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THE BOOZE BOMBS


The Unleashed - epaper ⋅ Ausgabe 25/2020 vom 15.02.2020

„Schwarzwald, Calw, Germany - where the hell is that?” heißt es im Booze Bombs Song „Zack, Zack, Zack”. Nun, Calw liegt grob gesprochen in Baden-Württemberg, etwa 18 Kilometer südlich von Pforzheim und 33 Kilometer westlich von Stuttgart. Soweit geographisch. Denkt man bei Schwarzwald jetzt eher an Bollenhut und Kuckucksuhr (5 Euro in die Klischeekasse), ist diese Gegend aber in Wirklichkeit fest in der Hand der deutschen Rock’n’Roll Szene. Nicht nur, dass hier das Black Shack Recording Studio beheimatet ist, es gibt in der Region auch eine große Ansammlung von Bands. Neben Dusty Dave & Heart Attacks, ...

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Bildquelle: The Unleashed, Ausgabe 25/2020

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... Ray Black & The Flying Carpets gibt es eben auch und das schon seit vielen Jahren, die Booze Bombs. Zeit also, mal ein paar Worte mit den Jungs und dem Mädel zu wechseln.


Die Booze Bombs gibt es ja bereits seit 2003. Wie kamt Ihr dazu eine Rock’n’Roll Band zu gründen? Hattet Ihr vorher schon Bezug zu dieser Musik? Was sind Eure Einflüsse gewesen?
Annie: Stephan (Gitarre/Gesang) hat 2003 The Booze Bombs ins Leben gerufen. Da er und ich bereits vor den Booze Bombs zusammen in einer Westernswing- und Hillbilly-Band namens Devils & Soehne (die es übrigens immer noch gibt und mit der wir noch ab und an ein paar Konzerte spielen) Bandkollegen waren, ist es naheliegend gewesen, dass ich bei den Booze Bombs mit einstieg. Anfangs als Gastsängerin und dann auf Wunsch von Stephan, dem eigentlichen Sänger der Booze Bombs, als Frontfrau. Ich bin ein großer Fan von Patsy Cline, Wanda Jackson und Janis Martin. Verehre aber genauso Blues Mamas wie Big Mama Thornton, Sister Rosetta Tharpe oder Etta James.

Wer ist von den Gründungsmitgliedern heute noch dabei und wie ist die derzeitige Besetzung? Man sieht z.B. auf Eurer Facebookseite in letzter Zeit oft Dollar Bill an den Drums.
Annie: Das Urgestein der Booze Bombs sind Annie und Stephan (Gitarre). In den vergangenen Jahren gab es einige Wechsel am Bass und Schlagzeug. Die derzeitige Besetzung der Booze Bombs sind: Annie (Gesang), Stephan (Gitarre/ Gesang), Lodl (Bass) und tatsächlich Dollar Bill am Schlagzeug (im Wechsel mit unserem vorherigen Schlagzeuger Bende). Da Dollar Bill zu uns nach Calw gezogen ist und ab und zu auch im Black Shack Studio aushilft, hat es sich ergeben, dass er bei uns auch noch Schlagzeug spielt. Das geht natürlich nur, wenn er kein Dollar Bill-Konzert hat.

Wie war die Idee bei der Gründung der Band? Wolltet Ihr als Cover Band den Rock’n’Roll unter die Leute bringen oder hattet Ihr von Beginn an den Plan eigene Songs zu schreiben?
Annie: Am Anfang hatten wir natürlich einige Songs gecovert. Aber unser Ziel war es, eigene Songs zu schreiben. Wir hatten gleich vor, unsere eigene Musik zu spielen und dem Rock‘n‘Roll-Publikum nahe zu bringen. Finde, das ist uns so schlecht nicht gelungen ;-)

Wie sind Eure Abläufe beim Erarbeiten neuer Songs? Wer kümmert sich um Texte und Musik?
Annie: Es ist eine Zusammenarbeit zwischen mir und Stephan. Ich schreib die Texte, leg sie ihm vor und er macht die Musik dazu. Bin immer wieder begeistert, was er daraus zaubert. Dann wird es erstmal zu zweit geprobt, dabei entstehen dann vielleicht mal neue Ideen zum Text oder zur Melodie. Wenn wir zwei dann mal so weit sind, präsentieren wir es den anderen. Und dann wird im Team kräftig geprobt.

Das Black Shack Studio vor der Tür, bei dem Stefan ja auch mitarbeitet, macht Euch das Aufnehmen ja sicherlich um einiges einfacher als früher. Nehmt Ihr gleich auf, wenn was Neues da ist oder immer erst, wenn alle Songs für eine neue Veröffentlichung stehen?
Annie: Normalerweise gehen wir erst ins Studio, wenn wir die Songs für ein neues Album zusammen haben. Es wurde auch schon mal der eine oder andere Song außer der Reihe aufgenommen, wie zum Beispiel für unsere Doppel-Single It‘s Duet Time. Da mussten wir noch einen Song aufnehmen. Da war es natürlich geschickt, das Black Shack Studio gleich um die Ecke zu haben.

Wenn ich richtig gezählt habe, gibt es ohne die Singles mittlerweile 7 Alben von Euch, alle auf Part Records erschienen. Das scheint eine gut funktionierende Kooperation zu sein!? Meist gibt es CD und auch Vinyl, ist das auch weiterhin so angedacht? Und vor allem, ist in nächster Zeit neuer Output geplant?
Annie: Wir sind seit Anfang an bei Part Records. Und wie du schon selbst erkannt hast, ist es eine gut funktionierende Kooperation mit Label-Chef Andy Widder.

Bislang haben wir im Zwei-Jahres- Rhythmus eine neue Platte herausgebracht. Wir sind grad am Austüfteln neuer Songs. Mehr verrate ich jetzt nicht ;-)

Stefan spielt ja auch noch bei Dusty Dave & the Heart Attacks oder hilft mal bei Ray Black aus. Gibt es weitere Bands / Projekte, bei denen jemand von Euch mitwirkt?
Annie: Wie gesagt spielen Stephan und ich schon seit 20 Jahren zusammen in unserer Westernswing- und Hillbilly-Combo Devils & Soehne, mit der wir noch einige Konzerte im Jahr spielen. Da es ja grad aufgrund des großen Erfolges von The Countryside of Harmonica Sam countrymäßig in der Szene boomt, steigen wir ja vielleicht auf dem Country-Zug mit auf, in der Hoffnung noch ein paar Konzerte mit den Devils & Soehne an Land zu ziehen.

Ihr seid viel unterwegs, habt einen recht vollen Kalender. Könnt Ihr von Eurer Musik leben oder verdient Ihr Euren Lebensunterhalt weiterhin mit normalen Jobs?
Annie: Ich hab noch einen normalen Job in der Redaktion unserer Lokalzeitung in Calw. Ich arbeite dort sehr gerne, und würde den Job ungern aufgeben wollen. Bislang krieg ich Job und Band unter einen Hut.

Im November habt Ihr in UK gespielt, im Januar steht wieder eine US-Tournee an und High Rockabilly folgt im September 2020. Wie viele Gigs spielt Ihr denn so ungefähr pro Jahr? Was sind Eurer Meinung nach die größten Unterschiede zwischen Auftritten in Europa im Vergleich zu USA?
Annie: Wir spielen so ungefähr 90 Gigs im Jahr. Wir freuen uns auf alle diesjährigen Gigs, Festivals und natürlich unsere USTournee, die vor der Tür steht. So wie die Ami-Bands gerne in Europa spielen, freuen wir uns natürlich in den USA zu spielen. Der Unterschied ist nur, dass die Gigs in Europa besser bezahlt sind als die in USA. Und leider gibt es in den Staaten höchstens mal zwei Freigetränke. Nichtsdestotrotz ist es natürlich ein Traum, im Ursprungsland des Rock‘n‘Roll zu spielen, der für uns seit Jahren immer wieder wahr wird und wir somit den American Way of Life genießen können.

Was waren bisher die Highlights bei Euren Auftritten? Wo würdet Ihr gerne noch spielen?
Annie: Wir sind schon wie gesagt einige Male im Südwesten der USA auf Tour gewesen, haben viele Venues und als Highlight auf dem Viva Las Vegas gespielt. Sind schon in Australien und Kanada unterwegs gewesen und natürlich fast schon auf fast allen Bühnen Europas gestanden. Ein absolutes Highlight wäre noch eine kleine Japan-Tour. Auf jeden Fall freuen wir uns darauf im Oktober mit an Bord der Firebirds Rock‘n‘Roll Cruise dabei zu sein. Auf einem Kreuzfahrtschiff am Mittelmeer entlangfahren und das Ganze noch im Zeichen des Rock‘n‘Roll – noch ein Traum wird wahr.

Ich habe Euch 2018 auf dem Wild 50s Festival in Waghäusel (Where the hell is that?) gesehen. Das war ein paar Wochen nach Eurem Auftritt in Las Vegas. Es war Open Air und hat geregnet, dementsprechend wenig Publikum war da. Wie geht Ihr damit um, erst auf einem großen Festival wie dem Viva vor vielen Leuten zu spielen und kurz danach wieder im ganz kleinen Rahmen aufzutreten?
Annie: Ich steh auf der Bühne mit der gleichen Leidenschaft, egal ob vor mir zehn oder 10 000 Menschen stehen. Ich möchte mit meiner Musik Menschen begeistern und zum Tanzen bringen und ihre Herzen berühren.

Ihr seid schon über 15 Jahre auf den Bühnen unterwegs, habt viele Länder und unterschiedliche Städte bespielt. Wie hat sich nach Eurer Auffassung die Szene seither verändert? Könnt Ihr Unterschiede zwischen den Gigs von früher zu heute ausmachen?
Annie: Es gibt mittlerweile so viele Festivals in ganz Europa. Das zeigt doch, dass es in der Szene super läuft. Und das Gute daran ist auch noch, dass alle miteinander feiern, egal ob Teds, Hepcats, Psychobillies, Rock‘n‘Roller usw. Das war früher nicht immer so. Als wir vor 15 Jahren begonnen haben, gab es kaum Frontfrauen in der Szene. Das hat sich im Laufe der Jahre geändert, und ich finde das als Sängerin natürlich super.

Habt Ihr noch etwas das Ihr uns da draußen mit auf den Weg geben möchtet?
Annie: Besucht Konzerte, Festivals, Tanzveranstaltungen, eigentlich alles, was zur Szene gehört. Nur mit Eurer Unterstützung wird der Rock‘n‘Roll nie sterben.

Danke, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, meine Fragen zu beantworten!


Fotos: Booze Bombs und Part Records