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TEST Vegane Sahne: Der bessere Blubb


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 17.11.2022
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RATGEBER

1 Wir empfehlen, besser zu Produkten ohne Zusätze wie Carrageen (E 407) oder Carboxymethylcellulose (E 466) zu greifen, die unter Verdacht stehen, Entzündungen im Darm auszulösen.

2 Lieber Hafer oder lieber Soja? Wenn Ihnen eine vegane Sahne in bestimmten Gerichten nicht optimal schmeckt, lohnt es sich auf jeden Fall, andere durch zu probieren.

3 Man kann Sahneersatz natürlich auch selbst herstellen. Rezepte dafür gibt es auf Seite 65.

D assind einmal richtig gute Nachrichten für Veganerinnen, Veganer und alle, die gern weniger Milchprodukte essen möchten: 13 der 19 getesteten fertigen Alternativen für tierische Sahne können wir mit der Bestnote „sehr gut“ empfehlen. Ob auf Basis von Hafer, Soja, Kokosmilch, Reis oder Linsen: In keiner einzigen veganen Sahne hat das von uns beauftragte Labor mehr als geringe Spuren von Schwermetallen oder Pestiziden gefunden. Auch Verunreinigungen mit ...

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... Mineralölbestandteilen waren – ganz anders etwa als in der Butter aus Kuhmilch – kein Problem (siehe Seite 32). In fünf Produkten kritisieren wir allerdings den Einsatz von Verdickungsmitteln oder Emulgatoren, die umstritten sind, weil sie möglicherweise Entzündungen im Darm fördern können. Und in einer veganen Sahne steckte das bedenkliche Pestizid Glyphosat.

Glyphosat im Edeka-Produkt

Die Edeka My Veggie Vegane Kochcreme, gekühlt ist das einzige Produkt im Test, in dem das beauftragte Labor überhaupt Pestizide nachgewiesen hat. Zwar nur in geringen Spuren, aber bei einer der zwei gefundenen Substanzen handelt es sich ausgerechnet um Glyphosat. Die Internationale Krebsagentur (IARC) hat das Spritzgift schon vor vielen Jahren als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ eingestuft. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) sieht keinen Krebsverdacht. Unabhängig von direkten Risiken für Menschen schädigt Glyphosat die Artenvielfalt und steht unter dem Verdacht, erheblich am dramatischen Rückgang der Insekten beteiligt zu sein – und das bisher meist ganz legal.

Der Hafer als Basis-Zutat der Edeka-Creme stammt aus Ländern der Europäischen Union. Die EU-Zulassung von Glyphosat sollte eigentlich jetzt am 15. Dezember endlich auslaufen. Zum Redaktionsschluss für dieses Heft war allerdings noch nicht klar, ob es dabei bleibt oder die Zulassung verlängert wird (siehe Kommentar auf Seite 156).

Umstrittene Zusätze

In den meisten Produkten setzen die Hersteller Verdickungsmittel beziehungsweise Stabilisatoren ein. Dagegen ist aus unserer Sicht erst einmal grundsätzlich nichts einzuwenden. Bei einigen der Zusätze meinen wir jedoch, es wäre besser, vorsichtshalber darauf zu verzichten. Dazu zählt Carrageen (E 407), das in gleich drei Produkten steckt. Es steht in Verdacht, Entzündungen im Darm auszulösen. Das gilt auch für Carboxymethylcellulose (E 466) in der konventionellen Schlagfix Universelle Schlagcreme. Der Verdacht geht jeweils auf Tierstudien zurück und betrifft auch Polysorbat 80. Das im Schlagfix-Produkt enthaltene Polysorbat 60 ähnelt strukturell Polysorbat 80. Aus unserer Sicht besteht noch Forschungsbedarf zur langfristigen Unbedenklichkeit für den Menschen.

„Ich sehe wirklich keinen guten Grund mehr, es anstelle der klimaschädlichen Sahne nicht mit den in unserem Test ,sehr guten‘ veganen Alternativen zu versuchen.“

Meike Rix ÖKO-TEST-Redakteurin

Schlimm, diese veganen Produkte wieder mit ihren vielen Zusatzstoffen? Ganz so einfach ist es nicht. So ist auch bei Sahne aus Kuhmilch der Einsatz von Carrageen eher der Normalfall. Er soll verhindern, dass sich das Fett oben sammelt, und den Schritt ersparen die Packung zu schütteln.

Aromenzusätze

Dreimal kritisieren wir Zusätze von „Aroma“ beziehungsweise nicht näher definiertem „natürlichen Aroma“. Woraus genau beides hergestellt wird, bleibt im Dunkeln, anders als etwa beim „natürlichen Kokosaroma“, das aus Kokosnüssen stammen muss.

Und der Geschmack?

Auf eine Sensorikprüfung haben wir verzichtet, weil es stark vom jeweiligen Gericht mit seinen sonstigen Zutaten und Gewürzen abhängt und zudem Geschmacksache ist, welche vegane Sahne überzeugt. So hat etwa Hafer als Grundzutat allgemein einen stärkeren Eigengeschmack als zum Beispiel Soja. Das kann ein Nachteil sein – oder egal, wenn er durch geschmacksintensive Zutaten übertönt wird. Oder man mag vielleicht gerade diesen Eigengeschmack ganz gern. Am besten einfach ausprobieren!

TEST Wir haben getestet

TIPPS

Können wir uns vegan noch leisten?

Weniger Auswirkungen Wir haben die Hersteller gebeten, uns auch die Preise von vor einem Jahr mitzuteilen: Bei einer konventionellen Marke ist der Preis um stolze 30 Prozent gestiegen. Viermal lagen die Preiserhöhungen zwischen acht und 14 Prozent, siebenmal bei null. Ein Produkt war neu, die anderen Hersteller antworten nicht. Insgesamt sind die Auswirkungen der Inflation hier aber wohl geringer als etwa bei Butter.

Nicht unbedingt teurer Vegane Sahne muss im Vergleich zu tierischer derzeit kein zusätzlicher Kostenfaktor sein. 200 Milliliter der veganen Sahne-Produkte im Test kosten (Stand November) zwischen 79 Cent und 1,59 Euro. Zum Vergleich: Eine Bio-Schlagsahne vom Discounter bekommt man derzeit für (plus-minus) 1,19 Euro, die konventionelle für (plus-minus) 99 Cent. Das sind natürlich Preisbeispiele, die Preise variieren von Markt zu Markt und von Produkt zu Produkt.

So haben wir getestet

Wir haben 19 Mal vegane Sahne eingekauft. 14 Produkte sind bio-zertifiziert. Bei vieren handelt es sich um Kühlregalware. Alle Produkte schickten wir in ein umfangreiches Screening auf Pestizidrückstände und giftige Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Arsen. Vegane Sahne auf Basis von Soja ließen wir in einem spezialisierten Labor auf gentechnisch veränderte Organismen prüfen. Zusätze wie Farbstoffe, Verdickungsmittel und Stabilisatoren müssen die Lebensmittelhersteller gesetzlich vorgeschrieben in ihren Zutatenlisten aufführen. Anhand dieser haben wir überprüft, ob aus unserer Sicht problematische Stoffe dabei sind. Aus den ebenfalls verpflichtenden Nährwertangaben konnten wir erschließen, dass sich sowohl die Zucker- als auch die Salzgehalte in einem vertretbaren Rahmen bewegen. Welcher Fettgehalt ideal ist, hängt davon ab, was man mit der Sahnealternative zubereiten möchte. Diese Werte führen wir als Info in der Tabelle auf. Zum Aufschlagen eignen sich die meisten Produkte im Test laut Herstellerangaben übrigens nicht oder kaum. Einige der Anbieter haben für diesen Zweck andere Produkte mit entsprechender Auslobung im Programm.