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TEST Zahncremes für weiße Zähne: Heiß auf Weiß


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2015 vom 26.06.2015

„Extra Weißeffekt“, „brillantweiß“: Das versprechen die Anbieter von Zahncremes für weiße Zähne. Doch mit den Belegen dafür sieht es dürftig aus. Im Test kassiert knapp die Hälfte der Produkte wegen problematischer Inhaltsstoffe ein „mangelhaft“ oder „ungenügend“.


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Foto: Petr Malyshev/Shutterstock

Zweimal täglich für mindestens zwei bis drei Minuten sollten wir für die Mundhygiene die Borsten kreisen lassen. Und dazu, das lernt schon jedes Kind, gehört Zahncreme. Muss es aber auch eine für weiße Zähne sein? Nein, so lautet die klare Antwort.

Denn auch wenn sich viele ein strahlend weißes Hollywoodlächeln ...

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... wünschen: Heller als die Naturfarbe werden die Zähne durch weißende Pasten nicht. Und nicht jeder bekommt weiße Zähne in die Wiege gelegt. Die Farbe unterscheidet sich von Mensch zu Mensch, oft tendiert sie ins Graugelbliche. Was leisten die weißenden Zahncremes dann? Sie helfen, Zahnbeläge und äußerliche Verfärbungen durch beispielsweise Kaffee und Tee zu entfernen. Anbieter setzen zum einen mechanische Putzkörper wie Kieselsäure oder Aluminium ein, zum anderen chemische Wirkstoffe wie Phosphate, um die Beläge zu lockern. Alternativ findet man auch Pyrophosphat, das Zahnstein verhindern soll. Zahnstein bewirkt, dass Verfärbungen hartnäckiger haften. Ein paar Spezialprodukte warten zudem mit Besonderheiten auf: So wird etwa ein blauer Farbstoffeingesetzt, der – aber nur kurzzeitig – optisch die Zähne heller aussehen lässt. Und dann gibt es noch Anbieter, die auf Enzyme setzen, die Eiweiß spalten, oder sogar auf Bleichmittel. Diese Peroxide werden auch beim professionellen Bleaching beim Zahnarzt eingesetzt – anders als beim Zahnarzt dürfen Peroxide in der EU aber in frei verkäuflichen Zahnpasten nur in sehr geringen Mengen eingesetzt werden. Und diese reichen nicht aus, um Zähne deutlich sichtbar zu bleichen.

Was bleibt als wesentlicher Unterschied zwischen weißenden Zahncremes und konventionellen Pasten? Putzkörper sind es nicht, denn diese werden allen Zahncremes als wesentlicher Bestandteil zugesetzt. Und auch Phosphate und Pyrophosphate kann man teilweise in ganz normalen Zahnpasten finden, das bestätigt uns Dr. Valerie Steiger-Ronay vom Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich. Die Industrie verweist als wesentlichen Unterschied auf einen höheren Reinigungswert, den PCR-Wert, der die Reinigungsleistung angeben soll. Allerdings:

„Die Bestimmung des PCR-Wertes unterliegt gewissen Schwankungen und kann deshalb nur ein Anhaltspunkt für die Reinigungsleistung der Zahnpasten sein“, macht Valerie Steiger-Ronay deutlich. Und: „Generell ist die Entfernung von Verfärbungen bis zu einem gewissen Grad natürlich auch mit, normalen‘ Zahnpasten möglich.“ Egal ob weißende Zahncreme, Kräuterzahnpasta oder eine andere Variante – wichtig ist Experten vor allem, dass sie Fluorid enthalten. Um Karies vorzubeugen, ist Fluorid unerlässlich – für Erwachsene sollen es mindestens 1.000 Milligramm pro Kilogramm sein, bis zu 1.500 sind erlaubt.

Wir wollten wissen, wie es um die Inhaltsstoffe in weißenden Zahncremes steht und haben 20 Pasten im Labor überprüfen lassen.

Das Testergebnis

Glanzlos. Keine Zahncreme schneidet in unserem Test besser als „befriedigend“ ab. Immerhin schaffen diese sechs Pasten im Testergebnis Inhaltsstoffe ein „sehr gut“. Das sind die Drogerieeigenmarken sowie Parodontax Sanftweiß, Elmex Sensitive Sanftes Weiss und El-Ce Med Brillant Weiss. Allerdings verhageln sich diese Produkte durch weitere Mängel ein „sehr gutes“ oder „gutes“ Gesamturteil.

ÖKO-TEST rät

Erwarten Sie von weißenden Zahncremes keine Wunder: Kein Hersteller im Test hat überzeugende Belege dafür vorgelegt, dass die Produkte tatsächlich die vollmundigen Werbeversprechen erfüllen.

Egal ob weißende Zahnpasta oder eine andere Variante: Das Wichtigste ist, dass die Zahncreme der Wahl Fluorid als Kariesschutz enthält.

Eine professionelle Zahnreinigung vom Zahnarzt entfernt Beläge und Verfärbungen. Damit es keine finanzielle Überraschung gibt, vorher einen Kostenvoranschlag geben lassen.

Nikotin, Tee, Kaffee, Rotwein – sie alle können sichtbare Spuren auf unseren Zähnen hinterlassen.


Foto: ArtFamily/Shutterstock

Und so was kommt in den Mund. Knapp die Hälfte der Pasten fällt bei den Inhaltsstoffen durch. Meistens wegen der enthaltenen PEG/ PEG-Derivate oder weil sie den aggressiven Schäumer Natriumlaurylsulfat enthalten, der die empfindlichen Schleimhäute reizen kann.
Schutzlos. Besonders negativ fällt R.O.C.S. Sensation Whitening Extreme Frisch auf. Der Anbieter verzichtet auf das wichtige Fluorid, das wissenschaftlich anerkannt vor Karies schützt.
Zu viel Aluminium. Drei aluminiumhaltige Zahnpasten enthalten erhöhte Werte Aluminium (siehe Kasten „Nur zehn Prozent“). Zahnpasta ist nur eine Quelle von vielen, über die Verbraucher tagtäglich das Leichtmetall aufnehmen können. Wie sich zu viel Aluminium auf Dauer auf unsere Gesundheit auswirkt, ist noch nicht ganz klar. Deshalb sollte man vorsichtshalber die tägliche Menge verringern. Andere Zahnpasten Restim Test zeigen: Es geht auch ohne.
Ich weiß nicht. Wir erwarten von den Anbietern einen klaren Hinweis auf der Verpackung, dass das Ergebnis nie heller als die natürliche Zahnfarbe sein kann. Manche Hersteller verweisen immerhin auf ein „natürliches Zahnweiß“ – das ist uns aber nicht klar genug. Denn nicht jeder hat von Natur aus weiße Zähne, somit kann auch nicht jeder ein „Weiß“ erreichen. Den eindeutigen Hinweis bleiben die Anbieter schuldig.
Keine Einsicht. Wir wollten von den Herstellern Studien zur Weißwirkung ihrer Produkte sehen. Einige haben uns Unterlagen geschickt, etwa wissenschaftliche Artikel und Zusammenfassungen ihrer Studien. Nur Swissdent stellte uns eine Studie zum Produkt zur Verfügung. Das ist zwar löblich, leider hat die Studie aus unserer Sicht aber einen inhaltlichen Mangel: Sie enthält keine umfassende Probandenbeschreibung

Nur zehn Prozent

Aluminium und Zink stecken von Natur aus in Nahrungsmitteln sowie Trinkwasser und kommen auch in Kosmetika zum Einsatz – etwa in Zahnpasta. Zink ist unter anderem wegen seiner Antiplaquewirkung gefragt, Aluminium dient als Putzkörper. Das Leichtmetall steht besonders in der Kritik, Zink hingegen lässt erst einmal nichts Bedenkliches vermuten. Schließlich ist das Spurenelement wichtig für den Menschen, zum Beispiel für die Immunabwehr und das Nervensystem. Trotzdem hat sich das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aktuell mit dem Thema Zink in Mundhygieneprodukten beschäftigt. Der Grund: Auf Dauer kann zu viel Zink gesundheitliche Folgen wie Blutarmut, neuromotorische Störungen und eine Schwächung des Immunsystems zur Folge haben. Deshalb gilt hier eine empfohlene Höchstgrenze. Fazit des BfR: „Damit die Gesamtaufnahme über verschiedene Quellen die tolerierbare Tageshöchstaufnahme nicht überschreitet, sollte generell die Zinkaufnahme aus kosmetischen Mitteln nur zehn Prozent der unbedenklichen Tageshöchstaufnahme ausschöpfen.“ Und wie sieht es mit Aluminium aus? Das BfR bestätigt uns, dass auch hier die Zehn-Prozent-Regel zutrifft. Für einen Erwachsenen mit 60 Kilogramm sind 60 Milligramm Aluminium pro Woche tolerabel, durch Kosmetik sollte deshalb nicht mehr als sechs Milligramm Aluminium aufgenommen werden. Verwendet diese Person die Zahnpasta im Test mit dem höchsten Aluminiumgehalt, kommt sie im schlimmsten Fall auf mehr als das Dreifache.

So haben wir getestet

Der Einkauf

20 Zahncremes haben wir in Drogerie- und Supermärkten eingekauft. Auf allen Verpackungen wird ein weißender Effekt beworben. Die Pasten kosten zwischen 39 Cent und sehr stolzen 17,99 Euro pro 75 Milliliter.

Die Inhaltsstoffe

Wir wollten wissen: Schäumt hier das aggressive Tensid Natriumlaurylsulfat? Stecken bedenkliche Parabene als Konservierungsmittel in den Pasten? Außerdem haben wir analysieren lassen, wie groß die Mengen Zink und Aluminium sind.

Die Weiteren Mängel

Was Hersteller als Wirkung bewerben, soll für Kontrollbehörden durch Nachweise belegbar sein. ÖKO-TEST macht sich immer selbst ein Bild und hat alle Anbieter nach Studien zum Produkt gebeten. Wenn sie keine schickten, dann war das für uns ein Weiterer Mangel. Genauso, wenn der für ÖKO-TEST wichtige Hinweis auf der Verpackung fehlt, dass die Pasten nicht die natürliche individuelle Zahnfarbe aufhellen können. Ein Verweis auf natürliches Zahnweiß reicht uns dabei nicht aus – schließlich sind viele Zähne von Natur aus gelbgräulich.

Vollmundige Versprechen auf den Verpackungen werben um die Aufmerksamkeit der Kunden.


Die Bewertung

Umstrittene Inhaltsstoffe und Weitere Mängel haben wir abgewertet. Bei manchen Stoffen macht es die Menge: Erst wenn ein Aluminiumgehalt nachgewiesen wurde, der für uns als nicht mehr tolerierbar gilt, gab es einen Minuspunkt. Anders beim Fluorid: Hier haben wir stark abgewertet, wenn Anbieter auf den Kariesschutz verzichten.Foto: ÖKO-TEST