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THE ALLMAN BETTS BAND


Gitarre & Bass - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 27.09.2019

Da sitzen sie nun also, d ie Söhn e de r Al lman Bro the rs B and, einträchti g nebenein an der auf einer Couch des Mo tel Califor nia im niedersächsi schen Iser nhagen zu m Interview: De von Allman ist der Nachkomme vo n Gregg Allm an, D ua n e Betts st ammt von Dic key Betts ab u nd Ber ry Duan e Oa kley Jr. trägt quasi den gl eichen Name n wie sein bereits 1972 bei einem Moto rra dunfall tödlich v eru nglückte r Erzeuge r, der Bassist un d M itbegründer der lege ndä re n US-Form ati on. Diese drei (plus vier weitere) Mu siker ha ben im Frühjahr 2018 die Al lman Be tts B and gegründet, qua si di e ...

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Bildquelle: Gitarre & Bass, Ausgabe 10/2019

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... näch st e Generation der Allman Brothers. Seit Ende Juni st eht ihr De bütalb um ‚Do wn To T he River‘ i n den L äden, parall el dazu war die si e b enkö pfige Formatio n au f großer Europatournee. Wir habe n Devon Allman (DA), Du ane Bet ts (DB), Berry Oakle y (BO) sow ie den dritte n Gitarrist en der Gru ppe, den großar tigen Johnny St ache la (JS), g et roffen und k önnen nach einem ausführlic he n Sou ndc he ck bez iehung swe ise tollen Konze rt nur ein Res ümee ziehe n: Es ist (fast) zu schön u m wahr zu sein!

ERBFOLGE

interview

Duane, ich durfte soeben beim Soundcheck deine wunderbare Gibson Les Paul Gold Top bewundern. Ist es die Les Paul, mit der auch dein Vater Dickey Betts gespielt hat?
DB: Ja, die Les Paul ist ein Geschenk meines Vaters. Es handelt sich um einen von zwei Prototypen seines Signature-Modells. Sie heißt Gibson Les Paul 57 Gold Top und klingt wirklich außergewöhnlich gut.
Die Amps dieser Tour habt ihr aber geliehen, es sind nicht die Originale, die ihr in Amerika spielt, richtig?
DB: Ja, das stimmt. Es sind zwar die gleichen Modelle, aber Reissues, während wir in Amerika die Originale einsetzen, die natürlich ungleich besser klingen. (lacht) Aber auch diese sind OK. Ich spiele über einen Fender Super Reverb Blackface aus den späten Sechzigern. Hinzu kommen ein Analogman King Of Tone als Boost, allerdings nur die rechte Seite des Pedals, nur sehr selten beide Seiten, sowie ein Tuner. Ansonsten drehe ich den Amp relativ laut und regele alles mit dem Volume-Poti meiner Gitarre.
Devon, haben deine Telecaster und die Flying V eine ähnlich lange Tradition?
DA: Die Flying V nicht, die habe ich erst vor drei Wochen gekauft. Es ist ein 81er-Modell, das sich super spielen lässt und sehr gut klingt. Ich nenne die V meine „Fun Guitar“. Die Telecaster wurde von Kurt Linhof gebaut, der Duane Allman auch seine legendäre Tobacco Burst verkauft hat. Später baute Linhof Tele-Modelle unter dem Namen Pre Nixon Electronics, die an die Telecasters der späten 50er-Jahre angelehnt waren. Er hat nur wenige Hundert von ihnen hergestellt. Keith Richards besitzt einige davon, Keith Urban auch. Kurt hat mir diese Gitarre 2006, ein paar Jahre vor seinem Tod, geschenkt (er starb im September 2014, Anm. d. Verf.) Zunächst dachte ich, dass er sie mir nur zum Testen vorbeibringt. Ich spielte sie, gab sie ihm zurück und sagte: „Oh Mann, nimm sie schnell wieder, bevor ich mich endgültig in sie verliebe.“ Seine Gitarren waren damals recht teuer, ich denke, dass er keines seiner Modelle für unter 5000 Dollar verkauft hat. Ich war damals aber ziemlich klamm und hätte sie mir nicht leisten können. Aber er sagte: „Nein, nein, sie gehört dir, ich schenke sie dir!“ Ein wirklich berührender Moment für mich. Andererseits: Jetzt sind wir in Europa, und Gibson hat mir ein paar Gitarren geliehen. Sie endorsen mich seit meinem sechsten Lebensjahr. Sie haben mir eine 59er Les Paul Reissue und eine J-45 Acoustic geliehen, die sich beide großartig spielen lassen. Die Firma hat sich in den zurückliegenden 15 Jahren wirklich toll um mich gekümmert. In Amerika spiele ich vornehmlich drei Gitarren meines Vaters.
Ich habe gelesen, dass dein Vater dir seine gesamte Sammlung vererbt hat.
DA: Das stimmt, es sind insgesamt 43 Gitarren, von denen ich aus Sicherheitsgründen aber keine mit nach Europa bringen wollte. Nicht alle sind von überragender Qualität, aber einige von ihnen sind wahre Schätzchen. Für mich sind jedoch alle von ganz besonderer Bedeutung, weil sie nun einmal meinem Vater Gregg Allman gehört haben. Als Amps verwende ich auch einen Fender Super Reverb sowie einen Marshall Plexi Reissue. Hinzu kommen als kleine Farbgeber ein Vintage Boss CE-2 Chorus von 1978, ein neueres Boss Delay, das DM 2W, auch ein Analogman King Of Tone, bei dem Duane mir empfohlen hat, es mit der Intensität nicht zu übertreiben. (lacht) Deshalb nehme ich die linke Seite, damit der Rhythmussound etwas bissiger wird, und schalte nur für die Soli auf die rechte Seite. Darüber hinaus werden wir alle von Dunlop mit Plektren versorgt, auf die unser Logo aufgedruckt ist, und wir sind Endorser von D´Addario-Strings. Ich spiele den.010-auf.046-Satz. Seit Neuestem gibt es diese NYXL-Saiten. Sie kosten doppelt so viel wie die regulären, und ich dachte, dass dies reine Geldschneiderei sei. Aber ich hatte Unrecht, denn sie halten länger und klingen brillanter, außerdem fühlen sie sich großartig an.
Johnny, du spielst komplett ohne Effektpedale? Auch in Amerika?
JS: Ja, ich spiele fast immer ohne Effekte. Hin und wieder verwende ich ein Overdrive-Pedal, aber im Grunde genommen bevorzuge ich den Sound, den man bekommt, wenn man mit der Gitarre direkt in den Amp geht. Man hat einfach ein besseres Spielgefühl und kann sensibler auf den Sound einwirken.
Du kontrollierst deinen Sound also nur über Volumeund Tone-Poti?
JS: Ja, ich drehe ständig an beiden Potis herum, um den Sound zu kontrollieren. Wenn ich Rhythmus spiele, nehme ich einen cleanen Ton. Wenn der Amp auf 10 steht, drehe ich die Potis auf 1 zurück und habe einen komplett unverzerrten Sound. Und wenn dann das Solo dran ist, habe ich noch jede Menge Reserven.
Waren SGs schon immer deine Lieblingsgitarren?
JS: Nein, ich habe eigentlich immer zwischen SG und Les Paul gewechselt. Ich liebe generell Gibson-Gitarren. Die SG, die ich in Europa dabeihabe, spiele ich schon seit zwölf Jahren. Ich muss beim Spielen über nichts nachdenken, da mir auf dieser Gitarre alles so vertraut ist, dass ich komplett meinem Gefühl nachgehen kann.
Berry, wie ist das für einen Bassisten, gegen gleich drei Gitarristen ankämpfen zu müssen?
BO: Eine Katastrophe. (lacht) Nein, es macht mit diesen Jungs einen Riesenspaß, weil wir uns musikalisch und menschlich so gut verstehen. Es sind nicht nur ungewöhnlich talentierte Musiker in dieser Band, sondern Männer, die wissen, wie man zusammen spielt. Deshalb funktioniert es so gut mit gleich drei Gitarristen plus einem Bassisten…
Hast du lange gebraucht, um deine Position zwischen den drei Gitarren zu finden?
BO: Nein, denn ich habe häufig in Jam-Bands gespielt und war es daher gewohnt. Außerdem kenne ich die Jungs schon mein halbes Leben lang und kenne ihren Stil inund auswendig. Insofern war es für mich wirklich kinderleicht, in diese Band einzusteigen und meine eigene Rolle zu finden.
Eine Rolle, bei der von euch Gitarristen eine raffinierte Mischung aus Rock, Blues, Folk und Country vorgegeben wird, oder wie würdest du eure Musik beschreiben, Duane?

Trägt den Namen seines bereits 1972 verstorbenen Vaters: Bassist Berry Duane Oakley Jr.


Sein Fender Jazz Bass


Zwei Ampeg SVT plus Ampeg-Box


Devon Allman


Seine Kurt Linhoff Telecaster, Baujahr 2005


Die 81er-Gibson-Flying-V


Eine Leihgabe von Gibson: J-45 Acoustic


Allmans Pedalboard mit 1978er Boss CE-2 Chorus, Voodoo Lab Pedal Power, Mr. Black Boost Tiger, Boss Delay DM 2W, Analogman King Of Tone und Boss TU-3


Allmans Gitarrentechniker Aldynne Glanton


DB: Ich würde deiner Beschreibung zustimmen. Es ist die Musik, mit der wir aufgewachsen sind und die uns am meisten inspiriert. Wir sind allerdings ebenso riesige Fans von Pink Floyd, auch wenn man diesen Einfluss auf unserem ersten Album nicht sofort erkennen kann. Unser Ziel war es, eine Scheibe zu produzieren, die sich eng an unseren Wurzeln orientiert und stilistisch nicht übermäßig weit gefächert ist. Wichtig ist uns, dass die Geschichten, die wir in unseren Songs erzählen, eine gewisse Tiefe haben, was uns meiner Meinung nach auch gelungen ist.
Könnt ihr euch eigentlich noch an den Moment erinnern, als ihr euch – vermutlich noch als Kinder oder Jugendliche – zum ersten Mal getroffen habt?
DA: Duane habe ich zum ersten Mal mit 17 getroffen, das war 1989 auf der Reunion-Tour der Allman Brothers. Wir mochten uns sofort, auch wenn wir unterschiedlich alt sind. Ich war, wie gesagt, damals 17, Duane gerade mal 12. Trotzdem wurden wir sofort Freunde, weil wir die gleiche Art von Heavy Metal lieben.
Außerdem war ich froh, jemanden zu treffen, der älter als vier war. (lacht). Johnny wurde mir 2008 oder 2009 durch eine befreundete Fotografin in Los Angeles empfohlen, die ihn in höchsten Tönen lobte. Sie wollte unbedingt, dass wir miteinander jammen. Ich sagte zu ihr: „Wenn du behauptest, dass er ein guter Typ ist, dann treffe ich mich mit ihm. Ich vertraue dir.“ Und dann kam er rein, sah aus wie ein verdammtes Model, und ich dachte nur: Dieser Typ kann niemals so gut spielen, wie er aussieht. Jemand, der italienische Vorfahren hat und so aussieht, kann nicht auch noch ein guter Musiker sein. Doch dann packte Johnny seine Gitarre aus, spielte, und ich dachte: „Heilige Scheiße, wie gut ist das denn?“ Man findet keinen besseren Musiker und zugleich netteren Typen als ihn.
Johnny, würdest du sagen, dass es deshalb auch keinerlei Animositäten zwischen euch gibt, wer die meisten Soli und die wichtigsten Parts in den Songs spielt?
JS: Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass jeder in dieser Band genau zuhört und auf den jeweils anderen achtet. Hinzu kommt, dass wir zwar alle ähnliche Einflüsse, aber dennoch ganz unterschiedliche Sounds und Spielweisen haben. So entsteht ein intuitives Gespür dafür, wer was wo spielen bzw. eben nicht spielen sollte, sondern stattdessen Raum für den jeweils anderen lässt. Als dritter von drei Gitarristen achte ich darauf, was die beiden anderen anbieten.
DA: Außerdem kennt sich Johnny glänzend mit alternativen Voicings aus.
JS: Voicings sind nun einmal sehr wichtig, je mehr Musiker sich in einer Band befinden. Wenn alle drei Gitarristen einen AMoll-Akkord im gleichen Bund des Griffbretts spielen würden, klänge es langweilig und eindimensional. Aber wenn man es eine Oktave höher und mit einem alternativen Voicing spielt, wird es sofort interessant und der Part bekommt mehr Tiefe, anstatt matschig zu klingen.
DA: Manchmal ändert sich dadurch sogar der gesamte Ansatz eines Stückes, sodass die anderen Bandmitglieder sofort neue Ideen dazu entwickeln können. Es ist alles eine Frage der musikalischen Gewaltenteilung, um es mal so zu nennen, und es liegt an jedem einzelnen, etwas Lautstärke zurückzunehmen oder einfach weniger Noten zu spielen, da der Song dies verlangt.
Gibt es in eurem Gesamtsound eigentlich Unterschiede zwischen den Studioaufnahmen und der Reproduktion auf der Bühne?
DB: Eigentlich nicht, aber natürlich entwickelt sich jeder Song Abend für Abend ein klein wenig weiter, da wir sehr viel improvisieren.
BO: Ich denke, dass sich unser Sound in den zurückliegenden Monaten weiterentwickelt hat. Es sind immer noch die gleichen Songs, aber wir sind seit März unterwegs, und mit jeder weiteren Show vergrößert sich unser Selbstbewusstsein, sodass wir die Stücke heute mutiger und expressiver spielen.
Euer Debütalbum würde also anders klingen, wenn ihr es heute noch einmal aufnehmen würdet?
DA: Oh ja, absolut.
DB: Auch das Album ist letztlich eine „Live-In-Studio“-Version. Natürlich würden wir nicht alle Arrangements über den Haufen werfen, aber wir würden die Songs sicherlich ein klein wenig anders spielen.
Danke euch vieren für das nette Interview, ich hoffe, dass die Allman Betts Band von nun an häufiger in Deutschland zu sehen sein wird.

Duane Betts Ähnlichkeit zu seinem berühmten Vater ist unverkennbar.


Prototyp No.1 der Gibson Dickey Betts Signature Les Paul Gold Top


Alle drei Gitarristen spielen Fender Super Reverb


Betts Pedalboard mit T-Rex Fuel Tank, MXR Carbon Copy Analog Delay, Analogman King Of Tone und TC Electronic Bonafide Polytune 3


Hervorragender Solo-und Slide-Gitarrist: Johnny Stachela


ES SIND NICHT NUR UNGEWÖHNLICH TALENTIERTE MUSIKER IN DIESER BAND, SONDERN MÄNNER, DIEWISSEN, WIE MAN ZUSAMMEN SPIELT.


SOUNDS/VIDEOS

Alle Sound-und Video-Dateien zu diesem Artikel gibt’s unter:
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