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TESTREPORTAGE – OUTDOOR-UHREN: Vollgas über Stock und Stein


Uhren Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 21.06.2019

Benjamin Karl ist es gewohnt, mit seinem Material an Grenzen zu gehen. Der mehrfache Snowboard-Weltmeister nimmt auch als Mountainbiker an einem der härtesten Wettbewerbe der Welt, dem »Dolomitenmann«, teil. Für uns hat der Red-Bull-Athlet in den Bergen seiner österreichischen Heimat Lienz Uhren getestet -eine Kooperation von UHREN-MAGAZIN und der Zeitschrift »Red Bulletin«.


Artikelbild für den Artikel "TESTREPORTAGE – OUTDOOR-UHREN: Vollgas über Stock und Stein" aus der Ausgabe 4/2019 von Uhren Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Uhren Magazin, Ausgabe 4/2019

Fotos— Konstantin Reyer

——— Eigentlich ist er Snowboarder – vierfacher Weltmeister und dreifacher Gesamtweltcupsieger. Zwanzig Einzelweltcupsiege und zwei olympische Medaillen hat er auf den wendigen Brettern schon eingefahren. ...

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... Abseits des Wintersports trainiert der sympathische Österreicher Benjamin Karl auf dem Mountainbike und nimmt regelmäßig an Rennen teil, unter anderem am Red-Bull -Dolomitenmann, bei dem er für die gemeinnützige Stiftung für Rückenmarksforschung »Wings for Live« an den Start geht. Der Dolomitenmann gilt als härtester Teamwettbewerb der Welt und besteht aus den Disziplinen Berglauf, Paragleiten, Wildwasserkajak und Mountainbiken. 2019 findet er am 7. September in Lienz statt, da wo der 33-Jährige zuhause ist. Zur Vorbereitung war Benjamin Karl im bergigen Gelände und auf Trails unterwegs und nahm dabei sechs Zeitmesser für das UHREN-MAGAZIN hart ran. Sie mussten Stöße und Erschütterungen ebenso aushalten wie Wasser und Schlamm, und dabei sicher und bequem am Handgelenk sitzen und gut ablesbar sein. Der Sportler verriet uns nachher, wie jede einzelne Uhr performte. [9109] ———

Ein ganzer Kerl

Tag Heuer — Carrera Heuer-01

Preiskategorie bis 5000 Euro

——— Nach dieser Carrera Heuer-01 greift Benjamin zuerst. Vielleicht liegt es an ihrer opulenten Größe oder dem offenen Zifferblatt, das auch von oben spannende Einblicke in die Mechanik des Manufakturkalibers Heuer 01 bietet. »Sie sieht von allen Uhren hier am sportlichsten aus«, äußert Benjamin spontan, merkt aber recht bald, dass sie am Handgelenk groß und schwer ist und die Bewegungsfreiheit einschränkt.
Die Carrera Heuer-01 ist der einzige Chronograph in diesem Testfeld. Die Stoppfunktion brauche er eigentlich nicht, bemerkt Benjamin, freut sich allerdings über die Bedienfreundlichkeit der Drücker, die leicht, aber präzise schalten. Mit der Ablesbarkeit gestoppter Zeitintervalle und der Hauptzeit wird es allerdings nicht nur wegen des skelettierten Zifferblattes etwas schwierig. Auch die facettierten Stundenappliken und Hauptzeiger sowie die Ringe de Chronographen-Counter funkeln am Tag kräftig und leuchten – bis auf Letztere – bei Nacht. Nach dem Datum zwischen drei und vier Uhr muss man ebenso Ausschau halten wie nach dem Zeiger der Kleinen Sekunde bei neun Uhr. Was TAG Heuer als Chronographen-Spezialist richtig macht, ist die Skalierung der Stoppsekunde auf dem Höhenring am Zifferblattrand und natürlich – geprägt vom Motorsport – die graue Tachymeterskala auf schwarzer Keramiklünette. Die Kombination aus Titankarbidbeschichteter Druckfaltschließe und Kautschukband, das man stufenlos einstellen kann, erweist sich im Test als eine der besten Lösungen. ———

TAG HEUER: CARRERA HEUER-01

Der charaktervolle Chronograph ist ein Bestseller der Marke. Mit verschiedenen Materialkombinationen bietet er einen zeitgenössischen und coolen Look.

Ein cooler Typ

Certina — DS Action GMT Automatic

Preiskategorie bis 1000 Euro

——— Eins wird im Test klar: Benjamin liebt schwarze Uhren, gibt das auch unumwunden zu und greift ambitioniert zur Certina mit ihrem schwarz PVD-beschichteten Gehäuse. Das ebenfalls schwarze Zifferblatt mit dem Grün der Superluminova auf den unterschiedlich geformten Indizes und Zeigern, die bei Dunkelheit in einem helleren Ton kräftig leuchten, begeistert ihn genauso sehr wie das khakifarbene Textilband mit seiner wertigen, schwarzen Druckfaltschließe. »Die erdigen Töne passen gut zur Natur, in der ich mich bei meinem Sport viel aufhalte«, erfahren wir. Die DS Action GMT Automatic lässt sich gut am Handgelenk befestigen. Ihre Größe erweist sich als angenehm. Mit dem modernen ETA Powermatic-Uhrwerk besitzt sie zudem 80 Stunden Gangautonomie und in dieser Version eine 24-Stunden-Anzeige über einen zusätzlichen Zeiger und die entsprechende Skalierung auf einem Höhenring am Zifferblattrand.
Über den schrittweise schaltbaren Stundenzeiger lässt sich schnell in eine andere Zeitzone wechseln, während die Heimatzeit mit dem 24-Stunden-Zeiger erhalten bleibt. Auch das Datum geht vorwärts und rückwärts mit – eine Funktionalität, die man bei Uhren unter 1000 Euro selten findet. Auch wenn Benjamin sie beim Mountainbiken nicht braucht, ist die DS Action GMT Automatic für ihn doch die Uhr für junge Leute, die heute ganz selbstverständlich durch die Welt jetten. ———

CERTINA: DS ACTION GMT AUTOMATIC

Für junge Leute ist sie der ideale Reisebegleiter – rund um den Globus, aber auch direkt vor der Haustür, vielleicht bei einer Mountainbike-Tour.

Der moderne Großstädter

Maurice Lacroix — Aicon Venturer

Preiskategorie bis 3000 Euro

——— So wie der Hersteller selbst die Aikon Venturer als eine »sportlich, schicke Uhr, die sich jedem Tag und jeder Situation anpasst« beschreibt, hält auch Benjamin sie für ein bisschen austauschbar und weniger charismatisch als beispielsweise die Certina oder die TAG Heuer. Sie ist eher die Uhr für den modernen Großstadtmenschen als für den zupackenden Naturburschen, der sie ständig extremen Belastungen aussetzt. Dabei hält die Aikon Venturer – selbst bei unserem Test – jede Menge aus. Sie ist wasserdicht bis 300 Meter und erfüllt mit ihrer einseitig drehbaren Keramiklünette die Maßgaben einer Taucheruhr. Nun, darauf kommt es bei Benjamin zwar nicht an, er kann aber mit ihr Zeitintervalle festhalten, indem er den Ring – beispielsweise zu Beginn einer Zeitfahrt – auf den Minutenzeiger dreht. Mithilfe der sechs leicht erhöhten Reiter könne er dies sogar mit seinen Handschuhen erledigen, lobt Benjamin.
Die Uhr sitzt am Handgelenk gut. Die in einer Flanke verschraubbare Krone stört nicht und ist somit auch vor Stößen und Schlägen gesichert. Den hohen Tragekomfort unterstützen vor allem die winkligen Bandanstöße, die ein »Super-Kautschukband « fassen, wie Benjamin feststellt. Er bevorzugt dieses Material als Band, weil es Feuchtigkeit und Schweiß ebenso trotzt wie Temperaturschwankungen und damit einfach strapazierfähiger ist als andere Stoffe. Bei der Aikon Venturer kann er das Band zudem dank »Easy Change-System« zum Säubern leicht lösen oder schnell gegen ein fünfreihiges Edelstahlarmband tauschen. ———

MAURICE LACROIX: AIKON VENTURER

Mit seinen Eigenschaften ist der Zeitmesser vielen Situationen gewachsen, macht sich mit seiner Optik aber auch im ganz normalen Alltag gut.

Ein edler Extremsportler

Mühle-Glashütte — Pro Mare Go

Preiskategorie bis 2000 Euro

——— Bei der Pro Mare Go greift Benjamin auf eine in beide Richtungen drehbare Lünette zu, um den Startzeitpunkt seiner Radtour festzuhalten. Er synchronisiert deren Dreiecksmarkierung mit dem Minutenzeiger und liest dann auf einen schnellen Blick die vergangene Zeit ab. Dabei kann gar nichts schief gehen, denn die Lünette rastet kernig im Minutenschritt ein und ist perfekt skaliert. Benjamin gefällt zudem die blaue Farbkombination, die neben Sportlichkeit auch einen Hauch von Eleganz ans Handgelenk bringt. Das scheint um so gelungener, da die Pro Mare Go über ein massives Gehäuse verfügt, dass bis zu 30 Bar druckfest ist und oben von einem 2,5 Millimeter starken und gewölbten Saphirglas abgeschlossen wird. »Von der Größe her passt die Uhr perfekt an mein Handgelenk und schränkt die Bewegung trotz flankierter Schraubkrone kaum ein«, freut sich Benjamin. »Sie fühlt sich angenehm und leicht an und schmiegt sich ganz fein an meinen Arm«, schwärmt er weiter. Dafür sorgt auch das sportliche Band aus einer wasserfesten Kautschuk-Leder-Kombination. Auf der Unterseite stark strukturiert und mit Löchern zur Belüftung versehen, scheut es keine sportlichen Herausforderungen.
Diesen stellen sich auch das bei Tag und Nacht gut ablesbare Zifferblatt und das von Mühle modifizierte Sellita-Uhrwerk. Die im eigenen Haus entwickelte und patentierte Spechthalsfeinregulierung auf eigens gefertigtem Unruhkloben ist besonders stoßsicher, da der Rückerzeiger durch die speziell geformte Gegendruckfeder zuverlässig in seiner Position gehalten wird. Das ist ein enormer funktionaler Vorteil und macht die Pro Mare Go zu einem Begleiter für Menschen, die sportliche Herausforderungen einen Tick ambitionierter in Angriff nehmen. ———

MÜHLE-GLASHÜTTE: PRO MARE GO

Die Outdoor-Uhr versteckt ihre Robustheit hinter sportlicher Eleganz und überrascht mit hochwertigem Gehäuse, bester Ablesbarkeit und tollem Band.

Der absolute Überflieger

Oris — Big Crown Pro Pilot Timer GMT

Preiskategorie bis 3000 Euro

——— Bei der Oris-Uhr scheut sich Benjamin ein bisschen, sie ans Handgelenk zu nehmen: »Obwohl sie etwas größer ist als die anderen, wirkt sie extrem edel. Die würde ich ungern durch den Dreck ziehen, sondern lieber mit ihr zum Heurigen fahren«, scherzt der Österreicher. »Sie ist ein Hingucker«, sagt er, und sorgt für Gesprächsstoff. Das charakteristische Pro Pilot-Gehäuse ist etwas schlanker geworden und verfügt über eine beidseitig drehbare Lünette. Wie die der Mühle-Uhr ist sie minutengenau skaliert, aber bei weitem nicht so gut ablesbar. Zudem rastet sie im Halbminutenschritt, wodurch die Einstellung unklarer wird. Und wie die Certina verfügt auch die Oris-Uhr über eine GMT-Funktion, wobei hier der 24-Stunden-Zeiger und nicht der Hauptstundenzeiger geschaltet wird. »Die Zeit ist bei dieser Uhr unter allen Testteilnehmern am besten ablesbar«, meint Benjamin. Ihn beeindrucken die großen arabischen Zahlen, die bei Dunkelheit in herrlichem Blau leuchten.
Auch an dem schönen Stoff-Leder-Armband hegt Benjamin zunächst Zweifel, ob es wohl die beste Lösung für den Sport sei. Doch seine Bedenken sind unbegründet. Es besteht aus Ventile, einem effektiven und natürlichen Allwetter-Baumwollgewebe, das in der Schweiz produziert wird. Geschlossen wird das Band von einer verbesserten Version der ikonischen »Lift«-Faltschließe, die von einem Sicherheitsgurt im Flugzeug inspiriert ist und auch genauso geschlossen und wieder geöffnet wird. Benjamin bringt es auf den Punkt: »Sie wirkt wie ein Sicherheitsschloss und springt während der Fahrt ganz bestimmt nicht auf. Ich hätte keine Bange, dass ich nach Hause komme und die Uhr ist weg.« ———

ORIS: BIG CROWN PRO PILOT TIMER GMT

Oris hat den signifikanten Zeitmesser überarbeitet. Die professionelle Fliegeruhr taugt mit ihrer Funktionalität auch für sportliche Aktivitäten.

Der totale Profi

Sinn Spezialuhren — EZM 9 TESTAF

Preiskategorie bis 4000 Euro

——— Obwohl Benjamin Textilbänder mag, scheint ihm das an der EZM 9 etwas zu filigran gegenüber ihrem üppigen Titangehäuse, aber wiederum so flexibel, dass er sich die Uhr auch über seiner Snowboard-Montur vorstellen kann. Für den Outdoor-Sport ist der Zeitmesser allemal gedacht. Sein Gehäuse ist bis 20 Bar druckfest und unterdrucksicher. Die Ar-Trockenhaltetechnik erhöht die Funktions-und Beschlagsicherheit, wobei die Uhr zwischen minus 45 und plus 80 Grad Celsius einsatzbereit ist. Das kratzfeste Gehäuse trägt eine unverlierbare Countdown-Lünette, über die man mithilfe des Minutenzeigers eine verbleibende Restzeit – vielleicht die der Mountainbike-Tour – ablesen kann. Adäquat rastet der Drehring kernig im Minutenschritt in die eine oder andere Richtung. Seine Einlage besteht aus Saphirglas und hinterlässt einen hochwertigen und edlen Eindruck.
Das gefällt Benjamin, wie das Gehäuse überhaupt: »Es ist schlicht, aber schaut trotzdem gut und vor allem sportlich aus.« Nur die große Schraubkrone stört ihn am Handgelenk. »Vielleicht sollte die sowieso besser links sein«, resümiert er für alle Uhren – gibt es ja auch, nicht nur, aber unter anderem bei Sinn Spezialuhren. Die EZM 9 ist – wie es sich für einen Einsatzzeitmesser gehört – auf Funktion getrimmt. Bis hin zum Zifferblatt, auf dem starke Schwarz-Weiß-Kontraste am Tage und kräftige Leuchtfarbe bei Dunkelheit für beste Ablesbarkeit sorgen. ———

SINN SPEZIALUHREN: EZM 9 TESTAF

Einsatzzeitmesser (EZM) machen keine Kompromisse und sind voll auf Funktion getrimmt. Die Profi-Fliegeruhr besteht auch im Extremsport.

»Ohne Uhr wäre ich manchmal ganz schön aufgeschmissen«

Benjamin Karl spricht mit uns über die Zeit.

UHREN-MAGAZIN: Benjamin, Uhr und Auto ist ein Dauerthema, aber Uhr und Fahrrad – passt das überhaupt zusammen?
Benjamin Karl: Ein gutes Rad kostet schon mal 12000, vielleicht 15000 Euro, und der Helm muss auch zum Outfit passen. Da ist es nicht abwegig, dass man auch noch eine gute Uhr mitnimmt. Beim Mountainbiken ist es vielleicht etwas schwierig wegen der Erschütterungen, aber beim Rennrad-oder Tourenfahren – warum nicht?

Welche Rolle spielt bei Dir die Zeit, wenn Du mit dem Mountainbike unterwegs bist?
Mittlerweile geht alles um Zeit. Jeder trackt sich, fährt mit GPS usw. Dafür gibt es Fahrradcomputer. Aber wenn die Frau sagt, ich soll um Zwölf zum Mittagessen zu Hause sein und ich kann die Zeit mit einem schnellen Blick auf meiner Uhr erfassen, dann ist das ein tolles Gimmick, und es sieht auch noch gut aus. Denn man muss ehrlich bleiben, die mechanische Uhr bringt beim Radfahren oder Mountainbiken keinen Vorteil. Aber sie ist eben toll zu tragen. Radfahrer sind sehr ehrgeizig, trainieren auf ein Ziel hin. Sie müssen Intervalle fahren – zum Beispiel 40 Sekunden fahren, 20 Sekunden Pause – da sind sie auf die Sekunde genau getimt. Oder man fährt eine Trainingseinheit von zwei Stunden, da ist die Zeit immer im Hinterkopf oder, besser gesagt, sehr präsent.

Und wie steht es um die Zeit im Privatleben?
Ich nehme es mit der Zeit schon recht genau. Es dreht sich ja auch alles um die Zeit. Man trifft sich nicht übermorgen bei Sonnenuntergang, sondern macht eine Zeit aus. Und die weist uns eine Uhr aus. Ohne sie wären wir ganz schön aufgeschmissen.

Ein Urteil aus einem anderen Blickwinkel zu erfahren, war Zweck unseres Outdoor-Tests. Du hast Zeitmesser ans Handgelenk genommen, die bei Dir im Alltag nicht so die Rolle spielen. Was ist Deine Erfahrung?
Ja, man macht sich schon so seine Gedanken über den Menschen, wenn man auf die Uhr an seinem Handgelenk schaut. Was ist das für ein Typ? Was steckt dahinter? Trägt einer die Certina, denke ich, das ist aber ein cooler Typ. Bei der Maurice Lacroix handelt es sich eher um einen gesetzten Menschen. Die Uhr passt für mich irgendwie nicht zum Sport. Die Oris wäre mir zu schade, sie auf eine Mountainbike-Tour mitzunehmen, und die Mühle steht zwischen Sport und Eleganz. Ich muss sie nicht wechseln, wenn ich nach dem Büro ins Fitness-Studio gehe, mir keine Gedanken um sie machen – sie ist einfach optimal, auch von der Größe her, und daher mein Favorit. Sinn trägt ein gescheiter Mensch. Die Uhr ist schlicht, ihr Gehäuse taff, das Zifferblatt klar. Die TAG Heuer ist eine richtige Männeruhr. Wer sie trägt, fällt auf und zeigt, was er hat. Für meinen Sport ist sie zu groß.