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TESTModellWerft: Der russische See-Bär »Admiral Panteleyev«


Modellwerft - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 14.08.2019

TEST: Die Udaloy-Klasse der Premium Line von Graupner


Artikelbild für den Artikel "TESTModellWerft: Der russische See-Bär »Admiral Panteleyev«" aus der Ausgabe 9/2019 von Modellwerft. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Modellwerft, Ausgabe 9/2019

Im Neuheitenprospekt 2019 erscheint bei Graupner ein neues modernes Schiff aus der grauen Flotte im weit verbreiteten Maßstab 1:100. Dieses Mal ist es ein Vorbild von der anderen Seite des Eisernen Vorhanges, dieAdmiral Panteleyev der Pazifischen Flotte, Code 548, in Russland als Projekt 1155 Fregat bekannt. Als letztes aus der in NATO-Kreisen als Udaloy- I-Klasse bekannten Schiffe, wurde das Vorbild im Dezember 1991 in Dienst gestellt

Die Schiffe der Udaloy-I-Klasse gehen auf einen Entwurf aus den 1970er Jahren zurück. Ihre primäre Aufgabe sollte ...

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... die U-Bootabwehr sein. Die Klasse wurde erstmalig für eine spezielle Aufgabe konstruiert und ist damit deutlich kleiner als russische Kampfschiffe zuvor. Bei bis zu 7.500 t Einsatzverdrängung ergibt sich eine Länge von 163 m und eine Breite von 19 m, mit 7,8 m Tiefgang. Der Antrieb erfolgt über zwei Wellenanlagen, an denen je eine M62- Turbine mit 9.000 PS für Marschfahrt und eine M8KF mit 22.000 PS für äußerste Kraft installiert sind.

Los geht’s

186 cm lang, 51 cm hoch und 36 cm breit ist der Karton des neuen Graupner- Modells. Wer sich dieses Schiff gönnen will, muss sich schon das passende Transportfahrzeug organisieren, der Mittelklasse-Pkw kommt bei den Abmessungen deutlich an seine Grenzen. Beim Öffnen der Transportkiste ist eine zweite Person dringend erforderlich. Zu leicht verkantet sich der Deckel und nichts geht mehr.

Ist der Stülpdeckel erst einmal entfernt, fällt der Blick direkt auf das Modell. Seitlich steckt die Bedienungsanleitung in Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch. Diese enthält alle wichtigen Informationen, eine Aufstellung des Lieferumfanges und eine Liste mit empfohlenem Zubehör sowie Pflegehinweise. Was mir in der Zubehörliste gefehlt hat, war die Erwähnung des Gegenstücks zum Stecker, der am Regler im Modell vorhanden ist. Noch besser würde es mir gefallen, wenn die Hersteller der Regler gleich das benötigte Stück mitliefern, dann entfällt der zusätzliche Weg zum Händler. Nicht jeder hat das komplette Sortiment an Stecksystemen in der Schublade. Sehr unglücklich, wenn wie in diesem Fall, das Gegenstück derzeit beim Händler vor Ort gar nicht lieferbar ist. Auf der letzten Doppelseite der Anleitung findet sich, ganz wichtig, das Anschlussdiagramm. Hier erscheinen die beiden Geschütze als einzeln anzuschließende Kanäle, vorgefunden habe ich einen Stecker, an dem beide Servoleitungen zusammengefasst sind

Der Karton ist im Wohnzimmer angekommen. Das Auspacken beginnt


Sicher und gut gepolstert ist das neue Modell in seiner Verpackung


Die KA-27 aus Resin-Vollmaterial mit sehr schönen Ätzteilen


Zwei Premium-Modelle im Vergleich. Die eher nüchtern glatteArleigh Burke neben der der neuenUdaloy


Als Verbesserungsvorschlag möchte ich hier einmal anregen, die verwendeten Farben in der Dokumentation aufzuführen. Bei der Größe der Premium- Modelle kann es selbst beim vorsichtigen Hantieren immer mal vorkommen, dass man irgendwo aneckt und schon wird ein kleiner Werftaufenthalt fällig. Gut wenn man dann einfach in die Liste gucken muss und die Farbe direkt ablesen kann.

In der hinteren Transportsicherung, die das Schiff zum Deckel hin abstützt, befindet sich ein herausnehmbarer Schaumstoffklotz, der die Anbauteile enthält. Es sind der Hubschrauber und der Kran. Die beiden Beiboote für die hier noch Platz vorgesehen ist, befinden sich bereits montiert an Deck. Für das weitere Auspacken heben wir das Modell auf den Kartondeckel.

Die Verpackung schützt das Modell perfekt, die Schaumstoff-Einlagen legen das Modell fest und im Bereich oberhalb des Rumpfes ist sehr viel Platz, sodass hier nichts an den äußerst filigranen Masten passieren kann. Bei meinem Modell war nicht eine einzige Kleinigkeit verbogen.

Satinband mit Glitzereffekt sichert die Aufbauten am Rumpf. Fein säuberlich entknotet findet dieses schließlich aufgerollt den Weg in den Bastelvorrat meiner Frau. Letzten Endes ist es geschafft, das Modell ist ausgepackt, die Begutachtung kann beginnen.

Mein erster Blick fällt immer erst einmal auf die Propeller, die uns der Hersteller da spendiert hat. Es sind die schon von anderen Modellen bekannten Metallguss- Dreiblattpropeller. Dem Modell derArleigh Burke lagen zusätzlich Messingpropeller bei. Ich hoffe, Graupner legt sie auch diesem Modell bei. Das hat sie auf alle Fälle verdient. Bei meiner PremiumArleigh Burke waren diese beigelegten Propeller übergeblieben, da ich mich für ein größeren Typ entschieden hatte, und so konnte der Umbau auf Fünfblatt-Messingpropeller direkt erfolgen. Was für ein Unterschied

Wenn alle Aufbauten abgenommen sind, hat man bequemen Zugang zum Inneren des Modells


Ruder, Propeller und Wellen unter dem Namen. Eine sehr gelungene Komposition


Die Propeller lagen dem Premium-Modell derArleigh Burke bei. An derUdaloy passen sie sehr gut in Form und Größe


Heckansicht das Brückenaufbaus. Feinste Ätzteilfalttechnik aus Fernost


Und dann sitze ich auf dem Fußboden um einen Pappkarton, auf dem ein Schiffsmodell steht und bin sprachlos. Das, was uns Graupner da im Maßstab 1:100 auf den Tisch stellt, ist schlicht und einfach fantastisch. Da habe ich in vielen Museen Schiffe gesehen, die an diese Qualität nicht herankommen. Der Rumpf ist aus Glasfaserkunststoff gefertigt, sehr stabil und dabei gar nicht mal so dickwandig. In der Sonne stehend kann man den weißen Wasserpass innen im Rumpf als helle Linie erkennen. Die Außenseite ist spiegelglatt und in seidenmattem Lack sauber gearbeitet. Alleine der typische Knick im Bugbereich ist eher als Rundung ausgeführt und nicht so präsent, wie man es auf Fotos erkennen kann. Ausgestattet ist er mit je zwei Schlingerkielen je Seite, zwischen denen die Flosse der Schlingerdämpfungsanlage dargestellt ist. Im Wulstbug ist bei den Originalen die Solaranlage vom Typ „Horse Jaw“ untergebracht. Sehr gut wiedergegeben ist der Schwung des Hauptdecks zum Brückenaufbau hinunter. Das passt und gibt die Silhouette richtig gut wieder. Auf der Back befinden sich ganz vorne die beiden PK- 2-Täuschkörperwerfer, dahinter vier Startbehälter für Raketen vom Typ 9M330 Kinzhal, Nato-Name Gauntlet, und ein Geschütz vom Typ AK-100. Es ist mit einem Servo per Fernsteuerung drehbar ausgeführt.

Aufbauten

Sie teilen sich in vier abnehmbare Teile auf. Der vordere flache Aufbau vor der Brücke trägt das zweite Geschütz vom Typ AK-100 und zwei Scheinwerfer. Hier ist ganz besondere Vorsicht beim Abnehmen von Nöten, da das Servokabel nicht so lang ist, dass man ihn neben das Schiff stellen könnte. Wenn man hier unachtsam ist, wird der Aufbau nach kurzem Weg vom Kabel gestoppt und das Bauteil fällt aus der Hand und beschädigt dabei womöglich das Deck, die Reling oder andere Anbauteile. Auf dem Deck steht ein sehr feiner Gittermast und vier Antennen sind drumherum aufgebaut. Zu schnell ist hier ein Schaden passiert

Unter dem Deck dieser Baugruppe befindet sich das Servo, um das Geschütz zu drehen. Das Aufrichten des Rohres erfolgt wie bei dem vorderen Geschütz mit der Hand.

Der Aufbauteil mit der Brücke und den beiden hohen Abgastürmen für die Turbinen folgt jetzt auf dem Weg nach achtern. Es ist ein sehr großes und mit 642 Gramm schweres Bauteil. Beim Zurücksetzen auf den Rumpf muss hier peinlichst auf die beiden Streben seitlich unter der Brücke geachtet werden, zu leicht verbiegen diese in einem unachtsamen Moment die Reling. Während der Testphase hat es sich als praktikabel erwiesen, den Aufbau mit beiden Händen an den Seiten zu fassen und erst mit der Hinterkante auf das Deck zu setzen, dabei mit den Daumen die Streben ein wenig auseinander biegen. Damit ist gewährleistet, dass die Reling in dem Bereich nicht beschädigt wird. Ein Kabel führt zur Stromversorgung der LEDs und des Motors für die Radarantennen in den Aufbau. Das Kabel ist mit den roten Graupner 3029- Steckern versehen. Es bedarf einiges an Kraft, um die Stecker zu trennen, aber letztendlich gelingt es. Auf einem Podest auf dem Steuerhausdach befindet sich die feine Nachbildung des Feuerleitradars 3R95 für die Kinzhal- Raketen auf dem Vorschiff. Unter der Brücke sind die Startbehälter für die Anti-U-Boot Lenkwaffe SS-N-14 Silex, Variante Rastrub B. Die dazugehörigen beiden Leitradargeräte stehen direkt an der Vorderkante über den Brückenfenstern. Auf dem erhöhten Turm befindet sich das MR-184 „Lev“-Radar, das die AK-100 Geschütze führt. An den Auslegern vorne sowie back- und steuerbord des Mastes liegen die drei Radargeräte vom Typ MR-212, Vaygach- Nayda, die für die Navigation zuständig sind. Die beiden oberen Antennen gehören zum MR-320M „Topaz-V“ Luftund Seeraum-Überwachungsradar. An der hinteren Kante des Brückendecks befindet sich je Seite ein MP-41-ECMBehälter.

Das nächste Aufbauteil trägt den zweiten Satz Abgastürme und den Hauptmast. Mit 450 Gramm ist auch er nicht gerade ein Leichtgewicht. Auch hier führt ein 3029-Kabel zur Stromversorgung vom Motor für das MR-760MAGerät und der LED hinein. Wie schon am Aufbauteil vorher, befindet sichmit dem Mast ein wahres Kunstwerk auf dem Deck. Was die Modellbauer aus Fernost hier an filigraner Ätzteilfaltkunst präsentieren, sucht wohl seinesgleichen. Für diese Mastkonstruktionen sind ja gerade die Schiffe der Russischen Marine bekannt und beliebt. An den Ecken auf dem Deck stehen die CIWS AK-630M, die je Geschütz mit 24.000 Schuss Munition ausgestattet sind. Mittig ein Deck höher befindet sich das dazugehörige Radargerät vom Typ MR-123-01 Vympel-A. An den unteren seitlichen Auslegern sind je zwei MP-407 „Start-2“ ECM-Behälter, auf den oberen beiden Auslegern des Mastes das Provid-B TACAN-System zur Freund-Feindkennung. Diese werden wegen ihrer Bauweise auch Round House genannt. An der Spitze das Mastes befindet sich das angetriebene MR-760MA-Fregat-LuftraumÜberwachungsradargerät. Die beiden horizontalen, abgewinkelten Planar- Antennen sind in unterschiedlichen Winkeln montiert worden, um den geringen Messfehler des Radars während der Drehung zu korrigieren

Nach diesem Aufbau verringert sich das Freibord um ein Deck. Hier stehen je Seite ein Vierfachsatz 533-mm-Torpedos. Mittig dazwischen ein weiterer Doppelstarter 9M330 Kinzhal. Auch der Kran befindet sich hier. Möchte man ihn wie beim Vorbild während der Fahrt üblich darstellen, bedarf es eines kleinen Tricks. Da die beiden Abgastürme zu nah beieinander stehen, kann man den Ausleger dort nicht von oben einlegen. Man nimmt also den Kran in die Hand und steckt den Ausleger zwischen die Abgastürme. Jetzt braucht es etwas vorsichtiges Hantieren und man steckt den Montagestift ins Deck. Dabei muss man den Kran etwas verbiegen, dafür ist er so natürlich gut gesichert. Einfacher kann man es sich machen, wenn man den Montagestift ein wenig kürzt.

Der letzte abnehmbare Aufbau ist der Hangar mit dem Flugdeck, welches sich wieder auf der Höhe des Hauptdecks befindet. Es bringt 558 Gramm auf die Waage. Steckt man jetzt den mitgelieferten KA-27 Helix-Hubschrauber (32 Gramm) in die dafür vorgesehene Öffnung, erkennt man aber, dass dieser viel zu hoch ist. Selbst die Turbinen würden oben aus dem Hangar herausragen. Aber anders als in derwestlichen Welt steht der Hangar nicht in der vollen Höhe des Luftfahrzeuges über Deck. In diesem vorliegenden Fall schieben sich zwei Platten vom Dach wie ein Niedergang nach vorne und die beiden Hangartore öffnen sich. Der Hubschrauber mit gefaltetem Rotor wird nun auf Schienen eingeschoben und kann danach ein Deck weit abgesenkt werden. Tore und Dach werden wieder geschlossen. Fertig. Auf einem Podest auf dem Hangar ist ein zweites 3R95-Leitradar installiert, das für die an der Vorderseite des Hangaraufbaus und den zwischen den Torpedosätzen stehenden 9M330 Kinzhal-Starter zuständig ist. Die Antennen dieses Gerätes sind wieder per Motor drehbar ausgeführt. Je ein RBU 6000-Wasserbombenwerfer ebenfalls auf Höhe des Daches ist an der Vorderseite des Hangars aufgestellt.

Zum Abschluss der Beschreibung fehlt nur noch das Heck, hier befindet sichdas im Original nach oben aufklappbare Tor, hinter dem sich das Polinom 360°-Schleppsonar System befindet. Obwohl hier zwei Propeller zu Werke gehen, haben die Ingenieure dem Schiff nur ein einzelnes mittig montiertes Schweberuder spendiert. Der große Vorteil für uns Modellbauer ist die dadurch sehr einfach zu gestaltende Wartung der Wellen. Im Gegensatz zu Modellen mit zwei Rudern brauchen diese eben nicht zuvor demontiert werden, bevor die Wellen gezogen werden können. Witzig an diesem Modell, das untere Lager an der Ruderhacke ist nur angedeutet und so lässt sich das Ruder zur Wartung einfach nach unten herausziehen. Eine Trennung von Ruderblatt und Welle ist so nicht nötig. Im vorliegenden Fall war die Ruderwelle nicht gefettet

Feine Details: Seiltrommeln und Deckluken


Regler und Schaltbaustein liegen anschlussfertig im Schiff


Servo-Fundament für vorderen AK-100-Turm


Der Kabelbaum im Inneren des Modells


Die Antriebsmotoren in 600er-Baugröße, Kupplungen mit Gummielement zur Entkopplung des Antriebes


Die Akkubox im Rumpf


Der Schaltbaustein für Licht und Motoren


Lichttest am Brückenaufbau


Lichttest am Flugdeck


Ich finde es fantastisch, dass das Modell mit frei laufenden Wellen ausgestattet ist. Bei der Arleigh Burke war das schon so, es macht ein so unheimlich gutes Bild. Da bei meinem Amerikaner beide Wellen ausgetauscht werden mussten, weil sie verbogen waren, habe ich diese bei dem Russen natürlich ganz besonders genau geprüft. Hier sind beide Wellen augenscheinlich gerade, sie sind auch nicht mehr wie in der Vergangenheit mit dem roten, sehr festen Fett eingesetzt. Mit der Hand gedreht merkt man nicht so einen großen Widerstand, wie ich ihn bei anderen Modellen gefühlt habe. Wenn die Elektrik installiert ist, wird ein Test zeigen ob ein mit dem Auge nicht zu erkennender Schlag vorhanden ist.

RC-Komponenten

Der Einbau geht dann schnell über den Basteltisch. Anschlusskabel für die Akku mit EC3-Stecker verlöten, Empfänger anstecken. Eine Akkubox ist schnell aus Polystyrol-Plattenmaterial geschnitten und verklebt. 217×71 mm sind die Maße für die Grundplatte, 40 mm hoch sind die Wände bei meiner, verklebt mit Ruderer. Zu den Seiten hin bleibt dann nur ein geringer Spalt, in der Längsrichtung ist etwas mehr, damit die Steckverbindung noch Platz hat. Zum Anschließen wird der Akku in die Box gestellt, die Kabel angesteckt, hingelegt und mit den Anschlüs-sen nach achtern zeigend bis zum Ende geschoben, der zweite Akku wird sinngemäß angeschlossen

Dann kommt der große Moment, die Akkus sind im Schiff und es ist eingeschaltet, jetzt kann die erste Funktionsprobe erfolgen. Vorsichtig den Hebel für die Antriebe nach vorne gedrückt. Nichts. Zurück? Nichts. Das Ruder rudert, aber zittert dabei. Die Funktion, schaltet ein, aber bleibt nicht eingeschaltet. Offenbar ist der Schalter nur als Taster ausgelegt. Solange der Knüppel des zuständigen Kanals in der vorderen oder hinteren Position gehalten wird, laufen die Motoren für die Radargeräte und die LEDs leuchten. Lässt man den Knüppel dann los, kehrt Ruhe ein und die LEDs erlöschen. Die Funktion wird vom Schaltbaustein nicht gehalten. Eine Dokumentation über den Baustein ist bei diesem Modell nicht vorhanden. Die Geschütze, drehen und das Zittern des Ruderservo nimmt beängstigende Formen an. Ein erneuter Versuch mit dem Antrieb, keine Reaktion. Nach einigem Ausprobieren, mal zeigt der Regler eine Funktion, im nächsten Moment wieder nicht, zerlege ich den Stecker, drücke vorsichtig mit einer Zange die kleinen Kontakte zusammen und probiere erneut. Na also, es geht ja doch. Der Admiral meldet sich allerdings sehr lautstark zum Dienst. Später bekomme ich das Zittern des Ruderservos durch einen Ferritring, um den die Leitung zwei Mal gewickelt wird, in den Griff. Ja, ich hab sie mit einer älteren Steuerung mit 40 mHz ausgerüstet. Das mit der Lautstärke der Antriebe hat mich aber doch erschreckt, ein Funktionstest im Wasser erfolgt ja noch. Ich befürchte, da muss etwas dran gemacht werden.

Der erste Endruck des sehr lauten Antriebs ließ mich einfach nicht mehr los. An einem schönen sonnigen Tag habe ich also den Rumpf auf den Terrassentisch gestellt und in aller Ruhe die Wellen gezogen. Dabei kam dann doch das typische „China-Fett“ zu Tage. Tatsächlich sind die Wellen gerade, die erste Erleichterung. Seltsamerweise habe ich das Gefühl, als ob sich in der Wellenanlage ganz feiner Sand befindet. Das ist ein ganz feines Knirschen, so wie man es vom Bearbeiten von Glasfaserplatten kennt. Auf den Wellen befinden sich Laufspuren, an den Stellen an denen die Lager sitzen. Mit1.000er-Schleifvlies sind die dann auch schnell wegpoliert. Einzeln laufen die Motoren deutlich besser als die, die in meinerArleigh Burke montiert waren

Beim Zuwasserlassen derAdmiral Pantaleyev


Verbandsfahrt mit dem amerikanischen Zerstörer der Arleigh Burke-Klasse


Die Fahrerprobung

Nach der Fotosession an Land, wurde das Modell ins Wasser gesetzt und getrimmt. Mit 2.446 Gramm Zuladung liegt das Modell dann so tief, dass man den Wasserpass gerade noch sehen kann. Die erste Runde drehe ich dann ohne die Aufbauten. In einem US-Schiffsmodellbau-Forum ist der Begriff „top heavy“ gefallen. In diesem Fall hat der Eigentümer ein Schwert wie bei einem Segelboot angebracht. Also ist erst einmal Vorsicht geboten, zumal auch der Wind heute sehr böig ist. Wie bei der ersten Begutachtung vermutet, ein einzelnes Ruder bei zwei Antriebswellen ergibt eine nicht allzu große Wendigkeit. Die Ruderwirkung ist recht gering. Das fällt später noch einmal negativ auf. Aber erst einmal weiter Aufrüsten. Die ersten Runden Kreise fahren, um ein Gefühl für das Schiff zu bekommen. In schnell gefahrenen Kurven steigt das Wasser durch die Krängung auf das tiefer liegende Deck achtern. Das Modell legt sich weit über. Die Antriebswellen laufen im Wasser dann ruhig. Das Lauteste dabei ist der Regler. Sein Pfeifen ist deutlich über den See zu hören.

Mit den vorgeschlagenen Akkus im Rumpf liegt der Schwerpunkt viel zu weit oben. Die logische nächste Änderung wird also sein, den Rumpfboden mit selbstklebendem Blei auszulegen und die Akkus gegen leichtere LiPos zu tauschen. So wandert der Schwerpunkt weiter nach unten und die Fahrzeit verlängert sich dank der höheren Leistung der LiPos im günstigsten Fall sogar. Ein 2S-LiPo mit 5.000 mAh wiegt gerade einmal 381 Gramm. Das wären mit zwei Stück an Bord aufgerundet 800 Gramm. Bleiben also 1.600 Gramm für den Bleiballast am Rumpfboden. Je ersetztem Akku erhöht die Kapazität gegenüber den Bleibatterien dann um 500 mAh. Das sollte dann für etwa zwanzig Minuten zusätzliche Fahrzeit genügen. Nach etwas über zwei Stunden fast ununterbrochenen Fahrt ist eine deutliche Abnahme der Geschwindigkeit bemerkbar. Ein wenig Wasser hat den Weg ins Schiff gefunden. Ichrätsele nach wie vor, welchen Weg es genommen haben könnte. Beim Laden der Akkus konnten dann 3,44 Ah von vorhandenen 9 Ah nachgeladen werden. Das ist ja schon mal gar nicht so schlecht. So stromhungrig sind die Motoren nicht

Fazit

Aus dieser Testwoche kann ich hier guten Gewissens eine Kaufempfehlung geben. Ich gehe aber ganz stark davon aus, dass es sehr wenige Modelle geben wird, die überhaupt Wasser zu sehen bekommen. Die Gefahr etwas zu beschädigen, ist in einer Vitrine eben deutlich geringer. Die Details, die ich hier vorgefunden habe, sind faszinierend für ein Großserienmodell. Seilwinden auf denen tatsächlich auch aufgetrommeltes Seil zu finden ist, Decksluken mit extra angesetzten Handrädern, großartig. Alles in allem bin ich mit meiner getroffenen Kaufentscheidung überaus zufrieden. Nach den allseits bekannten Modellen von Schiffen aus der Zeit des WWII, erschienen 2010 mit derRommel und 2014 mit derArleigh Burke die ersten modernen Einheiten. 2019 liefert Graupner mit derUdaloy jetzt sein Meisterstück ab. Ich kann nur hoffen, dass diese Reihe mit weiteren interessanten Modellen weitergeführt wird.

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Graupner Tel.: 07021 722-0 E-Mail: info@graupner.de