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TEST Wundschutzcremes: Für heile Haut


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2021 vom 28.01.2021

Fast alle Wundschutzcremes im Test sind empfehlenswert. In zwei Cremes stecken jedoch problematische Mineralölbestandteile. Unverständlich auch, warum viele Produkte immer noch Parfüm enthalten.

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Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 2/2021

In der Windel muss die Haut von Babys Po so einiges aushalten: wenig Luft, viel Wärme, Feuchtigkeit, Harn- und andere Reizstoffe. Da kann es schon mal zu wunden Stellen oder sogar zu einer Windeldermatitis kommen. Spezielle Wundschutzcremes ersetzen zwar kein regelmäßiges Wickeln, Reinigen und „Lüften“ des Pos, können jedoch helfen, dem Wundsein vorzubeugen. Die meisten für den Windelbereich gedachten Cremes ...

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... enthalten Zinkoxid - es wirkt durch seinen hautaustrocknenden Effekt. Häufig sind noch weitere hautberuhigende oder entzündungshemmende Inhaltsstoffe in der Rezeptur (siehe „Wissen“, Seite 92).

Wir haben 25 Wundschutzcremes für Babys eingekauft, davon zehnmal zertifizierte Naturkosmetik, und in die Labore geschickt. Das Ergebnis ist insgesamt erfreulich. Den Großteil der Produkte können wir empfehlen: 15 mit „sehr gut“ und acht mit „gut“. Zwei Produkte enthalten jedoch so viele Problemstoffe, dass sie „mangelhaft“ abschneiden.

MOAH, ey!

In der Penaten Creme und der Kaufmanns Haut- und Kinder-Creme wies das Labor aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nach. Unter den MOAH können sich krebserregende Verbindungen be finden. Daher haben MOAH nichts in Babykosmetika verloren - zumal für den sensiblen, vor allem auch mal wunden Windelbereich. Die klassische Penaten Creme, fiel mit Paraffinen und MOAH schon in unserem vergangenen Test negativ auf und wurde Schlusslicht.

Die Penaten- und die Kaufmanns-Creme enthalten erdölbasierte Paraffine. Sie sind dort gleich an erster Stelle auf der Liste der Inhaltsstoffe mit den Bezeichnungen Petrolatum (Vaseline) und Paraffinum liquidum deklariert. Paraffinhaltige Kosmetika können mit MOAH verunreinigt sein. Aber schon Paraffine allein sehen wir kritisch und werten sie ab: Die künstlichen Stoffe integrieren sich nicht so mühelos ins Gleichgewicht der Haut wie Bestandteile natürlicher Öle.


„Mineralölprodukte in Kosmetika sehen wir kritisch. Die Verunreinigungen mit MOAH müssen die Hersteller dringend in den Griff bekommen.“


Frank Schuster, ÖKO-TEST-Redakteur


In den beiden paraffinhaltigen Produkten ist das Vorkommen der MOAH einfach zu erklären. Schwieriger nachzuvollziehen ist der Nachweis von MOAH-Spuren in Cremes, in deren Zutatenlisten sich gar keine erdölbasierten Inhaltsstoffe befinden. MOAH können jedoch auch - als Verunreinigungen - aus pflanzlichen Ölen, Hilfsstoffen oder aus Einträgen während des Produktionsprozesses stammen. Das beauftrage Labor wies Spuren von MOAH nach in der Beauty Baby Wundschutzcreme, der Bübchen Baby Wundschutz Creme Sensitiv und der Bübchen Calendula Baby Wundschutzcreme, der Penaten Baby Wundschutzcreme, der Sebamed Baby & Kind Wundcreme parfümfrei und der Creme Lillydoo Sanfter Wundschutz. In den sechs Produkten handelte es sich allerdings nur um geringe Spuren, weswegen wir sie nicht abwerten. Von gesundheitlichen Gefahren ist nicht auszugehen. Die MOAH-Gehalte in den paraffinhaltigen Cremes lagen um ein Vielfaches höher.

Gar nicht dufte

In acht Cremes - also fast einem Drittel - steckt Parfüm. Ein weiteres Produkt, die Boep Babywundcreme, enthält ein ätherisches Lavendelöl, deklariert als Lavandula Angustifolia Oil. Naturkosmetikanbieter sind in diesem Punkt leider kein Vorbild: In der Hälfte der zehn zertifizierten Produkte steckt Parfüm oder ein ätherisches Öl.

Wir halten Parfüm und ätherische Öle im Windelbereich für problematisch. Die Duftstoffe erfreuen bestenfalls die Nase der Eltern, aber die ohnehin strapazierte Babyhaut belasten sie unnötig. Je weniger Reizstoffe auf die Haut gelangen, desto besser. Experten raten deshalb von Parfüm ab. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) beispielsweise mahnt: „In den ersten Lebensjahren gilt die Babyhaut als sehr empfindlich, sie muss erst ihre Barrierefunktion entwickeln und benötigt in dieser Phase eine möglichst gut verträgliche Pflege. Duftstoffe sind generell eine unnötige Belastung für empfindliche Babyhaut. Als besonders kritisch sehen wir allergieauslösende Stoffe, darunter auch die deklarationspflichtigen allergenen Duftstoffe.“

TEST

Wir haben getestet

So haben wir getestet

Wir haben 25 Babywundschutzcremes zu Preisen von knapp 70 Cent bis rund 17 Euro pro 75 Milliliter eingekauft. Darunter Klassiker und Neuerscheinungen sowie zehnmal zertifizierte Naturkosmetik. Die Pflegeprodukte sind für die empfindliche und strapazierte Haut im Windelbereich gedacht. Sie sollen sie schützen und ihre Heilung fördern. 22 der Produkte enthalten als maßgeblichen Inhaltsstoff Zinkoxid, das durch seinen austrocknenden Effekt die Heilung fördern soll. Meist sind noch Pflanzenextrakte wie Calendula (Ringelblume) und Kamille sowie Panthenol (Dexpanthenol, Provitamin B5) und Tocopherol (Vitamin E) beigemischt. Labore untersuchten die Cremes auf bedenkliche aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) und Formaldehyd sowie auf problematische Duftstoffe und halogenorganische Verbindungen. Die Verpackungen ließen wir auf umweltschädliche chlorierte Verbindungen analysieren. Für den Einsatz von Parfüm und Erdölprodukten wie Paraffinen und die Belastung mit MOAH ziehen wir Noten ab.

RATGEBER

1 Cremes mit erdölbasierten Paraffinen am besten im Regal liegen lassen. Auf der Liste der Inhaltsstoffe sind sie an Bezeichnungen zu erkennen wie „Petrolatum“ und „Paraffinum liquidum“.

2 Parfüms und ätherische Öle mögen gut duften, sie haben aber auf der sensiblen Haut im Windelbereich nichts zu suchen.

3 Der beste Schutz gegen Wundsein: sanftes Reinigen, regelmäßiges Windelwechseln - und auch mal Luft ranlassen. Bei dauerhaften Beschwerden bleibt nur der Gang zum Kinderarzt.

WISSEN

Was wirkt denn da?

Babywundschutzcremes beinhalten oft mehrere Zutaten, die die Haut beruhigen oder Entzündungen hemmen sollen. Hier die häufigsten:
Zinkoxid: Die Nummer eins in Wundsalben ist in 22 der 25 Produkte im Test enthalten. Zinkoxid trocknet die Oberfläche der windelfeuchten Haut aus und bindet die Flüssigkeit auf den Wundflächen. Das kann Entzündungen hemmen und der Haut beim Regenerieren helfen.
Calendula (Ringelblume): Nicht nur Naturkosmetikhersteller schwören auf den Pflanzenextrakt. Laut Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HPMC) der Europäischen Arzneimittel- Agentur (EMA) ist zwar eine medizinische Wirkung gegen Hautentzündungen nicht mit klinischen Studien ausreichend belegt. Der HPMC stuft jedoch die Anwendung der Pflanze aufgrund langer traditioneller Erfahrung als plausibel ein. Weitere häufig eingesetzte Pflanzenextrakte sind Kamille, Lindenblüte, Aloe vera, Sheabutter, Jojoba, Nachtkerze und Samtblümlein (Wildes Stiefmütterchen).
Panthenol, auch Dexpanthenol genannt, ist eine Abwandlung des B-Vitamins Pantothensäure. Es soll die Teilung der Hautzellen anregen. Studien belegen eine entzündungshemmende Wirkung.
Tocopherol (Vitamin E) ist für seine entzündungshemmende Wirkung bekannt. Vitamin E steckt vor allem in der Membranschicht aller Körperzellen und schützt diese vor aggressiven Sauerstoffverbindungen (freien Radikalen).


Illustration: Pakkad Sah/Shutterstock

Foto: artpipi/getty images

Fotos: Anja Wägele; imago/PhotoAlto

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