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THE HELL IS NOT ENOUGH


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Chrom & Flammen - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 26.10.2022
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Bildquelle: Chrom & Flammen, Ausgabe 11/2022

Das gesamte MFR-Aero-Kit besteht aus hochfesten Alu-Legierungen, die Abrisskante wurde eigens für Stephens Hellcat entworfen.

Mit Tuningprojekten ist das ja so eine Sache: Egal, wie viel Zeit und Mühe man in ein Auto steckt, richtig fertig ist man nie. Bis man es schließlich verkauft. Diese Erfahrung machte auch Stephen Gordon aus Bakersfield, Kalifornien, der einfach nicht aufhören kann, seinen Challenger aufzumotzen. Dabei hat der Dodge bereits ab Werk Leistung satt, denn immerhin handelt es sich um einen SRT Hellcat, der serienmäßig mit Kompressor und 707 PS vom Band lief. Verglichen mit Stephens Chally wirkt ein Serien-Hellcat allerdings wie ein Stubentiger.

Esbegann alles damit, dass Stephen in seinem vorherigen Auto, einem pechschwarzen Challenger SRT 392 mit silbernen Rallyestreifen, von einem Kombi “abgezogen” wurde: “Ich sah, wie sich der Wagen im Rückspiegel näherte, und gab Gas, um mitzuhalten. Als wir auf gleicher Höhe waren, grinste der Fahrer, schaltete zurück und hängte mich ab, als wenn ich stehen würde.” ...

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Zu diesem Zeitpunkt besaß er seinen ersten Challenger, an dem er auch den Umgang mit einem manuellen Getriebe erlernt hatte, noch nicht sonderlich lange. Stephen plante schon seit dem Kauf Tuningmaßnahmen und wollte sein Vorhaben jetzt umsetzen, um sich vor dem nächsten “Pampersbomber” nicht wieder zu blamieren: “Ich dachte darüber nach, einen ProCharger-Kompressor und eine Sportauspuffanlage einbauen zu lassen.” Dann brachte Dodge jedoch den Challenger Hellcat auf den Markt, der ab Werk mit einem 707 PS starken Kompressor-Triebwerk geliefert wurde, woraufhin Stephen seine bisherigen Pläne fallen ließ.

Seine erste Bestellung für einen 2015er SRT Hellcat platzte, im März 2015 kaufte Stephen aber seinen Traum-Challenger bei Puente Hills Dodge: “In ‘Phantom Black‘ und mit Sechsgang-Schaltbetriebe war es die gesuchteste Ausführung überhaupt. Und das zu der Zeit, als alle einen Hellcat wollten und die Händler astronomische Aufschläge verlangten.” Nach dem Kauf genoss der Kalifornier jede Fahrt in seinem neuen Muscle Car, musste sich aber schwer zusammenreißen, die Einfahrvorschriften auf den ersten 500 Meilen einzuhalten.

Es dauert nicht lange, bis Stephen erste Tuningpläne schmiedete, wobei er immer noch die Begegnung mit dem CTS-V-Kombi im Hinterkopf hatte. Die Zielsetzung war bald klar: Es sollte eine rennstreckentaugliche Fahrmaschine werden, die sich trotzdem problemlos auf der Straße fahren lässt. Also wandte er sich an die Firma MFR Engineering in Montclair, auf deren Produkte er bei einer Recherche im Netz gestoßen war: “Ich hatte Bilder von einem Challenger mit einem kompletten Aerodynamikpaket gesehen, das nicht zu auffällig war, aber sehr wirkungsvoll aussah.” Eine persönliche Kontaktaufnahme zu MFR bestärkte den positiven Eindruck, und Stephen erfuhr, dass alle Anbauteile aus einem besonders leichten und strapazierfähigen Luftfahrt-Aluminium bestehen.

MFR stattete Stephens Hellcat mit einer Unterbodenverkleidung aus, die auch einen Frontsplitter und einen Diffusor am Heck umfasst. Durch diese Verkleidung werden Luftwirbelunter dem Wagen vermieden und die Straßenhaftung verbessert. Um das Aerodynamikpaket abzurunden, entwarf MFR Engineering eine Abrisskante für den Heckspoiler an Stephens Hellcat.

“Außerdem habe ich noch eine Reihe weiterer Modifikationen durchführen lassen”, sagt Stephen, “zum Beispiel wurde eine einteilige Antriebswelle aus Aluminium, eine Zweischeiben-Sportkupplung, eine Domstrebe von Speedlogix und vieles mehr eingebaut.” In der ersten Ausbaustufe behielt Stephen den Rumpfmotor und den serienmäßigen Kompressor bei, Gueros Performance in El Monte ersetzte das Antriebsrad des Verdichters jedoch durch ein kleineres Pendant von Metco und montierte Einspritzdüsen mit größerem Durchflussvolumen sowie einen verbesserten Wärmetauscher und eine verstärkte Benzinpumpe. Die Kurbelwellenriemenscheibe wurde durch einen Stift gesichert, um zuvermeiden, dass die Welle in der Presspassung durchrutscht.

Eine maßgefertigte Edelstahl-Abgasanlage mit X-Pipe rundete diese erste Leistungskur für den Hellcat Chally ab: Die vier Endrohre mit jeweils vier Zoll Durchmesser sind mit hitzefester Farbe beschichtet und passen genau in die Ausschnitte des Heckdiffusors. Curt Dusterhoff optimierte die Kennfelder des Motorsteuergeräts per Fernabstimmung von seinem Computer in Georgia aus. Trotz der ungewöhnlichen Methode konnte der Erfolg sich sehen lassen: 827 PS und 1.355 Nm lagen an den Hinterrädern an! Diese Werte wurden mit 91-oktanigem Tankstellenbenzin erzielt. Beim Betrieb mit alkoholbasiertem E85 fühlte sich der Chally laut Stephen noch leistungsstärker an.

Damit das Fahrwerk dem Motor gewachsen blieb, installierte Stephen KW-Gewindebuchsen an den werksseitig verbauten adaptiven Stoßdämpfern. Dreiteilige HRE-Räder in zehn und elf mal 20 Zoll mit Nitto-Sportreifen in 275/40 R20 vorn und 305/35 R20 hinten ersetzten die originale Rad-Reifen-Kombination. Für den optischen Auftritt seines Challengers hatte der Mopar-Fan ebenfalls eine klare Vision: “Die Idee war, moderne und Retro-Stilelemente miteinander zu verbinden. Daher entschiedich mich für eine seidenmatte Folierung in Schwarz, die durch einen roten Streifen am Heck aufgelockert werden sollte. Michael Lee von der Firma Impressive Wrap schlug dann vor, den Streifen in einem seidenmatten Rot mit Metalliceffect anzufertigen. Ich finde, das Ergebnis ist großartig geworden, noch einmal vielen Dank an Michael!”

Im Innenraum setzte Steven den vom Motorsport inspirierten Stil fort: “Ich wollte hochwertige Schalensitze, die meiner Statur von 1,90 Metern und 90 Kilo gerecht werden. Ich entschied mich für die Recaro- ‘Profi XL‘-Rennschalensitze. Die Schienen, Sitze und Gurte wurden von MFR Engineering eingebaut. Ich muss zugeben, dass ich mich ein wenig an den Ein- und Ausstieg gewöhnen musste. Aber auf langen Fahrten sind sie äußerst bequem. Der Vier-Punkt-Käfig ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzepts, da er mit den Sitzen und den Schroth-Gurten funktional zusammenwirkt.” Abgesehen von Details wie einem Short Shift Kit sowie Lenkrad und Schaltknauf aus Carbon war der Umbau damit zunächst beendet.

Aber wie eingangs angesprochen, ist so ein Tuningprojekt erst abgeschlossen, wenn man das Auto verkauft hat. Auch Stephen beschloss, noch eine Schippe draufzulegen: “Ich kontaktierte meine Kumpels bei Redline Performance und sagte: 'Lass uns 1.000 PS ausdem Challenger rausholen!'" Also bauten die Jungs aus Covina den 6,2-l-V8 aus dem Wagen aus und zerlegten ihn. Mithilfe von DSS-Kolben wurde die Verdichtung erhöht, außerdem kamen gefräste Billet-Pleuel von Molnar zum Einsatz, die wesentlich mehr Ladedruck vertragen als die Originalteile.

Dieses Upgrade war auch dringend nötig, denn der serienmäßige Kompressor mit 2,4 Liter Verdrängung wich einem 4,5-Liter-Whipple-Doppelschraubenkompressor. Um auch optisch ein Highlight zu setzen, ließ Stephen das Gehäuse des Verdichters in “Candy Apple Red” lackieren: “Der Supercharger sollte eben die Kirsche auf der Torte werden.” Ein Interchiller hilft dabei, die Kühlwirkung des Ladeluftkühlers unter Mithilfe des Klimaanlagenkompressors weiter zu steigern. Mit all diesen Tricks und Modifikationen gelang es dem Redline Team, Stephens Wunsch zu erfüllen und eine Radleistung von 1.000 PS zu ermöglichen. “Dieses Auto hat beides zu bieten: Show AND Go!”, erklärt der Mopar-Anhänger voller Begeisterung. Mit seinem Enthusiasmus wird er im nächsten Jahr sicher viele Autofans anstecken, denn nach der Pandemie will Steven möglichst viele Shows und Treffen besuchen: “Ich freue mich jetzt schon auf die Saison 2023!”

Text & Fotos: Richard Truesdell

2015er Dodge Challenger SRT Hellcat

Motor:OHV-V8, 376 ci, 6.166 ccm, circa 1.000 PS (Radleistung); Bohrung × Hub in mm: 103,9 × 90,9; DSS-Kolben, Molnar-Schmiedepleuel, 4,5-l-Whipple Supercharger, Interchiller, UPR-Catchtank, Injector-Dynamics-1300-cc-Einspritzdüsen, DMCFAB-Edelstahl-Abgasanlage mit X-Pipe und 2x IMO- und 2x Gibson-Schalldämpfern

Kraftübertragung:verstärktes Sechsgang-Schaltgetriebe (Speedworx Automotive), Zweischeibenkupplung, einteilige Aluminium-Antriebswelle, Hinterradantrieb, Sperrdifferenzial

Vorderachse:Einzelradaufhängung an doppelten Querlenkern, Federbeine mit elektrisch verstellbaren Bilstein-ADS-Gasdruckstoßdämpfern, KW-Gewindehülsen, Querstabilisator

Hinterachse:Einzelradaufhängung an Mehrlenkerkonstruktion, Schraubenfedern, elektrisch verstellbare Bilstein-ADS-Gasdruckstoßdämpfer, KW-Gewindehülsen, Querstabilisator

Bremsen:innenbelüftete Scheibenbremsen rundum, Sechskolben-Bremszangen vorn/Vierkolben-Bremszangen hinten

Räder:dreiteilige Leichtmetallräder HRE “300“ in 10 × 20" vorn und 11 × 20" hinten

Reifen:Nitto-Semi-Slicks “NT 555R” in 275/40 R20 vorn und 305/35 R20 hinten

Karosserie:MFR-Engineering-Aerodynamikpaket aus Luftfahrtaluminium, bestehend aus Frontsplitter, Unterbodenverkleidung, Side Splitter, Heckdiffusor, Spoilerabrisskante, Folierung in Seidenmattschwarz, Heckstreifen in Seidenmattrot mit Metalliceffect, Heckscheibenjalousie

Interieur:Lenkrad mit Carbon-/Lederkranz, Carbon-Schaltknauf, Recaro-“Profi XL”-Schalensitze, Schroth-“Profi 2”-ASM Gurte, Vierpunkt-Überrollbügel, Rücksitzbank entfernt und durch Leichtmetallabdeckung ersetzt