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TEST Vibratoren und anderes Sexspielzeug: Einfuhrbeschränkung


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2012 vom 30.03.2012

Sex ist das Natürlichste der Welt. Und die Utensilien dazu mausern sich gerade zu echten Lifestyleobjekten. Die Auswahl an schicken Modellen ist groß. Doch man muss genau hinsehen, um ein Modell zu erwischen, das möglichst schadstofffrei für Hochgefühle sorgt.


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Foto: Ferran Traite Solar/istockphoto.com

Sexshops waren früher was für Typen, die sich dort mehr oder weniger heimlich verdrückten, ein bisschen in den Heftchen blätterten und vielleicht für zu Hause eine kleine Überraschung mitbrachten. Meistens fanden sich diese Etablissements in versteckten Seitengassen, an Bahnhöfen oder gleich im ...

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Sexshops waren früher was für Typen, die sich dort mehr oder weniger heimlich verdrückten, ein bisschen in den Heftchen blätterten und vielleicht für zu Hause eine kleine Überraschung mitbrachten. Meistens fanden sich diese Etablissements in versteckten Seitengassen, an Bahnhöfen oder gleich im Rotlichtviertel. Wer dort nicht gesehen werden wollte, bestellte über Versandkataloge – die heiße Ware wurde selbstverständlich „neutral verpackt“ zugestellt.

Doch die Zeiten ändern sich. Wer heute ein bisschen Schwung ins Liebesleben bringen will, kann dies durchaus mit Stil tun. In der exquisiten Wäscheabteilung der Galeries Lafayette in Berlin wird ganz selbstverständlich eine Auswahl an Vibratoren angeboten, das dazugehörige Gleitmittel steht gleich dabei. Das englische Label Agent Provocateur hat nicht nur dort, sondern auch im Kaufhaus Ludwig Beck am Münchener Marienplatz seit einiger Zeit seinen eigenen Laden, in dem zwischen Schlüpfern und BHs Puschel-Handschellen und diamantbesetzte Lederpeitschen angeboten werden. So hält langsam Einzug in die Kaufhauswarenwelt, was jahrelang nur in einigen ausgewählten Boutiquen zu bekommen und vor allem der Damenwelt vorbehalten war: schöne Wäsche, hochwertiges Sexspielzeug, gute Beratung.

Für große Konzerne wie Beate Uhse heißt das: umdenken. Die Zeiten, in denen man 80 Prozent des Umsatzes mit Filmen machte, sind vorbei. Dafür sind Sexspielzeuge inzwischen groß im Kommen. Schicke Modelle, deren Hersteller mit der Qualität des eingesetzten Materials werben und die auch ihren Preis haben. Dabei können es nicht nur Damen ordentlich brum- men lassen, sondern auch Paare. Und dementsprechend ändert sich auch das Publikum, das man heute im Sexshop antrifft.

Schon vor fünf Jahren prophezeite die Studie Sexstyles 2010, der Einkauf von Sexprodukten werde eine „Versinnlichung“ erleben. So setzt man inzwischen bei Beate Uhse auf Läden in attraktiven Citylagen, die heller, freundlicher gestaltet sind. Und im Eingangsbereich locken Dessous, die nicht nur für schöne Stunden oder den ein oder anderen großen Auftritt, sondern auch für einen Arbeitstag gemacht sind.

Wir haben 22 Sexspielzeuge eingekauft, darunter Vibratoren für Frauen und für Paare, Spielzeug für Männer sowie Liebeskugeln. Mit dabei sind viele edle, hochpreisige Modelle. Doch natürlich kauften wir auch günstigere Produkte ein, der Spaß geht ab 9,99 Euro los. Wir wollten wissen, wie schadstoffbelastet die Spielsachen sind.

Das Testergebnis

Augen auf im Verkehr! Auch wenn man nur alleine unterwegs ist. Die Hälfte der Gerätschaften hat es derart in sich, dass wir davon abraten müssen. Rundum zu empfeh-len sind nur zwei Produkte. Bei zwei weiteren sind die wesentlichen Teile, um die es bei einem Vibrator geht, sauber, doch Schadstoffe im Geräteinnern und Zubehör ziehen das Gesamturteil nach unten.
Hochpreisig – und hoch belastet. Inzwischen setzen viele Hersteller auf Silikon statt der billigen, aber problematischen Kombination aus PVC und (Phthalat)-Weichmachern. Doch leider ist auch das keine Garantie dafür, dass die Spielsachen schadstofffrei sind. Die edlen Designervibratoren Je Joue MiMi, Lelo Tiani, We Vibe 3, Dorcel Genius Secret Vibe sowie der Masturbator Tenga 3D Sculpted Ecstasy Spiral scheitern an ihrem hohen Gehalt an Dibutylzinn (DBT). Diese zinnorganische Verbindung ist inzwischen in Verbraucherprodukten verboten, wenn sie einen Gehalt von 0,1 Prozent Zinn übersteigt. Das heißt: Noch immer sind hohe Gehalte erlaubt. Wir sind hier nicht so großzügig bei einer Substanz, die als fortpflanzungsgefährdend und fruchtschädigend eingestuft ist. DBT wird bei der Silikonherstellung als Katalysator eingesetzt – obwohl es längst harmlosere Alterna-tiven gibt. Die Hersteller etlicher Silikonspielsachen im Test treten den Beweis an, dass es auch besser geht.
PAK allüberall. In allen Modellen wiesen die Labore polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) nach. Die Stoffgruppe umfasst Hunderte Verbindungen, von denen wir 25 analysieren lassen, nämlich jene, die im Fokus der EU-Behörden, der WHO und der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde stehen. PAK sind inzwischen allgegenwärtig, ein Problem, da etliche Vertreter als krebserregend eingestuft sind. Bei 17 von 22 Produkten müssen wir erhöhte Gehalte abwerten. Besonders stark belastet ist der Adam & Eve Rechargeable Magic Massager 2.0, der knapp 15 Milligramm pro Kilogramm PAK enthält. Das ist keine Verunreinigung, sondern eine Schweinerei.
Weichteile voller Schadstoffe. Der Delta Vibrator Penetrating Pleasures besteht zu einem Viertel aus dem Phthalat DEHP, das bereits ab einem Gehalt von 0,1 Prozent in Spielsachen für Kinder verboten ist. In Spielsachen für Erwachsene gibt’s keine Beschränkungen. Bei uns schneidet der rosa Riese „ungenügend“ ab. Die Weichteile des 16 Functions Rabbit Super Vibe verdanken ihre Elastizität dem Tere phthalat DEHT, das als weniger bedenklich als Phthalate gilt, über das man aber bisher noch nicht allzu viel weiß. Auch wenn der Rabbit unter Fans der TV-Serie Sex-andthe- City Kultstatus genießt, weil die Galeristin Charlotte dank ihm gar nicht mehr das Bett verlassen wollte: Besser man sucht sich einen anderen Gespielen.


Schade: Auch die ganz besonders edlen Teile fallen durch


Belastete Latexprodukte. Bei der Herstellung von Pro - dukten aus Natur- oder Kunstkautschuk können beim Vulkanisieren Nitrosamine und nitrosierbare Amine entstehen. Nitrosamine können schon in kleinsten Mengen krebsauslösend sein – nitrosierbare Amine können inNitrosamine umgewandelt werden. In den zwei Latexprodukten im Test, den Latex- Coated Orgasam Balls sowie dem Fantasy Joy-Lover Master Of Seduction stecken Gehalte, die in Babyspielzeug und Schnullern weit über den gesetzlichen Grenzwerten liegen würden. In Sexspielzeug sind sie völlig legal – wir werten dennoch streng ab. Ein zweites Problem sind die in beiden Produkten enthaltenen Latexproteine. Sie können Allergien auslösen.
Brrr …Magnetfelder durch Vibratoren? Wo Strom fließt, entstehen magnetische Felder. Das ist beim Vibrator nicht anders als bei einer Hochspannungsleitung, dem Föhn oder Rasierapparat. Haartrockner und Rasierer machen auch starke Felder, werden allerdings üblicherweise von außen angewendet. Was den Föhn angeht: Durch die Entfernung von zwanzig, dreißig Zentimetern zum Kopf kommt nur ein Bruchteil der Magnetfelder am Körper an. Rasierapparate sind schon viel näher dran. Und Vibratoren? Wir haben exemplarisch sieben Modelle auf ihre Feldstärke untersuchen lassen. Ein Vibrator kam auf 500 Nanotesla, andere auf bis zu 35.000 Nanotesla. Manche Geräte sind so konstruiert, dass man den Motor mit einführt, bei anderen bleibt der Elektrosmogverursacher draußen. Niederfrequente Magnetfelder sind nicht zu unterschätzen: die TCO-Computernorm zieht die Grenze bei 200 Nanotesla, die WHO sieht ab 300 Nanotesla im Wohn- und Arbeitsumfeld einen Zusammenhang zwischen Magnetfeldern und Krebs, an erster Stelle Kinderleukämie, viele Studien unterstützen das. Doch muss man wissen: Hier handelt es sich um Dauerbelastungen. Das ist kein Vergleich zum kurzen Einsatz eines Vibrators.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 124.
Anmerkungen: 1) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. 2) PVC/ PVDC/chlorierte Kunststoffe im Kabel / Netzteil / im Geräteinneren. 3) Bromierte Flammschutzmittel auf der Platine. 4) Ersatzweichmacher DiNCH, ATBC, TXIB. 5) Phthalat-Weichmacher DEHP. 6) Ersatzweichmacher DEHT. 7) PAK erhöht (Analplug), DBT stark erhöht (Analplug und Vibrator), weitere zinnorganische Verbindungen erhöht (Vibrator). 8) Quecksilber im Label auf dem Induktionskontakt des Netzteils. 9) Bromierte Flammschutzmittel und Antimon im Geräteinnern. 10) Blei in der Batteriepackfolie im Geräteinnern. 11) Laut Anbieter handelt es sich bei dem Produkt um ein Auslaufmodell. Das Nachfolgemodell Joyballs Secret sei seit Herbst 2011 auf dem Markt. 12) Laut Anbieter wurde das Produkt inzwischen „aus allen Vertriebskanälen genommen“.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils vier Noten: a) mehr als 10.000 mg/kg des in Babyartikeln und Kinderspielzeug verbotenen Phthalats Diethylhexylphthalat (DEHP); b) ein stark erhöhter Gehalt von mehr als 250 μg/kg Dibutylzinn; c) ein stark erhöhter Gehalt von in der Summe mehr als 1.000 μg/kg PAK-Einzelverbindungen; d) ein stark erhöhter Gehalt von mehr als 1,1 mg/kg nitrosierbare Amine. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein erhöhter Gehalt von mehr als 25 bis 250 μg/kg Dibutylzinn und/oder Tributylzinn und/ oder mehr als 250 bis 2.500 μg/kg andere zinnorganische Verbindungen, falls nicht bereits wegen stark erhöhten Gehaltes um vier Noten abgewertet worden ist; b) ein erhöhter Gehalt von mehr als 0,2 mg/kg nitrosierbare Amine; c) ein erhöhter Gehalt von mehr als 100 μg/kg einer oder mehrerer PAK-Einzelverbindungen, so weit sie sich nicht auf mehr als 1.000 μg/kg addieren; d) mehr als 50 μg/g Latexproteine. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe im Produkt; b) mehr als 1.000 mg/kg Ersatzweichmacher (DiNCH, ATBC, TXIB, DEHT). Unter Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: Quecksilber im Zubehör. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe im Kabel / Netzteil / im Geräteinneren und/oder in der Verpackung. b) Bromierte Flammschutzmittel und/oder Antimon auf der Platine / im Geräteinnern. c) Blei in der Batteriepackfolie im Geräteinnern. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ausfällt, verschlechtert das Testergebnis Inhaltsstoffe um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ausfällt, verschlechtert das Testergebnis Inhaltsstoffe um zwei Noten.
Einkauf der Testprodukte: November bis Dezember 2011.
Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „M1204“ eingeben.

Was darf´s sein?

Vibratoren
…brummen nach dem Durex Global Sex Survey in jedem fünften Haushalt. Sie können optisch ihren natürlichen Vorbildern nacheifern, müssen aber nicht. Klassischerweise sind Vibratoren Frauensache – Doppelvibratoren wie der Tantus Feeldoe können gleich zwei Damen glücklich machen, die Paarvibratoren We Vibe 3 und Lelo Tiani sind so konstruiert, dass sowohl er wie sie beim Sex was davon haben, und das liegt nicht nur an der Fernbedienung.

Masturbatoren
Männer, denen ihre Hand nicht reicht, schätzen die Miniausgabe einer „Seemannsbraut“. Masturbatoren beschränken sich auf das Wesentliche. Die klassische Lustmuschi ist ästhetisch durchaus als zweifelhaft zu bezeichnen, doch inzwischen kann man auch stilvoll zu Werke gehen, etwa mit den Modellen von Tenga, denen ihre wahre Bestimmung nicht anzusehen ist.

Analtoys
Vibratoren für den Mann stimulieren die Prostata – den GPunkt des Mannes. Allerdings muss das Hintertürchen an die Sache gewöhnt werden. An Gleitgel sollte man nicht sparen, um sich nicht aus Versehen zu verletzen.

Penisringe
…gibt es sowohl in weichen als auch härteren Materialien. An der Peniswurzel angebracht, können sie dafür sorgen, dass die Erektion länger hält. Von vibrierenden oder genoppten Modellen können alle Beteiligten profitieren.

Liebeskugeln
…werden in die Scheide eingeführt. In jeder der zwei Kugeln steckt eine kleinere Kugel, die durch Bewegungen in Schwingungen versetzt wird. Das sorgt für wohlige Gefühle, auf lange Sicht hat’s der Nebeneffekt in sich: Frau spannt automatisch die Beckenbodenmuskulatur an. Das kann durch mehr Freude beim Sex auszahlen und ist ein gutes Training nach einer Schwangerschaft.

So haben wir getestet

Der Einkauf
Im Test sind 22 Sexspielzeuge, darunter 13 Vibratoren – sowohl Ein-Frau- als auch Paar-Modelle. Auch zwei Liebeskugelvarianten wurden getestet. Für Männer haben wir zwei Prostatavibratoren eingekauft, einen Masturbator sowie einen vibrierenden Penisring.

Die Inhaltsstoffe
Vibratoren müssen zwar nicht aussehen wie ihr natürliches Vorbild, doch anfühlen soll sich’s doch so ähnlich. Wer günstig produzieren möchte, versucht’s mit PVC in Kombination mit Weichmachern. Teurer wird’s mit Silikon. Wir ließen im Labor prüfen, wo PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe verarbeitet wurden. Darüber hinaus durchliefen alle Produkte ein Screening auf problematische Stoffe, die als Stabilisatoren, antibakterielle Wirkstoffe oder Flammschutzmittel in Kunststoffen zum Einsatz kommen können. Getestet wurde auch auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die meist da, wo Kunststoffe sind, nicht weit sind, sowie auf zinnorganische Verbindungen, die bisher bei Vibratortests immer ein Problem waren. Untersucht wurde übrigens immer das Teil, das eingeführt wird oder sonstigen Körperkontakt hat. PVC/ PVDC/chlorierte Kunststoffe und Schwermetalle hingegen wurden in allen Teilen, auch den Netzteilen, gesucht.

Den Praxistest …
…müssen Sie selbst machen. Manche Anwender sind genervt von lautstarken Motoren, andere nehmen das gerne für ordentliche Gegenleistung in Kauf.

Die Bewertung
Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe gibt es Abzüge für all jene Stoffe, die potenziell Körperkontakt haben. Für die Umwelt problematische Stoffe wie Schwermetalle, PVC/PVDC/ chlorierte Kunststoffe und bromierte Flammschutzmittel werten wir unter Weitere Mängel ab, was sich wiederum auf das Test ergebnis Inhaltsstoffe niederschlägt.

Der Experte Höchstmögliche Standards in sensiblen Bereichen

Dr. Rüdiger Baunemann, Geschäftsführer des Kunststofferzeugerverbandes Plastics Europe


„In Kunststoffanwendungen mit Lebensmittelkontakt ist der Einsatz von Dibutylzinn als Katalysator für Silikone nicht zulässig. Solch hohe Standards sollten in allen sensiblen Bereichen angewendet werden – und dazu zählt auch Sexspielzeug.“

ÖKO-TEST rät

• In unserem Test war nur das Silikonmaterial des Mae B. Lovetoys sowie des Vibrators Fun Factory Calla schadstofffrei. Ansonsten können wir die Spielsachen aus hartem Kunststoff empfehlen.

• Ein bisschen Spaß muss sein. Aber bitte ohne Phthalat- Weichmacher, ohne krebserzeugende nitrosierbare Stoffe in Latex, ohne Zinnorganikkeulen. So schade es ist: Wegschmeißen oder reklamieren! Es gibt Alternativen, die auch glücklich machen.

• Sexspielsachen variieren stark, was Funktionsweise, Größe, Vibrationsstärke angeht. Eine fachkundige Beratung lohnt sich. Denn wenn man nach dem ersten Mal feststellt, dass es nicht das Richtige ist, ist es zu spät. Zurückgeben geht nicht!