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Testshot schon gebaut: Der ukrainische Riese


ModellFan - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 19.08.2019

Mit der An-225 bringt Revell das momentan größte Flugzeug im klassischen Airliner- Maßstab 1:144 auf den Markt. Kann das wahrlich stattliche „Modell des Jahres“ auch als Testshot schon überzeugen?


Antonov An-225 I Maßstab 1:144 I Baubericht

Artikelbild für den Artikel "Testshot schon gebaut: Der ukrainische Riese" aus der Ausgabe 9/2019 von ModellFan. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ModellFan, Ausgabe 9/2019

Die Antonov An-225 ist Revells neuester Wurf in 1:144 und selbst in diesem Maßstab ein wirklich großer Brocken. So hat das Modell immerhin eine Länge von 583 Millimetern und eine Spannweite von 614 Millimetern


Nach der Antonov An-124 bringt Revell nun auch die größere An-225. Die Bauteile des frühen Testshots, der noch in allen möglichen Farben abgespritzt war, zeigen ...

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... schon zu diesem Zeitpunkt eine wirklich hervorragende Qualität und maßstabsgerechte feine Gravuren. Der Bausatz bietet außerdem die Möglichkeit, die Nase geöffnet sowohl mit ausgefahrener wie auch hochgeklappter Laderampe zu bauen. Dabei ist auch die knieende Haltung mit abgesenktem Bugfahrwerk darstellbar.

Die inneren Werte
Der Bau des Modells begann mit dem Laderaum. Zuerst lackierte ich den Frachtraumboden mit AK „Xtreme Metal Dark Aluminium“. Der Frachtraum bleibt bei meiner An-225 leer. Um die Ausmaße des Frachtraums zu verdeutlichen, legte ich den Rumpf einer 737-800 darauf, die Größe zeigt das Bild wohl doch sehr deutlich (1 ). Die zweifarbige Lackierung der Laderaumwände habe ich mit stark aufgehelltem Tamiya XF5 und Revell 371 bewerkstelligt. Wegen der vorbildgerechten Spanten war die notwendige Abklebearbeit zwar etwas aufwendiger, aber das Ergebnis entschädigt die ganze Mühe. Selbst die typischen Laufkatzenkräne hat Revell nicht vergessen (2 ).
Nachdem die Frachtraumteile lackiert waren, konnte mit der Montage begonnen werden. Die Passgenauigkeit der Testshotteile ist absolut einwandfrei. Allerdings sollte auf einen möglichst dünnen Farbauftrag geachtet werden, da die Toleranzen wirklich sehr klein sind und ein Zuviel an Farbe Probleme verursachen kann (3 ).
Wie bei der etwas kleineren An-124 verfügt auch der Bausatz der An-225 über eine Cockpitnachbildung. Decals für das Instrumentenbrett liegen aber diesmal nicht bei. Aus diesem Grund verwendete ich Decalreste, um den später einsehbaren Bereich zu detaillieren (4 ). Bevor ich nun den Laderaum in den Rumpf kleben konnte, musste ich noch das Hauptfahrwerk bauen. Hierbei galt es auch, die Entscheidung zu treffen, wie die Antonov später stehen soll, da für die knieende Version mit geöffneter Nase und ausgeklappter Laderampe das alternativ beiliegende Fahrwerk verbaut werden muss, um den korrekten Neigungswinkel zu ermöglichen (5 ). Die Lackierung der später einsehbaren Stellen und das Einkleben der Fenster der Rumpfinnenseiten schloss den Bau der inneren Werte der Antonov An-225 ab (6 ).

Der Rumpf
Der Zusammenbau des Rumpfes verlief sehr gut. Die zahlreichen Spanten, welche die innere mit der äußeren Röhre verbinden, sorgen für eine sehr stabile und sich fast von selbst ausrichtende Verklebung (7 ). Die durchdachte Konstruktion des Modells ist durch die beiden massiven Holme für Tragfläche und Leitwerk erkennbar. Sie gewährleisten eine korrekte Geometrie des nicht gerade kleinen Modells (8 ). Das Aufkleben des Rumpfrückens ist eigentlich immer ein Abschnitt, der Probleme bereitet, al- lerdings nicht bei diesem Modell, alles passte absolut perfekt. Der Spachtel konnte bleiben, wo er am gesündesten ist: gut verschlossen in der Tube (9 ). Während der Rumpf trocknete, widmete ich mich der Nase samt Bugfahrwerk. Die Entscheidung, das Modell mit ausgefahrenem Fahrwerk, aber geschlossener Nase zu bauen, hatte ich ja bereits getroffen. Somit konnte ich auf eine Bemalung der Naseninnenseite verzichten. Das separat zu lackierende Bugfahrwerk erhielt die gleiche Farbgebung wie das Hauptfahrwerk, bevor ich die gesamte Einheit in die Nase eingeklebt habe (10 ).

1 Die Größe des Modells ist beeindruckend. Der Frachtraumboden ist bereits länger als eine 737-800


2 Der Laderaum ist vorbildlich nachgebildet. Selbst die Laufkatzenkräne hat Revell berücksichtigt


3 Die Passgenauigkeit der Bauteile ist so exakt, dass schon bei zu dickem Farbauftrag Probleme entstehen können


4 Das Cockpit musste nach dem Bemalen mit Decals aus der Restekiste versehen werden, da es später teilweise einsehbar ist


5 Beim Bau des Hauptfahrwerks muss die Entscheidung fallen, wie die An-225 gebaut werden soll, da für die Version mit ausgeklappter Laderampe ein anderes Fahrwerk zum Tragen kommt


6 Wie üblich bei Revell, besteht der Rumpf aus einem äußeren und einen inneren Teil, das man durch Spanten verbindet


Wie üblich muss das Modell mit Ballast in der Nase versehen werden. Um keinen Tailsitter zu bauen, klebte ich 40 Gramm Blei auf den Fahrwerksschacht. Nun konnte die Front der Antonov An-225 an den Rumpf montiert werden (11 ).

Das Vorbild: Antonov An-225 Mrija

An-225 im Flug Foto: Dmitry Mottl, CC BY-SA 3.0


Die Antonov An-225 basiert auf der AN-124 und wurde speziell zum Transport der russischen Raumfähre Buran entwickelt. Mit einer Länge von 84 Metern und einer Spannweite von 88 Metern ist die Antonov das momentan längste und mit über 640 Tonnen Maximalgewicht das schwerste im Betrieb befindliche Flugzeug. Allerdings besitzt die neue Stratolaunch von Scaled Composites inzwischen eine größere Spannweite.
Von den ursprünglich bestellten drei Exemplaren hatte man nur eine Maschine fertiggestellt. Eine weitere befindet sich seit vielen Jahren eingelagert im Rohbauzustand. Nach dem Ende des Buran-Programms legte man die An-225 zunächst still. 2001 hatte sie Antonov reaktiviert, um sie für Antonov Airlines im Frachtcharter- Verkehr für Megalasten einzusetzen.

7 Die Rumpfhälften passen durch die Spanten perfekt zusammen. Durch den integrierten Holm für das Leitwerk ist eine exakte Geometrie gewährleistet


8 Auch die Tragfläche wird um einen massiven Holm herum aufgebaut, der auch hier dafür sorgt, dass die An-225 schön gerade bleibt


9 Der Rumpfrücken passte perfekt auf den Rumpf. Spachteln war hier nicht notwendig


10 Das Bugfahrwerk in die Nase kleben, bevor man dieses an den Rumpf anbringt. Der notwendige Ballast muss ebenfalls jetzt berücksichtigt werden


11 Die Nase einfach an den Rumpf leimen. Hierfür nutzt man Tamiya-Extra-Thin- Kleber. Auch die Cockpitscheibe wird damit fixiert


Die Tragflächen
Nachdem der Rumpf getrocknet war, brachte ich die beiden Leitwerkshälften an. Aufgrund des Holms ist eine exakte Ausrichtung gewährleistet. Die Übergänge musste ich minimal spachteln, was für einen Testshot nichts Ungewöhnliches ist (12 ). Durch den massiven Tragflächenholm ist die Montage der Flügelteile relativ simpel. Die erneut gute Passung erleichterte den Bau des mittlerweile schon sehr großen Modells ungemein.
Bevor die An-225 für die Lackierung vorbereitet werden konnte, musste ich noch die Flaptracks sowie die beiden Rumpflastträger auf dem Rumpfrücken ankleben. Auch diesmal konnte die Passgenauigkeit der einzelnen Bauteile auf ganzer Linie überzeugen (13 ). Während die Antonov trocknete, befasste ich mich mit den sechs Progress-18TTriebwerken. Für die Lackierung der Bauteile verwendete ich wieder verschiedene AK- „Xtreme Metal“-Farben (14 ).

Die Lackierung
Nach kleineren Spachtelarbeiten, die am Serienmodell mit Sicherheit nicht nötig sein werden, klebte ich die Cockpitscheiben mit Maskingtape von Tamiya ab und lackierte den Scheibenrahmen von außen in der Farbe der Rumpfinnenseite. Danach habe ich die Flügelvorderkanten mit Matt Aluminium von AK geairbrusht und abgeklebt (15 ).
Die Farbe für die Unterseite der An-225 muss, wie üblich bei den Bauanleitungen von Revell, selbst angemischt werden. Bei den meisten Modellbauern ist dies immer wieder ein Kritikpunkt. Bei Airliner-Modellen habe ich hiermit jedoch kein Problem und so erhielt die Unterseite der „225“ mit der „Hausmischung“ eine Lackierung aus den angegebenen Revell-Farben (16 ). Bei Standardfarben wie RLM oder FS weicht man besser auf andere Hersteller aus. Für die nun folgende Weißlackierung nutzte ich Tamiya Weiß, das im Gegensatz zu anderen Farbherstellern nicht vergilbt und sich angenehm verarbeiten lässt. Nach einer ersten Schicht Glanzlack mit Tamiya X22 war das Modell bereit für die Decals (17 ).

Das Modell zeigt die An-225 im aktuellen Farbkleid der ukrainischen Fracht-Airline Antonov Airlines


12 Die Teile des Leitwerks verfügen wie alle Bauteile über maßstabsgerechte Gravuren. Der Holm erleichtert die Montage ungemein


13 Nach den Tragflächen war der Rohbau abgeschlossen. Es mussten ein paar Übergänge gespachtelt werden


14 Der Aufbau der sechs Progress-18T-Turbinen ist maßstabstypisch. Lackiert wurden sie mit AK-„Metalizer“-Farben


15 Mit dem Lackieren der Cockpitscheibenstreben und Flügelvorderkanten ist die Lackierphase eingeläutet


Wie mittlerweile schon häufig, ließ Revell den Decalbogen des Bausatzes von Daco gestalten. Der ermöglicht den Bau von zwei Versionen der An-225. Im Farbkleid der Antonov Airlines im Zeitraum von August 2009 bis August 2016 und dann alternativ von September 2016 bis heute. Ich entschied mich für die zweite, aktuellere Version. Die Decals sind von hervorragender Qualität. Selbst der komplizierte Streifen an den Rumpfseiten und besonders der Nase bereitete absolut keine Probleme. Sollte trotzdem etwas schiefgehen, sind für den kompliziertesten Bereich der Nase Ersatzdecals vorhanden.
Das Modell habe ich, nachdem Triebwerke, Fahrwerksklappen und Antennen angeklebt waren, mit einer weiteren Schicht Glanzlack versiegelt. Mit dem Einbau der 32 Fahrwerksräder war der Bau des ukrainischen Riesen abgeschlossen.

Fazit
Das Modell der Antonov An-225 überzeugt bereits als Testshot auf ganzer Linie. In der Serie wird das Modell dann auch benutzerfreundlich in Weiß geliefert. Der Mut von Revell, sich diesem besonderen Exoten zu widmen, ist wirklich bewundernswert und wird hoffentlich mit guten Verkaufszahlen belohnt. Vielleicht verwirklicht Revell ja noch eine Version mit der russischen Raumfähre Buran auf dem Rücken der An-225.

Sven Müller lebt im beschaulichen Hohenwart bei Ingolstadt. Modellbau betreibt der 29-Jährige ununterbrochen seit seinem sechsten Lebensjahr. Nach einem mehrjährigen Ausflug zu den RC Cars im Maßstab 1:5 widmet er sich mittlerweile hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, der Deutschen Luftwaffe von 1939 bis heute im Maßstab 1:32 sowie Airliner-Modellen im Maßstab 1:144.

16 Die Rumpfunterseite musste mit einer Mischung aus verschiedenen Revell- Farben lackiert werden


17 Für das Weiß der Antonov kam Tamiya X2 zum Einsatz. Vor den Decals erhielt das Modell eine Schicht Tamiya-X22- Glanzlack


Auf einen Blick: Antonov An-225 Mrija

Bauzeit → zirka 40 StundenSchwierigkeitsgrad → mittel

Kit 32065Maßstab 1:144Hersteller RevellPreis zirka 100 Euro

Farben:Tamiya X22 und Tamiya X2; Mr. Hobby H77; AK Inetractive: Xtreme Metal Aluminium, Matt Aluminium, White Aluminium, Burnt Metal, Gun Metal; Revell 371, Revell 50


Fotos, sofern nicht anders angeben: Sven Müller