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TEST Watte- und Abschminkpads: Ab damit


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2021 vom 28.12.2020

Wattepads sind praktisch. Machen aber Müll. Inzwischen gibt es wiederverwendbare Alternativen. Unser Test zeigt: Sie sind stabiler als Einwegpads. Nur mit der Make-up-Aufnahme und der Waschbarkeit ist das so eine Sache.


ÖKO-TEST

RATGEBER

1

Ob Einweg oder Mehrweg, Sie haben die große Auswahl zwischen vielen „sehr guten“ und „guten“ Produkten. Möchten Sie Müll vermeiden, greifen Sie zu wiederverwendbaren Pads. Diese zeigten sich im Test als insgesamt robuster.

2

Ausprobieren, welche waschbaren Pads die eigenen Bedürfnisse am besten befriedigen. Sie unterscheiden sich in Material, Anwendung und Reinigung. ...

Artikelbild für den Artikel "TEST Watte- und Abschminkpads: Ab damit" aus der Ausgabe 1/2021 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 1/2021

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... Hinweise geben die Auslobungen auf der Packung.

3

Wenn schon Einweg, dann Bio. Sowohl beim Anbau als auch bei der Reinigung und Aufbereitung von Baumwolle kommt viel Chemie zum Einsatz.

Fusseln? Nein, auf keinen Fall! Auch zerfleddern oder gar zerreißen sollen Abschminkpads nicht. Und wenn möglich, darf es etwas weniger Müll sein. Unser Test zeigt: Möglich ist das alles. Fusselfrei, reißfest und teilweise sogar wiederverwendbar – viele der Pads genügen hohen Ansprüchen.

W ir haben 3 0 A bschminkpads i n d ie Labore geschickt, darunter acht Mehrwegprodukte. Mehr als die Hälfte der Pads können wir empfehlen, der Rest ist mittelmäßig; zwei Produkte sind „mangelhaft“. Natürlich soll ein Abschminkpad nicht mit Schadstoffen belastet sein. Wir haben die Produkte prüfen lassen und haben hier wenig zu beanstanden. Zudem testete ein Speziallabor alle Pads für uns auf ihre Gebrauchseignung: Wie reißfest und stabil sind sie, wie viel Make-up nehmen sie auf und wie gut lassen sich die Wiederverwendbaren waschen?

Unterschiedlich reißfest

In puncto Reißfestigkeit unterscheiden sich die Einwegprodukte stark. Sechs Produkte konnten hier nur wenig überzeugen. Im Vergleich dazu sind die Mehrwegpads sehr reißfest: Alle acht erreichten hier die Bestnote. An sie legten wir freilich viel höhere Maßstäbe an als an ihre Einweg- Pendants. Schließlich sind sie nicht aus Watte, kommen in die Wäsche und sollen lange halten.

Fotos: Leisan Rakhimova/getty images; Oliver Wilde/Shutterstock


Trockene Einwegpads säubern gut

Die Einwegpads im Test nehmen durchweg besser Make-up auf als die Mehrwegvarianten. Hier überzeugten 18 von 22 Einmalprodukten mit einer „sehr hohen“ Aufnahme. Dabei ließ sich das Make-up mit trockenen Pads meist besser entfernen als mit solchen, die die Testexperten mit einem Gesichtswasser zum Abschminken getränkt hatten. Drei der Baumwollbausche erzielten allerdings mit dem Gesichtswasser getränkt bessere Ergebnisse.

Für die Prüfung trugen die Tester im Labor jeweils dieselbe Menge an Make-up auf einer Glasplatte auf und ließen es trocknen. Anschließend befestigten sie die Glasplatten an einem Prüfgerät. In einen Halter eingespannte Pads tupften die Platte dann maschinell mit der jeweils selben Kraft und im selben Bewegungsmuster ab – einmal trocken, einmal mit Mizellenwasser. Abschließend wogen die Prüfer die Glasplatten, um so die jeweils aufgenommene Menge Make-up zu bestimmen. Falls es bei den zwei unterschiedliche Seiten gab, haben die Experten mit der geprägten, zum Abschminken geeigneten Seite geprüft. Die andere, glatte Seite, eignet sich gut für das Auftragen von Cremes und Lotionen.

Verwirrende Gebrauchsanleitungen

Im Gegensatz zu den Einwegprodukten ist auf den Verpackungen der meisten Wiederverwendbaren eine Gebrauchsanleitung aufgedruckt, die auch angibt, ob die Produkte im trockenen oder im angefeuchteten Zustand zu benutzen sind. Allerdings: Auf die betreffenden Deklarationen können sich die Anwenderinnen kaum verlas sen. Die Isana Waschbare Abschminkpads 100% Baumwolle und das Waschies Abschmink- & Waschpads 3er Set erzielten im feuchten Zustand um mehr als 30 Prozentpunkte schlechtere Ergebnisse als im trockenen, obwohl sie zur Nassanwendung ausgelobt sind. Dafür vergeben wir leichten Punktabzug. Insgesamt überzeugt nur die Hälfte der Mehrwegprodukte was die Aufnahme von Make-up angeht.


„Mehrweg ist der richtige Weg. Mit wiederverwendbaren, waschbaren Pads lässt sich sehr viel Müll vermeiden.“


Frank Schuster ÖKO-TEST-Redakteur


Wenig Fusseln

Zerfasern und Fusseln ist eher ein Phänomen der Einwegprodukte. Deshalb prüfte das Labor mit einer Spezialmaschine ihre Oberflächenstabilität: Wie gut halten die Pads durch, wenn die Oberfläche maschinell gescheuert wird? Aus der Prüfung mit der Maschine lassen sich Rückschlüsse darauf ziehen, wie schnell die Pads im Gebrauch beginnen, die ungeliebten Eigenschaften zu entwickeln. Insgesamt sind die Ergebnisse in diesem Punkt besser als bei der Prüfung der Reißfestigkeit: 16 von 22 Pads sind „stabil“ oder „sehr stabil“. Besonders schlecht schnitten die Bella Cotton Wattepads ab. Zusammen mit den ebenfalls im Gesamturteil „mangelhaften“ Cien Weiche Wattepads von L idl kamen sie in den beiden Teilergebnissen Oberflächenstabilität und Reißfestigkeit nicht über „sehr wenig“ oder „wenig“ hinaus.

Überraschungen beim Waschen

Die Mehrwegpads im Test sind sehr unterschiedlich beschaffen und aus unterschiedlichen Materialien gefertigt. Sie bestehen überwiegend aus Polyester (Mikrofaser), eines aus einem Kunststoffmix aus Polyester und Polyamid, ein weiteres aus Bambusviskose und Baumwolle. Alle wiederverwendbaren Pads prüften wir auf ihre Auswaschbarkeit. Sie kamen gemäß Waschanleitung in die Waschmaschine. Die Hälfte der Produkte erzielte dabei Bestnoten. Bei den vier anderen war der Makeup- Fleck stellenweise wenig entfernt, schwach erkennbar oder es gab an wenigen Stellen noch leichte Reste.

EINWEG KONTRA MEHRWEG

Die Umweltbilanz: 1 zu 180

Vorteil von Mehrweg: weniger Abfall. Eine Packung mit zehn Mehrwegpads ersetzt laut Anbieterangaben bis zu 30 Packungen mit 60 Einwegpads – ein Verhältnis von 1 zu 180. Andere Anbieter schreiben, ihr Produkte seien zwischen 200 bis 300 Mal wiederverwendbar; vorausgesetzt sie werden gut gepflegt. Getrübt wird die Öko-Bilanz durch das häufige Reinigen mit Wasser per Hand oder in der Maschine. Aber: Bei Einwegprodukten ist der Wasserverbrauch im Produktionsprozess einzuberechnen.

Kompostierbar oder nicht?

Manche Anbieter von Einwegprodukten drucken „biologisch abbaubar“ oder „kompostierbar“ auf die Packung. Grundsätzlich trifft das auf die Produkte zu, da sie zu 100 Prozent aus Baumwolle bestehen. Allerdings hat ein mit Make-up oder Nagellack getränktes Wattepad nichts im Kompost verloren. Die Kosmetikbestandteile können schwer abbaubare Substanzen enthalten wie Mineralölbestandteile. Zudem bringe es ohnehin nichts, die Pads in den Bioabfall zu geben, da sie aussortiert würden, erläutert das Umweltbundesamt: „Weder in der Bioabfallverordnung noch in den meisten kommunalen Satzungen sind gebrauchte Hygieneprodukte wie Wattepads als mögliche Abfallstoffe für die Bioabfallsammlung genannt.“

Selber machen!

Besonders nachhaltig: selbst gemachte Pads. Man benötigt dazu nicht viel mehr als ein altes Handtuch, ein altes T-Shirt, eine Tasse oder einen Becher als Schablone sowie Nähutensilien oder eine Nähmaschine. Mit Stift und Schablone einen Kreis aufs T-Shirt und Handtuch zeichnen, ausschneiden, zusammennähen – fertig. Die Frotteeseite eignet sich fürs Abschminken die weiche Seite fürs Auftragen.

In die Bewertung gingen aus Gründen der Vergleichbarkeit nur die Ergebnisse der Maschinenwäsche ein. Das Labor prüfte aber auch per Handwäsche. Hier klafften die Ergebnisse gegenüber der Maschinenwäsche teils weit auseinander. Auf den Ebelin Abschminkpads aus Mikrofaser war nach der Handwäsche – obwohl sie explizit deklariert ist – der Fleck noch deutlich zu sehen. Bei den Faceez Micro Fiber Makeup Remover, für die eine Handwäsche „mit lauwarmen Wasser oder milder Seife“ empfohlen ist, brachte klares lauwarmes Wasser kaum etwas, während nach dem Einsatz von Seife der Fleck nur noch stellenweise und schwach erkennbar war. Interessant auch das Ergebnis der Lamazuna Ökologische Abschminkpads: nach dem Ausspülen per Hand mit seifenfreiem Wasser war der Fleck nicht mehr zu sehen. Nach der Maschinenwäsche war er aber stellenweise nur wenig entfernt.

Wenig Problemstoffe

An den Inhaltsstoffen haben wir wenig zu beanstanden. Problemstoffe haben die Labore kaum nachgewiesen. In zwei wiederverwendbaren Pads aus Polyester analysierten die Laborexperten giftiges Antimon. Im Waschies Abschmink- & Waschpads 3er Set war der Gehalt nach unseren Bewertungskriterien stark erhöht.

In der Polyesterproduktion kommt Antimon häufig als Katalysator zum Einsatz. Fünf Produkte, davon vier Einwegpads aus Baumwolle, enthielten halogenorganische Verbindungen.

Sieben Mal wies das Labor optische Aufheller nach. Sie sollen den Produkten und textilen Verpackungsanteilen ein „frischeres“ Aussehen verleihen. Allerdings sind optische Aufheller schwer abbaubar und belasten die Umwelt.


Fotos: Anja Wägele; Leisan Rakhimova/getty images; Oliver Wilde/Shutterstock; llaszlo/Shutterstock

Im Test: 30 Watte- und Abschminkpads, davon 22 Einweg- und acht wiederverwendbare Produkte. Alle Wegwerfpads bestehen aus Baumwolle oder Bio-Baumwolle; die Mehrwegpads aus Polyester, Polyamid, Baumwolle oder Bambus-Viskose.

In einem Praxistest haben wir die Pads auf ihre Gebrauchseignung geprüft. Sie wurden in einem Labor mit einer Maschine auf ihre Reißfestigkeit getestet. Ein spezielles Verfahren ermittelte die Make-up-Aufnahme sowohl trocken als auch nass, mit einem Gesichtswasser zum Abschminken getränkt. An den Einwegprodukten ließen wir maschinell prüfen, wie stabil die Oberflächen sind. Das gibt Hinweise darauf, wie schnell sie im Gebrauch scheuern oder auch fusseln. Die wiederverwendbaren Pads kamen gemäß Waschanleitung in die Waschmaschine.

Wir unterzogen alle Produkte chemischen Analysen auf hautreizendes Formaldehyd und den umstrittenen Ersatzstoff Glyoxal, die bei der Faser-Aufbereitung zum Einsatz kommen können, sowie auf halogenorganische Verbindungen, die sich zum Beispiel während der Stoffbleiche bilden können. Die Pads aus Polyester untersuchte das Labor zudem auf giftiges Antimon, das häufig in der Produktion des Kunststoffs als Katalysator eingesetzt wird.

Die Pads und die Textilbestandteile der Verpackungen – etwa Verschluss- und Aufhängebändchen sowie die Waschbeutel – testete ein Labor auf optische Aufheller; Kunststoffanteile in Verpackungen auf umweltschädliche chlorierte Verbindungen.

1 Im Labor wurden die Pads, eingespannt in einer Zugprüfmaschine, auf ihre Reißfestigkeit getestet.
2 Wie gut die Make-up-Aufnahme funktioniert, wurde in einem Abtupftest ermittelt.