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TEST: VOLLFORMAT MIT KONKURRENZ


fotoMAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 100/2018 vom 21.09.2018

Rund fünf Jahre nach Sony und drei Jahre nach Leica steigen nun auch die großen Spiegelreflex-Hersteller in das spiegellose Vollformat ein. Wir vergleichen die aktuellen Kameras und geben Kauftipps.


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FOTOS: © HERSTELLER

Vor knapp fünf Jahren, im Oktober 2013, stellte Sony mit den Schwestermodellen Alpha 7 und 7R die ersten modernen spiegellosen Wechselobjektivkameras mit kleinbildgroßen Vollformatsensoren vor. Im Juli 2014 folgte mit der Alpha 7S das dritte Modell der ersten Generation. Die 7 ohne Zusatz steht dabei für die vergleichsweise preiswerten und universellen Kameras (auch in der dritten ...

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Vor knapp fünf Jahren, im Oktober 2013, stellte Sony mit den Schwestermodellen Alpha 7 und 7R die ersten modernen spiegellosen Wechselobjektivkameras mit kleinbildgroßen Vollformatsensoren vor. Im Juli 2014 folgte mit der Alpha 7S das dritte Modell der ersten Generation. Die 7 ohne Zusatz steht dabei für die vergleichsweise preiswerten und universellen Kameras (auch in der dritten Generation mit 24 Megapixeln), die Alpha 7R für hohe Auflösung (in der ersten Generation 36, in der zweiten und dritten 42 Megapixel) und die 7S für besondere Lowlight-Fähigkeiten (12 Megapixel, große Pixel). Im Juli 2017 erweiterte Sony dann sein Vollformat-Angebot um die Alpha 9, die erste auf Sportfotografen ausgerichtete spiegellose Vollformatkamera. Konkurrenz bekam Sony im Oktober 2015 durch die Leica SL, die aber keine mit den Sony-Modellen vergleichbare Verkaufszahlen erreichte. Mit Canon und Nikon steigen jetzt auch die großen SLR-Hersteller in den spiegellosen Vollformat-Markt ein. Wir vergleichen die aktuellen Modelle, wobei wir die erste Sony-Generation, die immer noch erhältlich aber technisch überholt ist, außen vor gelassen haben. Die Informationen zur Canon-Kamera kamen leider so spät, dass wir sie in diesem Artikel nicht mehr berücksichtigen konnten, die wichtigsten Informationen hierzu finden Sie aber auf Seite 66/67.Leica SL
Im Oktober 2015 stellte Leica die SL (Typ 601) mit 24-Megapixel-Sensor vor. Die Kamera präsentierte sich überraschend modern mit Touchscreen, schnellem Autofokus inklusive Augenerkennung, 11 Bildern/s und lautlosem elektronischen Verschluss. In einigen Bereichen setzt sie bis heute Maßstäbe: So ist sie die einzige spiegellose Vollformat-Kamera, die Cinema-4K mit 4096 x 2160 Pixel aufnimmt (statt 3840 x 2160 Pixel) und hat den am höchsten auflösenden und sehr großen Sucher (4,4 Millionen Bildpunkte, 0,8fache „Vergrößerung“). Serien mit 11 Bildern/s sind im Vollformat ebenfalls hervorragend (nur die Alpha 9 ist schneller), allerdings führt die Kamera den AF nur bei 6 B/s nach, was daran liegen dürfte, dass ein reiner Kontrast-AF statt des sonst üblichen Hybrid-AF mit Phasen-Detektions-Pixeln zum Einsatz kommt. Außerdem ist der Pufferspeicher etwas knapp bemessen und reicht bei der Spitzengeschwindigkeit nur für 13 Aufnahmen in Folge. Eine Besonderheit ist das integrierte GPS-Modul. Nicht ganz überzeugen konnte uns im Test die JPEG-Bildqualität: Die im Labor gemessene Auflösung ist – mit Ausnahme der 12-Megapixel-Kamera Alpha 7S II – die niedrigste im Testfeld und das Rauschen fällt ab ISO 1600 deutlich höher aus als bei der Konkurrenz. Dass die Leica SL keine großen Marktanteile erobern konnte, dürfte außerdem am Preis (5900 Euro, der mit Abstand höchste im Testfeld) und an der im Vergleich zu Sony mageren Objektivauswahl liegen (fünf Festbrennweiten, drei Zooms).Nikon Z 6 und Z 7
Die beiden neuen Nikon-Kameras stellen wir ausführlich auf den Seiten 58 bis 63 vor. An dieser Stelle gehen wir deshalb nur kurz auf die wichtigsten Unterschiede zu den Sony Alpha-Modellen ein. Positiv fällt die etwas bessere Ergonomie auf. Das gilt vor allem für den Griff, das Statusdisplay und den größeren Monitor mit besser implementiertem Touchscreen. Auch die Qualität der Sucher der Z 6 und Z 7 liegt noch etwas über dem sehr guten Niveau der Alpha 9 und 7R III; im direkten Duell der etwa preisgleichen Z 6 mit der Alpha 7 III liegt Nikon bei der Sucherauflösung sogar deutlich vorne (3,7 statt 2,4 Millionen Punkte). Pluspunkte gibt es außerdem für den integrierten Raw-Konverter, Intervallaufnahmen, Zeitraffervideos und Mehrfachbelichtungen. Sony hat Nikon dagegen den sehr guten Augen-AF und bei den Modellen der dritten Generation die zwei Speicherkartenlaufwerke und die längere Akkulaufzeit voraus. Außerdem kann der Sony Fotograf – ohne Adapter – auf deutlich mehr Objektive zurückgreifen (25 plus Fremdhersteller). Da wir die Nikon-Modelle noch nicht im Labor testen konnten, muss sich noch zeigen, wer bei Bildqualität und Autofokus die Nase vorn hat.

Die spiegellose Bauweise ermöglicht einen einfacheren Kameraaufbau mit weniger mechanischen Bauteilen als bei einer Spiegelreflexkamera.


Nikon Z 7: Das Objektiv rückt sehr nahe an den Sensor heran, das Bajonett ist außergewöhnlich groß.


FOTO: © NIKON

Die Bedienung hat Sony in der dritten Generation verbessert: Die Alpha 7 III (unten) hat der Alpha 7 II (oben) den AF-Joystick, die AF-on-Taste und den Touchscreen voraus.


FOTOS: © SONY

Sony Alpha 7 II und III
Die Alpha 7 III ist die neuste Sonl-uystemkamera (Markteinführung April 2018) und hat gegenüber ihrer gut drei Jahre älteren Schwester Alpha 7 II deutlich hinzugewonnen. Wie bei allen Modellen der dritten Generation und der Alpha 9 hat Sony die Ergonomie durch einen größeren Griff, eine AF-ol-uaste und einen Joystick verbessert. Das Autofokus-Messfeld lässt sich außerdem über den neuen Touchscreen wählen, der allerdings nicht zur Menü-Navigation genutzt werden kann. Minimal größer geworden ist der Sucher. Doch auch bei den inneren Werten gibt es deutlich Fortschritte. Neben den im Kasten unten für alle Modelle der dritten Generation aufgeführten Neuerungen sind dies:
• Der 24-Megapixel-Sensor kann nun dank BSI-Bauweise etwas mehr Licht einfangen.
• Der hervorragende Autofokus mit 693 Phasen-Detektions-Pixeln wurde von der Sport-Kamera Alpha 9 übernommen.
• Die Augenerkennung hat Sony um eine Schärfenachführung erweitert.
• Das lautlose Auslösen ist möglich.
• Die Videoauflösung wurde von Full-uD auf 4K erhöht.
• Die Effektivität des Bildstabilisators hat sich von 4,5 auf 5 Blendenstufen verbessert (Angaben nach CIPA-Standard).
• Die Akkulaufzeit hat Sony signifikant von 270 auf 610 Aufnahmen (mit Sucher) erhöht.

Den 5-Achsen-Bildstabilisator gibt es bei Sony seit der zweiten Generation.


BILD: © SONY

DIE GENERATIONENFRAGE BEI SONY

Die erste Alpha-7-Generation kam 2013/14 auf den Markt. Unsere Übersicht zeigt, was sich seitdem bei allen Modellen der zweiten und dritten Generation geändert hat.

Neu in der zweiten Generation
• 5-Achsen-Bildstabilisator im Gehäuse
• Ergonomie (größerer Griff, besser positionierter Auslöser)

Neu in der dritten Generation
• Ergonomie (größerer Griff, AF-on-Taste, Joystick, Touchscreen)
• USB 3.1 und USB-C statt 2.0
• Hybrid Log Gamma (HLG) für den HDR-Workflow
• Zwei statt ein Speicherkartenlaufwerk (davon 1x UHS II)
• Bluetooth als Erweiterung von Wi-Fi
• 10 statt 5 Bilder/s
• Längere Akkulaufzeit
• Keine PlayMemories-Apps mehr

Es gibt allerdings auch einige kleinere Nachteile. So löst der Monitor 921.600 statt 1,228 Millionen Punkte auf; ein Unterschied, den man allerdings kaum sieht. Weggelassen hat Sony – wie bei allen neueren Kameras – die Möglichkeit, die Funktionalität durch PlayMemoriel-upps zu erweitern. Damit fehlen ihr Funktionen, die bei anderen Herstellern zum Standard gehören, beispielsweise Zeitrafferaufnahmen, Mehrfachbelichtungen oder die Möglichkeit, Bilder bereits in der Kamera zu bearbeiten. Trotz der zahlreichen Verbesserungen in der dritten Generation bleibt auch die Alpha 7 II eine interessante Kamera, da sie mit einem Straßenpreis von 1200 Euro – etwas mehr als die Hälfte der Alpha 7 III – zu den preiswertesten Vollformatkameras zählt (nur die Alpha 7 der ersten Generation ist mit ca. 750 Euro Straßenpreis noch günstiger zu haben).

Sony Alpha 7R II und III

Während die Alpha 7 III eine hervorragende Allround-Kamera ist, die eine sehr gute Bildqualität mit hoher Geschwindigkeit kombiniert, wurde die Alpha 7RSerie auf die beste Bildqualität getrimmt, speziell auf eine sehr hohe Auflösung – neben der hohen Pixelzahl trägt hierzu auch bei, dass Sony das dämpfenden Tiefpassfilter weggelassen hat. Bedenken sollte man dabei, dass die hohe Sensorauflösung auch nach entsprechend hochwertigen Objektiven verlangt. Sind diese vorhanden, so erreicht die Alpha 7R III in unserem Test die beste Bildqualität aller je getesteten Kameras (gleichauf mit Fujis Mittelformatkamera GFX 50s). Dass die Bildqualität trotz des identischen Bildsensor noch minimal besser ist als bei der Vorgängerin Alpha 7R II liegt vor allem daran, dass wir einen Pluspunkt für den neuen Pixel-Shift-Modus vergeben haben, der die Auflösung noch etwas steigert (siehe Test in fM 8/18). Davon abgesehen bekommt man mit der Alpha 7R II für 1000 Euro weniger die gleiche hervorragende Bildqualität des 42,4-Megapixel-Sensors. Wie die Alpha 7 III profitiert auch die Alpha 7R III von den Neuerungen der dritten Generation. Deutlich verbessert zeigt sich die Sucherauflösung, die nun 3,7 statt 2,4 Millionen Punkte beträgt. Der Hybrid-Autofokus wurde mit zusätzlichen Kontrast-Messfeldern und einer Empfindlichkeit bis -3 statt -2 EV optimiert. Die Effektivität des Bildstabilisators hat Sony von 4,5 auf 5,5 Blendenstufen angehoben und die Akkulaufzeit deutlich von 290 auf 530 Aufnahmen mit Sucher gesteigert. Als Besonderheit gibt es eine Blitz-Synchronbuchse.

Sony Alpha 7S II

Als einziges Modell der 7er-Serie liegt die 7S noch in der zweiten Generation vor – was sich vermutlich in absehbarer Zeit ändern dürfte. Offensichtlich hat die Kamera bei Sony die geringste Priorität gehabt, tatsächlich bedient sie eher eine Nische. Unter dem Strich erreicht der 12-Megapixel-Sensor nicht die herausragende Bildqualität der Alpha 7R II oder III, allerdings hat die Alpha 7S II ab ISO 1600 das bessere Rauschverhalten und ist damit für Lowlight-Aufnahmen möglicherweise die bessere Wahl. Stärken hat die 7S II auch bei der Videoaufzeichnung: Bei Markteinführung Ende 2015 waren Funktionen wie 4K mit 100 MBit/s, S-Log3 und Full-HD-Zeitlupen mit 120 Bildern/s noch etwas Besonderes, inzwischen beherrschen auch die 7 III und 7R III sowie die neuen Nikons die entsprechenden Funktionen.

Sony Alpha 9

Die 14 Monate alte Alpha 9 bringt alle Vorteile der dritten Alpha-7-Generation mit. Das Gehäuse hat zusätzlich ein Einstellrad auf der Oberseite für die Drive-Modi, was den komfortablen Zugriff auf die Serienbildmodi ermöglicht. Und genau die sind die Stärke der Alpha 9: Sie schießt bis zu 20 Bilder pro Sekunde mit AF-Nachführung und überflügelt damit selbst Highend-Sporl-uLRs. Voraussetzung hierfür ist ein rein elektronischer Verschluss der gleichzeitig das lautlose Auslösen ermöglicht, was den Einsatz bei bestimmten Sportarten, bei denen Verschlussgeräusche stören, erst möglich macht. Um die potenziellen Nachteile des elektronischen Verschlusses zu minimieren, hat Sony DRAM-Speicher in den Sensor integriert (Stacked-CMOSBauweise), was ein besonders schnelles Auslesen ermöglicht und Verzerrungen durch den Rolling-Shutter minimiert. Im Gegensatz zu den Alpha-7-Modellen lassen sich mit dem elektronischen Verschluss außerdem ultrakurze Zeiten von 1/32.000 s erreichen. Ein mechanischer Verschluss ist weiter an Bord, vor allem für den Blitzeinsatz, da der elektronische Verschluss (wie bei allen Herstellern) für das Blitzen noch nicht schnell genug ist. Die Serienbildfrequenz fällt mit mechanischem Verschluss allerdings auf 5 Bilder/s ab. Weitere Besonderheiten der Alpha 9 sind die Blitz-Synchronbuchse und die Ethernet-Schnittstelle.

Die Alpha 7R III unterscheidet sich äußerlich nicht von der Alpha 7 III.


FOTO: © SONY

Die Sony Alpha 9 hat im Gegensatz zu den 7er-Modellen ein Drive-Rad auf der Oberseite.


FOTO: © SONY

FAZIT

Allein durch seine Modellvielfalt und die zahlreichen Objektive hat Sony aktuell einen Vorsprung vor Canon und Nikon. Ob dieser von Dauer ist, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.