von Texas Instruments verwerten können und brachte Anfang 2018 den ersten 4K-Beamer unter 2000 Euro auf den Markt. Der W1700 basiert somit auf einem nativen Full-HD-Chip, der seine Pixelanzahl per XPR-Shifting vervierfacht, um Ultra-HD zu erzielen. Dass sich diese Bildpunkte etwas überlappen und damit keine voll diskrete UHD-Auflösung erzielt wird, das wurde ausgiebig diskutiert. Jedenfalls sind die Bilder erheblich schärfer als Full-HD und übersteigen sogar die Anforderung der meisten aktuellen Produktionen auf UHD Blu-ray. Das gilt aber für alle Geräte dieses Tests.

BenQ setzt im W1700 ein RGB-Sechssegment-Farbrad ein, das Farben mit 240 Hz alterniert, zeigt also wenig Regenbogenfehler. Im HDTV-Modus (BT.709 SDR) werden Extrem- und Zwischentöne exzellent getroffen, die Gammakurve in allen Schattierungen und Brillanzen korrekt umgesetzt. Eine Feinjustage aller Einstellungen ist auf professionellem Niveau möglich. Mit 1500 Lumen Leuchtkraft liegt der BenQ für Geräte ohne Weißsegment-Farbrad im oberen Bereich. Das Bild zeigt eine sehr hohe Schärfe und macht vor allem bei Blu-rays (Full HD) einen fast analogen Eindruck, da es keinen Fliegengitter-Effekt zeigt.

HDR mit erweitertem Farbraum wird automatisch erkannt. Brillanter wird das Bild dadurch allerdings nicht, nur minimal farbenfroher.

Simple Mechanik

Geradezu minimalistisch ist das Konzept der Optik. Beim 1,2-fachen Zoom ohne Lensshift weiß man nicht so recht, ob man das Bild gerade wirklich vergrößert oder nur unscharf stellt. Beim Fokussieren muss man extrem feinfühlig vorgehen, denn erkleinste Berührungen haben große Auswirkungen. Hat man das Bild scharf und leinwandfüllend, sind die Inhalte tatsächlich erstaunlich detailreich. 24p wird korrekt umgesetzt, 3D ist fast ein Alleinstellungsmerkmal.

Fazit

BenQ geht mit dem W1700 einen riesigen Schritt in Richtung bezahlbares Ultra-HD, ohne die Natürlichkeit von HD-Farben aus den Augen zu lassen.

BenQ TK800 // 1560 Euro

War der W1700 (oben) auf kinogerechte, natürlich satte Farben, optimiert schoss BenQ mit dem TK800 ein Gerät nach, das lichttechnisch richtig knallen sollte. Statt den 2200 Lumen des W1700 werden jetzt 3000 im Datenblatt angepriesen. Alle anderen technischen Daten erscheinen völlig identisch. Zu einem knapper kalkulierten Preis gibt es also einfach mehr Licht? Das erklärt sich durch den Einsatz eines Brilliant-Color-Farbrads mit den sechs Segmenten RWGBWG. Durch doppelt vorhandenes Weiß beziehungsweise Grün in der 120-Hz-Rotation hält sich der Regenbogeneffekt im Rahmen, ist aber stärker als beim W1700. Das Farbrad ist sogar so abgestimmt, dass die native Farbtemperatur nahezu dem normierten D65 entspricht. Während andere Beamer im Modus „Hell“ massive Grünstiche erzeugen, um ihre angegebene Maximalhelligkeit zu erzielen, kommt dieser BenQ bei erträglichen Farben locker auf seine 3000 Lumen. Im direkten HDR-Vergleich zeigt der TK800 die hellsten Spitzlichter, flaut aber natürlich bei den sattesten Farben ab. Müssen sie nicht allzu brillant sein, überrascht der TK 800 mit erstaunlich farbenfrohen Nuancen.

Viel Licht macht Schatten

Nicht ganz so produktiv gerade in Bezug auf HDR ist der Schwarzwert – ein Manko aller Beamer mit diesem 4K-DLP-Chip. Der Kontrast ist längst nicht so hoch wie bei teuren Spitzengeräten.

Bei unserem ausführlichen Test in Ausgabe 5/2018 war eine Spezialität von BenQ übrigens noch nicht eingebaut: der 3D-Modus. Wie der W1700 soll sich auch der TK800 so herunterschalten lassen, dass er sich wie ein Full-HD-Beamer verhält, inklusive 3D-Feature mit DLP-Link. Das wird ihn für viele besonders interessant machen. Suboptimal bleiben Quantisierung und harte Bewegungsabläufe.

Fazit

Der TK800 überzeugt mit einer enormen Leuchtkraft und besitzt eine sehr gute Farbabstimmung bei der Nutzung eines Weißsegment-Farbrades. Die Schärfe ist exzellent, sein Objektiv hingegen sparsam.

AUS DEM MESSLABOR

Acer M550, HDTV

Er hat den mit Abstand besten Kontrast im Testfeld, wohl wegen der guten Optik. Das minimal zu gelbliche Grün fällt nur messtechnisch auf, die Gammakurve ist sehr gut umgesetzt.

Acer M550, Ultra-HD HDR

In HDR behält der Acer die gute Farbbalance und bildet die EOTF-Kurve (den Nachfolgr von Gamma) perfekt ab Hier ist sein kleiner Farbraum das größte Manko.

Optoma UHD40, HDTV

Hier haben die Entwickler von Optoma wieder gute Arbeit geleistet. Ungesättigte Realfarben werden erstklassig reproduziert. Aufgrund des hoch eingestellten Kontrasts softet Gamma oben.

Optoma UHD40, Ultra-HD HDR

Optoma zeigt den größten Farbraum in Dreiertest, kommt aber nicht ganz an die BenQs ran. Ohne Kalibration werden Schatten von HDR-Inhalten etwas aufgehellt.

ViewSonic PX747-4k, HDTV

Sofort fällt hier das zu gelbliche Grün ins Auge.Die Farbbalance bekommt man hingegen gut hin. Eine hohe Kontrasteinstellung ist für den Gammaeinbruch bei 90 % verantwortlich.

ViewSonic PX747-4k, Ultra-HD HDR

Durch den engen Farbraum des Viewsonic machen Ultra-HD Blurays wenig Freude. Sie sind zwar messerscharf und sehr brillant, jedoch farblich deutlich zu flau.

BenQ W1700 HDTV

Obwohl sofort nach Verfügbarkeit der Chips auf dem Markt, zeigt der BenQ eine sehr saubere Farbabstimmung. Nuancen und Maxima stimmen, Gamma und Weißbalance sind vorbildlich.

BenQ W1700 Ultra-HD HDR

Die elektro-optische Transferfunktion von HDR10 wird gut umgesetzt, Schatten und Highlights ebenso. Was die Farbigkeit betrifft, gibt es kaum Verbesserungen gegenüber HD.

BenQ TK800 HDTV

Auch hier sind Gamma und Farbbalance toll, jedoch sieht man schon im Farbraum den Einfluss der Weißsegmente. Systembedingt sind die Farbpegel viel zu niedrig.Das ist BrilliantColor.

BenQ TK800 Ultra-HD HDR

Kaum zu glauben, doch was den Farbraum bei 300 Nits betrifft schlägt der TK800 seinen RGB-Farbrad-Bruder W1700. In der maximalen Helligkeit von Weiß natürlich auch locker.

4K-Siemensstern beim ViewSonic: Alle Linien lassen sich schön nach innen verfolgen und werden matter.


4K beim Optoma: Während horizontal die Details präzise bleiben, sind sie vertikal nicht vorhanden.


Meine Meinung

ROLAND SEIBT
STV. CHEFREDAKTEUR

Diesmal ist die Schärfe bei Weitem nicht identisch. Sie hängt in UHD halt doch stark von der Optik und der ShiftingFunktionalität ab. Hier haben die Kleinen ja schon gewonnen. Es wird spannend zu sehen, wie sich nun die Erweiterung des Farbraums, die mit UHD-Inhalten kommt, bei Beamern entwickelt.