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THE AVALANCHES


FAZE - epaper ⋅ Ausgabe 12/2020 vom 01.12.2020

We Will Always Love You, Too


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Bildquelle: FAZE, Ausgabe 12/2020

20 Jahre ist es nun schon her, dass die australische Band um James Dela Cruz, Robbie Chater und Tony Di Blasi geradewegs in die elektronische Musikszene gerauscht ist. Ihr Debütalbum „Since I Left You“ wurde zum Favoriten in vielen Jahreslisten - und das hing nicht nur mit der Benutzung von ca. 3500 Vinylsamples bei der Fertigung des Albums zusammen. Das Video zur gleichnamigen Single heimste sogar den „Video des Jahres“-Award bei den MTV Europe Music Awards ein und unsere Freunde von der Juice wählten das Album auf Platz 4 der besten australischen Alben aller Zeiten. In ...

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... diesem Monat erscheint das mittlerweile dritte Album der Avalanches und wir haben die Gelegenheit ergriffen, mit den Jungs aus Down Under zu parlieren.

Euer Debütalbum „Since I Left You” feiert dieses Jahr 20-jähriges Jubiläum. Wie blickt ihr auf diesen Durchbruch zurück? Seid ihr immer noch zufrieden mit eurer Arbeit?

Wir sind extrem stolz darauf, dass unser Baby mit 20 nun erwachsen ist. Wir lieben die Platte, sie hat unser aller Leben verändert. Und wir haben so viele Nachrichten erhalten darüber, wie das Album auch das Leben unserer Fans verändert hat. „Since I Left You” wird immer unser Stolz sein und uns Freude bringen.

Mit „Since I Left You“ habt ihr das Nutzen von Samples sozusagen revolutioniert. Inwieweit spielen Samples beim neuen Album noch eine übergeordnete Rolle?

Samples spielen immer noch die größte Rolle beim Produzieren unserer Musik. Jeder Track beginnt mit einem Sample und ist um dieses herum gebaut.

Die Zeit zwischen den ersten zwei Alben „Since I Left You“ und „Wildflower“ betrug 16 Jahre. Das nun dritte Album kommt bereits nach vier Jahren. Warum der große zeitliche Unterschied?

Ich glaube, wir haben uns bei der Arbeit an „Wildflower“ ein wenig verirrt, haben zu viele verschiedene Richtungen ausprobiert und sind zu oft abgebogen. Wir haben viele Songs geschrieben, die gar nicht die Essenz von dem hatten, worum es später in dem Album ging. Bei „We Will Always Love You“ hatten wir eine klare Richtung, in die das Ganze gehen sollte - so konnten wir uns nicht auf dem Weg verlieren. Als „Wildflower“ dann endgültig veröffentlicht war, ist eine extreme Last von unseren Schultern gefallen. Wir konnten uns leichter und freier fühlen bei der Arbeit an dem neuen Album. Außerdem hatten wir tolle Mitarbeiter*innen, die uns extrem geholfen haben. Vor allem Andy Szekeres war eine riesige Hilfe.

Habt ihr nach dem Release von „Wildflower“ direkt an ein drittes Album gedacht oder wie habt ihr euch danach gefühlt? Wann genau habt ihr angefangen, an „We Will Always Love You“ zu arbeiten?

Nein, erst im Jahr 2017, als wir auf Tour waren, haben wir angefangen, an dem neuen Album zu arbeiten. Das Touren hat uns so viel Spaß gemacht, dass wir mehr Musik produzieren wollten, um weitere Shows spielen zu können. Wir wollten mehr wie normale Bands sein und nicht mehr Jahre der Isolation im Studio verbringen.

Isolation ist ein gutes Stichwort. Die Corona-Pandemie hält nun seit Längerem die Welt in Atem. Hat das Einfluss auf die Produktion oder den Inhalt des Albums genommen?

Nein, wir hatten 95 Prozent des Albums bereits fertig, als die Pandemie Australien erreichte. Für uns war das sehr gut, da es uns in der Zeit während des Lockdowns sehr an Inspiration und Kreativität fehlte.

Nach so vielen Jahren als Band: Welche Entwicklungen und Veränderungen habt ihr durchgemacht?

Wir wollten schon immer neue und sich verändernde Musik produzieren und nicht bei einem Sound stehen bleiben. Wir suchen immer nach neuen Richtungen und glauben, dass es genau das ist, was Künstler*innen tun sollten - nicht immer dasselbe Album wieder und wieder produzieren.

Wir haben gelesen, dass die Liebesgeschichte zwischen Ann Druyan und Carl Sagan, dem bekannten US-amerikanischen Astronomen und Astrophysiker, eine große Inspiration für das Album gewesen ist. Wie zeigt sich das in der Musik?

Zu wissen, dass Ann ihren eigenen Herzschlag aufgenommen hat, während sie verliebt war, und dass dieser auf der Goldenen Schallplatte verewigt ist, hat uns sehr inspiriert. Wir versuchen, genau dasselbe zu tun: unsere Herzen in die Musik einzubringen.

Das Album birgt generell sehr reflektierte Aussagen und Inhalte. Gibt es einen Song, der euch besonders viel bedeutet?

Unser Lieblingstrack ist „Gold Sky“. Die Stimmen von Kurt Vile und Wayne Coyne harmonieren so perfekt, obwohl die Ausführungen beider so unterschiedlich sind. Wayne bringt ein wunderbares Gefühl für Nostalgie mit und Kurt ist der mystische Beat-Poet, der von der Straßenecke aus nach einem ruft. Unsere Lieblingszeile aus dem ganzen Album lautet „Burning candles from all angles”.


„Zu wissen, dass Ann ihren eigenen Herzschlag aufgenommen hat, während sie verliebt war, und dass dieser auf der Goldenen Schallplatte verewigt ist, hat uns sehr inspiriert. Wir versuchen, genau dasselbe zu tun: unsere Herzen in die Musik einzubringen.“


Wie habt ihr entschieden, welche Künstler*innen auf dem Album mitwirken sollten?

Die Entscheidung treffen wir immer für jeden Track separat. Wir hören uns den Song an und versuchen uns vorzustellen, welche Stimme am besten dazu passen könnte.

Wenn ihr mit Acts wie Tricky, Jamie XX und Blood Orange zusammenarbeitet, besteht dabei nur ein rein oberflächliches Arbeitsverhältnis oder gibt es da auch Freundschaften?

Manche Zusammenarbeiten sind nur Arbeitsverhältnisse, aber meistens fühlt es sich so an, als würden Freundschaften entstehen. Durch die ausführliche Kommunikation mit den Künstler*innen auf dem Weg zum fertigen Album baut man zu jedem und jeder einzelnen ein sehr besonderes Verhältnis auf.

Ihr habt früher bereits mit Skateboarding-Profi Tony Hawk zusammengearbeitet. Habt ihr euch wirklich mal in Person getroffen oder geschah das alles online? Und hat einer von euch schon Erfahrungen mit Skateboarden gemacht?

Das Ganze ging online vonstatten, aber wir haben noch mehrere Zusammenarbeiten mit Tony geplant und freuen uns sehr darauf, sie zu präsentieren. Robbie hat früher geskateboardet, war aber nie wirklich gut darin. Auch heute noch hat er eine große Narbe am Ellenbogen von einem gemeinen Downhill-Sturz.

Wenn das neue Album am 11. Dezember dann endgültig veröffentlicht ist, gibt es dann schon Pläne für die Zukunft? Etwas, dem die Fans entgegenfiebern können?

Ja, wir haben bereits einiges geplant rund um den Release-Termin. Und wir freuen uns riesig, nächsten Sommer nach Europa zu kommen, um dort live zu spielen!