Lesezeit ca. 5 Min.
arrow_back

Texte zur Eucharistiefeier


Logo von MAGNIFICAT - Das Stundenbuch
MAGNIFICAT - Das Stundenbuch - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 01.08.2022

Tagesgebet

Gott, unser Vater. Wir sind als deine Gemeinde versammelt und rufen dich an: Öffne unser Ohr, damit wir hören und verstehen, was du uns heute sagen willst. Gib uns ein gläubiges Herz, damit unser Beten dir gefällt und unser Leben vor dir bestehen kann. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Einführung zur Bahnlesung aus dem Buch Ijob

Ein Mann namens Ijob, ein Freund Gottes, von schwerstem Leid getroffen. Besitz, Dienerschaft – sogar die eigenen Kinder: genommen, vernichtet, tot. Er selbst: mit grausamem Aussatz geschlagen. Eine Auseinandersetzung im Himmel hat all dies in Gang gesetzt. Hat den tödlichen Stein ins Rollen gebracht. Ist Ijob wirklich gerecht und gottesfürchtig? Oder ist seine Frömmigkeit letztlich erfolgsverwöhnt, erfolgsabhängig, berechnend, eigennützig? Gott lässt die Prüfung durch Satan, den Ankläger, zu. Und Ijob nimmt sein Leiden an. Doch die drei Freunde, die ihn ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von MAGNIFICAT - Das Stundenbuch. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 9/2022 von ZUM TITELBILD. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ZUM TITELBILD
Titelbild der Ausgabe 9/2022 von Benedictus. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Benedictus
Titelbild der Ausgabe 9/2022 von Magnificat. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Magnificat
Titelbild der Ausgabe 9/2022 von Liebe Leserinnen und Leser!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Liebe Leserinnen und Leser!
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Abendgebet
Vorheriger Artikel
Abendgebet
Texte zur Eucharistiefeier
Nächster Artikel
Texte zur Eucharistiefeier
Mehr Lesetipps

... besuchen, um ihn zu trösten, trösten ihn nicht. Am Ende bricht es aus ihm heraus: Der so schwer Geschlagene klagt und klagt an und verflucht den Tag seiner Geburt. Die Freunde sind entsetzt, sie dringen auf Mäßigung; steckt hinter seinem Geschick nicht, verborgen, schwere Schuld? Da kommt es zum Zerwürfnis. Ijob sucht nur noch einen Gesprächspartner – seinen Gott. Und Adonaj antwortet ihm in zwei großen Reden.

Schließlich erklärt Ijob seinen Streit mit JHWH für beendet, und seine tiefste Sehnsucht wird erfüllt: Gott selbst zu schauen. Das Buch erzählt am Ende von der märchenhaften Wiederherstellung des Geschundenen, der nicht nur viel mehr als seinen ursprünglichen Besitz, sondern alle seine Kinder und seine volle Gesundheit zurückerhält. – Das Buch Ijob ist in einem langen Wachstumsprozess zwischen dem 6. und dem 2. Jahrhundert v. Chr. entstanden. Sein Thema ist die Frage nach dem Leiden des Unschuldigen, des Gerechten. Ein Menschheits-Thema. Die eingeübten religiösen Antworten – Leid als Folge menschlicher Schuld, Leid als Bestandteil des menschlichen Lebens, Leid als Form göttlicher Erziehung, Leid als Prüfung des Frommen – werden als unbarmherzig und selbstgerecht entlarvt, als irreführend, jedenfalls gänzlich unzulänglich, verworfen. Die Antwort auf Ijobs Fragen und Klagen gibt der unbegreifliche – und seiner Kreatur im Leiden unbegreiflich nahe – Gott allein. „Jetzt aber hat mein Auge dich geschaut“ (42, 5), gibt Ijob da zur Antwort.

Ijob, Dulder und Kämpfer, verzweifelt und doch offen für Gottes Geheimnis: Gottes Freund. Gott ist Freund.

Lesung aus dem Buch Ijob Ijob 1, 6–22

Es geschah eines Tages, da kamen die Gottessöhne, um vor den Herrn hinzutreten; unter ihnen kam auch der Satan.

Der Herr sprach zum Satan: Woher kommst du? Der Satan antwortete dem Herrn und sprach: Die Erde habe ich durchstreift, hin und her.

Der Herr sprach zum Satan: Hast du auf meinen Knecht Ijob geachtet? Seinesgleichen gibt es nicht auf der Erde, so untadelig und rechtschaffen, er fürchtet Gott und meidet das Böse.

Der Satan antwortete dem Herrn und sagte: Geschieht es ohne Grund, dass Ijob Gott fürchtet? Bist du es nicht, der ihn, sein Haus und all das Seine ringsum beschützt? Das Tun seiner Hände hast du gesegnet; sein Besitz hat sich weit ausgebreitet im Land.

Aber streck nur deine Hand gegen ihn aus, und rühr an all das, was sein ist; wahrhaftig, er wird dir ins Angesicht fluchen.

Der Herr sprach zum Satan: Gut, all sein Besitz ist in deiner Hand, nur gegen ihn selbst streck deine Hand nicht aus! Darauf ging der Satan weg vom Angesicht des Herrn.

Nun geschah es eines Tages, dass seine Söhne und Töchter im Haus ihres erstgeborenen Bruders aßen und Wein tranken. Da kam ein Bote zu Ijob und meldete: Die Rinder waren beim Pflügen, und die Esel weideten daneben. Da fielen Sabäer ein, nahmen sie weg und erschlugen die Knechte mit scharfem Schwert.

Ich ganz allein bin entronnen, um es dir zu berichten.

Noch ist dieser am Reden, da kommt schon ein anderer und sagt: Feuer Gottes fiel vom Himmel, schlug brennend ein in die Schafe und Knechte und verzehrte sie. Ich ganz allein bin entronnen, um es dir zu berichten.

Noch ist dieser am Reden, da kommt schon ein anderer und sagt: Die Chaldäer stellten drei Rotten auf, fielen über die Kamele her, nahmen sie weg und erschlugen die Knechte mit scharfem Schwert. Ich ganz allein bin entronnen, um es dir zu berichten.

Noch ist dieser am Reden, da kommt schon ein anderer und sagt: Deine Söhne und Töchter aßen und tranken Wein im Haus ihres erstgeborenen Bruders. Da kam ein gewaltiger Wind über die Wüste und packte das Haus an allen vier Ecken; es stürzte über die jungen Leute, und sie starben. Ich ganz allein bin entronnen, um es dir zu berichten.

Nun stand Ijob auf, zerriss sein Gewand, schor sich das Haupt, fiel auf die Erde und betete an. Dann sagte er: Nackt kam ich hervor aus dem Schoß meiner Mutter; nackt kehre ich dahin zurück. Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; gelobt sei der Name des Herrn.

Bei alldem sündigte Ijob nicht und äußerte nichts Ungehöriges gegen Gott.

Impuls zur Lesung

Satan – das Wort bezeichnet biblisch zunächst allgemein den militärischen oder politischen Gegner sowie den Ankläger bei Gericht – hegt keine Zweifel an Ijobs Frömmigkeit. Er bestreitet nur deren Motiv. Fürchtet Ijob Gott nicht aus purem Eigennutz? Gott und Ijob wären nur so etwas wie eingespielte Geschäftspartner. „Win-win“. Du gibst, damit ich gebe. Gott aber kennt Ijobs Herz, und er erteilt dem Ankläger die Erlaubnis, Ijob alles zu nehmen, was sein ist – in der damaligen Vorstellungswelt also auch Mägde und Knechte, Söhne und Töchter. Auf Ijob, der von den Vorgängen im Himmel nichts weiß, prasselt es nun hernieder, furchtbar, erschütternd, Schlag auf Schlag. Doch da geschieht, womit der Ankläger nicht gerechnet hat. Ijob, der vielfach geschundene, beraubte, verletzte, erniedrigte Mann, preist Gott und betet ihn an: Gott, den einen und einzigen, der gibt, und den einen und einzigen, der nimmt. „Gelobt sei der Name des Herrn.“

Antwortpsalm Ps 17, 1–3b.5–7

Kehrvers: Wende dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede!

Höre, Herr, die gerechte Sache, /

achte auf mein Flehen, *

vernimm mein Gebet von Lippen ohne Falsch!

Von deinem Angesicht ergehe mein Urteil; *

denn deine Augen sehen, was recht ist. – Kehrvers

Prüfst du mein Herz, /

suchst du mich heim in der Nacht und erprobst mich, *

dann findest du an mir kein Unrecht.

Auf dem Weg deiner Gebote gehen meine Schritte, *

meine Füße wanken nicht auf deinen Pfaden. – Kehrvers

Ich rufe dich an, denn du, Gott, erhörst mich. *

Wende dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede!

Wunderbar erweise deine Huld! *

Du rettest alle, die sich an deiner Rechten vor den Feinden bergen. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 6b, ferner GL 71, 1 (VIII. Ton) oder GL 1975 528, 1 · KG 794 (I. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Mk 10, 45

Halleluja. Halleluja.

Der Menschensohn ist gekommen, um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösepreis für viele.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 9, 46–50

In jener Zeit kam unter den Jüngern die Frage auf, wer von ihnen der Größte sei. Jesus wusste, was in ihrem Herzen vorging. Deshalb nahm er ein Kind, stellte es neben sich und sagte zu ihnen:

Wer dieses Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer unter euch allen der Kleinste ist, der ist groß.

Da sagte Johannes: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb, und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er nicht mit uns zusammen dir nachfolgt.

Jesus antwortete ihm: Hindert ihn nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch.