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TEST: ULTRA-HD-PROJEKTOREN: DUELL IM HEIMKINO 20


video - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 02.08.2019

Die meisten DLP-Beamer sind für den Einsatz im echten Heimkino zu weitwinkelig ausgelegt, und überhaupt: weiß. Wird es anspruchsvoll, braucht es ein hochwertiges Shiftobjektiv, Geräuschdämmung und Farbfilter, um bei HDR zu punkten.


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Bildquelle: video, Ausgabe 9/2019

im test:

Ultra-HD-Projektoren

BenQ W5700€ 2900

Optoma UHZ65€ 5000

Das wichtigste Kriterium beim Kauf eines ausgewachsenen Heimkinoprojektors ist die Frage, ob er überhaupt in den Raum passt. Dabei ist nicht die Gerätegröße oder das Design das hemmende Element, sondern schlichtweg das Objektiv. Die besten Geräte besitzen einen rund zweifachen Zoom und können das Bild optisch ...

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... gut vertikal und etwas horizontal verschieben – am liebsten noch motorisch, um echte Cinemascope- Leinwände stets optimal befüllen zu können. Im Heimkino gehört der gerne profischwarze Beamer mittig hinter die Zuschauer kopfüber an die Zimmerdecke. Dazu ist eine passende Optik nötig, die die weit entfernte Leinwand bestrahlt, natürlich ohne dass eine auflösungsminderne Trapezfunktion eingeschaltet werden muss. Je preiswerter Beamer werden, desto geringer sind aber Zoomund Shiftbereich ausgelegt. Selbst Ultra-HD-Geräte zum Einstiegspreis bieten nur 1,1- bis 1,3-fachen Zoom, und der 1,6-fache einiger Modelle ist, wenn man Pech hat, zu weitwinklig. Sparfüchse müssen die Projektoren wieder ins Sichtfeld zum Zuschauer bringen, schlimmstenfalls auf den Tisch stellen. Wir messen bei unseren Tests nach, wie weit der Beamer entfernt hängen (oder stehen) muss. Der Projektionsfaktor einfach mit der Leinwandbreite multipliziert ergibt den Minimal- und Maximalabstand: das erste Kaufkriterium. Die beiden Kontrahenten dieses Vergleichs sind auf Heimkinos abgestimmte Ultra- HD DLP-Beamer. Beide können eine drei Meter breite Leinwand aus ungefähr 4,2 bis 6,4 Metern Entfernung bespielen. Sie sind zudem schwarz und können mit HDR-Filmen umgehen. Beste Vorraussetzungen für 1A Kino.

Testurteil: sehr gut Preis/Leistung: sehr gut 81%


großer Farbraum, gute HDR -Optimierung, Iris und Farbfilter, sauber kalibrierbar

lautes DLP -Shifting

BenQ W5700 // 2900 Euro

Es ist nur ein paar Ausgaben vonvideo her, da definierte BenQ mit dem W2700 den Projektormarkt unter 2000 Euro neu. Besonders in puncto Ultra-HD-Wiedergabe mit HDR und erweitertem Farbraum stellte das Gerät eine neue Referenz in seiner Preisklasse dar. Knackpunkt: Das hübsch verarbeitete Gehäuse war vielmehr fürs Wohnzimmer konzipiert denn für den Einsatz im Heimkino. Der 1,3-fache Zoom war eher für kurze Distanzen gedacht und der immerhin zehnprozentige vertikale Lensshift konnte nur die gröbsten Aufstellungsszenarien befriedigen. Damals wurde jedoch schon kommuniziert, dass es einen großen Bruder fürs Heimkino geben wird, der eine erheblich variablere Optik und weitere semiprofessionelle Merkmale bekommen soll. Und jetzt steht er auf unserem Labortisch, der schwarze W5700. Das deutlich voluminösere Gehäuse lässt tatsächlich mehr Platz für leisere Lüfter inklusive längerer Saugwege für weniger Lichtaustritt. Es wiegt gut die Hälfte mehr als der W2700. Beim Objektiv hat BenQ natürlich Wort gehalten. Es besteht laut Hersteller aus elf Glaslinsen in sechs Gruppen, die in einem Metallrahmen präzise geführt werden. Das ist prinzipiell nur eine Linse mehr als der W2700 hatte, doch wurde der Zoom von 1,3-fach auf 1,6-fach erweitert und deutlich länger ausgelegt. In ganz anderen Dimensionen befindet sich jetzt der Lensshift. Der wurde vertikal auf ± 60% erweitert, also mehr als verzehnfacht. Horizontal gab es gar keinen, jetzt liegt er bei ± 23%. Für eine Motorisierung hat das Budget allerdings dann doch nicht gereicht. Mit seinen Objektivwerten sollte der neue BenQ für die meisten Heimkinos das optimale Projektions- verhältnis bieten. Das System besitzt jedoch weitere Vorteile. Bei identischer Herstellerangabe von 1800 Lumen Lichtleistung und von uns gemessenem vergleichbarem Stromverbrauch bietet der W5700 fast 20% mehr InBild-Kontrast. Nebenbei kommt im HDR-Modus deutlich mehr Licht auf der Leinwand an, und die Farbfilter wurden überarbeitet, sodass auch ohne DCI-Zusatzelement viel stärkere Farben geliefert werden. Im Spektrum fällt eine kleine Delle bei Cyan auf, die ein Manko des W2700, nämlich ein schwaches Blau, mindert. So liefert der W5700 bei 1200 Lumen tatsächlich 90% DCIFarbraum. Mit DCI-Filter geht es über die Kinonorm hinaus in Richtung BT.2020, was einen guten Headroom für zukünftige Filmproduktionen bietet. Entscheidend dabei ist, dass BenQ die Signale gut im Griff hat, was man durchaus behaupten kann. Für HDR gibt es eine manuelle Anpassung der Clippingkurve, klassisches HDTV ist längst keine Herausforderung mehr, sogar HLG versteht das Gerät. Dem Projektorpaket liegt ein individueller Bericht der Werkskalibration bei. Gut, wenn ein Hersteller sich solche Mühe gibt. Für spätere Drifts ist eine Korrektur per ISFccc möglich.

BenQ setzt ein RGB-Farbrad ein, dessen Segmente mit 240 Hz alternieren. Im oberen Bereich des Messbilds ist BrillantColor aktiviert. Farbübergänge werden genutzt.


In Schwarz sieht BenQs Fernbedienung noch cineastischer aus. Viele Bildoptionen haben Sondertasten.


BenQ liefert viele Möglichkeiten, vor allen die kritischen HDR-Filme an den Chip anzupassen.


Auf unserer Leinwand zeigte der 0,47”-Chip des BenQ zentral mehr Auflösung als der Optoma. Am Rand wird es im Vollzoom unscharf.


Bildsignale mag der BenQ nur über HDMI akzeptieren, wenn da nicht noch vier USB-Buchsen wären, von denen drei Medieninhalte verarbeiten. Netzwerkkontrolle und Trigger sind wichtige Extras für gute Installationen.


Konzept gelungen

Als Basis wird wieder die zweite Generation des 0,47-Zoll-DLP-Chip mit vierfachem XPR-Shift verwendet. Der schaltet so schnell, dass in HDR Banding nicht auffällt, jeder Mikrospiegel stellt also mehr als 8 Bit auf den vier UHD-Positionen sauber dar. Dabei ist die Auflösung in der Mitte detailreicher als beim Konkurrenten von Optoma, zum Bildrand hin wird es je nach Optikeinstellung deutlich unschärfer. Zudem liefert die Bildverbesserung „Cinema Master“ einen Schärfegewinn und verstärkte Farben. Zusätzlich ist eine vierstufige Bewegungsglättung möglich, die bei Filmen sofort von nativen 24 auf 60 Hertz schaltet und somit etwas ungleichmäßig wirkt.

Neben den durchdachten Bildoptionen liefert BenQ erweiterte Steuermöglichkeiten über LAN und RS-232 sowie den USB-Mediaplayer, der sogar UHD-Formate wiedergeben kann.

Ein großer Zoom mit zweidimensionaler Shiftmöglichkeit verlangt komplexe Optiken. BenQ setzt im W5700 elf Glaslinsen zur erhöhten Präzision in ein Metallgehäuse. Nur so kann die Schärfe von Ultra-HD adäquat und farbneutral transportiert werden.


Fazit

BenQ bringt mehr HDR-Spaß ins Mittelklassen- Heimkino denn je. Die mehr als 1000 Euro Aufpreis zum W2700 werden durch eine deutlich variablere Optik und viel Feintuning beim letzten Quentchen Farbqualität teuer erkauft.

AUS DEM MESSLABO R

Bildmessung HDTV


Bei der Standarddisziplin lässt BenQ nichts anbrennen. Wir haben unsere Messung der Werkseinstellung „Kino“ mit aktivierter Blende gemacht. Das verbiegt die Gammakurve nur minimal, Ein Delta von 1,4 dokumentiert saubere Farben.

Bildmessung HDR


Man sieht im Spektrum schön das Zuschalten des Gelbfilters zur Farbraummaximierung. Dabei geht kaum Gesamtlicht verloren. Ohne Filter liegt der Gamut bei noch ordentlichen 66% (90%), die Lichtstärke bei 445 cd (1200 Lumen).

Optimale Einstellungen

Bildmodus: Kino

Kontrast: 48

Helligkeit: 51

Schärfe: 8

Farbe: 50

Farbtemperatur: Normal

RGB-Gain: 94, 96, 103

RGB-Offset: 256,256,256

Gamma: 2,2

Viel Verschiebung


Der 1.6-fach-Zoom ist als langes Tele ausgelegt. Ungewöhnlich groß ist der Lensshift, der vertikal ± 60% und horizontal ± 23% beträgt.

Testurteil: sehr gut Preis/Leistung: gut 80%


Laser-Lichtquelle, sehr brillant, großer DLP -Chip, scharfes Objektiv

Farbschlieren, wenig HDR –Optimierung

Optoma UHZ65 // 5000 Euro

Schon vor geraumer Zeit haben wir festgestellt, dass klassische UHP-Lampen nicht gerade die ideale Lichtquelle für Videoprojektoren sind. Zu breitbandig ist ihr Licht, vor allem wenn es an den erweiterten Farbraum von HDR geht, weil dort die Primärfarben Rot, Grün und Blau in möglichst reiner Form vorliegen sollten. RGB-LEDs sind die sauberste Lösung, jedoch bieten sie noch nicht die Lichtstärke für Großbilder in HDR. Anders sieht es da bei blauen Laserdioden aus. Sie scheinen jede Menge Power in einer superreinen Frequenz zu besitzen. Bestrahlen sie gelbe Leuchtstoffe, können sich die Elemente zu weißem Licht addieren. Die Idee des Laserbeamers ist geboren. In Datenblättern von Präsentationsprodukten fliegen einem die Kilolumen nu so um die Ohren, und auch das hier getestete Ultra-HD Heimkinomodell UHZ65 von Optoma soll mit 3000 Lumen und einem Kontrastverhältnis von 2.000.000:1 alles ausstechen, was im Beamermarkt zu vierstelligen Preisen unterwegs ist.

Höchste Dynamik

Der Beamer setzt dazu auf einen 0,66 Zoll großen DLP-Chip von Texas Instruments. Der ist zwar nicht der neueste, verträgt aber mehr Lichtstärke als die kleinere Variante, die im BenQ W5700 steckt. Er besitzt zudem doppelt so viele native Bildpunkte und muss nur einmal XPR-shiften, um Ultra-HD auf die Leinwand zu bringen. Interessanterweise scheint das besser horizontal als vertikal zu funktionieren, und leider liegt die empfun- wand an. Dabei regelt die Elektronik die Laserstärke intelligent je nach Szene mit – schneller als man ein Pumpen wahrnehmen könnte. So wird in allen Filmszenarien der beste HDR-Kontrast erzielt, den wir bislang bei einem UHD-DLP gesehen haben. Leider sind aber auch Kompromisse der lichtstarken Engine sichtbar. So ist die Quantisierung besonders übel, wenn die Zwischenbildberechnung aktiviert wird. Wenn aus 24 Filmbildern 60 Bewegungsschritte werden, erscheint alles flüssiger, bekommt jedoch enorme Schlieren. Die Idee von HDR war eine andere. Auch ohne Glättung erscheint die Bewegtbildwiedergabe gröber und dreckiger als beim BenQ. Dazu sind Regenbogenfehler besser sichtbar, da die Farbsegmente nur mit 120 Hz schalten.

Bei Optoma rotiert ein RGB-Farbrad mit effektiv 120Hz. Hier im Messbild wurde BrillantColor voll aktiviert, sodass Sekundärfarben erscheinen.


Optomas Fernbedienung wirkt nicht sonderlich wertig, ist aber beleuchtet. Es gibt drei freie Funktionstasten.


Wie es sich für ein Spitzengerät gehört, gibt es beim UHZ65 einen Farbraumabgleich sowie die kalibrierbare Farbbalance.


Der diagonale Pixelshift von XPR erzeugt mess- und sichtbar mehr Auflösungsbonus horizontal im Vergleich zu vertikal.


Neben professionellen Steuerfunktionen (LAN, RS-232, Trigger) und (einmal) HDMI 2.0 bietet der Optoma UHZ65 sogar noch einen VGA-Eingang, der außer alten PCs auch analoge Komponentensignale versteht.


Es geht bunter

Und diese Farbsegmente sind auf Helligkeit getrimmt, nicht den HDRFarbraum. Ultra-HD mit BT.709- Farben wird in schön natürlichen Tönen umgesetzt, doch schon das Datenblatt spricht von nur 80% DCIFarbraum. Wir konnten 84% nachmessen, die auf dem supersatten Laserblau basieren, aber im Spektrum viel Gelb besitzen. Beim Umgang mit den Farbräumen, also Umschalten von HDTV, DCI und BT.2020, inklusive separater Kalibrationen, könnte Optoma noch dazulernen. Eine richtige Kalibration von Weißabgleich und Farbraum ist ja schon möglich. Insgesamt gibt sich die Signalaufbereitung keine Blöße, könnte aber den HDR-Abgleich verbessern oder HLG dazulernen. An Steuerfunktionen bleiben kaum Wünsche offen, es gibt sogar einen komponententauglichen VGA-Eingang. Der Zoomfaktor entspricht ungefähr dem Kontrahenten, Shifting gibt es deutlich weniger.

Fazit

Optoma erzielt mit dem langlebigen Laser die besten HDR-Kontraste der DLPTechnik. Dunkle Szenen und Spitzlichter machen richtig Spaß im Heimkino, nicht jedoch der erweiterte Farbraum.

Das Feld aus Laserdioden erzeugt erst einmal schmalbandig blaues Licht, das über ein Spiegelsystem Gelb anregt und dann mittels Farbrad den RGB-Takt liefert. Bei DLPBeamern werden ja die Grundfarben zeitlich nacheinander dargestellt.


AUS DEM MESSLABOR

Bildmessung HDTV


Im normalen BT.709-Farbraum einer Blu-ray stört der hohe Gelbanteil des Spektrums nichts – außer den Maximalhelligkeiten der Grundfarben. Dafür werden hier satte 2600 Lumen farbecht geliefert.

Bildmessung HDR


In HDR kann der Optoma den verbesserten Kontrast der Laserengine ausspielen. Gerade dunkle Szenen profitieren vom schnellen Dimmen.Allein die schlechte Trennung von Rot zu Grün verdirbt die satteste HDRFarbigkeit.

Optimale Einstellungen

Bildmodus: Benutzer

Kontrast: 0

Helligkeit: 1

Schärfe: 7

Farbe: 0

Farbtemperatur: D75

RGB-Gain: 0, 3, 0

RGB-Offset: 0, 0, 0

Gamma: 2.2

Auf und Ab


Der fast 1,6-fache Zoom ist gut für klasssiche Heimkinoräume geeignet. Dennoch muss das Gerät mittig stehen. Der Lensshift beträgt allein vertikal +15%.

Meine Meinung

Roland Seibt, sTV. Chefredakteur


Immer noch klafft ein Loch im Markt der Ultra-HD-Beamer. Für Dreichipgeräte auf SXRD- bzw. D-ILA-Basis scheint ein Abspecken auf unter 5000 Euro nicht von Interesse zu sein. Native 4K-Beamer kosten halt so viel, basta. LCD-Chips in ultrahoher Auflösung wurden noch nicht gesichtet, könnten aber eine erstklassige Abrundung des Segments sein. Full-HD-Pixelshift ist nur eine Übergangslösung. Die erste Generation UHD-DLP-Beamer stieg da besser aufgelöst in den Markt ein, lieferte sie doch halbe UHD-Schärfe und ershiftete nur das fehlende Bisschen. Was hier zur maximalen 4K-Auflösung fehlt, verliert die SXRD-Konkurrenz oft durch Konvergenzprobleme. Statt dann aber DLP nativ ultrahochauflösend nachzuschieben, kam ein Downscaling auf Full- HD mit Vierfachshift. Das klappt erstaunlich gut und versorgt Preisklassen ab 1000 Euro. Aber echte Heimkinofans wollen nicht billig, sondern besser!

Ultra-HD im Multiplex

Die DLP-Technik basiert auf einem Chip mit Millionen kleiner Kippspiegel, die Lichtpixel auf die Leinwand oder ins Nichts befördern. Damit diese „Schalter“ auch Zwischenhelligkeiten liefern, werden sie Millionen Male pro Sekunde unterschiedlich lange aktiviert. Schon vor vielen Jahren sind sie dabei so schnell geworden, dass die Grundfarben (per Farbrad) nacheinander produziert werden konnten, ohne Banding zu riskieren. Mit 1 Bit Farbtiefe mussten dreimal 8 Bit Helligkeitsstufen geliefert werden. Die ersten Ultra-HD DLP-Chips waren 0,66 Zoll groß und besaßen nativ die halbe UHD-Auflösung. Sie wurden so schnell reagierend programmiert, dass eine „XPR“ genannte Shifttechnik ein Vollbild erzeugt, dann alles um einen halben Bildpunkt diagonal verschiebt und noch ein Bild drauflegt. Man bekommt Ultra-HD mit etwas zu großen Pixeln, aber weniger Zeit, um die von HDR geforderten 10 Bits jeder Farbe zu liefern. Die nächste Chipgeneration (0,47”) hat gar nur Full-HD-Schärfe, muss dafür aber nun vier Positionen anfahren. Bleibt da noch die Zeit für schlierenfreie HDR-Darstellung?