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TESTERGEBNISSE: TECHNIK: TEST: ATEMREGLER: Luft-Lieferanten


TAUCHEN - epaper ⋅ Ausgabe 70/2018 vom 15.06.2018

Atmen ist wichtig, auch für unsere Psyche. Darum gehörenAtemregler zu den wichtigsten Ausrüstungsteilen. Wir haben uns einige aktuelle Modelle angeschaut.


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Die sechs Atemregler, die wir uns näher angesehen haben. Mehr dazu lesen Sie ab Seite 91.


FOTO: T. HICKMAN

Was ist wichtig, wenn Sie einen neuen Atemregler kaufen? Die Passform! Das ist kein Scherz! Denn auch hier gilt, wie bei anderen Ausrüstungsteilen, dass es häufig von der individuellen Wahrnehmung abhängt, was als angenehm und damit als passend empfunden wird. Bei einem Atemregler gehört die Form des Mundstücks dazu sowie die Länge des Schlauchs ...

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... und dessen Führung. Denn auch der beste Atemkomfort bringt wenig, wenn das Mundstück nach zehn Minuten drückt und das Gewicht der Zweiten Stufe zu verkrampften Kiefermuskeln führt. Dann fehlt nur noch ein knapper Schlauch, der Ihre Kopfbewegungen behindert, und von der Leichtigkeit, die Tauchen so attraktiv macht, geht viel verloren. Hier bedeutet Passform dann eben Beweglichkeit des Kopfes. Denn man will sich unter Wasser ja umschauen. Und wenn einem ein kurzer Schlauch bei jeder Bewegung die Zweite Stufe aus dem Mund zu ziehen droht, ist das nicht schön.

Aber ein Schlauchwechsel ist nicht immer einfach. Der Schlauch, der verwendet wird, muss mit Erster und Zweiter Stufe zusammen zertifiziert sein, sonst begibt man sich in eine Grauzone (siehe Seite 88).

Um den passenden Atemregler zu finden, ist es gut, einige Modelle Probe zu tauchen. Komfort bedeutet nicht nur angenehmes Einatmen. Auch das Ausatmen ist wichtig. Eine kleine Zweite Stufe ist fein. Aber da ist dann meist auch der Blasenabweiser klein. Das kann zu Blasen vor der Maske führen oder zu Störgeräuschen. Ob die wirklich stören, können Sie bei einem Testtauchgang herausfinden.

Vielen Dank an Ralf Krause (www.ars-krause.de) für die Beantwortung technischer Fragen!

FOTOS: A. KRÜTZFELDT, W. PÖLZER, AQUA LUNG, HERSTELLER

FOTO: W. PÖLZER

NORMEN UND IHR ATEMREGLER

Wichtig ist, dass die CE-Prüfung für die getestete Kombination einschließlich Mundstück gilt. Wer hier Änderungen wünscht, wird oft keinen Erfolg haben. Denn der Händler, der Ihnen zum Beispiel andere Mitteldruckschläuche installiert, wird rechtlich zum Hersteller und haftet dementsprechend. Warum sollte er dieses Risiko eingehen? Was Sie mit Ihrem eigenen Regler machen, ist natürlich Ihre Sache. Das Risiko für Fehler ist hier eher gering, denn in der Regel wird es sich bei solchen Veränderungen um das Anbringen eines anderen – besser passenden – Mundstücks oder um Installation von Schläuchen in unterschiedlichen Längen handeln. Erste und Zweite Stufe von unterschiedlichen Herstellern zu montieren, ist in den meisten Fällen eher sinnbefreit. Auch wenn Sie als Privatperson handeln, sollten Sie aber beim Verleihen eines solchen Reglers vorsichtig sein. Wenn Sie zum Beispiel ein Fremdmundstück falsch anbringen, es sich beim Tauchgang löst und einen Unfall verursacht, könnten Sie haftungsrechtlich in Anspruch genommen werden.

KOMPENSIERT?

Psychologen können ganz viel zum Begriff des Kompensierens erzählen. Regler-Hersteller auch. Bei einer kompensierten Ersten Stufe bleibt der Mitteldruck auch bei sinkendem Flaschendruck konstant. Dadurch erhöht sich der Atemkomfort. Ob der Regler kolben- oder membrangesteuert ist, spielt dabei keine Rolle. Ohne Kompensation würde die Atemarbeit mit abnehmendem Flaschendruck ansteigen.
Interessant ist auch eine kompensierte Zweite Stufe. Eine Kompensationskammer sorgt hier dafür, dass die Atemarbeit auch in größeren Tiefen nicht ansteigt.

LUFTDUSCHE

Mit der Luftdusche kann man eine größere Menge Luft freisetzen. Zum Beispiel, um in Notfällen das Wasser aus der Zweiten Stufe zu drücken, wenn die Luft in den Lungen dazu nicht mehr ausreicht. Um auch in Stresssituationen problemlos zu funktionieren, muss sie intuitiv zu finden und zu bedienen sein. Auch mit dicken Handschuhen dürfen hier keine Probleme auftreten. Darum sitzen sie in der Regel gut zugänglich im Frontbereich der Zweiten Stufe. Sie sollte die Luft möglichst sanft, aber in ausreichender Menge abgeben, statt dem Taucher dicke Backen zu machen, wenn er auf den Knopf drückt. Sie dürfen aber nicht zu leicht bedienbar sein, weil sie dann auch auf die Strömung reagieren und ungewollt abströmen könnten.

FOTO: J. SINGER

FOTO: T. HICKMAN

SWIVEL

Ein Swivel an der Zweiten Stufe bewirkt eine veränderte Schlauchführung. Es gibt sie in verschiedenen Winkeln. Je nach Konfiguration kann dadurch die Schlauchführung angenehmer sein.

ANSPRECHDRUCK-VERSTELLUNG

Hier geht es um den Drehknopf (A), der sich bei einigen Zweiten Stufen auf der linken Seite befindet. Damit kann der Taucher die Höhe des zu überwindenden Atemwiderstands verstellen. Im Detail: Hier wird die Federspannung in der Zweiten Stufe verändert. Ist diese stärker, muss man mehr saugen, damit der Regler Luft gibt. Ist sie aber schwächer, dann muss weniger Saugkraft aufgebracht werden. Ein hart eingestellter Ansprechdruck kann auch verhindern, dass die Zweite Stufe bei Verwendung als Oktopus oder Stage-Regler zu schnell abbläst, etwa bei Strömung oder beim Sprung ins Wasser.

Auch wenn die Wirkung zunächst ähnlich der des Venturi-Effekts zu sein scheint, darf sie nicht damit verwechselt werden. Es handelt sich um ein gänzlich anderes Prinzip!

VENTURI-EFFEKT, PILOTSTEUERUNG UND VAD

Mit dem Venturi-Hebel an der Zweiten Stufe (B) kann man bei einigen Modellen einen zusätzlichen Luftdurchfluss erzeugen, der die Atemarbeit reduziert. Im Detail: Durch das Einatmen wird zunächst ein Unterdruck erzeugt. Dadurch strömt Luft in die Zweite Stufe, die bei aktiviertem Hebel so umgeleitet wird, dass der Unterdruck verstärkt wird und somit die vom Taucher aufzuwendende Atemarbeit sinkt. Das erleichtert das Nachströmen neuen Atemgases. Der weitere Einatemvorgang benötigt jetzt einen geringeren Unterdruck. Dadurch sinkt die Atemarbeit. Dieser Vorgang wiederholt sich erneut mit jedem weiteren Atemzug. Das Schöne daran ist, dass eine zunehmende Dichte des Atemgases den Venturi-Effekt verstärkt. Das gleicht die erhöhte Atemarbeit durch die höhere Dichte, die die Atemluft in größeren Tiefen teilweise aus.

Eine weitere Methode, den Atemkomfort zu erhöhen, ist das „Vortex Assisted Design“ (VAD) von Mares. Hier wird der erwünschte Unterdruck durch einen Wirbel (engl.: vortex) erzeugt, der entsteht, wenn ein Teil der Einatemluft durch das Bypassröhrchen an der Zweiten Stufe (C) zum Mundstück strömt. Hierdurch wird der Unterdruck, der beim Einatmen auf die Membran wirkt, verstärkt und der Atemkomfort tiefenunabhängig verbessert. Andere Regler, etwa der „Xstream“ von Poseidon, verwenden eine Pilotsteuerung. Hier wird zunächst über ein kleines Hilfsventil (das Pilotventil) eine Druckentlastung ausgelöst, durch die dann das Hauptventil für die Einatmung geöffnet wird. Eine ausgeklügelte Mechanik, die nicht ganz einfach zu warten ist, die aber bei genauer Einstellung einen hohen Atemkomfort bei geringer Atemarbeit ergibt.

ATEMARBEIT

An Land atmen wir unbewusst, merken es kaum. Unter Wasser ist das schwieriger, weil die Luft durch Engstellen der Mechanik und andere Hindernisse geleitet wird. Je besser Design und Verarbeitung des Reglers, desto geringer sind aber diese Einflüsse. Die Konstrukteure der Hersteller haben hier gute Arbeit geleistet, denn schon seit gut 20 Jahren werden die Normwerte für die Atemarbeit weit unterschritten. Atemarbeit? Darunter versteht man die Summe aus dem Wert der Einatem- und Ausatemarbeit. Ausgedrückt wird sie in Joule pro Liter (J/l). Die von der Norm (EN 250A) geforderte maximale Atemarbeit von 3,0 J/l wird schon seit mehr als 20 Jahren weit unterschritten. Meist bewegt sich seither die Atemarbeit im Bereich zwischen 0,5 und 1,3 J/l.

FOTO: A. KRÜTZFELDT

FOTO: W. PÖLZER

200 BAR VS 300 BAR

Es gibt Flaschen mit dem maximalen Fülldruck von 200 und von 300 bar. Das Gewinde eines 300-bar-Reglers (rechts in Bild) ist etwas länger als das eines 200-bar-Reglers. Ein 300-bar-Regler kann darum mit beiden Flaschen verwendet werden, aber nicht umgekehrt. Das ist gut so, denn 300 bar würden einem 200-bar-Regler nicht gut tun.

WARTUNG & PFLEGE

FOTO: W. PÖLZER

Jeder Regler sollte im Rahmen der Herstellervorgaben regelmäßig von einer autorisierten Fachkraft gewartet werden. Da wird dann zum Beispiel der Sinterfilter (rechts im Bild) ausgetauscht. Meist liegt dieser Zeitpunkt nach 150 Tauchgängen oder alle zwei Jahre, je nachdem was früher eintritt. Bei schlechter Wartung kann selbst ein Top-Modell nach einigen Jahren schlechte Werte aufweisen. Für ein paar Euro das Leben aufs Spiel setzen? Da ist Geiz nicht mehr geil! Wie gut indes eine Wartung ist, bleibt ein wenig Glückssache. Es gibt durchaus schwarze Schafe in der Branche. Wer den Schrauber nicht persönlich kennt oder keinen findet, der einen guten Ruf genießt, der sucht sich am besten einen Shop, der ein Prüfprotokoll erstellt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, wirklich gute Arbeit zu erhalten.

FOTO: T. HICKMAN

DER FÜNFTE ABGANG

Manchmal bietet eine Erste Stufe einen zusätzlichen MD-Abgang an der Oberseite. Vor allem bei Tech- und Sidemount-Konfigurationen ermöglicht er eine bessere Schlauchführung. Man nennt ihn oft den fünften Abgang.

DIE SACHE MIT DEM KOLBEN

Kolben- oder membrangesteuert? Das beschreibt die Bauweise der Ersten Stufe. Im ersteren Fall wirkt der Umgebungsdruck auf einen Kolben, der dadurch mit dem Umgebungswasser in Verbindung kommt. Bei Verschmutzung oder sehr niedrigen Temperaturen kann das zu Problemen führen. Durch den Wasserkontakt gelten kolbengesteuerte Regler als anfälliger für Korrosion, Anlagerung von Salzkristallen an den beweglichen Teilen und Vereisung. Durch die relativ einfache Bauweise sind sie aber günstiger, robuster und einfacher zu warten.
Bei der etwas komplexer aufgebauten Membransteuerung wird der Umgebungsdruck über eine Membran auf ein Ventil übertragen. Das Innenleben der Ersten Stufe wird durch die Membran vom Wasser abgeschirmt. Das verringert das Risiko von Korrosion, Verschmutzung und Vereisung.

FOTO: W. PÖLZER

KALTWASSERTAUGLICHKEIT

Ein Regler, der für Tauchgänge bei Wassertemperaturen unter zehn Grad Celsius verwendet wird, muss kaltwassertauglich sein. Damit der Hersteller diese Aussage treffen darf, muss der Regler für fünf Minuten bei einer Wassertemperatur von vier Grad Celsius mit einem Atemminutenvolumen von 62,5 Litern in einer simulierten Tiefe von 50 Metern beatmet werden. Dabei darf er nicht vereisen.
Kaltwassertauglich heißt aber nicht vereisungssicher! Das kann Ihnen kein Automat garantieren, denn ein unwägbares Risiko ist der Feuchtegrad der Atemluft. Ist dieser zu hoch, kann das den besten Regler vereisen lassen. Darum ist ein Zweitregler an einem eigenen Ventil ein Muss. Beim Vereisen eines Reglers kann der Taucher dann auf den Zweitregler wechseln und das Flaschenventil des vereisten Reglers schließen. Falls ein Buddy eine Luftspende benötigt, muss er dann nicht auf einen Oktopus zurückgreifen. Dabei könnte die Erste Stufe überfordert werden und vereisen. Dann kommt es zum sogenannten Abblasen. Dabei strömt das Atemgas unkontrolliert aus.

Der „XL 4“ wird allen Situationen gerecht und punktet dazu mit hervorragendem Atemkomfort.


APEKS: „XL 4“

Auf den ersten Blick fällt auf, wie klein und leicht die Erste Stufe ist. Sie basiert laut Hersteller auf der „DS4“, einer Stufe, die einen sehr guten Ruf im Tech-Bereich hat. Die Zweite Stufe ist extrem leicht, liegt gut in der Hand und noch besser im Mund. Kieferermüdung steht also nicht auf dem Programm. Angenehm ist auch die weiche Atemcharakteristik. Die Luftdusche nimmt fast die ganze Front der Zweiten Stufe ein und ist dadurch entsprechend mühelos zu finden. Das „Comfo-Bite“-Mundstück sitzt angenehm und lässt sich mit einer wiederverwendbaren Befestigungsklemme statt mit einem Kabelbinder anbringen und austauschen. Der „XL 4“ hat in keiner Situation den Eindruck gemacht, er könne überfordert sein. Gut durchdacht ist auch, dass der Oktopus kein „Comfo bite“-Mundstück hat. Denn wer es bei Luftnot zum ersten Mal benutzt, könnte Schwierigkeiten damit haben. Auch wenn der „XL 4“ als Kaltwasserregler konzipiert ist, lässt er sich dank Abmessungen und Gewicht auch gut als Stage-Regler verwenden. Nicht zuletzt durch die Größe und das geringe Gewicht, das gerade bei Alu-Stages gut ist, die sonst leicht kopflastig werden.

DAS PRODUKT

Apeks: „XL 4“

Erste Stufe Steuerung: membran
HD-/MD-Abgänge: 1/4
Zweite Stufe Material: Technopolymer
Balanciert: ja
Atemwiderstandsregler: nein
Venturi-Hebel: ja
Gewicht: 1,28 Kilo (Erste und Zweite Stufe mit Schlauch)
Besonderheiten: Die Erste Stufe ist überbalanciert, was den Atemkomfort auch in größeren Tiefen steigert.
Preis: 569 Euro (Setpreis mit Oktopus )
www.aqualung.com

TAUCHEN MEINT: Ein Allrounder! Er ist ein Kaltwasser-Regler für größere Tiefen, der trotzdem von Abmessungen und Gewicht für die Reise und als Stage-Regler geeignet ist.

Was bedeutet „ACD“? Auto Closure Device! Die Erste Stufe verschließt sich sobald sie vom Flaschenventil entfernt wird. So können weder Staub noch Wasser eindringen.


AQUA LUNG: „MICRON ACD“

Ein Wow! Total klein und leicht. Gewicht und Größe fallen als erstes auf. Tatsächlich ist der „Mikron ACD“ der Kleinste und Leichteste im Atemregler-Angebot von Aqua Lung. Ideal für die Reise, auch weil er sich durch die Flexschläuche platzsparend verstauen lässt. Zusammen mit diesen flexiblen Schläuchen und den leicht angewinkelten HD-Abgängen ergibt sich ein guter Verlauf der Schläuche. Ganz hervorragend klappt es auch, wenn man ihn als Stage-Regler verwendet. Aufgefallen ist auch seine gute Atemcharakteristik, die für eine derart kleine Zweite Stufe sogar ausgesprochen weich ist. Der Justierknopf, mit dem sich der Atemwiderstand verstellen lässt, bringt eine merkliche Änderung im Atemwiderstand. In welche Richtung man drehen muss, wir aber nicht angezeigt. Ein Tipp: Von sich Wegdrehen bringt mehr Leistung. Ein klasse Atemregler nicht nur für die Reise! Auch für flache Tauchgänge in sommerlichen Gewässern bei Temperaturen über zehn Grad Celsius. Kälter sollte es nicht sein, denn der „Micron ACD“ hat keine Kaltwasser-Zeritifizierung, schlug sich aber bis 30 Meter bei sieben Grad Celsius und bis zu 20 Sekunden Luftduscheneinsatz wacker.

DAS PRODUKT

Aqua Lung: „Micron ACD“

Erste Stufe Steuerung: membran
HD-/MD-Abgänge: 2/4
Zweite Stufe
Material: ABS, Polyurethan, Silicon
Balanciert: ja
Atemwiderstandsregler: ja
Venturi-Hebel: nein
Gewicht: 1,46 Kilo (Erste und Zweite Stufe plus Oktopus)
Besonderheiten: geringes Gewicht und Packmaß, Comfo-Mundstüch, durch Größe und auch für Kinder geeignet.
Preis: 499 Euro (Setpreis mit Oktopus )
www.aqualung.com

TAUCHEN MEINT: Ein Regler für alle Fälle, fern vom Kaltwasser. Top für Reisen in warme Regionen. Gewichtsmäßig ist er im Fluggepäck kaum zu schlagen!

Die Besonderheit des „CR/25XR“ ist, dass es ihn nur paarweise gibt. Das hat einen Grund.


MARES: „CR/25XR“

Mares-Regler sind schon seit Jahren bei Tech-Tauchern beliebt, nicht zuletzt wegen ihrer guten Atemcharakteristik. Mit der XR-Serie, der Kürzel steht für Extended Range, bietet Mares jetzt eine komplette Linie für Tech-Taucher an, darunter auch Automaten. Der vorliegende Regler hat eine Besonderheit: Er wird als Set mit zwei Ersten und Zweiten Stufen sowie Schläuchen von 60 und 210 Zentimeter verkauft. Damit ist eine beliebte Kofiguration aus dem Tech-Tauchen möglich. Jede der Ersten Stufen hat zwei Mitteldruck und einen Hochdruckabgang. Eine Sporttauchkonfiguration ist dadurch nicht möglich. Wer genau hinsieht, erkennt, dass die Ports etwas schräg aus der Ersten Stufe kommen. Das nennt Mares das „IPD“, das „Intelligent Port Design“. Intelligente Abgänge, das ist mal was Neues. Das Resultat: Die Schlauchführung ist der Hammer! Selbst bei Verwendung einer Monoflasche mit zwei Ventilen sind sich beide Regler nicht im Weg (siehe Bild). Übrigens: Wie bei Mares üblich kommt die Zweite Stufe ohne Drehrad und Hebel für die Einstellung des Atemwiderstands oder des Venturieffekts aus. Das liegt am VADKonzept (siehe Seite 89).

DAS PRODUKT

Mares: „CR/25XR“

Erste Stufe Steuerung: membran
HD-/MD-Abgänge: 2/4 (im Set)
Zweite Stufe Material: Technopolymer
Balanciert: ja
Atemwiderstandsregler: nein
Venturi-Hebel: nein
Gewicht: 951 Gramm (Erste und Zweite Stufe)
Besonderheiten: Mit Mischgas bis 150 Meter zertifiziert. Die Abdeckung der Zweiten Stufe kann zum Reinigen unter Wasser abgenommen werden. Das wird von Höhlentauchern gerne genutzt.
Preis: 720 Euro (Setpreis)
www.mares.com

TAUCHEN MEINT: Top-Regler für Tech-Taucher mit dem gewohnt hervorragenden Atemkomfort.

Der „Xstream“ – nomen est omen – ist ein Hochleistungsautomat für große Tiefen, ein echtes Arbeitstier. In dieser Klasse steht er praktisch alleine da.


POSEIDON: „XSTREAM“

Poseidon-Regler zählen laut Einschätzung vieler Nutzer zu den robustesten und zuverlässigsten auf dem Markt. So auch der „Xstream“. Das Gefühl ihn zu tauchen? Schwer zu beschreiben. Es ist eine wirklich große Luftmenge, die er einem gibt, aber das in eher sanfter Art und Weise. Dieser hohe Atemkomfort wird durch die Pilotsteuerung und eine große Luftlieferleistung erzielt. Ein zurückhaltender Riese, der seine Kraft nur selektiv nutzt. Naja, mit einer Einschränkung: Wenn man nämlich die Luftdusche betätigt. Dann geht er ab! Aber nur, wenn man sie wirklich braucht, denn sie liegt an der Seite und ist dabei leicht nach hinten versetzt angebracht. Ob Strömung, Scootern oder was auch immer, eine unfreiwillige Betätigung ist praktisch ausgeschlossen. Und sonst? Er hat ein ziemlich großes Mundstück, das sich zudem etwas rau anfühlt. Es gibt User die darauf stehen und andere die es nicht mögen. Brilliant aber war sein Verhalten bei einem Versuch ihn bei fünf Grad Celsius kaltem Wasser in 45 Meter Tiefe über die Luftdusche zum Vereisen zu bringen. Das wurde nach 25 Sekunden abgebrochen, da sich keine Wirkung zeigte und bestätigte Studien der USNavy zur Vereisungssicherheit des „Xstream“.

DAS PRODUKT

Poseidon: „Xstream“

Erste Stufe Steuerung: membran
HD-/MD-Abgänge: 2/5
Zweite Stufe Material: Technopolymer
Balanciert: ja
Atemwiderstandsregler: nein
Venturi-Hebel: nein
Gewicht: 1,25 Kilo (Erste und Zweite Stufe einschließlich Schlauch)
Besonderheiten: bis 200 Meter Tauchtiefe zertifiziert
Preis: 680 Euro
www.poseidon.com

TAUCHEN MEINT: Ein Profi-Regler für extreme Tauchbedingungen, vor allem hinsichtlich der Tiefe aber auch in Bezug auf seine hohe Resistenz gegen Vereisung.

Interessant ist die Form der Ersten Stufe und die Gestaltung der Abgänge. Das ermöglicht eine gute Schlauchführung.


SCUBAFORCE: „BLACK DEVIL“

Das Atemregler-Konzept von Scubaforce bietet für jeden Einsatz verschiedene Möglichkeiten. Wer neben Sport- und Tech-Tauchgängen auch noch Sidemount-Tauchen betreibt, oder einen Regler für eine Stage benötigt, kann jederzeit die Zweiten Stufen mit einer Ersten Stufe, die stage- oder sidemountgeeignet ist, einsetzen. Die verschiedenen Kombinationen sind entsprechend zertifiziert. Wirklich interessant ist die Erste Stufe „Black Devil TEC“, bei der die Abgänge für Mitteldruck und Hochdruck schräg abgehen. Das ermöglicht einen sehr körpernahen Verlauf der Schläuche ohne abstehende Schlauchverbindungen. Dazu tragen auch die bei Scubaforce verwendeten Flex-Schläuche bei, die es dort in allen gängigen Längen gibt. In der Praxis ist der Atemkomfort angenehm. Die Atemcharakteristik ist wie auch die Luftdusche angenehm weich. Man scheint fast etwas mehr Luft zu bekommen als nötig. Das könnte einmal an der überkompensierten Ersten Stufe liegen, die den Mitteldruck immer etwas über Umgebungsdruck hält, aber auch an der extra großen Ausatemmembran der Zweiten Stufe, die die Atemarbeit beim Ausatmen reduziert. Der Luftduschenknopf ist etwas klein geraten.

DAS PRODUKT

Scubaforce: „Black Devil“

Erste Stufe Steuerung: membran
HD/MD-Abgänge: 2/4
Zweite Stufe Material: Polymer/Aluminium
Balanciert: ja
Atemwiderstandsregler: ja
Venturi-Hebel: ja
Gewicht: 1,04 Kilo (Erste nund Zweite Stufe mit Schlauch.
Besonderheiten: überkompesierte Erste Stufe
Preis: 367 Euro (Erste Stufe „Black Devil TEC“ und Zweite Stufe), 219 Euro (Erste Stufe „Black Devil“ für Sidemount und Stage)
www.scubaforce.eu`

TAUCHEN MEINT: Interessantes Konzept, da alle Komponenten zertifiziert sind und untereinander getauscht werden können.

Schick ist die Edelstahleinfassung, mit der die Luftdusche in das Gehäuse integriert wird.


SCUBAPRO: „C370/MK17 EVO“

Die Überraschung beim „C370“ war der Atemkomfort, der wirklich ungewöhnlich ist, zumindest wenn man es sanft mag. Die Luft wird vom „C370“ weich und gleichmäßig geliefert. Woran liegt dieses ungewöhnliche Luftgefühl? Am Venturi-Effekt, an dem „Superflow“-Schlauch, der einen höheren Luftdurchsatz ermöglicht oder am neuen Mundstück, das ebenfalls einen höheren Luftdurchfluss haben soll als die Vorgänger? Schwer zu sagen. Aber es funktioniert und das ist die Hauptsache. Den Wohlfühleffekt gibt es auch bei der Luftdusche. Die spült den Mund sehr angenehm frei, aber ohne den Push-Effekt, den man sonst oft findet. Fast so, als wenn sie umgeleitet würde, bevor sie in den Mund kommt. Top! Bedient wird die Luftdusche über ein dreieckiges weiches Pad, das nicht zu verfehlen ist und das eine gute Dosierung ermöglicht. Wenn die Handschuhe etwas locker sitzen, können sie zwischen Pad und Metalldreieck eingeklemmt werden. Aber keine Sorge, der Regler gibt sie wieder her. Wichtig beim Atemkomfort ist auch das Ausatmen. Da kommt dann ein neuer Blasenabweiser ins Spiel, der eine um zehn Prozent verbesserte Atemarbeit bewirkt.

DAS PRODUKT

Scubapro: „C370/MK17 EVO“

Erste Stufe Steuerung: membran
HD-/MD-Abgänge: 2/4
Zweite Stufe Material: glasfaserverstärktes Nylon, Edelstahl
Balanciert: ja
Atemwiderstandsregler: ja
Venturi-Hebel: ja
Gewicht: 984 Gramm (Erste und Zweite Stufe ohne MDSchlauch)
Besonderheiten: überkompensierte Erste Stufe für besseren Atemkomfort
Preis: 329 Euro
www.scubapro.com

TAUCHEN MEINT: Top! Da scheint Scubapro ein Wurf gelungen zu sein, der schon ziemlich nahe an ein Meisterstück herankommt!


FOTO: A. KRÜTZFELDT, HERSTELLER