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TESTLABOR: NEU: LABOR IN XXL


video - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 02.08.2019

Die Größe von TV-Geräten steigert sich jedes Jahr, genauso wie deren Fähigkeiten für höherwertige Signale und smartere Features. Um das alles adäquat messen und testen zu können, haben wir unser Labor jetzt abermals deutlich erweitert.


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Zur feierlichen Preisverleihung dervideo Leserwahl 2019 waren alle namhaften Industrievertreter in unsere Räumlichkeiten in Haar bei München gekommen. Wir nahmen das zum Anlass, allen Newcomern unsere heftübergreifende Kompetenz in Unterhaltungs- und Telekommunikationselektronik zu demonstrieren – in Form der diversen Labors, Hör- und Screeningräume, auf deren Qualität ...

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Zur feierlichen Preisverleihung dervideo Leserwahl 2019 waren alle namhaften Industrievertreter in unsere Räumlichkeiten in Haar bei München gekommen. Wir nahmen das zum Anlass, allen Newcomern unsere heftübergreifende Kompetenz in Unterhaltungs- und Telekommunikationselektronik zu demonstrieren – in Form der diversen Labors, Hör- und Screeningräume, auf deren Qualität wir sehr hohen Wert legen.

Ganz aktuell wurde der neue Schwarzraum für TV- und Beamertests eingeweiht, der im Haus umgezogen und mit den Ansprüchen des TV-Marktes gewachsen ist. Vor acht Jahren für parallele Vergleichstests von maximal zehn TV-Geräten mit „großzügigen“ 55 Zoll Diagonale konzipiert, platzte unser alter Schwarzraum aus allen Nähten, wenn gleichzeitig mehr als drei 85-Zöller anrückten. Und über zehn Satellitenanschlüsse musste man auch nicht vorsehen, waren Geräte mit Doppeltuner damals ja nicht gerade breit gestreut. Mittlerweile hat sich 55 Zoll zur Durchschnittsgröße in der Mittelklasse entwickelt. Bei 65 Zoll beginnt die Faszination erst, und 70 bis 75 Zoll wird die neue Luxusgröße, glaubt man den Aussagen asiatischer Panelfabrikanten. Wirklich umwerfende Geräte werden jetzt schon in 82 bis 98 Zoll ausgeliefert, satte zweieinalb Me- ter Bilddiagonale. Hier besitzt dann auch die 8K-Auflösung ihre Relevanz.

infach mal Stromverbrauch messen ist nicht genug. Das ZES Zimmer LMG95 (4500 Euro) erfasst 200.000 mal pro Sekunde Lasten und Störungen auf der Netzleitung. Wichtig für EU-Norm-konforme Verbrauchswerte.


Doppelt so groß

Unser neues Labor hat sich der Bildschirmfläche angepasst und ist mit 55 Quadratmetern Grundfläche größer als manch eine Münchner Mietwohnung. Auf fast sechs mal zehn Metern können unsere Laborwägen schon mal locker fünf 98-Zöller nebeneinander zum direkten Vergleich antreten lassen. Die untere Etage bleibt erst einmal auf 55-Zöller beschränkt. Mehr ist nicht nötig, da leider die Palette an TV-Anbietern in den letzten Jahren ausgedünnt wurde. Maximal sechs Hersteller treten in der Regel zum direkten Vergleich an.

Für größere Testfelder aus gemischten Diagonalen haben wir unsere Empfangsanlage kräftig aufpoliert. Sage und schreibe 52 TVs könnten wir nun parallel mit Fernsehmaterial versorgen. Das teilt sich auf in 16-mal Multisat, 16-mal Einkabellösung, 8-mal DVB-T2 HD, 8-mal Kabelanschluss und 4-mal Sat>IP. Eingebaut ist die gesamte Technik in eine lokale TV-Serverbox (siehe Seite 36), damit wir in Zukunft schneller auf Innovationen der Verteiltechnik reagieren können.

Der nächste Schritt der Aufrüstung wird die Umstellung unserer HDMIDistribution und der Testbildgeneratoren sowie der Verkabelung auf die Norm 2.1 sein, womit sich die Bandbreite auf 48Gbit/s, also 10k@120Hz hochschraubt. Passende Geräte sind jedoch noch nicht erhältlich.

Im Zuge der Laboreinweihung zeigten wir, was wir an TV-Messungen durchführen können, und viele Gäste zeigten sich überrascht, wie tief unsere Expertise gehen kann. Jeder kennt die abgedruckten Farbdiagramme der Software Calman, doch dass Hunderte weitere, breit gefächerte Messungen und Benchmarks erfolgen können, war längst nicht jedem klar. Also auch hier erneut ein kleiner Abriss von dem, was in unserem Schwarzraum mit einem TV-Gerät alles passieren kann.

Seit fast zehn Jahren ist das Farbspektrometer CS- 2000 von Konika- Minolta unsere Referenz für Farb- und Leuchtdichtemessungen. Es gibt auf dem Markt zwar schnellere, aber kaum präzisere Messgeräte als dieses.


Jeder Aspekt wird untersucht

Nach der Installation und Sendersuche betrachten wir das Panel durch eine Displaylupe und machen, falls Interessantes zutage tritt, Aufnahmen von der Pixelstruktur mit einem USBMikroskop. Dann wissen wir bereits, um welche Technologie und Hersteller es sich handelt. Als nächstes folgen nach Schnellmessung aller Presets und minimaler Kalibrierung der wichtigsten Signalparameter die entscheidenden Helligkeits-, und Farbmessungen, die wir im Heft abdrucken. Dazu nutzen wir die Software Calman Business und als Messgerät dient uns das Präzisions- Farbspektrometer CS-2000 von Konika-Minolta (Bild oben). Zuspieler sind UHD-Blu-ray-Player sowie der HDMI-Generator Six-G von Murideo. So können wir sehen, ob spezielle Formen der Testbilder (Durchschnittshelligkeit, dynamische Inhalte) Auswirkungen auf die Messergebnisse haben. Neben allen Aspekten der Farbneutralität und Gammakurven erfassen wir mehrere Werte für den Stromverbrauch, Ausleuchtung, Input-Lag und je nach Displaytechnologie Auswirkungen des Dimmings. Die wichtigsten Messungen müssen nach normalem HDTV nochmals in HDR (PQ) und Hybrid-Log-Gamma erfolgen, da hier ganz andere Anforderungen gestellt werden. Nach diesen Pflichtübungen geht es zur Kür über, nämlich der intensiven Analyse von Dutzenden möglichen Eigenarten und Fehlern in der Bildverarbeitung und -darstellung. Hierzu dienen neben vielen Blu-rays über einhundert selbst produzierte Testsequenzen zur Isolierung aller Arten von Bildeigenheiten – auf DVD, Blu-ray und als UHD-HDR-Dateien. Finden unsere Tester etwas, geht es wieder ans Laborequipment und es wird weiter gemessen, beispielsweise wenn die Tuner-, USB- oder Netzwerkwiedergabe anders ausschaut als HDMI oder die Bewegungskompensation aussetzt. So ist es dieses Jahr üblich, (Farb-)Blickwinkel und Reflexionsgrad exakt zu bestimmen, nachdem dort Herstellerunterschiede größer wurden. Die Eingangslatenz spielt für Gaming eine ebenso große Rolle wie die Grau-zu- Grau-Ansprechzeit des Panels für Bewegtbildschärfe. Die messen wir mit Lichtsensoren mikrosekundengenau auch in Farbanteilen (Thema: Rotschatten). Um 24p-Timing, Zwischenbildberechnung und Geometrie eines Backlight-Scannings zu erfassen, nutzen wir eine Hochgeschwindigkeitskamera mit 1200 Bildern pro Sekunde. An einer sich drehenden Spezialsequenz (siehe Aufmacherbild) können wir mit motorisierter Kamera die MPRT (Moving Picture Response Time) bewerten. Aufgrund der unpräzisen Wiederholbarkeit sind Audiomessungen von TVs seltener. Im Schwarzraum liefern sie jedoch realere Ergebnisse als Frequenzgänge aus unserem schalltoten Raum. Überhitzungs-, Nachleucht- und Einbrenntests machen wir erst, nachdem die Geräte für den Testbericht invideo fertig bewertet wurden, und dann meist nur im Auftrag eines Herstellers. Fehlt uns beispielsweise noch ein neuer Testaspekt können wir ihn schnell entwickeln. Und dass nach allen Bildund Tonbewertungen auch noch etliche Kompatibilitäts- und Praxistests folgen, um zur endgültigen Bewertung zu gelangen, das muss wohl kaum erwähnt werden.

Neben unserem 65‘-Referenz-OLED von LG (links) können wir nun fünf TVGiganten von bis zu 100 Zoll im direkten Vergleich testen und messen. Im komplett abgedunkelten Raum werden Kontraste weit größer als 1 Million:1 erfasst. Beamermessungen erfolgen durch die 1m²-Rückprojektions-Wand.


In der Box kommen fünffach geschirmte HF-Leitungen zum Einsatz.


DiSEqC

Die klassische Satellitenverteilung für Astra und Horbird kann bis zu 16 TVs versorgen (8x Dualtuner)

DVB-C

Acht Antennenbuchsen greifen auf unseren Vodafone- Kabelanschluss zu. Alles ist digitaltauglich mit DOCSISRückkanal.

Einkabellösung

Bis zu 16 Sat-Tuner können über die in Reihe geschalteten acht F-Buchsen in den Normen Unicable oder JESS versorgt werden.

DVB-T2 HD

Die gute alte Hausantenne ist ebenfalls achtmal vertreten. Hier gibt es Freenet-TV und ÖR.

SAT>IP

Unser SAT>IP-Router von Kathrein enthält vier Tuner und verschickt Transportströme via 12x Gigabit-LAN oder W-LAN ac

Wir setzen Geräte von Murideo zur Messung der HDMI-Qualität ein. Der Generator Six-G (hinten) erzeugt Testbilder in HDR und Ultra-HD mit bis zu 18 Gigabit pro Sekunde (2.0b). Mit dem Analysator Six-A sehen wir exakt, welche Konfiguration ein Player ausgibt. Gemeinsam können sie HDMI-Kabel verifizieren.

Unsere Zuspieler werden mit gefiltertem Strom versorgt. Der 1:8-HDMI-Splitter verarbeitet genauso wie die Player von Panasonic und Oppo DolbyVision und HDR10+. Ein AV-Receiver testet z.B. den ARC.

Ein Mikroskop mit 200-facher Vergrößerung liefert Bilder von der Panelstruktur eines TV-Gerätes. Die feinste Unterteilung eines 8K-Displays in Subpixel ist gut zu erkennen.

Natürlich zählen weitere Gerätschaften wie eine Lichtquelle für Reflexionsmessungen oder Amazons Alexa zum Equipment unseres Labors. Und für die Bildvergleiche werden neben Hunderten spezialisierter Testbilder und -sequenzen auch viele

UHDDiscs und TV-Sender aller Normen zu Rate gezogen. Im TV-Labor steht ein zusätzlicher Audio-Messplatz. Hier können nicht nur Klang-Frequenzgänge von TVGeräten erfasst werden, sondern auch Leistung und Verzerrungen von AVRs mit bis zu acht Endstufen. Von UHD-Playern können wir den HDMI-Ausgang bis UHD-30p mitschneiden und analysieren. So werden Pegelfehler, Frequenzmanipulationen, Phasenprobleme, Farbrechenfehler oder Artefakte erkannt. Per Oszilloskop werden die Signale mehrerer Lichtsensoren für die Messung der LCD-Ansprechzeit ausgewertet. Der TV-Sender von Rohde&Schwarz liefert präzise Tunerergebnisse für DVB-C -T und -S.