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THE DOMESTICS


deadline - das Filmmagazin - epaper ⋅ Ausgabe 73/2019 vom 16.01.2019

WORTWECHSLER MIT TYLER HOECHLIN

Artikelbild für den Artikel "THE DOMESTICS" aus der Ausgabe 73/2019 von deadline - das Filmmagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: deadline - das Filmmagazin, Ausgabe 73/2019

Regie: Mike P. Nelson / USA 2018 / 95 Min.
Darsteller: Kate Bosworth, Tyler Hoechlin, Sonoya Mizuno, Lance Reddick
Produktion: Shannon Gaulding, Gianni Nunnari
Freigabe: FSK 16Vertrieb: KSMBlu-ray: JaCut: NeinStart: 24. 01.2019

Auch wenn die Zombies in THE WALKING DEAD nach Angaben der Produzenten und Schöpfer der Serie noch einige Jahre durch das postapokalyptische Amerika der Serie streifen werden ,kann man sich, was Endzeitszenarien angeht, einer gewissen Ermüdung nicht erwehren. Ob nun durch Brände, Epidemien ...

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Auch wenn die Zombies in THE WALKING DEAD nach Angaben der Produzenten und Schöpfer der Serie noch einige Jahre durch das postapokalyptische Amerika der Serie streifen werden ,kann man sich, was Endzeitszenarien angeht, einer gewissen Ermüdung nicht erwehren. Ob nun durch Brände, Epidemien oder andere Katastrophen, die Bilder einer verwüsteten Metropole sowie die Überlebenskämpfe der letzten Menschen haben nach zig Filmen einen etwas galligen Geschmack bekommen. Geht man nun mit dieser Einstellung an einen Film wie Mike P. Nelsons THE DOMESTICS, dann liest sich die Story tatsächlich wie eine Art To-do-Liste eines weiteren Endzeitfilms. Doch das Debüt des amerikanischen Regisseurs hat hier glücklicherweise die eine oder andere Überraschung für diejenigen, die meinen, innerhalb dieses Genres bereits alles gesehen zu haben.

In einem Amerika der Zukunft wurde eine Großteil der Bevölkerung von dem sogenannten »Schwarzen Gift« dahingerafft, einer Seuche, welche von der Regierung ausgesetzt wurde. Während die USA in von Banden kontrollierte Gebiete zerfallen, durchlebt das junge Paar Mark (Tyler Hoechlin, bekannt als Superman/Clark Kent aus SUPERGIRL ) und Nina (Kate Bosworth, BEFORE I WAKE ) eine andere Art von Zerfall. Das dünne Gerüst ihrer Ehe wird nur noch durch den täglichen Kampf ums Überleben sowie Marks unermüdliche Versuche, ihre Verbindung zueinander wiederaufleben zu lassen, aufrechterhalten. Da sie nun schon seit Tagen nichts mehr von Ninas Eltern gehört haben, entschließt sich Mark zu einer halsbrecherischen Tat, nämlich einer Fahrt über mehrere hundert Meilen bis nach Milwaukee, um bei diesen nach dem Rechten zu sehen. Auf dem Weg dorthin begegnet ihnen das volle Ausmaß der Verrohung und der Gewalt, die Einzug in die USA gehalten haben, angefangen bei allerlei verrückten Clans bis hin zu Kannibalen.

Bereits in den ersten Minuten werden der konstant lakonische Ton des Films, die feinen Ironiespitzen, die Nelson seiner Geschichte beigab, zu einem Begleiter in eine abgefahrene, aber alles in allem sehr bekannt wirkende Welt. Die aufgedrehte Stimme eines Radiomoderators des letzten Senders der USA liefert neben einer schier endlosen Parade aus Rocksongs und 50er-Jahre-Schnulzen den Soundtrack zu einem Amerika, das vor die Hunde geht und nun seine dunkle Seite auslebt. Fast schon archaisch mutet die Vorstadt-Behausung der beiden Protagonisten an, zu transparent Marks falsche Hoffnung, an eine Zeit anzuknüpfen, die nie mehr wiederkommt. Auf ihrer Fahrt nach Milwaukee zeigt eine Einblendung der Karte die einzelnen von Gangs kontrollierten Gebiete, Banden mit so klangvollen Namen wie »Gamblers« oder »Nailies«, die die volle Bandbreite an Verrücktheit und Mordlust anzubieten haben.

Der Grund dafür, dass dies nicht ausartet, liegt in der Zeichnung der beiden Protagonisten. Bosworth und Hoechlin liefern Szenen voller Intimität, Romantik und sogar eine Prise Kitsch gegen die Brutalität um sie herum. In der Wiederentdeckung solcher Aspekte ist Nelsons Films viel eher zu vergleichen mit Werken wie Mathieu Turis grandiosem HOSTILE, behandelt er doch die Frage, welchen Wert Gefühle wie Liebe oder Treue noch in einer Welt haben, die bereits ohne solche Dinge auskommt. Und spätestens beim fulminanten Finale dieses Films fiebert man für diese Romanze, diese Liebe, die im Kugelhagel ihre Wiedergeburt feiert.
(ROUVEN LINNARZ)

EINE BLUTIG-EXPLOSIVE ROMANZE