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The Meaning of Mopar!


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Chrom & Flammen - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 22.06.2022
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Bildquelle: Chrom & Flammen, Ausgabe 7/2022

“Namen sind Schall und Rauch”, sagt man. Wenn es um den Namen “Mopar” geht, steckt allerdings eine lange Geschichte dahinter, die fast bis zu den Anfängen der Chrysler Corporation zurückreicht. Während man den Begriff heute oft mit Motorsport und sportlichen Tuningteilen in Verbindung bringt, hatte die Abteilung ursprünglich nichts mit starken Motoren und Rennstreckenflair zu tun. James Maxwell erzählt Euch die Geschichte von Chryslers Mopar-Division. Und weil es eine lange Geschichte ist, konzentrieren wir uns in dieser Ausgabe auf die Phase von der Gründung bis zu den Boomjahren in den Sixties, in der nächsten Ausgabe widmen wir uns dann dem Rest der Mopar-Historie.

In den 1920ern war Chrysler ein junges und rasch wachsendes Unternehmen, das ständig Marktanteile und Kunden gewann. Das Wachstum wurde nicht zuletzt durch die Übernahme von Dodge im Jahr 1928 beschleunigt. Schon bald bestand Bedarf ...

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... für eine eigenständige Ersatzteilabteilung, was zur Gründung der Chrysler Motor Parts Division führte. Von 1933 bis 1937 hatte die Abteilung ein simples Logo mit den Buchstaben C,D,D und P, was für Chrysler, Dodge, DeSoto and Plymouth stand. Zwar waren darin alle Fahrzeugmarken des Konzerns enthalten, für Reklamezwecke eignete sich dieses Firmenzeichen dagegen kaum: weder hatte es einen besonderen Wiedererkennungswert, noch wirkte es kreativ.

Einer der Werbemanager des Konzerns, Nelson L. Farley, berief 1937 eine Arbeitsgruppe ein, die sich darum kümmern sollte die Ersatzteil-Division besser zu vermarkten. Firmenunterlagen bestätigen, dass die von Farley geleitet Gruppe noch im Frühjahr '37 einen ebenso kurzen wie treffenden Namen fand: “MoPar” ein schlichtes aber einprägsames Kofferwort, das die Begriffe “Motor” und “Parts” zusammenzog. Schon bald wurde daher aus dem Teilevertrieb die MoPar-Division, die als nächstes ein geeignetes Logo brauchte, das man auf den Teilekartons und den Dosen des Kühlmittels anbringen konnte, das in den von Chrsyler hergestellten Autos verwendet wurde.

Das erste MoPar-Logo war oval und zeigte eine rote Schrift auf gelbem Grund. Verglichen mit dem alten CDDP-Logo war es wesentlich einfacher wiederzuerkennen. Zusammen mit dem Akronym MoPar, das leicht zu merken war, stellte das neue Logo aus Sicht des Marketings einen großen Fortschritt dar. Die MoPar-Produkte waren bei jeder Chrysler-, Dodge-, DeSoto- oder Plymouth-Garage erhältlich. Bis man die Verkaufsstellen offiziell “Händler” nannte, sollten noch einige Jahre vergehen. Zu diesem Zeitpunkt stand das Wort MoPar aber noch in keiner Weise für Motorsport- oder sonstige Hochleistungsteile, es war einfach ein neuer Weg um das bestehende Ersatzteilangebot sowie Betriebsmittel und Zubehör wie zum Beispiel Filter, Öle, Pflegewachse oder auch Fußmattem an den Mann zu bringen.

Das ursprüngliche MoPar-Markenzeichen wurde 1948, leicht überarbeitet und mit blauen Elementen versehen. Danach blieb es weitere sechs Jahre unverändert. Damals lief es großartig für Chrysler, in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg gelang es dem Unternehmen die Verkaufszahlen von Ford zu übertreffen, was auch zu einem Aufschwung bei der MoPar-Division führte.

Wenn ein Verbraucher einen neuen Kotflügel für seinen treuen DeSoto brauchte, wurde er am Teiletresen seines örtlichen Händlers mit einem MoPar-Teil versorgt. Gute, qualitativ hochwertige Ersatzteile, aber immer noch keine aufregenden Performance Parts.

Das änderte sich, als Chrsyler zu Beginn der 1950er die erste Hemi-Generation vorstellte und viele Motorsportler entdeckten, wie viel Leistungspotential diese Motoren boten. Zudem waren viele Rennfahrer mit den leichteren Autos von Dodge auf der Piste unterwegs, die von den Dodge “Red Ram” Hemi Motoren angetrieben wurden. Ein Chrysler Mitarbeiter namens Brian L-Schram entdeckte damals ein neues Geschäftsfeld für die MoPar-Division, indem er sicherstellte, dass die Rennfahrer mit Hemi-Teilen versorgt wurden. So legte er den Grundstein für die Verbindung zwischen MoPar und High Performance.

Schram arbeitet im Produktentwicklungsbüro des Konzerns und da Fahrzeuge von Chrysler und Dodge in der NASCAR-Serie unterwegs waren, benötigten die Teams eine zuverlässige Teileversorgung um wettbewerbsfähig zu bleiben. Stock-Car-Racing-Größen wie Lee Petty und Carl Kiekahfer gehörten zu den berühmten Rennfahrern denen Brian Teile schickt, darunter Hemi Zylinderköpfe, Ansaugbrücken, Kolben und alles Mögliche an Ausrüstung, die man zum Aufbau von Rennmotoren braucht. Bei der Belieferung der NASCAR-Teams kam es entscheidend darauf an, dass diese pünktlich die richtigen Teile zur Verfügung hatten. Weil die Piloten vom Werk gesponsert wurden, legte man bei Chrysler Wert darauf, dass die Rennfahrer sofort mit frischem Material versorgt wurden, sobald ein verbessertes Teil verfügbar war. Brian Schram war bald als der richtige Ansprechpartner bekannt, wenn es darum ging, dass Bestellungen zügig erledigt werden mussten. Er selbst war kein Rennfahrer oder direkt an der Entwicklung beteiligt, aber er kannte sich mit dem Ersatzteilgeschäft aus und wusste an wen er sich in der Firma wenden musste, um dafür zu sorgen, dass die benötigten Teile rechtzeitig bei ihrem Empfänger ankamen. Die Beschaffung von Motorsportteilen war nicht Brians einzige Aufgabe: von Mitte bis Ende der Fünfziger war die entsprechende

Abteilung nicht sehr groß und besonders als die Produktion des 392 ci Fire Power Hemi zum Ende des Modelljahres 1958 eingestellt wurde, gab es in dieser Hinsicht wenig zu tun. In den 1960ern kam dann wieder mehr Arbeit auf Schram zu, da er jetzt nicht nur die NASCAR-Rennfahrer belieferte, die mit Dodges und Plymouths antraten, sondern auch Drag Racer aus den gesamten USA. Denn die Einführung der neuen 413-ci-“Max Wedge”-Motoren sorgte dafür, dass die Chrysler Corporation sich wieder verstärkt im Motorsport engagierte, was eine entsprechende Teilenachfrage bei den Teams nach sich zog.

Der Motorsport erwies sich als großartiges Instrument für die Öffentlichkeitsarbeit von Chrysler, sodass der Aufgabe die Rennfahrer mit Teilen zu versorgen, die jetzt echte Hochleistungskomponenten waren, eine hohe Bedeutung zukam. Zu dieser Zeit liefen die Motorsport-Aktivitäten ganz offiziell ab und wurden nicht mit versteckten Budgets oder irgendwelchen Deals durch die Hintertür abgewickelt. Alles nahm seinen Lauf durch die zentrale Verwaltung und wurde von Lynn Townsend dem Präsidenten des Unternehmens sogar gefördert. Es stellte sich heraus, dass Townsend zwei Söhne im Teenageralter hatte, die ihrem alten Herrn irgendwann ebenso unmissverständlich wie zutreffend klarmachten, dass Plymouths und Dodges auf der Straße unter jungen Leuten nicht gerade als cool galten. Sie berichteten ihm, dass Pontiac bei den Leuten “mit Ahnung” hoch im Kurs stand.Als Boss des Konzerns wollte Townsend, dass sich das änderte und genehmigte die Produktion von Spezialteilen die mehr Power unter die Motorhauben der Produkte von Dodge und Plymouth bringen sollte.

An dieser Stelle nahm die Geschichte der MoPar-Division einen Umweg über eine weitere Divison des Chrysler-Konzerns, nämlich die In Marysville, Michigan, ansässige “Marine and Industrial Engine Division”. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass viele loyale Angestellte von Chrysler, wie auch vieler anderer Fahrzeughersteller – insbesondere Pontiac, Chevrolet und Ford – damals echte Autofans waren und an Rennen teilnahmen, beziehungsweise sich in Ihrer Freizeit damit beschäftigten die Performance ihrer Autos zu verbessern. Sie waren stolz auf die Marke für die sie arbeiteten und oft Teil der Street Racing Scene, etwa an der Woodward Avenue in Detroit oder waren mit ihren Autos regelmäßig auf dem Drag Strip anzutreffen. Diese Jungs lebten für schnelle Autos und hängten sich auf der Arbeit besonders rein, wenn eine Aufgabe mit dem Rennsport in Zusammenhang stand.

Einer dieser Enthusiasten war Peter Dawson, der als Ingenieur bei der Marine and Industrial Engine Division angestellt war. Während diese Abteilung in der Öffentlichkeit nicht so bekannt war, wie etwa die Kollegen die in den Autoclubs “Ramchargers” und “Golden Commandos” aktiv waren, beschäftigte Dawson sich intensiv mit High Performance Cars. Und gerade um 1960 waren Dodge und Plymouth Produkte dank der 413-ci-Max-Wedge-Motoren in der Szene äußerst beliebt. Diese speziellen 413er Maschinen wurden nicht in der Großserienfertigung am Band produziert, sondern bei der Marine and Industrial Engine Division montiert. Anschließend wurden die Spezialmotoren an Rennfahrer in den gesamten USA ausgeliefert.

Pete Dawson wusste, dass auch die Street Racer sich die Finger nach diesen heißen 6,8-Liter-Maschinen lecken würden. Also überlegte er, wie er die frohe Kunde von den neuen High Performance Triebwerken auch den ganz normalen Kunden überbringen konnte, damit nicht nur die Werksrennfahrer in den Genuss der Kraftpakete kamen. Als Leser des Hot Rod Magazine dachte er darüber nach eine Anzeige auf der Rückseite der Zeitschrift zu schalten, die für die Bestellung einer Broschüre über die Verfügbaren Hi-Performance-Teile warb. “Es gab eine Reihe von Spezialteilen für den 413-ci-Drag-Racing-Motor: eine Nockenwelle, Chrom-Ventildeckel, eine Ansaugbrücke für zwei Vierfachvergaser, Auspuffkrümmer, einen Ölhobel und noch vieles mehr”, erinnerte sich Dawson in einem Interview mit dem werkseigenen Mopar Magazine. Dabei repräsentierte er weder MoPar noch die Rennabteilung, bekam aber trotzdem die Zustimmung von seinem Boss für das Vorhaben.

Damals brauchte eine Anzeige, wie Dawson sie geplant hatte, zwei Monate Vorlauf und in der Zwischenzeit bekam das Hot Rod Magazine Wind von den 413-ci-Max-Wedge-Motoren. Daraufhin reiste ein Redakteur des Hot Rod Magazine von Kalifornien nach Michigan, um das Central Engineering Department von Chrysler zu besuchen und die bis zu 420 PS starken Super Stock Maschinen persönlich in Augenschein zu nehmen. Das Ergebnis was war ein exklusiver achtseitiger Bericht, der die Technik der Hochleistungsmaschine im Detail vorstellte. Auf der Titelseite prangte ein coloriertes Foto des 413-ci-Max Wedge. In seinem Text beschrieb Redakteur Ray Brock den Achtzylinder als “eine wild aussehende, starke Maschine, die dafür sorgen wird, dass die Autos von Dodge und Plymouth demnächst die heißesten Kisten auf der Viertelmeile sein werden.” Die ausführliche Berichterstattung in derselben Ausgabe und das Foto auf dem Cover gaben der Anzeige auf der Rückseite der Ausgabe einen solchen Schub, dass in den nächsten Wochen bei der Marine and Industrial Engine Division Bestellungen für die Broschüre gleich säckeweise eintrafen.

Dawson und seine Kollegen hatten bis dahin bereits alles vorbereitet, um die Kunden zu bedienen: “Wir stellten Gruppen von Teilen zusammen. Wenn jemand einen Ventildeckel bestellte, wurden auch gleich eine passende Dichtung und verchromte Muttern mitgeliefert. So erstellten wir 24 oder 28 Pakete. MoPar selbst bot sowas damals noch nicht an, der Kunde musste wissen was er brauchte und alle Teile einzeln bestellen. Bei uns bekam der Kunde alles was er brauchte in einem kompletten Satz und musste sich keine Gedanken darüber machen – das war unser Service!”

Natürlich bemerkten die Verantwortlichen der MoPar Division die durchaus erfolgreiche Aktion der Kollegen von der Industrial and Marine Division. Die Idee kam im Hauptquartier gut an, allerdings wies die Konzernleitung darauf hin, dass nur MoPar innerhalb des Konzerns die Aufgabe hatte Teile zu verkaufen, sodass der Vertrieb der Performance Parts nach Detroit verlegt wurde. Dank seiner Erfahrung im Motorsportbereich wurde Brian Schram diese Aufgabe übertragen und der hatte in den nächsten Jahren alle Hände voll zu tun, denn auf den 413er Max Wedge folgte der 426-ci-Max Wedge und 1964 der 426-ci-Hemi. Und damit ging das Perfomance-Geschäft der MoPar-Divison erst richtig los, davon werden wir dann in der nächsten Ausgabe berichten!