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TEST Zementbasierte fliesenkleber: Aus dem Leim gegangen


ÖKO-TEST Ratgeber Bauen und Wohnen - epaper ⋅ Ausgabe 10/2008 vom 19.09.2008

Fortgeschrittene Heimwerker trauen sich auch zu, selbst zu fliesen. Zu zementhaltigen Fliesenklebern können sie nahezu bedenkenlos greifen. In unserem Test gibt es nur kleine Deklarationsmängel.


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Foto: Villeroy & Boch

Wer Fliesen verlegen will, ist nicht zu beneiden. Schließlich muss man auf den Knien herumrutschen, um Fliese an Fliese zu setzen. Ein hartes Geschäft, das Knie und Rücken beansprucht. Früher kam zum geschundenen Bewegungsapparat noch die Gefahr hinzu, an Maurerkrätze zu erkranken. Die allergische Hautkrankheit – ein Ekzem – wird durch Chromat (auch Chrom VI genannt) ausgelöst, das in Zement ...

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Wer Fliesen verlegen will, ist nicht zu beneiden. Schließlich muss man auf den Knien herumrutschen, um Fliese an Fliese zu setzen. Ein hartes Geschäft, das Knie und Rücken beansprucht. Früher kam zum geschundenen Bewegungsapparat noch die Gefahr hinzu, an Maurerkrätze zu erkranken. Die allergische Hautkrankheit – ein Ekzem – wird durch Chromat (auch Chrom VI genannt) ausgelöst, das in Zement und zementhaltigen Zubereitungen wie Fliesenklebern enthalten ist. Die stark alkalischen Produkte reizen die Haut und machen sie durchlässig für sensibilisierende Stoffe wie Chromat. Als Staub eingeatmet, wird Chromat sogar als krebserzeugend angesehen. Es entsteht beim Brennen des Zements aus den enthaltenen Chromsalzen und wird beim Anrühren in Wasser gelöst. Heute dürfen glücklicherweise nur noch chromatarme Produkte in den Handel gebracht werden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht sensibilisieren.

Den größten mengenmäßigen Anteil an zementbasierten Fliesenklebern haben die Füllstoffe. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Sand, meist Quarzsand. Weitere Stoffe sollen die Eigenschaften des Klebers verbessern, ihn beispielsweise leichter anwendbar machen, sodass die Fliesen nicht mehr verrutschen oder der Kleber besser abbindet. Oft werden die Produkte mit Kunststoffen noch anwenderfreundlicher gemacht, beispielsweise mit Klebeharzen. Das trifft vor allem auf die sogenannten Flexkleber zu, die als besonders hochwertig gelten und in einem gewissen Umfang Bewegungen aus dem Untergrund aufnehmen können. Ihre Klebewirkung ist besser als bei herkömmlichen Produkten und auch fürs Fliesen im Freien sind die Flexkleber bestens geeignet.

ÖKO-TEST wollte wissen, ob zementbasierte Fliesenkleber wirklich chromatarm sind und auch sonst keine problematischen Inhaltsstoffe enthalten. Wir schickten 16 Produkte in die Labore, darunter auch ein als „bio“ deklariertes Produkt. Alle anderen Produkte entsprechen der Anforderungsklasse C1, was normale Anforderung bedeutet. Weitere wählbare Kennwerte sind ein T für verringertes Abrutschen, F für schnell härtend und E für langsam härtend.

Das Testergebnis

■ So freudige Nachrichten dürfen wir selten verkünden: In Bezug auf die Inhaltsstoffe schneiden alle Fliesenkleber mit „sehr gut“ ab. Nur einer fällt durch schlechte Kennzeichnung auf; einige andere weisen kleinere Deklarationsmängel auf. Ein bisschen überraschend ist dieses gute Ergebnis schon: Denn erhöhte Chromatwerte in zementbasierten Produkten sind ein branchenbekanntes Dauerproblem, das noch nicht ganz gelöst ist.

■ Auf der Verpackung desHaga Bio-Plattenklebers fehlt leider die notwendige Deklaration, ebenso wie weitere für den Verbraucher hilfreiche Informationen. Laut Anbieter besteht das Produkt aus Weißzement, Kalksanden und weiteren natürlichen Inhaltsstoffen. Kunstharze werden nicht eingesetzt. Weißzement ist von Haus aus chromatarm, außerdem enthält das Produkt laut unserer Analyse nur sehr geringe Gehalte an Schwermetallen. Doch auch Weißzement ist ein Portlandzement – das heißt, wenn er verwendet wird, muss das Produkt sowohl mit dem Gefahrstoffsymbol „Xi reizend“ gekennzeichnet werden, als auch die entsprechenden Risikosätze, kurz R-Sätze, tragen.
■ Einige Produkte haben überflüssige und damit falsche Angaben auf der Verpackung. Sie tragen den R-43-Satz „Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich“, der bei chromathaltigem Zement erforderlich wäre. Bei chromatarmen Produkten gehört dieser Satz aber nicht auf die Verpackung, er verunsichert den Verbraucher unnötig.
■ Quick-Mix und Haga wollten die Deklarationsmängel schon seit über einem Jahr ausräumen, haben es aber leider bis jetzt nicht geschafft.

Unsere Empfehlungen

■ Die Bau-Berufsgenossenschaft empfiehlt dringend, bei der Verarbeitung zementbasierter Fliesenkleber wasserundurchlässige Handschuhe zu tragen, am besten aus Nitril, einer stoffarmen Kunststoffbeschichtung. Beim Schneiden der Fliesen zudem eine Schutzbrille aufsetzen, damit keine Splitter ins Auge gelangen.
■ Vorsicht beim Anrühren der Fliesenkleber – den reizenden und möglicherweise chromathaltigen Zementstaub nicht einatmen.
■ Auf Haltbarkeitsangaben achten. Um den Chromatgehalt zu senken, werden Chromatreduzierer mit beschränkter Haltbarkeit eingesetzt. Nach Ablauf der Frist, die zwischen sechs und 18 Monaten liegt, kann die Chromatkonzentration wieder steigen.