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THAILAND ANDAMANENSEE: Auf der Suche nach dem Par adies


REISE & PREISE - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 09.07.2019

Zwischen Phuket und der rund 200 km südlich gelegenen Grenze zu Malaysia reihen sich Dutzende Trauminseln, die sich mit öffentlichen Fährschiffen zu einem einzigartigen Island Hopping verbinden lassen.Eine Entdeckerreise für Inselfans, wie sie faszinierender nicht sein kann. TEXT & FOTOS OLIVER KÜHN


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Bildquelle: REISE & PREISE, Ausgabe 3/2019

Strandspaziergang auf Koh Kradan mit Panoramablick


B eim Frühstück kommt Vorfeude auf, aber auch Ungewissheit. Vorfreude auf den Trip durch die traumhafte Inselwelt der Andamanensee, die es in den nächsten drei Wochen zu entdecken gilt. Auf die vielen Traumstrände, die imposante Meereslandschaft, ...
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B eim Frühstück kommt Vorfeude auf, aber auch Ungewissheit. Vorfreude auf den Trip durch die traumhafte Inselwelt der Andamanensee, die es in den nächsten drei Wochen zu entdecken gilt. Auf die vielen Traumstrände, die imposante Meereslandschaft, Schnorcheltouren und die gute Thaiküche. Ungewissheit darüber, ob alles rund läuft auf der Reise, die in Phuket beginnt (aber von Krabi und in umgekehrter Richtung ebenso gut machbar ist) und uns mit öffentlichen Fähren bis nach Koh Lipe im äußersten Süden Thailands führen soll. In welchem Zustand sind die Fähren, finden wir eine passende Unterkunft? Oder müssen wir etwa die ein oder andere Nacht unter freiem Sternenhimmel verbringen? Denn im Voraus gebucht haben wir nichts – mit Absicht.
Erstes Etappenziel ist Phi Phi Island, jene Insel mit der weltberühmten Doppelbucht. In den achtziger Jahren war sie für die Travellergemeinde das Paradies, die schönste Insel der Welt. Gut 20 Euro hat uns das Ticket für die Überfahrt gekostet, inklusive Abholung vom Hotel. Wir sitzen noch nicht im Minibus, da klebt schon ein gelber Sticker auf meiner Brust. »Gelb heißt, du willst nach Phi Phi«, sagt der Fahrer, als ich ihn etwas erstaunt mustere. In Thailand ist eben alles perfekt organisiert.
Am Pier angekommen, wartet schon die »Andaman Princess« auf uns. Ob es sehr schaukelig wird? »Nein, heute nicht«, versichert mir die freundliche Dame in High Heels, die noch mal einen prüfenden Blick auf den Aufkleber wirft, bevor sie grünes Licht fürs Boarding gibt. »In der nächsten Woche wird etwas Wind aufkommen, dann kann es da draußen schon mal etwas ungemütlich werden«. Was sie damit meinte, wird uns später auf der Überfahrt von Koh Lanta nach Koh Ngai klar, als Schwimmwesten und Spucktüten die Runde machen.
Der Diesel brummt, der Käpt’n mit der Spiegelsonnenbrille auf der Nase gibt das Signal zur Abfahrt. Heute ist das Meer ruhig und kristall klar. Die Quecksilbersäule steht bei 28 Grad. Wir nehmen auf dem Oberdeck Platz und lassen uns die laue Brise um die Nase wehen. Perfekt! Schon nach wenigen Seemeilen hat uns das »Andamanen-Fieber« erfasst.

Bei Wellengang ist das Anlanden mit dem Speedboot ein feuchtes Vergnügen


Koh Lipe: Chillen am traumhaften Sunset Beach


Am Sunrise Beach trifft sich die Travellerszene


Nach eineinhalb Stunden erheben sich am Horizont die steilen Felswände von Phi Phi. Am Anleger von Tonsai ist die Hölle los. Auf der einen Seite des Piers warten Dutzende von Hotelguides mit großen Schildern auf die Gäste, die reserviert haben, auf der anderen Seite Dutzende von Passagieren auf die Weiterreise. Wir entgehen der Hektik schnell, denn auf uns wartet hier niemand. Denn wir sind mitten in der Hauptsaison als sogenannte »Walk-in«-Urlauber gekommen, die einfach alles auf sich zukommen lassen.

PHUKET:Für Trauminselsucher nicht mehr als eine Zwischenstation

Phuket ist für uns auf dieser Reise nur eine Durchgangsstation. Startpunkt ist der Rassada-Pier unweit von Phuket Town. Wir beschließen, direkt in die Inselhauptstadt zu fahren. Um vorher etwas Inselluft zu schnuppern, nehmen wir vom Flughafen die Küstenstraße über Naithon, Bang Tao, Ka mala und Patong. Für die nicht einmal 50 Kilometer lange Strecke braucht der Taxifahrer über zwei Stunden. Der Verkehr ist immens, die Baustellen groß, die Luft aber überraschend gut. Die Grenzen zwischen den Badeorten sind kaum noch auszumachen, die Ferieninsel Phuket scheint eine einzige Stadt zu sein. Mit 365.000 Einwohnern und zehnmal so vielen Touristen im Jahr. Wer es hier ruhiger haben will, sollte die Strände der zentralen Westküste meiden. Die Altstadt von Phuket Town kommt uns am Abend dagegen fast ausgestorben vor. Wir laufen die aufgehübschte Yaowarat Road runter und suchen uns ein nettes kleines Restaurant. Wer am Wochenende kommt, kann sich auf den Naka Weekend Markt freuen, ein echtes Highlights für Streetfood-Fans.
Bleibt man zwei, drei Nächte auf Phuket, lohnen Ausflüge zu den weniger überlaufenen Stränden im Süden und nach Patong, dem Zentrum des thailändischen Nachtlebens, wo sich Zehntausende von Besuchern aus aller Welt durch die Bangla Road und die angrenzenden Viertel schieben.

Phuket Town: lohnenswerter Zwischenstopp für Island-Hopper


Foto: Shutterstock/wiratho

Warten auf Kundschaft: Longtail-Ausflugsboote an Koh Phi Phis Ton-Sai-Bucht


PHI PHI ISLAND: Das neue Phi Phi muss man mögen

Sanft wiegen sich die Longtailboote entlang der 800 Meter langen Ton-Sai-Bucht im Abendlicht. Eines neben dem anderen, es müssen Hunderte sein. Ausflugsboote und Wassertaxis, die Touristen zur legendären Maya Bay auf der unbewohnten Schwesterinsel Phi Phi Leh fahren. Der Film »The Beach« mit Leonardo DiCaprio aus dem Jahr 2000 löste einen derartigen Boom aus, dass der Strand mittlerweile nicht mehr betreten werden darf, um sich erholen zu können. Die Regierung hat die Notbremse gezogen: Bis 2021 dürfen die Boote nur in die Bucht fahren, damit die Besucher Fotos schießen können. An den Strand darf niemand mehr.
Der Run auf Phi Phi wurde durch den Tsunami 2004 nur kurz unterbrochen. Schnell erwachte die Insel zu neuem Leben. Das weitgehend zerstörte Dorf wurde wieder aufgebaut, die Besucherzahlen stiegen und stiegen; dazu kamen unzählige Tagestouristen. Heute gibt es im ehemaligen Backpacker-Paradies sogarMcDonald’s ! Keine Frage: Phi Phi hat sich verändert: Auf den engen Straßen von Ban Ton Sai bahnen sich einachsige Handkarren, mit Urlaubergepäck und Waren bepackt, den Weg durch das Touristengemenge. Gefühlt gibt es im Ort mehr Tattoostudios als Restaurants, auch an Reisebüros, Massagesalons und Pubs herrscht kein Mangel. Wo früher nur eine Handvoll einfache Bungalowanlagen für Weltenbummler standen, platzt die Insel heute aus allen Nähten. Es ist laut und es wird gefeiert. Am Publikum gemessen, ist Phi Phi immer jung geblieben. »Alt-Traveller«, die den guten alten Zeiten hinterhertrauern, sind eher fehl am Platze. Vom View Point, der den Blick auf die berühmte Doppelbucht eröffnet, kann man sich einen Überblick über das neue Phi Phi verschaffen, über die Dächer von Phi Phi Town bis zu den Hotels zwischen den Stränden, deren Bauweise mit den landestypischen Resorts vergangener Tage nichts mehr gemein hat.
Doch Phi Phi hat ohne Frage auch schöne Seiten: Wer ein Taxiboot zu den abgelegenen Stränden nimmt, lässt die trubelige »Inselmetropole« schnell hinter sich. Unser Tipp: Der drei Kilometer lange Had Yao Beach (Long Beach, Wassertaxi € 6) bietet gute Schwimmmöglichkeiten und sieben Resorts:

KOH LANTA: Angekommen in dem Thailand, wie wir es kennen

Als das Speedboot in den Lat Bo Nae River von Koh Lanta einfährt, wird schnell klar, dass die touristische Entwicklung à la Phuket und Phi Phi an dieser Insel bisher vorbeigegangen ist. Im Hafen der Inselhauptstadt ist der Touristenumschlag sichtbar geringer als auf Phi Phi Don.

Darauf sollten Sie bei den Fähren achten

Zwischen Phuket und Krabi, Phi Phi und Koh Lanta verkehren bis zu zehn Fährgesellschaften, von betagten Slowboats, die bei rauer See etwas Mut zum Abenteuer erfordern, bis hin zu den verschiedenen Schnellfähren. Der südliche Teil der Andamanensee wird überwiegend von den wesentlich schnelleren, 30 bis 40 Personen fassenden Speedbooten vonBundaya (www.bundhayaspeedboat.com) undSatun Pakabara (7) abgewickelt, die bei unruhiger Wetterlage einen besseren Eindruck hinterlassen. Die Fahrten zwischen den Inseln dauern 30 Minuten bis zwei Stunden. Auf Speedbooten sind die Sitzplätze im hinteren Drittel zu bevorzugen, weil es weiter vorn bei Wellengang zu heftigen Stößen kommt. Im Allgemeinen unterscheiden sich die Speedboote kaum, so dass eher die Abfahrtzeiten über die Wahl der Gesellschaft entscheiden.Bundaya ist noch etwas schneller, da die Boote über drei statt zwei Außenborder à 250 PS verfügen. Tickets gibt es am Pier, bei Reisebüros und Resorts. Kosten pro Etappe: je nach Fahrtzeit € 10–40, vor Ort meist etwas teurer als vorausgebucht. Die Kosten für die Gesamtstrecke liegen je nach Buchungszeitpunkt bei € 150–180. Jede Etappe muss extra gebucht werden!

Wenig später sitzen wir im Tuk-Tuk von Nang, einer Muslimin, die mit ihrem klapprigen Mopedtaxi auf der Westküstenstraße bereits Zehntausende von Kilometern zurückgelegt hat. Sie kennt jeden Winkel der Insel. Nang verlangt € 6 für eine Fahrt zum Long Beach – Infos über die Insel und Hotelsuche inklusive. »In den letzten Jahren kommen mehr junge Menschen auf die Insel, weil Koh Lanta vergleichsweise günstig ist«, sagt sie und freut sich, dass ich Koh Lanta schöner finde als Phi Phi. Auch wenn die Landschaft der rund 25 Kilometer langen Insel weniger spektakulär ist als die der umliegenden Inseln. Lanta ist vergleichsweise flach, die imposanten Kalksteinfomationen fehlen, ebenso die Kokospalmen an den Stränden.
Die Insel ist Mopedland – einen Scooter gibt’s praktisch in jeder Unterkunft für € 7 am Tag –, Mietwagen sind aber auch zu haben (beiLanta Rent-a-car rechts vom Pier in Saladan). Ganz gleich, wo man sein Lager aufschlägt, die meisten Inselstrände sind relativ schnell erreicht. Je weiter man auf der Küstenstraße nach Süden kommt, desto hügeliger, wilder und grüner wird die Landschaft. Die Fahrt führt durch Dschungellandschaften, dazwischen werden immer wieder Blicke auf die blaugrüne Andamanensee frei. Mopedansammlungen deuten auf kleine, versteckte Buchten hin, willkommene Stopps für ein erfrischendes Bad zwischendurch. Die Straße endet am Nationalpark Mu Ko Lanta an der Südspitze (Eintritt € 11), wo sich während einer einstündigen Wanderung Wildschweine, Affen, Zibetkatzen und Warane beobachten lassen – etwas Glück einmal vorausgesetzt.
An der Westküste reiht sich ein Strand an den nächsten. Wo es uns am besten gefallen hat? Am knapp vier Kilometer langen Long Beach (Phra Ae) haben einige Resorts die besten Zeiten zwar schon hinter sich, doch der Strand hat einfach Klasse. Im nördlichen Teil sind die Bademöglichkeiten auch bei Ebbe exzellent, im südlichen Bereich wird es zunehmend steiniger. Dafür ist der Ort, der sich die Durchgangsstraße entlangzieht, im Süden einladender. Hier finden sich einfache Bungalowresorts mit palmblattgedeckten Dächern. Die zu Fuß erreichbare Relax Bay bietet zusätzliche Abwechslung. Wer etwas Nachtleben wünscht, folgt der Backpackerszene an den südlich von Long Bay gelegenen Khlong Khong Beach, mit netten Bars, Restaurants und Live-Bands, etwa in der coolen »Cigare Bar«. Wer Wert auf eine etwas bessere Unterkunft legt und für den abendlichen Bummel einen kleinen Ort mit Restaurants, Bars und Shops wünscht, wählt die Kantiang Bay weiter im Süden. Der Strand hat Klasse. Nicht zuletzt gefiel uns die unbebaute Nui Bay mit der aus Treibholz erbauten »Secret Bar«, wo in den späten Nachmittagsstunden zum Volleyball-Match aufgeschlagen wird.
Abwechslung bietet ein Ausflug nach Lanta Old Town, einem aufgehübschten Hafenort an der Ostküste, einst von den Chao-Lee-Seezigeunern gegründet, mit traditionellen Holzhäusern an der Hauptstraße, Restaurants, deren Außenterrassen zum Teil auf Stelzen im Meer stehen, Souvenirläden mit Krimskrams und einem Anleger, der gerade vergrößert wird. Auch die Straßenarbeiten auf der Insel lassen darauf schließen, dass Koh Lanta die touristische Zeitenwende noch bevorsteht.

Der Blick vom View Point auf Phi Phis Doppelbucht gibt heute den Blick auf manche Bausünde preis


Koh Bulon: aufs Meer schauen und träumen…


Phi Phi: Scouts erwarten die Neuankömmlinge


Nur morgens entspannt: Phi Phis Ortszentrum


Volleyball-Match vor der aus Treibgut erbauten Beachbar an der schönen Nui Bay auf Koh Lanta


Der Oststrand von Koh Ngai wird spätnachmittags zur Flaniermeile. Hinten links der Anleger


Bei rauer See wird das An- und Ablegen zur Herausforderung


Wie in alten Zeiten: Hüttenurlaub am Long Beach auf Koh Lanta


Direkte Strandlage: Koh Ngais mannshoher Inseltempel


KOH NGAI: Relaxen, bis die nächste Fähre kommt

Das Speedboot macht im Südosten am Anleger des größten Inselhotels fest. Doch wir wollen weiter zum drei Kilometer langen Oststrand, dem Hauptstrand der dreieckigen Insel, den wir schon vom Boot aus für gut befunden haben. Wir erreichen ihn über einen schmalen Küstenpfad, der über Stock und Stein führt – gut, dass wir nur eine handliche Tasche dabeihaben. Das Meer zeigt sich von seiner schönsten Seite, türkisfarben und kristallklar, der Palmenstrand ist puderzuckerfein. Hier reiht sich ein halbes Dutzend Resorts, darunter ein paar unerwartet große, in denen auch Reiseveranstalter ihre Gruppen absetzen. Im Norden fallen drei verlassene Bungalowdörfer ins Auge, illegal errichtete Resorts, die die Regierung schließen ließ, auch weil weite Teile der Insel als Nationalpark unter Schutz stehen. Es ist ohnehin besser, ein Resort im südlichen oder mittleren Teil des Strandes zu nehmen, denn der Meeresboden im Norden ist steinig und bei Ebbe nicht zum Baden geeignet. Einzige Alternative zum Ostküstenstrand ist der abgelegene Paradise Beach nebst gleichnamigem Resort.
Über Koh Ngai ist alles schnell gesagt: Das Eiland ist überwiegend flach – die höchste Erhebung misst gerade einmal 200 Meter – und von dichtem Tropengrün überwuchert. Es ist eine reine Touristeninsel, rund 15 km vom Festland entfernt, ohne Straßen und Geschäfte, auf der ganzjährig nur wenige Menschen leben. Im Mittelpunkt steht das Beachlife: flanierende Familien mit Kinderwagen, Pensionäre, die auch gern etwas länger bleiben, ein paar Taucher, die ein oder andere chinesische Reisegruppe und junge Leute auf der Durchreise, die abends in der Beachbar vom »Koh Ngai Camping« Travellergarn spinnen. Es gibt ein paar recht gute Restaurants –mit weitaus höheren Preisen als auf Koh Lanta. Insgesamt ein schönes Plätzchen für zwei, drei Tage.

Die schönsten Unterkünfte auf Koh Ngai

○○○ Unsere Wahl fiel auf das »Koh Hai Seafood« mit einfachen Bungalows im Traveller-Style ab € 43. Im »Seafood 2« gibt es neue AC-Familienbungalows aus Stein mit zwei Doppelbetten für € 109 (handeln!). Gutes Restaurant, nette Inhaber (0066-81-9783092).
○○○ Ansprechend ist auch das oft ausgebuchte »Mayalay Beach Resort« nebenan mit klassischen palmblattgedeckten Bungalows ab € 39 (0066-81-8943585).

KOH KRADAN Ein Inseltraum, zu schön, um wieder abzureisen

Inseln ohne Anleger haben einen besonderen, ursprünglichen Charme. Auf Koh Kradan jedenfalls ist das so. Wer mit großen Koffern reist und beim Anlanden keine nassen Füße riskieren will, kommt gar nicht erst hierher. Die Speedboot-Fähren legen am Hauptstrand an der Ostküste an, auf Höhe vom »Kradan Beach Resort«, weil hier das Riff zu Ende ist und das Wasser auch bei Ebbe zum Anlanden (und Baden!) tief genug ist.

Das kleine Inseljuwel liegt eine Bootsstunde südlich von Koh Ngai und ist ein ideales Rückzugsgebiet für alle, die dem Alltagsstress entfliehen möchten. Die wenigen Resorts sind während der Hauptsaison fast durchgehend belegt. Ein Zimmer bekommen wir trotzdem, der stornierfreudigenBooking.com -Gemeinde sei Dank. Irgendwie erinnert hier viel an früher. Okay, die Bungalows sind besser geworden, aber der Strom kommt immer noch vom Notstrom-Diesel. Dass man sich im Heute befindet, daran erinnert nur das gelegentliche Umherirren einiger Inselgäste bei der Suche nach dem besten WLAN-Signal. Selbst Musik ist nirgendwo zu hören. Die fast schon mystische Stille wird nur vom Knattern gelegentlich vorbeifahrender Longtailboote gestört. Hier schnappst du dir morgens ein Handtuch und suchst dir am Strand ein schattiges Plätzchen unter dem nächsten freien Baum. Zwischendurch unternimmst du einen Strandspaziergang, schnorchelst eine Runde am Riff. Und gehst essen, wenn der Magen knurrt. Die Tage vergehen auf Koh Kradan langsamer als in der richtigen Welt.

Traumhaft schön: Der Paradise Beach auf Koh Kradan trägt den Namen zu Recht


Müll passt nicht zur Idylle: Als wir auf einer Erkundungstour eine Tüte Plastikmüll am Strand gesammelt haben, klatscht eine Gruppe Italiener Beifall: »Bravo!«. Auch der Officer vom Nationalpark-Büro ist sichtlich gerührt. »Koh Kradan ist in den letzten Jahren sauberer geworden, wir lassen den Müll in Säcken zum Festland bringen«. Wer irgendwo wild entsorgten Müll sieht, sollte das dem Büro melden. Die Nationalparkgebühr von € 6 ist auf Kradan keine Pflichtabgabe, aber die Verwaltung freut sich über jeden, der kommt und freiwillig bezahlt. Koh Kradan gehört ebenso wie Koh Ngai zum Nationalpark Had Chao Mai. Auch hier hat die Regierung durchgegriffen und im nördlichen Strandabschnitt zwei Resorts geschlossen.
In einer Viertelstunde ist man drüben am wunderschönen Paradise Beach an der Westküste, der auch bei Ebbe beste Bademöglichkeiten bietet. Umgeben von dichtem Dschungel, trägt dieser Traumstrand seinen Namen zu Recht, soviel steht fest.

Die schönsten Unterkünfte auf Koh Kradan
○ ○○○ Die Anzahl der Unterkünfte ist begrenzt, die Preise sind höher als auf anderen Inseln. Alternative: Zelt mieten. – Das »Kradan Beach Resort« liegt am besten Strandabschnitt und hat gute Bungalows für € 49 (2. Reihe), € 66 (1. Reihe) und große Beachfront Bungalows (ab € 120). Weniger empfehlenswert sind die etwas abgewrackten »Longhouse«-Zimmer der ersten Stunde (€ 36). Mageres Frühstück inklusive (0066-75-211391, www.kradanbeachresort.com).
○○○ Das italienisch geleitete Barfuß-Resort »Kalumè« (0066-99-1957340, www.kalumekradan.com) bietet kleine Thai-Bungalows mit Wellblechdächern und kleiner Veranda in einem gepflegten Palmengarten ab € 129 für 2 Nächte inklusive Frühstück (booking.com ).
○○○Wer höhere Ansprüche hat, geht ins »Reef Resort«, dem einzigen Resort mit Pool. 18 villenartige Bungalows ab € 137 inklusive Frühstück (0066-90-0674400, www.reefresortkradan.com).
Camping: 200 m südlich vom »Kradan Beach Resort« liegt das Büro der Nationalpark-Behörde. Hier können Zelte für € 11 gemietet werden, man darf gegen geringe Gebühr auch ein eigenes aufstellen.

TIPP:Ausflüge, die sich lohnen

Da man ohnehin von einer schönen Insel zur nächsten schippert, muss man nicht jeden Bootsausflug mitmachen. Schnorcheltripps werden schon für € 17–23 angeboten. Fragen Sie, wie viele Personen mitfahren und welcher Nationalität, damit Sie nicht auf einem reinen Chinesen-Schiff landen – oder chartern ein Longtail.
KOH ROK Doppelinsel mit tollen Stränden und Schnorchelgründen, rund 25 km westlich von Koh Lanta und Koh Kradan. Vergleichsweise intaktes Riff. Aber viele Tagestouristen. Es werden Übernachtungsmöglichkeiten in Zelten geboten (inkl. Ausrüstung € 13). Restaurant. Touren ab € 40/Pers., individueller Speedboat-Charter € 100–143.
KOH RAWI Liegt auf der Route der Ausflugboote, die täglich von Lipe ausschwärmen. Wer aber über Nacht bleibt (Zelt mitbringen!), schlägt sein Lager am White Sand Beach auf und darf sich abends und morgens ein wenig wie Robinson fühlen. Restaurant an der Rangerstation. Charterboot von Koh Lipe (€ 30–60).

Nur wer die dunkle Emerald Cave durchschwimmt, erreicht den dahinter liegenden Traumstrand


EMERALD CAVE An der Westküste von Koh Mook liegt eine Binnenlagune mit smaragdfarbenem Wasser und einem kleinen Strand, der von steilen, begrünten Felswänden umgeben ist, an dem Affen herumklettern. Ein verwunschenes Plätzchen. Hin kommt man nur schwimmend, durch einen 80 Meter langen, s-förmigen Tunnel. Licht spendet dabei die Taschenlampe des begleitenden Guides. Möglichst frühmorgens oder spätnachmittags ansteuern. Ein Longtail kostet am Farang Beach € 43 für 2 Personen. Die Anfahrt ist auch von Koh Kradan machbar (20 Min. Fahrt).

KOH BULON LEH: Traumhafte Tage auf schrumpfender Landzunge

Als wir an der windgeschützten Südspitze vom Speedboot ins Longtail (€ 1,40 extra) umsteigen, ahnen wir nicht, dass wir gleich ein weiteres paradiesisches Fleckchen Erde betreten werden, mit einem malerischen Strand und einem Bungalowresort, das sich vor vielen Jahren den besten Platz gesichert hat und Hängematten-Romantik verbreitet. Der Urlaubsalltag besteht in erster Linie aus Nichtstun, es sei denn, man hat eine Tour zu einer der über 20 Inseln des Nationalparks Koh Petra Marine gebucht (€ 55–90). Für Abwechslung sorgen Spaziergänge über die dicht bewachsene Insel, die sich 150 Insulaner mit etwa ebenso vielen Touristen teilen. Typen, die einen Ausstieg auf Zeit wählen wie Marion und Michael, ein Ehepaar, das schon seit 18 Jahren auf die Insel kommt. Weil es für beide der schönste Platz auf Erden ist. Der Traum wäre perfekt, würde das Meer nicht unentwegt an Strand und Land nagen. »Zwei Reihen Bungalows haben wir in den letzten 20 Jahren bereits verloren «, klagt die thailändische Pächterin des weitläufigen »Bulone Resorts«. »Mit dem Restaurant mussten wir schon umziehen«. Ein schützendes Riff gibt es hier nicht. Das Problem: Während des Monsuns trägt das Meer den Sand ab und bringt ihn in den Wintermonaten zurück, leider nicht mehr vollständig. Der Klimawandel lässt grüßen. Ein alter Sickerschacht aus Beton und riesige Baumstümpfe von Kasuarinen sind stille Zeitzeugen.
Über die Insel führt durch dichten Dschungel eine schmale Straße, gerade einmal breit genug für das Motorrad mit Beiwagen vom Inselspediteur, der die Resorts im Osten vom »Inselhafen« in der gegenüber liegenden Panka-Noi-Bucht mit Proviant und anderen Dingen versorgt. Für größere Probleme stehen zwei altersschwache Traktoren mit Anhänger bereit. In der Nachbarbucht sind die Fischer zu Haus. Hier werden die Reusen geflickt, die vor der Küste ausgebracht werden. An guten Tagen wird ein Teil des Fangs zum Festland »exportiert«.
Auf Koh Bulon gibt es sogar ein wenig Nachtleben, in den notdürftig zusammengezimmerten Kneipen der Einheimischen oder im Restaurant »Hug« und der benachbarten Open-Air-Bar von Rastaman Ben. »In den letzten Jahren ist die Zahl der Besucher zurückgegangen, die meisten fahren gleich weiter nach Koh Lipe«. Die Bungalowresorts im Dorf wirken verwaist. Mag sein, dass auch Bulon darunter zu leiden hat, dass es wie die meisten Inseln der Region muslimisch ist. Dabei ist Politik und Fanatismus den Bewohnern der Inselwelt fremd, hier leben liberale Muslime, Christen und Buddhisten friedlich miteinander.

Die schönsten Unterkünfte auf Koh Bulon Leh

○○ Erste Wahl ist allein schon wegen der fantastischen Lage am puderzuckerfeinen Strand das »Bulone Resort« mit Bungalows in unterschiedlichem Zustand, am besten vorher einen Blick werfen (mit Fan ab € 57, Family ab € 86, mit AC ab € 100; Verhandlungsspielraum 25 %, www.bulone-resort.com).
○○ Hinter dem »Bulone Resort«, aber nicht direkt am Strand, liegt das »Marina Resort« mit palmblattgedeckten Bungalows für € 66 (0066-968928962, www.facebook.com/MarinaKohBulon/).
○○ Am White Sand Beach um die Ecke liegt das »Pansand Resort« mit Bungalows von € 51–66 (0066-81-6933667, www.pansandresort.com).

Das kleine Koh Lipe leidet zunehmend unter den Touristenmassen: Beach Resort am Pattaya Beach


Koh Bulon: einfacher Bungalow, fantastische Lage


Einfach in den Tag hinein leben…


Auf einigen Inseln verkehren Mopedtaxis


Koh Bulon: Hinter jeder Biegung wartet ein neuer Traumstrand


KOH LIPE: Thailands kultiger Außenposten

Der gut ausgelastete Fähranleger ist auf den meisten Fotos noch nicht zu sehen. Aber er hat dem kleinen Koh Lipe viele neue Besucher gebracht. Zu viele. »Am Sunrise Beach sind deutlich weniger Longtails als am Pattaya Beach«, weiß mein druckfrischer Reiseführer über Südthailand. Mittlerweile muss man sich auch am herrlichen Strand an der Ostküste den Weg zwischen zahllosen Longtails hindurch ins türkisfarbene Meer suchen. Boote, die die Besucherscharen zu den Schnorchelrevieren im Koh Turatao National Park bringen und Warentransporte für das Chao-Dorf im Norden vom Sunrise Beach abwickeln.
Koh Lipe eilt nach wie vor der Ruf als Partyinsel voraus. Dabei beschränkt sich das Nachtleben auf ein paar Pubs mit Live-Musik, die um 1 Uhr morgens schließen müssen. In den Beachbars mahnt die Polizei bereits um Mitternacht zur Nachtruhe. Bis vor wenigen Jahren war Koh Lipe eine Traveller-Domaine mit überwiegend westeuropäischem Publikum. Doch die jungen Franzosen, Deutschen, Italiener und Spanier bekommen zunehmend Konkurrenz, aus Osteuropa und von Malaysiern, die über das nahe Langkawi gern auf ein verlängertes Wochenende nach Lipe kommen, weil in Thailand alles viel freizügiger ist. Zudem haben chinesische Touristen die Inseln entdeckt. Am Pattaya Beach haben sich bereits erste Resorts auf die neue Klientel eingestellt. Auf der wunderschönen Sandbank am North Point der Insel, die man in 30 Minuten von Ost nach West durchquert, thront mit dem »Mountain Resort« eine Bausünde, die kaum auf westliche Individualreisende ausgerichtet sein dürfte. Lipe hat auch heute noch seine Reize, nur muss man die richtigen Plätze kennen. Ein Stück weiter westlich in einer traumhaften, von Felsen eingerahmten Bucht am Sunset Beach ist die Idylle noch perfekt. Wer dort Quartier bezieht, ist mit Tuk-Tuk oder Fahrrad trotzdem innerhalb weniger Minuten im Zentrum des Geschehens, in der abends prall gefüllten »Walking Street« zwischen Pattaya Beach und Sunrise Beach, mit zahllosen Restaurants, Garküchen, Kneipen, Reisebüros und Souvenirshops.

Die besten Unterkünfte auf Koh Lipe
Sunrise Beach: Am besten ist der Strandabschnitt nördlich und südlich vom »Castaway Resort«. Das kultige Resort mit den markanten doppelstöckigen Bungalows jedoch ist maßlos überteuert. ○Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis in der unteren Preisklasse bieten die »Family Units« im benachbarten »Gipsy Resort« (0066-89-7398201,www.gipsyresort.com) im ersten Stock mit Veranda ganz dicht am Meer (€ 57). Auch zu zweit wohnt es sich im Familienzimmer recht komfortabel. ○○○ Eine ganze Klasse besser ist das »Cabana Lipe Beach Resort« gleich neben dem »Castaway«, ein zweistöckiges Gebäude mit den Zimmerkategorien Superior (ab € 112) und Deluxe-Meerblick (ab € 146, jeweils inkl. Frühstück, 0066-74-740320, www.cabanalipe.com).Sunset Beach: Fernab von allem Trubel bietet das »Bayview Sunset Resort« Holzbungalows mit Panoramablick auf Strand und Meer für € 51 und 71 (0066-634487485, www.facebook.com/bayviewkohlipe/). Viele Treppen zum super Strand an der Nordküste gegenüber von Adang.

Sunset Beach: ○ Fernab von allem Trubel bietet das »Bayview Sunset Resort« Holzbungalows mit Panoramablick auf Strand und Meer für € 51 und 71 (0066-634487485, www.facebook.com/bayviewkohlipe/). Viele Treppen zum super Strand an der Nordküste gegenüber von Adang.

An Koh Lipes Sunrise Beach ist die stürmische touristische Entwicklung der Insel nicht vorübergegangen


Rushhour im »Stadtzentrum« von Koh Mook Town


TIPP: So finden Sie den richtigen Strand

Die dem Festland zugewandten Küsten, in diesem Fall die Oststrände, haben ausgeprägte Gezeiten und bieten bei Ebbe i. d. R. nur eingeschränkte Bade- und Schwimmmöglichkeiten. Sie haben während der Wintermonate aufgrund des Windes (Nordostmonsun) aber den Vorteil, dass das Klima dort angenehmer ist als an der Westküste. Ausnahme: Phuket und Koh Lanta haben im Osten gar keine attraktiven Strände. Auf den kleinen Inseln ist man schnell zu Fuß auf der anderen Seite, falls sich dort – wie auf Koh Kradan – ein Traumstrand befindet. Wer genau wissen will, wie Ebbe und Flut in der geplanten Reisezeit fallen, schaut in den Tidenkalender: www.de.tideschart.com.

An der dem Festland zugeneigten Stränden zieht sich das Wasser wie hier auf Koh Ngai bei Ebbe weit zurück.


KOH MOOK: Liebe auf den zweiten Blick

Vor uns tuckert ein Pick-up mit riesigem Wassertank, der ein Leck zu haben scheint. Bei näherem Hinsehen wird klar: Während bei uns zu Hause gerade mit Salz gegen vereiste Straßen vorgegangen wird, werden die Pisten auf Koh Mook mit Wasser besprengt, um Mopeds, Tuk-Tuks und Fußgänger vor Staub zu bewahren. Denn geregnet hat es schon länger nicht mehr in der Gegend.
Vor wenigen Stunden sind wir in der Mittagshitze am Hauptstrand Hat Farang (Hat Sai Yao) an der Westseite angelandet. Zunächst machte sich etwas Enttäuschung breit. Die Bungalows von »Charlie Beach«, die einen großen Teil des Strandes beanspruchen, sind im Verfall begriffen. Illegal hochgezogen und von der Regierung dichtgemacht. »Der Pächter, der auch auf anderen Inseln Hotels betreibt, hat die Insel verlassen, die Ruine hat er dagelassen«, erklärt uns ein Händler am Strand. Am Strand gibt es zwei weitere Resorts, dazu am Südende zwei chillige Bars, wo sich zum Sonnenuntergang die Urlauber versammeln, darunter auch die Gäste, die im kleinen Ort hinter dem Beach eine Bleibe gefunden haben. Den besten Platz an der Ostseite hat sich vor vielen Jahren das »Sivalai Beach Resort« gesichert – am Ende einer sandigen Landzunge, die vorm Inseldorf Baan Koh Mook 700 Meter ins Meer ragt. Andernorts legt die Ebbe im Osten riesige Flächen modrigen Meeresgrunds frei, auch liegt viel Plastik herum.

Breit und feinsandig: Koh Mooks Farang Beach


Obwohl Koh Mook nur ganze zehn Straßenkilometer hat, lohnt es sich, für die täglichen Fahrten ins Dorf ein Moped (€ 7/Tag) oder Mountainbike (€ 3/Tag) zu leihen. Im Dorf leben die meisten der 1.500 Einwohner, viele davon Nachfahren der Seezigeuner, die vor 500 Jahren auf die Insel kamen. Heute leben sie von den Einnahmen aus dem Tourismus, der Fischerei und den Kokosplantagen im Inselinnern.
Attraktionen hat Mook nicht viele, dafür aber mit der Binnenlagune Emerald Cove (Makarot Cave) eine, die es in sich hat, ein Wunder der Natur (s. »Ausflüge, die sich lohnen«, S. 40). Im Gegensatz zu vielen anderen thailändischen Inseln konnte sich Koh Mook seine Ursprünglichkeit erhalten. Fischer bereiten sich auf die nächtliche Ausfahrt vor, kleine Lokale, Läden und Hostels entlang der Hauptstraße kümmern sich um das Wohl der wenigen Besucher. Auf der Straße hat man Zeit für einen Plausch, der Alltag nimmt seinen gemächlichen Gang. Wären Insulaner und Urlauber weniger mit ihren Handys beschäftigt und würde für die Müllentsorgung gesorgt, könnte man meinen, ein Inseljuwel aus den Achtzigern vor sich zu haben.

Die besten Unterkünfte auf Koh Mook

○○ Am südlichen Ende des Farang Beach schmiegen sich die »Ao Yao Bungalows« an die Felsen. Vier große Bungalows mit spektakulärem Meerblick (€ 49). Restaurants mit Aussichtsterrasse. Besser im Voraus buchen (koyaobungalows@gmail.com, 0066-87-3356792, www.facebook.com/Koyaobungalows).
○-○○ Im Dorf hinter dem Farang Beach liegt das »Mookies« mit Hütten für € 23 und Bungalows (mit Fan € 34, mit AC € 49, 0066-874941719). 300 m zum Strand, gutes Restaurant (ganzer Fisch mit delikaten Soßen € 14).
○○○ Wer lieber im Dorf wohnt, geht ins »Mook Montra Resort« (gepflegte Seafront-Bungalows € 57–71, 0066-89-4761991, www.facebook.com/MookMontraResort). Nur der Strand taugt nichts.
○○○○ Das »Sivalai Beach Resort« bietet sechs Preiskategorien von der Standard-Villa (€ 157 ÜF) bis zur Beach Front Family Villa (€ 243). Die günstigste Strandvilla kostet € 200 (0066-89-7233355, www.komooksivalai.com).

Die kleine Chinatown ist die Attraktion von Phukets »Hauptstadt« Zum Sonnenuntergang füllt sich die Beachbar am Farang Beach auf Koh Mook


Meine Erfahrungen als »Walk-in«-Reisender

»Für eine Nacht haben wir einen Bungalow, für morgen kann ich noch keine Zusage machen«, erklärt uns die Dame an der Rezeption auf Koh Kradan. »Kommen Sie nach dem Frühstück um 11 Uhr wieder, wir werden schon etwas für Sie finden«. So kam es dann auch – wir bekamen sogar ein besseres Zimmer. Ich frage den Manager nach den Gründen. »Ganz einfach, viele Besucher reservieren im Vorwege überbooking.com und stornieren dann kurz vor der Anreise kostenlos«. Wer mittags mit der Fähre ankommt und ein Zimmer sucht, muss dennoch nicht befürchten, dass er am Strand übernachten muss. Nur auf Koh Ngai war die Unterkunftssuche für uns mit etwas Gelaufe verbunden, die ersten vier Resorts waren komplett ausgebucht, das fünfte schließlich hatte einen Bungalow frei, den besten der gesamten Anlage. Auch die anderen Inseln waren relativ voll, doch oft hatten wir am Ende sogar die besseren Unterkünfte als die Vorausbuchenden, weil wir vor der Buchung einen Blick in den Bungalow werfen konnten. Mein Tipp: Reist man zu zweit, bleibt die erste Person samt Gepäck in der erstbesten Beachbar, die andere geht auf Zimmersuche. »Walk-in«-Urlauber haben einen Verhandlungsspielraum von bis 10 bis 20 Prozent, da Hoteliers Provisionen in gleicher Höhe an die Hotelportale abführen. Zusätzlich nach Gratis-Frühstück fragen (Kradan, Bulon)! Achtung: Das Angebot an Zimmern mit zwei Einzelbetten ist begrenzt, eine gute Alternative sind Familien-Zimmer, da lässt sich meist ein guter Preis aushandeln.

Chefredakteur Oliver Kühn mit dem Moped auf Recherchetour


INFO: Thailand

Fläche: 513.115 qkm.Einwohner: 68 Mio…Hauptstadt: Bangkok (10 Mio.).Religion: 95 % Buddhisten.Zeitverschiebung: im Winter + 6 Std…Netzspannung: 220 V, kein Adapter erforderlich.

EINREISE
Deutsche, Österreicher und Schweizer dürfen visumfrei bis zu 30 Tage bleiben.

GELD
Der Euro schwächelt: € 1 = 35 Baht (Stand: 6/2019). Auf den kleineren Inseln Kradan, Bulon Leh und Ngai gibt es keine Geldautomaten, vorher ausreichend tauschen. Unterkünfte aber können i. d. R. per Kreditkarte bezahlt werden. Money-Changer bieten leicht bessere Kurse als Geldautomaten. Der Kurs am Airport Phuket ist relativ gut.

REISEZEIT
Zwischen der zweiten Novemberwoche und Mitte März ist das Wetter i. d. R überwiegend sonnig bei Tagestemperaturen von 27–30 °C, das Wasser hat dann 27–29 °C.

GESUNDHEIT
Standard- und Hepatitis-Impfschutz sind empfehlenswert. Der Hygiene-Standard ist auch auf den abgelegenen Inseln gut. Eiswürfel werden i. d. R. nicht aus Leitungswasser gemacht, Nachfragen kann aber nicht schaden. Auf Nummer sicher geht, wer auf Milchspeiseeis verzichtet.

HANDY/INTERNET
WLAN bietet heute nahezu jedes Resort kostenfrei an. Fraglich ist nur, ob das Signal auch ausreichend ist, insbesondere zu Zeiten, wenn die Mehrzahl vorm Handy sitzt. Wer eine örtliche SIM-Karte kauft, zahlt in den7/11- Supermärkten € 2,90 und kauft Einheiten in gewünschter Höhe dazu. Für Telefonate nach Hause am bestenWhat’s App nutzen, das funktioniert auch bei dem vielfach schwachen WLAN Signal auf den kleineren Inseln.

VERKEHRSMITTEL
Taxi/Tuk-Tuk: Auf Koh Lanta, Koh Lipe und Koh Mook gibt es Motorradtaxen mit Beiwagen für zwei bis drei Fahrgäste (je nach Entfernung € 1,50–6), auf Phuket muss etwa € 1/km eingeplant werden.Mopeds und Fahrräder: Die nützlichen kleinen Automatik-Scooter (50 ccm) sind leicht zu bedienen (€ 7/Tag), Fahrräder kosten die Hälfte. Buchbar auf Phuket, Koh Lanta und Koh Mook. Auf Phuket und Lanta gibt es Mietwagen (ab € 40/Tag).Inlandflug: Bangkok Suvarnabhumi– Phuket ab € 45 (Thai Airways ).Air Asia undNok Air fliegen von/nach von Bangkok Don Mueang: nach Phuket ab € 15, nach Krabi ab € 18, Trang–Bangkok ab € 18.

UNTERKUNFT
Auf Phuket sind günstige Beachresorts praktisch Vergangenheit. Doch auch auf den Inseln in der Andamanensee sind unter € 30 keine zumutbaren Zimmer und Bungalows mehr zu finden. Wer diese Tour macht, sollte in der Hauptsaison von durchschnittlichen Übernachtungspreisen von € 60–70 ausgehen. Wer die Unterkünfte vor Ort bucht, kann oftmals Rabatte aushandeln. Luxusunterkünfte sind auf den kleinen Inseln selten. Die Preise unserer Hoteltipps sind Ab-Preise in der Hauptsaison von November bis März. Bangkok: In Bangkok haben wir im »Riva Arun« direkt am Bangkok River übernachtet (siehe Hoteltipp S. 7).

ESSEN & TRINKEN
Die Restaurantpreise auf Phuket, Phi Phi, Koh Lanta und Koh Mook unterscheiden sich kaum. Hauptgerichte aus der Thai- und der chinesischen Küche kosten i. d. R. um € 3,50, auch Gerichte mit Scampi. Bratreis und Vegetarisches sind günstiger, Fisch und Steaks bedeutend teurer. Ein gegrillter Fisch mit Beilagen kostet € 11– 17, ein Bier € 2–3, Softdrinks € 0,80–1,20, Cocktails € 4–6, zur Happy Hour entsprechend weniger. Auf Koh Kradan, Bulon und Lipe ist das Preisniveau z. T. höher als auf den anderen Inseln, Hauptgerichte kosten um € 5, Getränke sind hingegen nur geringfügig teurer.

AUSKÜNFTE
Thailändisches Fremdenver -kehrsamt, 069-1381390, www.thailandtourismus.de