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TEST VanEssa-Caddy: WENN MAN NUR WILL …


Camper Vans - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 20.12.2019

Manche behaupten felsenfest, dass Campervans mindestens VW-Bus-Größe haben müssen. Andere jedoch schwärmen von ihren Minicampern. Was meine ich nach einem Kurztrip im VanEssa-Caddy?


Artikelbild für den Artikel "TEST VanEssa-Caddy: WENN MAN NUR WILL …" aus der Ausgabe 1/2020 von Camper Vans. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Camper Vans, Ausgabe 1/2020

Einkaufen ist mit dem Caddy natürlich supereasy, sind die Parkplätze auch noch so eng oder die Tiefgarage niedrig. Platz für Vorräte ist reichlich.


Minicamper auf Hochdachkombi sind, vom Zelt mal abgesehen, der günstige Einstieg in die Campingwelt. Trotzdem wollen viele, die sich einmal auf das Abenteuer eingelassen haben und damit zurechtgekommen sind, nie wieder etwas anderes als ihren Caddy, Berlingo, Doblo, et cetera. ...

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... Gründe dafür gibt es viele: Hochdachkombis mit Ausbau sind zu 100 Prozent alltagstaugliche Fahrzeuge, mit denen man dennoch flexibel und spontan irgendwo übernachten oder einen Kaffee zubereiten kann. Platz dafür ist, mindestens so lange man zu zweit ist, ausreichend vorhanden. Zumal sich der ja fast grenzenlos ins Freie erweitern lässt. Mit den Minicampern lässt sich zudem einiges an Geld sparen, sowohl beim Kauf als auch im Unterhalt. Außerdem sind sie, was Fahrkomfort und Ausstattung angeht, meist eher Pkw als Nutzfahrzeug und dementsprechend angenehmer zu fahren. Mehr als genügend Gründe also, damit sich die CamperVans- Redaktion mal wieder mit dem Thema beschäftigt.

Wasser kommt aus einem Kanister, der 13 Liter fasst. Den Strom für die Tauchpumpe und auch die Kühlbox liefert die Starterbatterie des Caddys.


Arbeitsfläche bietet die Systemküche zu Genüge. Ist das Bett belegt, bleibt immer noch der Windschutz des Kochers, der gleichzeitig ein Schneidbrett ist.


Minicamper sind zu 100 % alltagstaugliche Fahrzeuge, dennoch kann man spontan irgendwo übernachten oder Kaffee kochen.


Gespült wird ebenfalls unter der Heckklappe. Auf dem Campingplatz kann man die Schüssel samt schmutzigem Geschirr aber auch entnehmen, um die örtlichen Einrichtungen zu nutzen.


Die Wahl fällt auf einen Caddy, der mit einem Ausbau von VanEssa ausgestattet ist. Das Unternehmen aus dem bayerischen Großhöhenrain setzt auf ein modulares Konzept: Im Heck befindet sich die Systemküche; gekocht, gespült und Zähne geputzt wird also, wie üblich bei Campern auf Hochdachkombi, unter der Heckklappe. Dazu kommt ein Schlafsystem, das darüber Platz findet. Die Module passen, beziehungsweise gibt es passend, für alle gängigen Fahrzeuge der Kategorie Hochdachkombi. Zur Montage werden die originalen Fixpunkte am Kofferraumboden genutzt – zusätzliche Befestigungspunkte oder gar Bohrungen, die in die Karosserie gesetzt werden müssen, sind nicht notwendig. Das Basisfahrzeug, ein Caddy 2K, ist zwar mittlerweile durch ein Facelift überholt, seine grundlegenden Eigen- schaften haben sich aber nicht verändert. Verglichen mit dem VW Bus sitzt man ähnlich aufrecht, jedoch spürbar weiter hinter der Vorderachse. Dadurch fährt sich der Caddy deutlich ähnlicher wie ein Pkw, er ist aber viel übersichtlicher. Den größten Unterschied zum T6.1 zeigt ein Blick in den VW-Konfigurator: Während der Caddy als Kombi ab 21.200 Euro bestellbar ist, kostet ein Transporter-Kombi ab 35.050 Euro. Noch günstiger, bereits ab 11.390 Euro, erhält man einen Hochdachkombi zum Beispiel bei Dacia, mit dem die VanEssa-Module ebenfalls kombinierbar sind. Kurz: Der Test-Caddy ist als Edition-Modell mit einigen Extras noch deutlich günstiger als ein nackter T6.1 Kombi, ebenfalls von VW. Punkt für den Hochdachkombi.

Macken könnten entstehen, wenn man öfters vergisst, den Aufsatz des Kartuschenkochers wieder umzudrehen. Er ist gleichzeitig Sicherheitsschalter: In Ruheposition rastet die Kartusche nicht ein.


Doch, auf dem Stellplatz angekommen, spielt sich das Leben erst einmal vor beziehungsweise hinter dem Fahrzeug ab – glücklicherweise spielt das Wetter mit. Die Dometic CF 35-Kompressorkühlbox der Systemküche im Heck kühlt den Einkauf. Mit einem Volumen von 31 Litern ist sie locker groß genug für meinen Kurztrip. Faltet man die Matratze nach vorne, steht die gesamte Fläche des 110 mal 81 Zentimeter großen Moduls als Arbeitsfläche zur Verfügung – davon kann man in den meisten Kastenwagen selbst mit Tisch nur träumen. Wenn das Bett belegt ist, dient der zusätzliche Windschutz für den Kocher als Schneidbrett. Gekocht wird dann auf einem Kartuschenkocher, der mit zwei Ersatzkartuschen in einer eigenen Schublade Platz findet. Um sie möglichst niedrig zu halten, muss der versenkte Rost des Kochers vor dem Benutzen gedreht und danach wieder zurückgedreht werden. Das wurde, zumindest von mir, anfangs gerne mal vergessen, wodurch unschöne Macken im Furnier entstehen könnten.

Kochen beschränkt sich zwar auf nur eine Flamme, geht ansonsten aber genauso gut wie in größeren Campern. Die Heckklappe und das multifunktionale Schneidbrett schützen vor der Witterung.


Von der Arbeitsfläche kann man in den meisten Kastenwagen nur träumen. Der Witterung ist man aber schon ausgesetzt.


Auf der linken Seite des Moduls befinden sich außerdem eine Besteckschublade und ein Spülbecken mit Wasserhahn. Der wird von einem 13-Liter-Kanister und, wie auch die Kühlbox, mit Strom aus der Starterbatterie des Caddys versorgt. Dank Trennrelais muss man sich allerdings kaum darum sorgen, dass das Fahrzeug nicht mehr anspringen könnte. Zur Sicherheit bietet VanEssa eine Anzeige für den Batterie-Ladezustand, für den Campingplatz ist außerdem ein Automatik-Ladegerät von CTEK verbaut. Auf der rechten Seite bietet die Systemküche Platz für allerhand Teller, Töpfe, Tassen, einen Kaffeekocher und Vorräte. Die beiden Schübe sind mit Anti-Rutschmatten ausgelegt, vom Geschirr ist beim Fahren nichts zu hören. Zusammen stehen hier circa 32 Liter Stauvolumen zur Verfügung. Das Möbel macht auch auf den zweiten Blick einen sauber verarbeiteten Eindruck, alle Spaltmaße sind perfekt, die Schübe verfügen über Soft-close und laufen auf hochwertigen Auszügen vom Qualitätshersteller Fulterer. Mittels Federblech oder Zylinderstift können sie fixiert werden.

Bekleidung findet dagegen in den originalen VWPacktaschen für die hinteren Seitenfenster Platz. Auch sie sind groß genug, um sich zu zweit mindestens zwei, drei Tage lang frisch einkleiden zu können – mit Merino- Wäsche natürlich entsprechend länger. Mehr Ausrüstung kann zwischen Küchenmodul und den Sitzen der zweiten Reihe verstaut werden. Wir fahren voll bestuhlt, die hintere Sitzreihe könnte allerdings in wenigen Minuten ausgebaut werden, dann entsteht richtig viel Stauraum.

Bewegungsfreiheit ist mit der hohen Variante der Systemküche gerade noch ausreichend vorhanden. Wer aufrechter sitzen will, nimmt das flachere Küchenmodul.



Das Leben unter der Heckklappe – es geht eben alles, und das überraschend bequem. Wenn man nur will!


Abends dreht das Wetter, ich ziehe in den Caddy. Unter der Heckklappe stehen ginge zwar, im Sitzen erwischt einen der leicht schräg fallende Schneeregen allerdings doch immer irgendwie. Das Schlafsystem ist schnell über die umgelegten Sitze geklappt. Inklusive der zehn Zentimeter starken Matratze stehen noch 68 Zentimeter bis zum Fahrzeugdach zur Verfügung. Hinlümmeln geht gut, auch zu zweit, hier müssen aber sicher die meisten Abstriche im Vergleich zum kompakten Campervan gemacht werden. Wer mehr Platz nach oben möchte, entscheidet sich für die zehn Zentimeter tiefere Version der Systemküche, die VanEssa anbietet – dann muss die hintere Sitzreihe des Caddys allerdings ausgebaut werden. Wegen des Heckküchen-Konzepts kommt man, einmal im Fahrzeug, außerdem an nichts mehr, was man dort verstaut hat. Die Heckklappe von innen öffnen geht wegen der Höhe des Bettes nicht. Außerdem fehlt mir – und das mag am Schmuddelwetter liegen, das inzwischen draußen herrscht – dieses kleine bisschen Bodenfläche, auf der ich meine Schuhe ausziehen kann, bevor ich auf dem Bett liege.

Besser also zum Caddy Maxi greifen? Dagegen spricht, dass der mit einer Länge von 4,88 Metern definitiv nicht mehr als kompakter Cityflitzer durchgeht. Und zum Schlafen reicht die Fläche im Fond des Standard- Caddys wieder völlig aus: 190 mal 116 Zentimeter misst die Liegefläche des VanEssa-Schlafsystems. Weil man auf einer echten Matratze statt auf einer umgeklappten Sitzbank mit nervigen Konturen liegt, schlafe ich besser als in so manchem Campingbus. Dass mir ein Lichtmodul fehlt, ist kein echter Kritikpunkt. Fahrer von Minicampern wissen sich mit Lichterketten und Akku- Laternen zu helfen. Es geht eben alles, und das überraschend bequem – wenn man nur will.

Geschlafen wird auf dem Bettensystem, das einfach über die Sitze im Fond geklappt werden kann. Wird kein Bett benötigt, ruht das Gestell auf der Systemküche. Durch die zweite, kürzere Klappe (Bild unten) können die vorderen Sitze auch mit installiertem Bett in bequemer Fahrposition bleiben.


Die VanEssa-Module

gibt es für alle gängigen Hochdachkombis, aber auch Mini- und Maxivans sowie Pick-ups. Alternativ zum getesteten Bettensystem gibt es eine Einzelbettlösung (Bild), die besonders für Sportler interessant sein dürfte. Für Vans sind unterschiedliche Schrankmöbel erhältlich. Systemküche und Bettensystem aus dem Test-Caddy kosten, inklusive Wunschfurnier, Spüle, Kocher und Kühlbox, 3.365 Euro. Dazu kommt weiteres Zubehör wie die Fenster-Verdunkelungsmatten oder Packtaschen. www.vanessa-mobilcamping.de