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TEST Wasserbasierte Lackfarben: Glänzend aufgelegt


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2021 vom 24.06.2021

RATGEBER

Wir können acht „sehr gute“ und sechs „gute“ Lackfarben empfehlen.

Beim Auftragen von Lack per Spritzpistole ist ein Mundschutz unverzichtbar. Das Gleiche gilt für das Abschleifen: Stäube können gesundheits- schädlich sein, selbst reiner Holzstaub.

Angebrochene Farb- und Lackdosen kindersicher und kühl lagern. Dosen luftdicht verschließen, kleine Mengen in kleinere Gefäße umfüllen. Am besten kopfüber aufbewahren, das schützt vor dem Austrocknen.

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Wasserbasiert. Klingt erst mal gut. Wasser kann doch nicht schädlich sein. In der Tat genießen Lacke auf Wasserbasis einen besseren Ruf als lösemittelbasierte. Sie sind geruchsärmer und gelten als verträglicher für die Gesundheit und Umwelt. Ganz frei von problematischen Inhaltsstoffen sind sie allerdings nicht, wie schon unsere früheren Tests gezeigt haben.

Welchen Schadstoffen setzen sich Heimwerker aus, wenn sie mit wasserbasierten Lacken ...

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... gegen Schrammen und Macken in Möbeln, Mauerwerk oder Metall vorgehen? ÖKO-TEST hat 17 weiße, seidenmatte und seidenglänzende Lackfarben einer ausführlichen Prüfung unterzogen.

Klare Sache

Das Ergebnis ist erfreulich: Den Großteil der Produkte können wir empfehlen, davon acht mit „sehr gut“ und sechs mit „gut“. Drei Lacke schneiden mit der Note „befriedigend“ ab.

Flüchtig, aber belastend

Während des Lackierens und auch später während des Trocknens – und zum Teil noch lange danach – können aus Lacken flüchtige organische Verbindungen (VOC) entweichen und die Raumluft belasten.

Bestimmte VOC betrachtet ÖKO-TEST besonders kritisch, darunter problematische Glykole. Drei Lackfarben im Test werten wir wegen solcher Verbindungen ab. Besonders streng um zwei Noten den Renovo Premium Weißlack seidenmatt 0095 weiß: Die darin vom Labor analysierte Verbindung Butoxyethanol kann hautreizend wirken und gesundheitsschädlich beim Einatmen sein.

Umstrittene Konservierungsmittel

Mit Ausnahme der beiden Produkte der Naturfarbenhersteller Auro und Biopin enthalten alle Produkte im Test Isothiazolinone. Die Verbindungen sollen den Lack in der Dose haltbar machen. Immer mehr Menschen reagieren jedoch allergisch auf den Konservierer Methylisothiazolinon (MIT). In vier Produkten war die Konzen-

WISSEN

Titandioxid – eine gefährliche Zutat?

Gefahr nur bei Pulver

Alle Lackfarben im Test enthalten Titandioxid (TiO 2 ). Das Weißpigment wird wegen seiner hohen Deckkraft geschätzt. Die EU-Kommission stuft es jedoch mittlerweile als „vermutlich krebserregend beim Einatmen“ ein. Das gilt jedoch nur, wenn TiO in Pulverform vorliegt und als Staub eingeatmet werden könnte. In Farben und Lacken sind die Pigmente fest gebunden. Deshalb wertet ÖKO-TEST den Stoff in diesem Test nicht ab.

Vorsicht beim Sprühen

Eine Gefahr besteht allerdings bei Sprühanwendungen. Deshalb müssen Lacke mit einem Gehalt von mindestens einem Prozent TiO 2 ab 1. Oktober 2021 den Warnhinweis tragen: „Achtung! Beim Sprühen können gefährliche lungengängige Tröpfchen entstehen. Aerosol oder Nebel nicht einatmen.“ Ob auch beim Abschleifen von Restfarbe TiO -Partikel freigesetzt werden, ist noch nicht restlos geklärt. Eine Studie der Technischen Universität Dresden ergab, dass sie dabei fest im Bindemittel eingebunden bleiben. Schutzmaßnahmen für Mund und Augen sind beim Sprühen und Schleifen ohnehin Voraussetzung – ganz gleich, ob der Lack TiO enthält oder nicht.

„Auf eine Dose mit Lackfarbe gehört eine Deklaration der Inhaltsstoffe. Die Hersteller müssen endlich per Gesetz dazu verpflichtet werden.“

Frank Schuster ÖKO-TEST-Redakteur

tration so hoch, dass wir abwerten. Isothiazolinonallergiker überlassen das Streichen besser einer anderen Person.

 

Schlechte Mischung

Den Auro Weißlack seidenmatt Nr. 260-90 weiß kritisieren wir, weil er Dimethylaminoethanol enthält. Die Substanz hilft dabei, dass sich die Farbpigmente im Produkt gut verteilen. Der Stoff kann allerdings Haut und Augen reizen, Allergien auslösen und ist giftig beim Einatmen.

Deklaration lässt zu wünschen übrig

Eine Angabe von Inhaltsstoffen haben wir auf den Dosen von Caparol und Relius vergeblich gesucht. Man muss schon das Technische Merkblatt aus dem Internet herunterladen oder vom Anbieter anfordern um zu wissen, was genau in den Lacken drinsteckt. Rechtlich ist daran zwar nichts auszusetzen. Besonders nutzerfreundlich ist das allerdings nicht. Während der Gesetzgeber den Herstellern kaum Vorgaben zur Deklaration macht, fordert ÖKO-TEST eine bessere Aufklärung der Verbraucher.

Beispielsweise sollten neben den Inhaltsstoffen auch Warn- und Sicherheitshinweise angegeben sein, darunter Schutzmaßnahmen, die beim Abschleifen zu beachten sind, konkret: eine Gesichtsmaske mit einem Staubfilter zu tragen. Auf drei Produkten fehlt ein solcher Hinweis. Im Unterschied zu den FFP2-Masken, die für die Coronaschutzmaßnamen erhältlich sind, besitzen die klassischen Arbeitsschutzmasken der Klasse FFP2 ein Ausatemventil.

Ein weiterer Deklarationsmangel aus unserer Sicht: Auf der Dose des Auro Weißlacks ist „lösemittelfrei“ aufgedruckt. Es stecken aber mehr VOC in der Rezeptur, als die rechtlich allerdings nicht bindende Richtlinie des Verbands der deutschen Lack-und Druckfarbenindustrie (VdL) für eine solche Auslobung zulässt.

Wir haben getestet

So haben wir getestet

Wir haben in Baumärkten und Fachgeschäften 17 wasserbasierte weiße Lackfarben eingekauft, überwiegend „seidenglänzend“ oder „seidenmatt“. Lacke auf Wasserbasis sind geruchsärmer als lösungsmittelbasierte. Sie gelten als verträglicher für die Gesundheit und Umwelt.

Alle Produkte sind für Innen-, die meisten auch für Außenanstriche geeignet.

Komplett lösemittel- und schadstofffrei sind Lacke auf Wasserbasis in der Regel allerdings nicht. Deshalb ließen wir im Labor analysieren, wie viele und welche flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) sie enthalten. Außerdem standen auf dem Prüfplan: Isothiazolinone, die als Konservierer dienen, aber Allergien auslösen können; das antimikrobielle Zinkpyrithion, das als leicht hautreizend gilt und giftig für Wasserorganismen ist; zudem Schwermetalle, umstrittene halogenorganische Verbindungen, das problematische Vernetzungsmittel Butanonoxim und Formaldehyd/-abspalter.

Nicht zuletzt die Deklarationen: Volldeklarationen sind rechtlich zwar nicht vorgeschrieben, die Konservierungsstoffe sollten aber nach unserer Auffassung zumindest genannt sein, ebenso wie Info-Rufnummern für Allergiker, Warnhinweise und Schutzmaßnahmen während des Lackierens. Maßgeblich für das Testergebnis sind die Inhaltsstoffe. Nach unserer Auffassung unvollständige Deklarationen verschlechtern das Gesamturteil.