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TEST Urea-Lotionen: Bindet Feuchtigkeit


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2021 vom 25.11.2021

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RATGEBER

1 16 Körperlotionen können wir mit „gut“ oder „sehr gut“ empfehlen. Vier davon sind parfumfrei : Wer zu Allergien neigt, wählt eine davon.

2 Cremes und Lotionen mit Harnstoff lieber nicht auf entzündeten, nässenden Hautarealen anwenden: Denn dort kann der Stoff brennen.

3 Damit die Haut im Winter weniger austrocknet hilft auch: Nicht zu lang, nicht zu heiß und nicht mit zu viel Seife duschen.

Haut ist nicht gleich Haut. Die Haut am Körper besitzt weniger Talgdrüsen als die im Gesicht und neigt deshalb eher zu Trockenheit. Gerade jetzt im Winter, wenn die Luft drinnen und draußen trockener ist und die Haut weniger Talg produziert, haben viele Menschen mit trockener Haut an Armen und Beinen zu kämpfen. Für solche Hautzustände haben sich Cremes mit dem Wirkstoff Urea bewährt. Denn Urea – zu deutsch Harnstoff – kann besonders gut Feuchtigkeit in der oberen Hautschicht binden und gilt ...

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... gleichzeitig als gut verträglich. Wir haben 20 Körperlotionen mit Urea geprüft und ins Labor geschickt. Einige davon sind als Basispflege bei Neurodermitis oder Schuppenflechte ausgelobt. Für mehr als drei Viertel der Lotionen gibt es grünes Licht: Fünf sind „gut“, elf sogar „sehr gut“. Am anderen Ende der Tabelle stehen aber auch vier Cremes, die aus unserer Sicht für trockene, gereizte oder gar kranke Haut ungeeignet sind. Zwei davon stammen sogar aus der Apotheke: die Produkte der Marken Eucerin und La Roche-Posay.

Urea-Gehalt meistens eingehalten

Unser Körper bildet Urea als Stoffwechselprodukt auch selbst: Neben Lipiden, abgestorbenen Hautschüppchen und anderen Substanzen ist Harnstoff ein Bestandteil der obersten Hautschicht – der so genannten Hautschutzbarriere. Auch über den Urin scheidet der Körper Harnstoff aus, weshalb Menschen sich früher zu dermatologischen Zwecken damit eingerieben haben.

Doch keine Angst: Längst wird Harnstoff für Kosmetik nicht mehr aus Pferdeurin gewonnen. Für alle Lotionen in unserem Test verwenden die Hersteller synthetisch produziertes Urea – ein weißes und geruchsneutrales Pulver. Die niedrigsten angegebenen Gehalte liegen bei fünf Prozent, die höchsten bei 15 Prozent, rund die Hälfte rangiert mit 10 Prozent dazwischen. Wir haben die Gehalte überprüfen lassen und dabei festgestellt: Nur eine Lotion enthält erheblich weniger Urea als sie vorgibt. Das Produkt von La Roche-Posay unterschreitet den auf der Verpackung ausgelobten Gehalt um 18 Prozent. Dafür ziehen wir eine Note ab. Wir meinen: Was draufsteht sollte auch drinsein.

„Nur eine der 20 Körperlotionen steckt in einer Flasche aus recyceltem Kunststoff. Da geht mehr!“

Dimitrij Rudenko ÖKO-TEST-Redakteur

Urea ab 10 Prozent löst Hautschuppen

Konzentrationen von drei bis fünf Prozent Urea gelten zur Feuchtigkeitsbindung in Cremes bereits als ausreichend. Zur Behandlung von Neurodermitis oder Psoriasis sind Urea-Gehalte über 10 Prozent üblich, da Harnstoff in diesen Konzentrationen Juckreiz stillen und eine schuppenablösende Wirkung erzielen kann.

In zertifizierter Naturkosmetik ist synthetisch hergestelltes Urea übrigens nicht erlaubt. Das ist auch der Grund, warum in diesem Test keine Lotion mit Naturkosmetik-Siegel dabei ist.

Gute Fette, schlechte Fette

Trockene Haut benötigt in aller Regel nicht nur eine Extraportion Feuchtigkeit. Um diese in der Haut festhalten zu können, braucht sie auch Fett. Die Lotionen in diesem Test enthalten Fette ganz unterschiedlichen Ursprungs: Mandelöl oder Sheabutter sind natürliche Bestandteile, die die Hersteller gerne prominent auf der Verpackung hervorheben. In einigen Cremes stecken aber auch Silikonöle oder aus Erdöl hergestellten Paraffine. Diese synthetischen Fette integrieren sich nicht so gut in die Hautschutzbarriere wie natürliche Öle. Und nicht nur aus diesem Grund sehen wir sie kritisch: Bei Paraffinen besteht zudem die Gefahr, dass sie Verunreinigungen aus dem Erdöl mitbringen. Tatsächlich ist das bei einem Produkt der Fall: Die Lotion der Marke Mixa ist mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) verunreinigt. Darunter können sich krebsverdächtige Verbindungen befinden.

WISSEN

Ist das noch Kosmetik?

„Medizinische Hautpflege“:

So steht es groß auf zahlreichen Verpackungen der Urea-Lotionen im Test. Das dürfte besonders Personen ansprechen, die sich medizinisch geprüfte Hilfe erhoffen. Etwa für quälende Hautzuständen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte . Doch unterliegen die Lotionen mit diesem Claim strengeren Vorgaben als andere Cremes? Klare Antwort: Nein.

Mit der Frage, was noch Kosmetik und was schon Arzneimittel ist, beschäftigen sich immer wieder Gerichte und gerade Urea-Cremes gehören zu den „Borderline“-Produkten, die diese Grenze gerne ausreizen. Das Landgericht Frankfurt urteilte 2014, dass „medizinische Hautpflege" für kosmetische Produkte stehe, nicht für Arzneimittel. Begründung: Wenn das Adjektiv „medizinisch“ in Zusammenhang mit „Hautpflege“ verwendet werde, schwingt der Bedeutungsschwerpunkt hin zum Kosmetikum.

Es darf für diese Produkte also die normale Kosmetik-Verordnung gelten. Mindest- oder Höchstgehalte für Harnstoff in Cremes sind dort nicht gesetzlich geregelt. Immerhin: Alle Lotionen im Test mit dem Claim enthalten mindestens 10 Prozent Urea.

Vom Fettgehalt und dem Lotions-Typ hängt es auch ab, wie die Haut den Harnstoff aufsaugt: Bei den wasserbetonten O/ W-Emulsionen zieht der Harnstoff besonders schnell ein, bei fettbetonten W/O-Typen dringt Urea dafür in tiefere Schichten der Hornhaut vor und der Effekt hält länger an. Leider verrät nur eine Lotion auf der Verpackung ihren Emulsionstyp: Die Eucerin Urea Repair Original 10 Prozent Urea Lotion ist eine W/O-Rezeptur.

Nichts für geplagte Haut

Körperlotionen mit hohen Urea-Konzentrationen werden häufig von Menschen mit Hautproblemen gekauft. PEG/PEG-Derivate, die die Haut durchlässiger machen können für Fremd-und Schadstoffe, bemängeln wir aus diesem Grund. Vertreter dieser Stoffgruppe stecken in den vier schlechtesten Lotionen im Test. In der Milch von La Roche-Posay wies das Labor zusätzlich halogenorganische Verbindungen nach.

Plastik innen, Plastik außen

Zahlreiche Bodylotions kassieren Abzüge für das Beimischen von synthetischen Polymeren, denn diese bauen sich in der Umwelt zum Teil nur schwer wieder ab.

Wir bewerten auch, wie viel Engagement die Anbieter in puncto ökologische Verpackung zeigen. Die verwendeten Plastikflaschen sollten wenigstens zu 30 Prozent aus recyceltem Material bestehen, so unsere Messlatte. Hier enttäuschen die Lotionen fast gänzlich. Dass es auch anders geht, zeigt eine einzige Ausnahme: Aldi füllt die Ombia Med Intensiv Körperlotion 10% Urea seit Juli 2021 in Flaschen aus 95 Prozent Rezyklat.

So haben wir getestet

Im Test finden sich 20 Körperlotionen mit Urea. Die Preise für 200 Milliliter reichten von 98 Cent bis 16,95 Euro.

Eingekauft haben wir vorzugsweise Produkte mit einem hohen Gehalt an Harnstoff. Auf 18 Produkten finden sich Harnstoffgehalte zwischen 5 und 15 Prozent deklariert, auf zwei Lotionen fehlt eine Angabe zum Gehalt . Im Labor ließen wir überprüfen, ob sich die deklarierten Gehalte im Produkt wiederfinden. Die beauftragten Labore untersuchten für uns auch, ob die eingesetzten Paraffine mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) verunreinigt sind und ob die Lotionen problematische Duftstoffe enthalten. Auch halogenorganische Verbindungen standen auf dem Prüfplan. Inhaltsstoffe wie PEG/PEG- Derivate, BHT oder Parabene checkten wir per Deklaration. So überprüften wir auch, ob die Lotionen ökologisch bedenkliche Silikone und synthetische Polymere enthalten.

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