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The Elder Scrolls Online Greymoor


PC Games Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 8/2020 vom 29.07.2020

Mit Greymoor geht’s endlich wieder zurück nach Himmelsrand. Doch wie viel Spaß macht das neue Kapitel von The Elder Scrolls Online?


Artikelbild für den Artikel "The Elder Scrolls Online Greymoor" aus der Ausgabe 8/2020 von PC Games Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: PC Games Magazin, Ausgabe 8/2020

Genre: Online-Rollenspiel Entwickler: Zenimax Online Hersteller: Bethesda Termin: 26. Mai 2020 Preis: ca. 40 Euro USK: ab 16 Jahren


Für viele passionierte Rollenspieler gehört The Elder Scrolls 5: Skyrim zu den besten Genre-Vertretern seiner Art. Die Gründe dafür sind zahlreich. Die Spielwelt strotzte nur so vor Atmosphäre. Die Begegnungen mit den imposanten Drachen brannten sich ins Gehirn. Genauso viele der Quests und Geschichten. Zudem wusste man nie, was auf dem nächsten ...

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... Ritt passieren wird. Das Unvorhergesehene lauerte hinter jeder Ecke. Und dank der zahlreichen, teils fantastischen PC-Mods der Community wurde es auch nach vielen hundert Stunden einfach nicht langweilig im namensgebenden Himmelsrand. Als die Verantwortlichen von Zenimax Anfang des Jahres ankündigten, dass Tamriel-Helden mit dem neuen Kapitel Greymoor erstmals seit eben jenem fünften Teil der RPG-Reihe in den westlichen Teil von Skyrim zurückkehren dürfen, war den Entwicklern die Aufmerksamkeit und Vorfreude vieler Elder- Scrolls-Veteranen sofort sicher. Gleichzeitig liegt die Messlatte nun sehr hoch. Können Matt Firor und sein Team mit Greymoor die alte Skyrim-Magie auch in ihrem Online- Rollenspiel heraufbeschwören? Und wie schlagen sich die Neuerungen des Kapitels? Taugt Greymoor, wie von den Entwicklern versprochen, als frischer Einstiegspunkt für Tamriel-Neulinge? Wir haben die Antworten!

Mit Greymoor einsteigen? Das geht!

Seit vielen Jahren schon konzipiert Zenimax die alljährlich erscheinenden Kapitel so, dass diese als möglicher Einstiegspunkt für interessierte Rollenspiel-Fans taugen. Wie zuvor Morrowind, Summerset und Elsweyr besitzt auch Greymoor ein eigenes Tutorial, das euch in die grundlegenden Spielmechaniken einführt. Dazu kommt, dass in allen Teilen von Tamriel eine flexible Stufenskalierung wirkt. Euer frisch erstellter Charakter kann sich überall nach Lust und Laune auf die hiesigen Quests stürzen, sich für Gruppenherausforderungen wie Weltbosse mit anderen Helden, egal welcher Stufe, zusammenschließen und Beute, passend zum eigenen Level, einsacken. Dass ihr von all der Freiheit und der Masse an Inhalten nicht erschlagen werdet, dafür sorgen zwei Hilfestellungen, die bereits in den letzten Monaten ins Spiel kamen. Der Ratgeber für Fertigkeiten versorgt euch mit Empfehlungen für mögliche Spielweisen eurer Klasse und schlägt euch konkret vor, welche Fertigkeiten ihr als nächstes erlernen solltet. Der Gebiets-Leitfaden hält euch wiederum über den Fortschritt in den Zonen auf dem Laufenden und weist euch auf Aufgaben in der Nähe hin. Auch wenn diese beiden Features nicht mehr ganz frisch sind, profitieren Spieler, die mit Greymoor neu einsteigen, von diesen enorm.

Die Hauptgeschichte von Greymoor hat ihre Höhepunkte, verschenkt unterm Strich aber Potenzial.


1


Der Besuch von Kastell Graumoor ist uns in Sachen Optik und Atmosphäre in besonders guter Erinnerung geblieben.


Schwarzes Herz von Skyrim

Der Spieleinstieg ist mit dem neuen Abenteuer also gut machbar. Bedenkt jedoch, dass Greymoor bereits die zweite Phase der jahresübergreifenden Geschichte rund um das schwarze Herz von Skyrim ist. Die nahm mit dem Verlies- DLC Harrowstorm bereits im ersten Quartal 2020 ihren Anfang, in dem wir es erstmals mit den Gramstürmen und dem Eiskap-Zirkel zu tun bekommen. Doch keine Sorge: Die Ausgangslage und der Grund für eure Reise ins Westliche Himmelsrand werden auch dann ausreichend erklärt, wenn ihr erst jetzt mit Greymoor den Einstieg wagt. Details über die Story selbst wollen wir im Test nicht verraten. Nur so viel: Vor allem einige der Nebengeschichten und -Quests haben uns richtig gut gefallen. Mal müssen wir einen vampirischen Mörder aufspüren und dafür mit Zeugen reden, den Spuren des Assassinen folgen oder uns in einer Sperrzone an Wachen vorbeischleichen. An anderer Stelle ergründen wir, warum ein Möchtegern- Archäologe in einer Flasche gelandet ist, lösen dabei gleich mehrere (nicht allzu knifflige) Rätsel und schmunzeln nebenbei über die launigen, mal wieder klasse vertonten Dialoge. Die große Story- Kampagne von Greymoor verschenkt indes einiges an Potenzial. Die Ausgangslage ist spannend, die Schauplätze sind teils atemberaubend (dazu gleich mehr), doch hört die Geschichte genau dann (und unserem Geschmack nach viel zu schnell) auf, als die Story gerade so richtig Fahrt aufnehmen möchte. Dazu kommt, dass der finale Kampf viel zu einfach geraten ist. Gut gefallen hat uns dafür der Twist, mit dem das letzte Drittel der Geschichte eingeläutet wird, sowie ein Ereignis am Ende, bei dem wir kurz Gänsehaut hatten.

Wunderschönes Himmelsrand

So viel Spaß wir mit den Quests und Teilen der Geschichte auch hatten, der Star von Greymoor ist die Spielwelt. Wie schon mit Vvardenfell in Morrowind ist es den Entwicklern auch mit dem Westlichen Himmelsrand richtig gut gelungen, eine aus einem Elder-Scrolls-Rollenspiel bekannte Spielwelt gut in das Online-Pendant zu übertragen. Mit ikonischen Orten wie der auf einem Felsbogen liegenden Stadt Einsamkeit kitzeln sie gezielt die Nostalgienerven der Skyrim-Fans. Gleichzeitig lässt sich überall viel Neues entdecken. Und ja, damit meinen wir neben erstmals zugänglichen Arealen auch die altbekannten Himmelsscherben, mehrere Weltbosse, Gewölbe, Verliese, neue Questgeber und vieles mehr. Gut haben uns auch die dynamisch in der Welt auftauchenden Gramstürme gefallen, für die ihr euch unbedingt mit anderen Tamriel-Helden zusammentun solltet. Wer mit einer eingespielten Gruppe in den Kampf ziehen will, der besucht die neue 12-Spieler-Prüfung Kynes Ägis, in der drei neue Bossherausforderungen auf euch warten. Am meisten gestaunt haben wir aber nicht in Einsamkeit, Drachenbrügge oder während eines Gramsturms, sondern in der unterirdischen, toll designten Schwarzweite. Dort streifen wir durch uralte Dwemer-Ruinen, reiten an riesigen, leuchtenden Pilzen vorbei oder legen uns mit Vampir-Scharen in Sichtweite des beeindruckenden Kastells Graumoor an. Die Festung der Blutsauger dürfen wir für einige Quests sogar betreten, und auch in der Burg bekamen wir fürs Auge und in Sachen Atmosphäre einiges geboten. Überall stehen Statuen, hängen schaurig-schöne Bilder an der Wand oder baumelnde Kronleuchter beziehungsweise Käfige mit Gefangenen von den Decken. Am liebsten hätten wir den ganzen Kram eingesackt, um damit unser neues Stolzspitze-Herrenhaus (das Skyrim-Veteranen nur zu gut kennen dürften) schick einzurichten.

2


3


4


Bevor ihr euch auf die Suche nach den vergrabenen Schätzen machen könnt, müsst ihr erst Gegenstände finden, die euch Hinweise auf den Fundort liefern 1
Die Hinweise verarbeitet ihr über das Erspähen-Minispiel, bei dem ihr möglichst viele der leuchtenden Zellen innerhalb der verfügbaren Runden erreichen müsst 2 .
Mit den so erspielten Infos grenzt ihr die potenziellen Ausgrabungsorte ein. Wenn ihr eine Ausgrabungsstätte gefunden habt … 3
beginnt das zweite Minispiel: die eigentliche Ausgrabung. Auch hier stehen euch nur eine begrenzte Zahl an Aktionen zur Verfügung, um den Schatz freizulegen 4

Das neue Ultimate der Fertigkeitslinie der Vampire verwandelt euch in einen mächtigen Blutsauger-Lord.


Launiges Buddeln im Dreck

Mit dem Antiquitätensystem liefern die Entwickler mit Greymoor eine weitere Möglichkeit, sich in der Spielwelt zu verlieren. Über so ziemlich jede Aktivität im Spiel könnt ihr nun Hinweise auf einen vergrabenen Schatz erhalten. Über das Erspähen- Minispiel versucht ihr dann, die Hinweise in konkrete Ortsangaben umzumünzen. Dabei müsst ihr auf einem Spielbrett innerhalb der verfügbaren Runden möglichst viele leuchtende Zellen erreichen, indem ihr euch effizient einen Weg über die Felder mit den unterschiedlichen Symbolen zusammenreimt. Je mehr leuchtende Zellen ihr erreicht, desto weniger potenzielle Ausgrabungspunkte werden euch später auf der Karte angezeigt. Wenn ihr die Grabungsstätte einer Antiquität dann ausfindig gemacht habt, wartet das zweite Minispiel auf euch. Bei dem müsst ihr mit Hilfe des Antiquar- Auges zuerst den möglichen Fundort eingrenzen. Danach kommen Werkzeuge wie Pinsel, Spatel oder Schaufel zum Einsatz, um Erde abzutragen und den Schatz letztlich zu bergen, wobei ihr auch dafür nur eine begrenzte Anzahl an Aktionen zur Verfügung habt. Sowohl das Erspähen als auch die Grabung besitzen dabei zwei eigene Fertigkeitslinien, die ihr leveln könnt und über die ihr sukzessive neue Verbesserungen freischaltet, die euch bei der erfolgreichen Absolvierung der Minispiele helfen und dank denen ihr auch besonders gut versteckte Antiquitäten aufspüren könnt. Auf die Art könnt ihr euch nicht nur Wertgegenstände erspielen, die bei Händlern viel Gold bringen, sondern auch neue Handwerksstile, ein Reittier, Einrichtungsgegenstände, Bemalungen und Verzierungen für euren Charakter oder die sechs neuen, mythischen Ausrüstungsteile. Die bringen jeweils einen besonderen Effekt mit und fallen stark limitiert aus: ihr dürft immer nur eine mythische Ausrüstung anlegen. Unterm Strich erweitert das neue Antiquitätensystem die bisherigen Inhalte von TESO glänzend um eine neue Ebene, die ganz unterschiedliche Spielertypen für einige Zeit beschäftigen wird.

Bessere Vampire statt neue Klasse

Eine komplett neue Klasse gibt es mit Greymoor leider nicht. Dafür haben die Entwickler die dominante Rolle der Vampire im Westlichen Himmelsrand zum Anlass genommen, um der Fertigkeitslinie des Blutsaugers eine Generalüberholung zu verpassen. Die besitzt nun deutlich mehr aktive Fertigkeiten und ein eindrucksvolles Ultimate, das euch für gewisse Zeit in einen mächtigen Vampirlord verwandelt, der Feinde durch Wände aufspüren kann. Der bisherige Ultimate- Zauber Fledermausschwarm ist übrigens nicht einfach gestrichen worden, sondern Teil der ersten Weiterentwicklung der Vampirlord- Verwandlung. Neu ist auch das System hinter dem Vampir-Dasein. Wer alle vier Phasen des Vampirismus durchlaufen will, der muss regelmäßig vom Blut anderer Tamriel-Bewohner trinken. Nur in der vierten Phase erhaltet ihr Zugriff auf alle Vampir-Fertigkeiten. Zudem sind diese in der letzten Phase besonders kostengünstig. Dafür rauben euch Fertigkeiten anderer Linien nun deutlich mehr Ausdauer oder Magicka. Durch Feuer nehmt ihr mit jeder Phase mehr Schaden und eure Gesundheitsregeneration sinkt letztlich gen null. Ihr müsst also abwägen, wie wichtig euch die Vorteile des Vampirs sind und ob ihr die Nachteile für diese in Kauf nehmen wollt. Letztere lassen sich übrigens zumindest für einige Zeit durch den zweiten Morph des Ultimates umgehen. Dank dieser Verbesserung erreicht ihr mit der Verwand- lung in den Vampirlord eine neue fünfte Phase, in der ihr als Vampir absolut keine Nachteile verspürt - ihr seid also eine Art Super Saiyajin der Gattung Vampir. Cool!

Die Gramstürme sind toll inszeniert und gefallen uns sogar noch besser, als die Drachenangriffe aus dem letzten Jahr.


Technisch mit Luft nach oben

Es ist zum Verrücktwerden. Da implementieren die Entwickler seit Monaten schon Maßnahmen, um die Performance des Spiels trotz der immer weiter steigenden Spielerzahlen deutlich zu verbessern, um die langen Ladezeiten und den enormen Festplatten-Bedarf nach unten zu drücken, und dann sorgen vereinzelte Bugs dafür, dass Greymoor einen richtigen Fehlstart hinlegt. Erst hatten alle Spieler, egal ob Käufer oder nicht, Zugriff auf das neue Kapitel. Dann kam es zu extrem langen Ladezeiten, die oft sogar in unendlich langen Ladebildschirmen oder einem Verbindungsabbruch endeten. Wer ins Spiel kam, der kämpfte mit Lags, die mit der Zeit immer schlimmer wurden. Mehrmals mussten die Server heruntergefahren werden, bis die Verantwortlichen die gröbsten Baustellen beseitigt hatten. Mittlerweile könnt ihr Greymoor fast problemlos genießen. Fast, weil wir im Zuge unseres Tests noch mit weiteren Fehlern konfrontiert wurden. Mal konnten wir einen Quest-Gegenstand nicht aufheben, mal einen Quest-NPC nicht ansprechen. In solchen Fällen half es meist nur, die gesamte Questreihe neu zu starten. Ärgerlich!

Einige der Nebenquestreihen haben uns richtig gut gefallen. Und ja, wir sprechen hier mit einer Puppe.


MEINE MEINUNG Karsten Scholz

„Trotz des verschenkten Potenzials und einiger Bugs ein tolles Kapitel“


Als alter Skyrim-Fan und Tamriel-Veteran habe ich mich tierisch auf Greymoor gefreut. Und tatsächlich gelingt es den Entwicklern überraschend gut, die Magie von Himmelsrand in ihre Online-Welt zu übertragen. Vor allem die Schwarzweite hat es mir angetan. Wer hätte gedacht, dass eine „Höhle“ so abwechslungsreich und optisch beeindruckend ausfallen kann?! Auch mit den meisten Quests und Geschichten von Greymoor hatte ich meinen Spaß. Die Dialoge sind gewohnt gut geschrieben, die Aufgaben abwechslungsreich, und dank der Antiquitäten lohnt sich das Erkunden der Welt und das Meistern von Aktivitäten gleich doppelt. Schade nur, dass gerade die Hauptgeschichte von Greymoor so kurz ausfällt und genau dann aufhört, wenn es so richtig interessant wird. Den finalen Kampf fand ich viel zu einfach und damit letztlich unbefriedigend. Unterm Strich gibt’s von mir dennoch einen Daumen nach oben.

PRO UND CONTRA

• Tolles Himmelsrand
• Oft spaßige, abwechslungsreiche Quests
• Klasse geschriebene Dialoge, tolle Sprecher
• Es gibt viel zu entdecken, viel zu erspielen
• Neues Antiquitätensystem ist sehr motivierend
• Runderneuerte Vampir-Linie
• Sowohl für Einsteiger als auch für TESO-Veteranen geeignet
• Neue Prüfung für 12 Spieler
• Einige Bugs (vor allem zum Add-on- Start) trüben den Spielspaß
• Hauptgeschichte verschenkt viel Potenzial
• Keine neue Klasse

WERTUNG 8