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TEST Ultrabinden und Slipeinlagen: Sicher ist sicher


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 20.10.2022

RATGEBER

1 Wer Abstriche im Praxistest hinnimmt, hat mit Mylily, Natracare und Jessa Nature drei „gute“ Bindenmarken, die Bio-Baumwolle und weniger Kunststoffe einsetzen.

2 „Sehr gute“ Slipeinlagen bekommen Sie für zwei Cent pro Stück, „sehr gute“ Binden für fünf Cent. Produkte, die frei sind von halogenorganischen Verbindungen, kosten meist etwas mehr.

3 Mit oder ohne Slipeinlage – das entscheidet jede Frau für sich. Wer sie nicht täglich nutzt, vermeidet Müll. Der Umstieg von Binden auf Tampons spart Ressourcen. Unseren Tampon-Test finden Sie unter

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Binden und Slipeinlagen – im Geschäft mit der „Damenhygiene“ sind sie so etwas wie die netten, älteren Tanten: ein bisschen altmodisch, aber zuverlässig und immer da, wenn man sie braucht. Neue Mitglieder im Periodensystem wie Menstruationskappen oder Periodenunterwäsche mögen hip, nachhaltig sein und kaum Müll verursachen – dennoch verlassen ...

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... sich nach wie vor viele Frauen auf die bewährten Weg werfeinlagen, wenn sie ihre Tage haben oder ihre Wäsche vor Ausfluss schützen wollen. Tatsächlich wäre nur knapp ein Viertel der Frauen bereit, während der Periode statt Wegwerfprodukten wie Binden, Slipeinlagen oder Tampons wiederverwendbare Modelle wie Menstruationstassen, -slips oder Stoff binden zu verwenden. 57 Prozent der befragten Frauen können sich laut einer Statista-Umfrage einen solchen Umstieg jedoch nicht vorstellen.

Auslaufschutz versus Plastikflut

Traditionalistinnen können aufatmen. Zumindest unsere Testergebnisse zwingen sie nicht zum Umdenken: Die meisten Ultrabinden und Slipeinlagen schneiden mit „sehr gut“ oder „gut“ ab.

Ihre starke Leistung verdanken die dünnen Ultrabinden, ebenso wie Slipeinlagen, vor allem den Superabsorbern in ihrem Saugkern. Die quellfähigen Kunststoffpolymere saugen ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Flüssigkeit auf und halten auch bei starken, schwallartigen Blutungen dicht. Ein Plus für Sicherheit und Tragekomfort, keine Frage. Doch für die Umwelt sind die Plastikkügelchen ein Problem, denn sie landen – ebenso wie weite-re Kunststoff komponenten konventioneller Periodenprodukte – in der Natur, wenn Mädchen und Frauen die Einlagen etwa nach Gebrauch in die Toilette werfen. Laut , einem Portal rund um das Thema Menstruation, gehören Binden, Slipeinlagen und Tampons zu den Abfallprodukten, die am häufigsten an Stränden gefunden werden. Die Aktivistinnen von Erdbeerwoche haben außerdem umgerechnet, dass eine einzige Packung einzeln verpackter, herkömmlicher Binden so viel Plastik enthält wie vier Plastiktüten. Höchste Zeit umzudenken?

„Im Test schneiden etliche Produkte mit Bio-Baumwolle empfehlenswert ab. Ihr Pluspunkt: Sie haben häufig keine Mängel bei den Inhaltsstoffen.“

Christine Throl ÖKO-TEST-Redakteurin

WISSEN

An Tagen wie diesen

Die Tage vor den Tagen Bauchschmerzen, Reizbarkeit, unreine Haut, schmerzhaft gespannte Brüste oder Wassereinlagerungen – das sind einige typische Symptome des prämenstruellen Syndroms (PMS). Die Beschwerden, unter denen viele Frauen leiden, sind durch hormonelle Umstellungen im weiblichen Zyklus bedingt. Mehr Infos in Jessica Rochs Zyklus im Glück, siehe Buchtipp auf Seite 82.

Verschärfte PMS-Variante Bei schätzungsweise zwei bis fünf Prozent der Frauen mit PMS fallen die Symptome extrem aus. Man spricht dann von prämenstrueller dysphorischer Störung (PMDS). Die fand erst 2022 offiziell Aufnahme in die Internationale Klassifikation von Krankheiten (ICD-11).

Starke Schmerzen an den Tagen Als erstes EU-Land hat Spanien ein Gesetz für Menstruationsurlaub beschlossen: Der unpassende Begriff besagt, dass sich Frauen bei starken Regelschmerzen bis zu drei Tage bezahlt von der Arbeit freistellen lassen können. Anders als in Deutschland greift in Spanien die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall erst ab dem vierten Tag.

Schwierige Gratwanderung

Periodenprodukte umweltfreundlicher zu machen, ist eine Herausforderung. Doch Anbieter wie Naty (Eco by Naty), Bodywise (Natracare), Corman Spa (Organyc), Cotton High Tech (Masmi) oder Sanature versuchen die Gratwanderung zwischen ökologischen Aspekten und leistungsfähiger Technologie. Sie setzen teils Bio-Baumwolle ein, reduzieren Kunststoffe und verzichten auf Superabsorber. Im Gebrauch offenbaren ihre Einlagen zwar einige Schwächen. Sie saugen etwa weniger oder langsamer Flüssigkeit auf oder halten nicht so gut trocken. Doch unser Test zeigt auch: Einige Produkte mit Öko-Anspruch wie die Natracare-Ultrabinden schneiden in der Praxis sogar besser ab als Binden mit Superabsorber.

Knackpunkt Bleichverfahren

In den meisten Ultrabinden und Slipeinlagen hat das Labor halogenorganische Verbindungen nachgewiesen. Diese gelangen vermutlich über die Bleiche des Zellstoffs in die Einlagen. Die Bleiche verhindert, dass die Zellulosefasern vergilben, und macht sie stärker und saugfähiger. Zellstoff wird im europäischen Raum überwiegend mit chlorarmen Verfahren gebleicht. Dennoch bleiben trotz Wäsche des Zellstoffs geringe Mengen halogenorganischer Verbindungen im Produkt zurück.

Allerdings wurde das von uns beauftragte Labor auch bei Einlagen fündig, die – wie uns die Drogeriemarktkette Dm mitteilte – ausschließlich chlorfrei ge-bleichte Baumwolle und Zellstoff für ihre Marke Jessa Nature einsetzt. Dass das Labor darin trotzdem halogenorganische Verbindungen nachgewiesen hat, geht offenbar auf unterschiedliche Testmethoden zurück: Die Gutachten zeigen, dass die von den Anbietern beauftragten Labore die Außenseiten der Einlagen, nicht aber deren Saugkern getestet haben – im Gegensatz zu dem Labor, das wir beauftragt haben.

Preise weitgehend stabil

Gute Nachricht: Eine Stichprobe bei Ultrabinden und Slipeinlagen aus unserem vorigen Test im März 2020 ergab, dass deren Preise seitdem weitgehend stabil geblieben sind. Mit Ausnahme einiger Eigenmarken, die damals am günstigsten waren: Ihre Slipeinlagen kosten inzwischen drei statt zwei Cent pro Stück.

TEST Wir haben getestet

So haben wir getestet

Wir haben 25 Ultrabinden und 29 Slipeinlagen eingekauft – jeweils in der Größe normal. Die meisten Ultrabinden haben Flügel für einen sichereren Sitz und kommen ohne Duft aus. Bei den Slipeinlagen wählten wir bevorzugt Varianten aus, die als atmungsaktiv oder luftdurchlässig beworben werden. Marken wie Natracare, Eco By Naty, Organyc und einige andere deklarieren Bio-Baumwolle. Im Labor haben wir alle Produkte auf problematische Substanzen analysieren lassen: etwa auf hautreizendes Formaldehyd, das als Nassverfestiger eingesetzt werden kann, auf halogenorganische Verbindungen, die über die Bleiche des Zellstoffs mit Chlorverbindungen ins Produkt gelangen können oder auf überflüssige optische Aufheller.

Ein Labor hat die Ultrabinden und Slipeinlagen in unserem Auftrag einem umfangreichen Praxistest unterzogen: Nehmen die Einlagen ausreichend Flüssigkeit auf – auch wenn die Praxisprüfer mithilfe einer dem Körper nachgebildeten Apparatur eine Belastung wie beim Gehen oder Sitzen simulieren? Halten die Produkte die aufgesaugte Flüssigkeit, sodass die Haut trocken bleibt? Schützen sie die Wäsche – oder laufen die Binden über oder sickern Tröpfchen durch die Slipeinlage? Machen die Einlagen Bewegungen mit und haften gut im Slip? Hinterlässt der Haftstreifen Rückstände beim Entfernen? Damenbinden und Slipeinlagen müssen in erster Linie funktionieren. Deshalb beruht das Gesamturteil auf der Praxisprüfung.