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TEST Vergleichsportale für Hausratversicherungen www.irrefuehrung.de


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 5/2012 vom 27.04.2012

Vergleichsrechner im Internet könnten helfen, die richtige Hausratversicherung zu finden. Leider geht es den meisten Anbietern darum nicht, wie unser Test zeigt.


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Testsieger & über 100 Tarife vergleichen & bis 63 % sparen“, wirbt das Vergleichsportal www.geld.de auf seiner Startseite für seinen Vergleich von Hausratversicherungen. Klickt man den Button „Jetzt vergleichen“ an, ist plötzlich nur noch von „mehr als 50 Tarife im Vergleich“ die Rede. Welche der schätzungsweise 100 Versicherungen, die in Deutschland mehrere Hundert Hausrattarife anbieten, im Vergleich berücksichtigt werden ...

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Testsieger & über 100 Tarife vergleichen & bis 63 % sparen“, wirbt das Vergleichsportal www.geld.de auf seiner Startseite für seinen Vergleich von Hausratversicherungen. Klickt man den Button „Jetzt vergleichen“ an, ist plötzlich nur noch von „mehr als 50 Tarife im Vergleich“ die Rede. Welche der schätzungsweise 100 Versicherungen, die in Deutschland mehrere Hundert Hausrattarife anbieten, im Vergleich berücksichtigt werden und welche nicht, bleibt im Dunkeln. Und wer sich die Mühe macht, zu ergründen, welche Testsieger wohl gemeint sein mögen, landet bei der Beschreibung eines Tests, den die Stiftung Warentest 2004 (!) durchgeführt hat.

Vollmundig wirbt auch www.check24.de: „Bis zu 77 % weniger Beitrag zahlen“ durch einen „umfassenden Marktvergleich“. Was damit gemeint ist, er- fährt man, wenn man sich die Liste der teilnehmenden Versicherungen ansieht. 66 Tarife von 28 Versicherern nennt Check24 „umfassend“, obwohl das Portal gleichzeitig 68 Assekuranzen auflistet, die nicht am Vergleich teilnehmen.

Große Versprechen, die nicht eingelöst werden, gehören zu den Merkmalen der Branche. Das wissen wir durch unsere Tests Wohngebäudeversicherungen und Baufinanzierung Anfang dieses Jahres. Daher haben wir jetzt Vergleichsportale für Hausratversicherungen unter die Lupe genommen.

Das Testergebnis

Unsäglich: Die Zahlen in den Tabellen sprechen für sich. 17 Vergleichsportale haben wir insgesamt untersucht – und sie küren acht unterschiedliche Tarife zum Sieger. Für 1blick liegt der Tarif XXL der Interrisk mit einem Preis von 79,45 Euro pro Jahr auf dem 1. Rang, über Bild wird der Standarl-uarif der Rhion mit 107,87 Euro als günstigster ausgewiesen. Das heißt, wer über Bild einen Vertrag abschließt, zahlt gut 28 Euro oder 35 Prozent zu viel. Daraus zu schließen, 1blick sei das Trüffelschwein, das immer den günstigsten Tarif findet, wäre allerdings fatal. Denn in einem zweiten von uns durchgerechneten Modellfall liegt der günstigste Preis bei 167 Euro im Jahr, während 1blick einen Tarif für 202 Euro zum Sieger kürt, das sind 35 Euro oder 21 Prozent mehr.
Unterschiedliche Preise für die gleichen Tarife. „Generell können wir einige Tarife besonders günstig anbieten, da wir mit vielen Versicherern Sondervereinbarungen getroffen haben“, schreibt uns Comfortplan zur Erklärung. Tatsächlich gewähren einige Versicherer bestimmten Portalen Rabatte, die diese im besten Fall an die Kunden weitergeben. Teils resultieren Preisdifferenzen jedoch schlicht aus Fehlern, auch bei Comfortplan. Das Portal hatte einen Tarif der Grundeigentümer Versicherung falsch berechnet. Die Preise der VHV sind bei vielen Portalen falsch. „Wir sind über die hohe Zahl der Abweichungen überrascht“, schreibt die Hannoveraner Versicherung. Dabei überprüft sie die Portale ihrerseits regelmäßig.
Ein schlimmer Verdacht. Uns war aufgefallen, dass ein Portal im Test für fast alle Tarife einen niedrigeren Preis ausweist als die anderen und die Versicherer selbst. Der Verdacht eines Konkurrenten: Hier werden bewusst zu niedrige Preise angegeben, damit die Kunden über das Portal einen Vertrag abschließen und eine Provision fällig wird. Das Problem: Die Versicherer verlangen von den Kunden immer den korrekten Preis. Doch erfahrungsgemäß macht sich kaum ein Kunde die Mühe, den Vertrag zu stornieren, wenn er die Unterlagen und die Mitteilung bekommt, dass der Preis höher als erwartet ist. Das Ganze klingt plausibel, ist aber nicht zu beweisen, daher können wir das verdächtigte Portal nicht nennen.
Wissentlich falsche Rankings: Wer über die Internetseite der Bild nach dem günstigsten Tarif sucht, landet bei Check24. Daher sollte es keine Unterschiede zwischen den Ergebnissen beider Seiten geben. Doch bei Bild fehlten in unserem Test gleich die drei Tarife, die Check24 auf seiner Seite als die günstigsten auswies. Um eine Erklärung dafür gebeten, schreibt uns Check24, dass es zum Zeitpunkt unseres Tests zwei Generationen des Tarifrechners gegeben habe. Die ältere, bei Bild noch installierte, führe zu anderen Ergebnissen und werde „in der nächsten Zeit“ aktualisiert. Auf die naheliegende Idee, den alten Rechner abzuschalten, weil damit den Kunden zu teure Policen angedreht werden, ist Check24 offenbar nicht gekommen. Immerhin sei der Kooperationspartner informiert worden. Doch den schwarzen Peter will sich Bild nicht zuschieben lassen und schreibt: „Wir möchten herausstellen, dass die Verantwortung über die Richtigkeit der Ergebnisse ausschließlich bei Check24 liegt.“
Viele Versicherungen fehlen: Die unterschiedlichen Ergebnisse kommen auch zustande, weil nicht alle Versicherungen bei allen Portalen berücksichtigt werden. Spannend ist die Frage, warum? Die am einfachsten zu akzeptierende Antwort lautet: Nicht alle Versicherer stellen jedem Portal die benötigten Daten zur Verfügung. Daneben machen mehrere Portale technische Schwierigkeiten geltend. So auch vergleichen-und-sparen. de. Das Portal wird von einem Versicherungsmakler betrieben und bezieht seine Daten von der Firma Innosystems. Als wir unseren Test durchführten, fehlten bei vergleichen-und-sparen fünf der zehn laut Innosystems günstigsten Tarife. Bei dreien habe es technische Probleme gegeben, erklärte vergleichen-und-sparen. Zwei weitere, sie stammen von der HUK-Coburg bzw. der HUK24, dürfe man nicht aufführen, weil man keinen Vermittlervertrag mit der Versicherung habe.
Es geht ums Geld: Ein Verbot gibt es nicht, sagt dagegen die HUK. Allerdings bekommt das Portal wegen des fehlenden Vermittlervertrages von der Versicherung kein Geld, wenn es Policen der HUK oder der HUK24 verkauft. Es geht also ums Geld, was vergleichen-undsparen auf nochmalige Nachfrage bestätigt: „Wir sind auf die Courtagen angewiesen“, schreibt Geschäftsführer Ralf Becker. „Daher ist es uns leider nicht möglich, alle Tarife zur Hausratversicherung in Deutschland abzubilden.“ Dagegen lebt Innosystems vom Ver- kauf der Daten, nicht von der Vermittlung der Versicherungen und ist daher an einem möglichst vollständigen Marktüberblick interessiert. Die Firma beliefert neben vergleichen-und-sparen auch Biallo und die Süddeutsche Zeitung. Bei beiden werden gleich eine ganze Reihe günstiger Anbieter nicht angezeigt. Ob die Gründe auch hier das Geld sind, wissen wir nicht, unsere Anfragen wurden nicht beantwortet.
Über Geld redet man ungern: Über die Höhe der Vermittlungsgebühr können wir nur spekulieren. Einen Anhaltspunkt liefert der Tarif XXL der Interrisk. Ihn gibt es als sogenannten Nettotarif, der nur beim Versicherer selbst abgeschlossen werden kann. Er kostet ohne die Courtage 79,45 bzw. 254,23 Euro in unserem zweiten Modellfall. Inklusive Maklergebühr sind es 105,54 und 334,51 Euro. Das heißt: Gut 30 Prozent eines Jahresbeitrags gehen an den Vermittler. Etwas anders läuft es auf den ersten Blick beim Spiegel und bei der Bild. Dort sind die Internetseiten, auf denen man die Vergleiche durchführen kann, mit „Anzeige“ überschrieben. Andererseits ist sowohl beim Spiegel und seinem Datenlieferanten Transparo wie auch bei Check24, das Bild beliefert, von „Partnern“ die Rede. Wir wollten daher wissen, wie die „Anzeigen“ vergütet werden: mit einem festen Betrag, nach Anzahl der Klicks oder nach Zahl der abgeschlossenen Verträge. Das könnte Hinweise darauf geben, wer Interesse an möglichst vielen Vertragsabschlüssen hat. Doch keiner der Beteiligten wollte darüber Auskunft geben.
Geheimniskrämerei macht misstrauisch: Dass Medien, die von anderen zu Recht Transparenz fordern, Intransparenz praktizieren, macht misstrauisch. Wir haben daher beim Spiegel zusätzlich einen Strompreisvergleich gemacht. Anzeigenkunde und Partner ist in diesem Fall Verivox, der Marktführer. Anders als bei Verivox direkt bekommt man beim Spiegel – sofern man die voreingestellten Parame- ter für den Vergleich nicht ändert – „nur Tarife mit Anmeldung im Tarifrechner“. Ausgeblendet werden damit alle, für die es keine Provision gibt. Die Verantwortung dafür übernimmt auf Nachfrage Verivox. Schuld sei die komplizierte Technik. Das müssen wir akzeptieren – doch zurück bleibt ein ungutes Gefühl.
Zu geringe Leistung: Unser Anforderungsprofil sah unter anderem eine Versicherungssumme von mindestens 75.000 Euro vor und für geklaute Fahrräder mindestens drei Prozent der Versicherungssumme, also 2.250 Euro. Trotzdem listeten Comfortplan, Ino24 und Monfinanzberatung den Economic-Tarif der Ammerländer, der höchstens 1.200 Euro zahlt. Einen Hinweis auf diese Leistungseinschränkung geben die Portale nicht, was zu bösen Überraschungen führen kann, wenn die Fahrräder tatsächlich plötzlich weg sind. Kein Einzelfall. Check24 weist den Schleswiger Basis-Tarif mit einer Versicherungssumme von nur 61.000 Euro aus, Financescout24 listet den Asstel Plus-Tarif, obwohl der laut Financescout24 nur 10.000 Euro für Wertsachen zahlt statt der von uns geforderten 15.000 Euro.
Fazit: Im November vergangenen Jahres haben wir Autoversicherungsportale getestet, im Januar 2012 Baufinanzierungsrechner, im Februar Portale für Wohngebäudeversicherungen. Die Ergebnisse waren jedes Mal ähnlich schlecht wie im aktuellen Test. Teilweise werden die Verbraucher gezielt getäuscht – es wird Zeit, dass der Gesetzgeber hier einen Riegel vorschiebt.

Anmerkungen: 1) Tarif mit Schadenfreiheitsrabatt. 2) Abweichende Preise, weil Versicherungssumme vom Portal mit 65.000 Euro festgelegt wird statt der gewünschten 75.000 Euro. 3) Nettotarif. 4) Tarif entspricht nicht den Anforderungen, da Versicherungssumme nur 70.000 Euro. 5) Tarif entspricht nicht den Anforderungen, da Fahrräder nur bis 2.000 Euro versichert sind.Die Testmethode finden Sie unter www.oekotest. de → Suchen → „M1205“ eingeben.Stand: Februar 2012.

Kosmetik & Mode

Oma-Model für Schwarzkopf
L’Oréal suchte 2011 ein neues Gesicht für ein neues Haarfärbeprodukt und lud auf Facebook zu einem Voting ein. Zum Liebling avancierte die 71-jährige Renate Gerdes. In die Endauswahl kam sie trotzdem nicht, weil die Jury sie nicht unter die letzten fünf wählte. Jetzt hat Henkel mit seiner Marke Schwarzkopf die Seniorin unter Vertrag genommen. In Yol-uube-Videos gibt Renate Gerdes Tipps für älteres Haar, berichtet von ihrem Leben und hat auf der Schwarzkopf-Homepage sogar eine eigene Seite. Über die L’Oréal-Episode schweigt man galant.

Tattoofarben strenger regeln
Der Bundesrat hat die Bundesregierung dazu aufgefordert, die bestehende Tätowiermittel-uerordnung zu überarbeiten. So sollen Hersteller nachweisen, dass ihre Produkte gesundheitlich unbedenklich sind. Darüber hinaus verlangen die Bundesländer eine Positivliste mit unbedenklichen Inhaltsstoffen. Weil die Verordnung bislang nur eine Liste beinhaltet, die bekannte gesundheitlich bedenkliche Substanzen verbietet, können immer noch ungeprüfte Stoffe verwendet werden, zum Beispiel Farbpigmente, die auch in Autolacken eingesetzt werden. ÖKO-TEST warnt bereits seit vielen Jahren vor der Gesundheitsgefahr durch krebserzeugende Stoffe, die sich aus Tattoofarben lösen können.

Rückruf für Ballerina
Wegen hochgiftigen Chromats wurden schwarze Damenballerina der Marke Buffalo zurückgerufen. Die inneren Sohlen der Schuhe enthalten die Substanz, die Allergien und Krebs auslösen kann und in Lederwaren verboten ist, die länger mit der Haut in Kontakt kommen. Laut Rapex, dem Schnellwarnsystem der Europäischen Union für gefährliche Konsumgüter, sind Schuhe der Größe 39 betroffen (Barcode 4044618600654 und 1716320505). Verbraucher, die diese Schuhe gekauft haben, sollten sie beim Händler entsorgen und ihr Geld zurückverlangen.

ÖKO-TEST rät

• Wer eine günstige Hausratversicherung sucht, kommt trotz der in unserem Test aufgezeigten Mängel nicht daran vorbei, sich bei mehreren Vergleichsportalen einen Überblick zu verschaffen.
• Akzeptieren Sie keinen höheren Preis als das Portal angegeben hat, sondern widerrufen Sie den Vertrag. Nur so erfahren Versicherungen von unlauteren Methoden.
• Makler sind nur eine Alternative, wenn sie sich verpflichten, auch Tarife zu berücksichtigen, für die sie keine Provision erhalten.
• Wichtiger als der Preis sind die Leistungen. Die Leistungsfilter sind bei den Portalen teils sehr grob. Leistungsstarke Tarife finden Sie in unserem Test auf Seite 68.

Woran Sie ein seriöses Portal erkennen?

■ Keine Werbung mit einem kostenlosen Vergleich, denn die Kosten (Maklerprovisionen) sind im Preis für die Police enthalten.
■ Bevor der Vergleich startet, informiert das Portal über am Vergleich teilnehmende und nicht teilnehmende Anbieter und über die Provisionen, die es für Vertragsabschlüsse erhält.
■ Es werden auch Tarife gelistet, die man nicht über das Portal abschließen kann, für die das Portal also keine Maklerprovision erhält.