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TEST Universalzahncremes und Zahnputztabletten: Fluorid für alle Fälle


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ÖKO-TEST Jahrbuch - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 14.10.2021

TEST Universalzahncremes und Zahnputztabletten

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Das ist doch mal eine stattliche Auswahl für den nächsten Zahncreme-Kauf: 36 Pasten können wir mit der Bestnote „sehr gut“ empfehlen. Sie verzichten auf Problemstoffe und deklarieren die wichtigsten Infos. Für ein gutes Dutzend lief der Test weniger erfreulich, sie fallen mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch. Der Rest der insgesamt 58 Zahncremes landet im Mittelfeld. Als plastikfreie Alternative zur herkömmlichen Zahncreme bringen immer mehr Anbieter Zahnputztabletten auf den Markt. Wir haben erstmals drei Marken getestet. Fazit: Derzeit können wir diese Produktgruppe nicht empfehlen.

RATGEBER

▶ Zahncremes für Erwachsene sollten den wichtigsten Inhaltsstoff gegen Karies enthalten: Fluorid. Das tun alle Zahnpasten in unserem Test.

▶ Jugendliche und Kinder mit bleibenden Zähnen können die Zahncreme der Eltern mitbenutzen – wenn diese kein Zink enthält. ...

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▶ Jugendliche und Kinder mit bleibenden Zähnen können die Zahncreme der Eltern mitbenutzen – wenn diese kein Zink enthält.

▶ Für Kinder unter sechs Jahren empfehlen wir Kinderzahncremes. Wir haben aktuell 33 davon getestet (Seite 162).

Bleiben wir also vorerst bei den alten Bekannten: Universalzahncremes sollen vor allem dabei helfen, die Zähne ordentlich zu reinigen und sie vor Karies zu schützen. Beides hängt zwar maßgeblich von Motivation und Technik der Putzenden ab. Trotzdem steht und fällt solider Kariesschutz vor allem mit einem Inhaltsstoff: Fluorid. Es verbessert die Remineralisierung der Zähne, nachdem Bakterien sie mit Säure attackiert haben. Die Säure entsteht, wenn Bakterien Nahrung zersetzen, sie löst Mineralien aus dem Zahnschmelz. Fluorid hemmt zudem das Bakterienwachstum.

Alle Zahncremes in unserem Test enthalten Fluorid – und fast alle auch die von zahnärztlichen Fachgesellschaften empfohlene Menge für bleibende Zähne: zwischen 1.000 und 1.500 ppm. Das steht für „parts per million“, also Milligramm pro Kilogramm. Nur die Hydrophil Zahncreme Pure Mint mit Fluorid ist mit 500 ppm aus unserer Sicht zu schwach dosiert.

Mit den bleibenden Zähnen, also etwa ab dem sechsten Geburtstag, spricht nichts dagegen, dass ein Kind die Universalzahncreme der Eltern mitbenutzt – sofern diese kein Zink enthält. Zu viel Zink über längere Zeit kann das Immunsystem schwächen, und Kinder und Jugendliche überschreiten die empfohlene Menge schneller als Erwachsene. In Zahncremes wird Zink wegen seiner antibakteriellen Wirkung eingesetzt.

Aggressives Tensid, flüssiges Plastik

Einige Inhaltsstoffe der Zahncremes im Test sehen wir kritisch. So enthalten manche Pasten Natriumlaurylsulfat. Das ist ein schäumendes Tensid, also eine waschaktive Substanz. Wir kritisieren es, weil es relativ aggressiv zu Werke geht und die Schleimhäute reizen kann. Es steckt in 18 Zahncremes, dabei gibt es deutlich mildere Alternativen.

Eine zweite Stoffgruppe, die wir in Kosmetik abwerten, sind Polyethylenglykole (PEG) und verwandte Substanzen. Sie können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen und sind in 15 Pasten enthalten.

Kritisch sehen wir zudem synthetische Polymere. Sie stecken in vier Zahncremes. Dabei handelt es sich um flüssiges Plastik, das über das Abwasser in die Umwelt geraten kann. Wie genau es sich dort verhält, muss noch besser erforscht werden.

Was ist mit Aluminium und Titandioxid?

Beide Stoffe kommen in Zahncremes vor: Aluminium zum Beispiel als Alumina, um Schmutz von den Zähnen zu schmirgeln. Titandioxid wird als weißer Farbstoff eingesetzt, oft deklariert als CI 77891. Beide Stoffe können unter bestimmten Voraussetzungen der Gesundheit schaden. In diesem Test kritisieren wir sie jedoch nicht, weil wir sie in vorliegender Form als unproblematisch betrachten.

Titandioxid ist zwar als vermutlich krebserregend eingestuft. Das bezieht sich aber auf Fälle, in denen es als Nanomaterial in einatembaren Stäuben vorliegt. In Zahncremes besteht erstens keine Gefahr, dass Titandioxid eingeatmet wird. Und zweitens ist der Anteil an Nanopartikeln gering – das bestätigte unsere Stichproben-Untersuchung für diesen Test.

Und Aluminium? Zu viel davon über längere Zeit kann unter anderem das Hirn schädigen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnte 2019 in einer Stellungnahme: Insbesondere sogenannte Whitening-Zahncremes können viel Aluminium enthalten. Es soll dort für einen besonders starken Abrieb sorgen.

In diesem Test stecken Aluminiumverbindungen in sechs Zahncremes. Für sie geben wir Entwarnung: Eine bedenkliche Aufnahme an Aluminium ist bei normalem Gebrauch nicht zu erwarten, auch nicht für Kinder.

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Budnident Kräuter Zahncreme

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KOSMETIK & MODE TEST Universalzahncremes und Zahnputztabletten

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Blend-A-Med Complete Protect Expert Tiefenreinigung Procter & Gamble

Blend-A-Med Rundumschutz Extra Frisch Clean Procter & Gamble

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Sante Dental Med Zahncreme Vitamin B12

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GRN Dental Elements Zahnpasta Minze & Thermalwasser

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Hydrophil Zahncreme Pure Mint mit Fluorid

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Signal Bio Kariesschutz Unilever

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt und kein Zubehör enthält. 2) Enthält halogenorganische Verbindungen und Maltodextrin. 3) Ein geringer Fluoridgehalt von 500 bis < 1.000 ppm in Zahncremes. Weitere Mängel: Umkarton, der kein Glas schützt und kein Zubehör enthält. Zusatz eines Zinksalzes, aber kein Hinweis „nur für Erwachsene“. 4) Fluoridgehalt nicht deklariert. Ausreichende Kariesprophylaxe nur teilweise belegt. Weitere Mängel: Zahnputztabletten mit Fluorid in einer Konzentration von 1.000 bis 1.500 ppm, die nicht als ungeeignet für Kinder bis sechs Jahre gekennzeichnet sind oder den folgenden oder einen vergleichbaren Hinweis tragen: „Für Kinder bis 6 Jahre: Nur erbsengroße Menge benutzen. Zur Vermeidung übermäßigen Verschluckens Zähneputzen nur unter Aufsicht. Bei zusätzlicher Aufnahme von Fluorid den Zahnarzt oder Arzt befragen.“ PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. Laut Anbieter liegt der Fluoridgehalt aufgrund der Rohstoffreinheitsvarianz in einem Bereich von 1.426 bis 1.455 ppm. 5) Enthält Natriumlaurylsulfat. Weitere Mängel: Umkarton, der kein Glas schützt und kein Zubehör enthält. Zusatz eines Zinksalzes, aber kein Hinweis „nur für Erwachsene“. 6) Laut Anbieter wird das Produkt im Laufe des Jahres 2021 auf eine recycelbare Tube um-gestellt. 7) Weiterer Mangel: Umkarton, der kein Glas schützt und kein Zubehör enthält. Laut Anbieter wird das Produkt 2022 auf eine recyclebare Tube umgestellt. 8) Enthält Natriumlaurylsulfat. Weitere Mängel: Umkarton, der kein Glas schützt und kein Zubehör enthält. 9) Laut Anbieter erfolgt ab dem zweiten Quartal 2021 eine Umstellung der Verpackung auf ein dünneres HDPE-Laminat. 10) Enthält Natriumlaurylsulfat. 11) Enthält PEG/PEG-Derivate. Weiterer Mangel: Zusatz eines Zinksalzes, aber kein Hinweis „nur für Erwachsene“. 12) Enthält PEG/PEG-Derivate. Weitere Mängel: Umkarton, der kein Glas schützt und kein Zubehör enthält. Enthält synthetische Polymere. Laut Anbieter wird das Produkt 2022 auf eine recyclebare Tube umgestellt. 13) Laut Anbieter werden die Blend-A-Med-Zahnpasten ab April größtenteils in einer voll recyclingfähigen Tube ausgeliefert. 14) Enthält Natriumlaurylsulfat und PEG/PEG-Derivate. Laut Anbieter wird das Produkt im Laufe des Jahres 2021 auf eine recycelbare Tube umgestellt. 15) Ausreichende Kariesprophylaxe nur teilweise belegt. Weiterer Mangel: Zahnputztabletten mit Fluorid in einer Konzentration von 1.000 bis 1.500 ppm sind nicht als für Kinder bis 6 Jahre ungeeignet gekennzeichnet und deklarieren den vorgeschriebenen, aber für Tabletten ungeeigneten Hinweis: „Für Kinder bis 6 Jahre: Nur erbsengroße Menge benutzen.“ 16) Enthält Natriumlaurylsulfat und PEG/PEG-Derivate. 17) Enthält Natriumlaurylsulfat, PEG/PEG-Derivate. Weitere Mängel: Zusatz eines Zinksalzes, aber kein Hinweis „nur für Erwachsene“. Enthält synthetische Polymere. 18) Enthält Natriumlaurylsulfat und PEG/PEG-Derivate. Weiterer Mangel: Enthält synthetische Polymere. 19) Enthält Natriumlaurylsulfat und PEG/PEG-Derivate. Weitere Mängel: Umkarton, der kein Glas schützt und kein Zubehör enthält. Zusatz eines Zinksalzes, aber kein Hinweis „nur für Erwachsene“. 20) Enthält Natriumlaurylsulfat, PEG/PEG-Derivate, halogenorganische Verbindungen. 21) Ausreichende Kariesprophylaxe nur teilweise belegt.

Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.

Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) halogenorganische Verbindungen; b) Fluoridgehalt nicht deklariert; c) ein geringer Fluoridgehalt von 500 bis < 1.000 ppm in Zahncremes; d) Natriumlaurylsulfat; e) PEG/ PEG-Derivate; f) bei Zahnputztabletten: ausreichende Kariesprophylaxe durch Fluorid nur teilweise belegt. Zur Abwertung um eine Note führt: Maltodextrin.

Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um vier Noten: Zahnputztabletten enthalten Fluorid in einer Konzentration von 1.000 bis 1.500 ppm und sind nicht als für Kinder bis 6 Jahre ungeeignet gekennzeichnet und enthalten auch nicht den vorgeschriebenen, aber für Tabletten ungeeigneten Hinweis „Für Kinder bis 6 Jahre: Nur erbsengroße Menge benutzen. Zur Vermeidung übermäßigen Verschluckens Zähneputzen nur unter Aufsicht. Bei zusätzlicher Aufnahme von Fluorid den Zahnarzt oder Arzt befragen.“ Zur Abwertung um zwei Noten führen: synthetische Polymere (hier: Carbomer, PVM/MA Copolymer oder Silica Dimethyl Silyate). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung; b) ein Umkarton, der kein Glas schützt und kein Zubehör (z.B. Zahnbürste) enthält; c) Zusatz eines Zinksalzes, aber kein Hinweis „nur für Erwachsene“; d) Zahnputztabletten mit Fluorid in einer Konzentration von 1.000 bis 1.500 ppm sind nicht als für Kinder bis 6 Jahre ungeeignet gekennzeichnet und deklarieren den vorgeschriebenen, aber für Tabletten ungeeigneten Hinweis: „Für Kinder bis 6 Jahre: Nur erbsengroße Menge benutzen.“

Testmethoden, Glossar und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/J2110 Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Magazin 4/2021. Aktualisierung der Testergebnisse/ Angaben, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

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