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TEST: UHD-BEAMER: Viel besonders scharfes Heimkino


video - epaper ⋅ Ausgabe 9/2018 vom 03.08.2018

Das bekommt man hier von Optoma für nur 1700 Euro. Per Pixelshift werden ultrascharfe Bilder geliefert, aber auch 3D hat man nicht vergessen. Der auf Heimkinoansprüche optimierte UHD51 liefert natürliche Farben und kann HDR, wird aber durch die TI-Hardware gezügelt.


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Bildquelle: video, Ausgabe 9/2018

Die kleine Fernbedienung drückt sich präzise, ist aber nicht beleuchtet. Ohne viele Sondertasten ist das auch nicht schlimm. Menüs findet man blind.


Fast alle auf dem Markt unter 2000 Euro befindlichen Ultra-HD-Projektoren scheinen nicht konsequent fertig entwickelt worden zu sein. Beim einen ist das Objektiv zu unscharf für den DLP-Chip, ...

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... andere besitzen kein 3D oder ein zu flaues Farbrad, vielleicht gar noch mit verfälschendem Weißsegment. Manchmal wird HDR nicht automatisch erkannt oder die zusätzlichen Anti-Banding-Bits gehen beim Processing verloren. Eine ordentliche Anpassung des Weißclippings an die Gegebenheiten des Films – per Metadaten oder manuell – bleibt meist auch nur Wunschdenken. Es gab Modelle, die nicht einmal 50 Hz konnten oder 24p-Filme nur mit Pulldown ruckelnd wiedergaben – von einer echten Bewegungskompensation mit Zwischenbildberechnung ganz zu schweigen.

Der Optoma UHD51 entspringt einer neuen Generation von UHD DLP-Beamern, die gegen die bekannten Kinderkrankheiten geimpft zu sein scheint. Und mit einem Chip zur Bewegungsglättung integriert der Hersteller ein wichtiges Feature, das sonst nur weitaus teureren Geräten vorbehalten bleibt. Insgesamt ist die Liste an Vorteilen gegenüber dem vor zwei Ausgaben getesteten kleinen Bruder UHD40 gewaltig und rechfertigt den Aufpreis von 200 Euro vielfach. Einzig die Fernbedienung ist ein kleiner Rückschritt. Ansonsten sind viele Rahmendaten ähnlich. Das Gehäuse ist beispielsweise gleich groß, nur jetzt heimkinotypisch schwarz statt weiß. Das Anschlussfeld mit doppelt HDMI, VGA mit Komponentenfunktion, RS232 und USB erscheint vergleichbar, doch der zusätzliche LAN-Anschluss des UHD51 eröffnet viele Spielarten der professionellen Steuerintegration – von Crestron über AMX bis hin zu Telnet und dem Web-Zugriff.

Die HDMI-Eingänge haben es in sich. Die EDID lässt sich umschalten, um besser mit unterschiedlichen Quellen zurecht zu kommen. Zusätzlich gibt es einen Equaliser, der die hochfrequenten Signale bei langen Leitungen ausgleicht.


Das dunkle Gerät macht sich besonders gut im Heimkino. Es ist erstaunlich leise und besitzt ein deutlich besseres Objektiv als viele Mitbewerber der 4K-Preisklasse unter 2000 Euro.


Die völlig überarbeiteten Menüs werden links groß eingeblendet. Nicht nur der Look der Hauptauswahl erinnert an Android.


Verbesserungen im Detail

An der 240-W UHP-Lampe, die hier kalibrierte 1500 Lumen möglich macht, hat Optoma genauso wenig geändert wie am 1,3-fach Zoomobjektiv mit seinen 10% vertikalen Lensshift. Es zeichnet gut scharf bis in die Ecken und ist vielen preiswerten Beamern qualitativ weit überlegen. Bei feinstem 4K-Material zeigen sich Farbkränze, doch die fallen geringer aus als die Misskonvergenzen in Sonys teuersten SXRD-Dreichippern. Natürlich muss hier alles manuell eingestellt werden. Der größte Schärfevorteil gegenüber dem UHD40 liegt allerdings darin begründet, dass unser Testmuster damals wohl defekt war. Das Pixelshifting mit seinen vier Positionen, um aus dem Full-HD-Chip echtes Ultra HD zu erzeugen, klappte nur in eine Richtung. Der UHD51 bildet jetzt feinste Inhalte exzellent ab – mit seinem 0,47-Zoll-DLP fast so scharf wie es die größeren Brüder tun (0,66“-Chip), die nur einmal statt in vier Positionen shiften müssen. Dass dies relativ leise, also ohne das gefürchtete Brummen passiert, hielten wir beim UHD40 für einen Nebeneffekt seines Defekts, doch der UHD51 wirkt fast noch dezenter bei voller Schärfe. Fährt man die Lampe auf ECO werden 1000 Lumen bei wirklich angenehmer Lüfterkulisse erzeugt. Im dynamischen Modus soll sie bis zu 15.000 Stunden halten und verdoppelt durch Modulation den Kontrastumfang. Hier liegt allerdings der größte Kritikpunkt der preiswerten Ultra-HD-Beamer. Sie liefern allesamt nur ISO-Kontraste unter 400:1, und der UHD51 ist dabei keine Ausnahme. Echtes „High Dynamic Range“ ist mit dem mauen Schwarzwert nicht zu machen. Hinzu kommt, dass die Geräte einen Rahmen rund um das Bild aufhellen. Eine Leinwand mit Maskierung erscheint da ein wichtiger Workaround. Abgesehen von diesem Manko, das man nicht Optoma, sondern eher Texas Instruments anlasten darf, liefert der Optoma UHD51 ein exzellentes Bild.

Optimale Einstellungen

Bildmodus: Kino
Kontrast: 2
Helligkeit: 2
Schärfe: 1
Farbe: -3
Farbtemperatur: D65
RGB-Gain: -2, 0, 4
RGB-Offset: 0,0,0
Gamma: Film
BrillantColor: 10

Aufstellung

Mit einem 1,3-fach Zoom nebst kleinem vertikalem Lensshift ist der Optoma variabler installierbar als viele Mitbewerber.

Damit haben wir getestet

Sequenz // UHDBetrachtungsabstand Unser Test enthält feinste Details und eignet sich perfekt zur Validierung der 4K-Auflösung. www.video-magazin.de/sehabstand

Sinn für Qualität

Klassisches HDTV ist für Beamer dieser Liga bereits keine große Herausforderung mehr. Mit nur leichten Justagen kommt man zu einer sehr natürlichen Farbigkeit, wie die Messung unten belegt. Man kann sogar BrillantColor aktivieren, was die Übergangsbereiche des Farbrades nutzt, um das Bild heller zu machen. Die Leuchtstärke der Grundfarben wird davon nur wenig in Mitleidenschaft gezogen – anders als bei einem Weißsegment.

Insgesamt ist die Detailzeichnung exzellent und die mittels PureMotion erhöhte Bewegungsschärfe setzt den UHD51 von den meisten Mitbewerbern weit ab. Jedoch arbeitet sie in 120 Hz und baut bei 24p auf Pulldown auf, was man in den niedrigen Einstellungen auch wahrnimmt. Schaltet man sie aus, liefert der Beamer ein sehr klares, unverfälschtes 24p mit einer exzellenten Quantisierung und dank des RGBRGB-Farbrades mit nur wenig Regenbogen-Fehlern. Die zehn Bit einer HDR-Scheibe bleiben absolut schlierenfrei und gehen nicht wie so oft bei der Konkurrenz für mehr Bilder pro Sekunde verloren. 50-Hz-Quellen wirken ohne Pure Motion sehr hart, werden aber damit korrekt wiedergegeben. Die Hochrechnung auf 120 Hz ist systembedingt nicht gerade vorteilhaft.

HDR wird automatisch erkannt und aktiviert. Ab Werk erscheint das Bild jedoch deutlich zu hell und Schwarz verwaschen. Wer dann unter dem Bildmodus „HDR“ aber die speziellen Vorgaben von „Film“ bis „Detail“ findet, kann den Look massiv verbessern. Hier agieren dann auch Helligkeit, Kontrast und Gamma super als Korrektur der Clippinglevel für unterschiedlich gemasterte HDRStreifen. Die Farbraumabdeckung von 83,5% DCI erlaubt keine quietschbunten Maximalfarben, doch bei zurückhaltender Sättigung ist die Abstimmung der HDR-Highlights gelungen und natürlich. Dieser Beamer ist ein sehr guter Einstieg in die Welt von Ultra-HD und HDR.

Fazit

In der gesamten Mittelklasse unter 3000 Euro findet man keinen besseren UHDBeamer mit den Vorzügen dieses Optoma, das gilt speziell für die HDR-Verarbeitung, Bewegungsglättung und 3D.

AUS DEM MESS LABOR

Bild HDTV BT.709

Die Abstimmung der klassischen Signale gelingt dem Optoma super. Weißabgleich, Gammakurve und die Komposition von Mischfarben ist äußerst normgerecht – nachdem man die Sättigung stark verringert hat.

Bild Ultra-HD HDR

Wer etwas mit den Einstellungen spielt, kann den Helligkeitsverlauf von HDR auf ein sehr harmonisches Niveau bringen. Hier muss die Sättigung gar auf -20 gesetzt werden, dann sind Mischtöne dort, wo sie hingehören.


Bilder: Hersteller