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THE SUICIDE SQUADE


Blu-ray Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 30.07.2021

Thema

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Bildquelle: Blu-ray Magazin, Ausgabe 4/2021

Schon einmal (oder sollte man lieber sagen, in einer anderen Dimension?) hatte sich die supergeheime und durchaus zwielichtige Spezialeinheit Task Force X dieser Redewendung bedient und eine Auswahl an gefährlichen Verbrechern zusammengestellt, um sie Kopf über in einen hochriskanten Kampf zu entsenden. Dafür rekrutierte die Agentin Amanda Waller (Viola Davis) ihre Söldner im berüchtigten Belle-Reve-Gefängnis. Unter ihnen tummelten sich Verbrecher wie Deadshot (Will Smith), Captain Boomerang (Jai Courtney), El Diablo (Jay Hernández) und Jokers Flamme Harley Quinn (Margot Robbie).

Im neuen Film „The Suicide Squad“ verschlägt es Amanda Waller ebenfalls in das Belle-Reve-Gefängnis - einem Ort vollgestopft mit den gefährlichsten Kreaturen auf engstem Raum. Perfekt also, um einige der verkommensten Kriminellen für eine tödliche Mission zu gewinnen. Gelockt durch die Möglichkeit, diesen Albtraum mit ...

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... der höchsten Sterblichkeitsrate in den USA verlassen zu können, findet sich schnell ein bunter, zusammengewürfelter Haufen Verrückter. Dabei gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten wie Captain Boomerang, Harley Quinn und Colonel Rick Flag (Joel Kinnaman). Zu ihnen gesellen sich mehr oder weniger freiwillig Peacemaker (John Cena), Polka-Dot Man (David Dastmalchian), King Shark (Sylvester Stallone), Bloodsport (Idris Elba), Savant (Michael Rooker), T.D.K. (Nathan Fillion), Javelin (Flula Borg), Weasel (Sean Gunn), Ratcatcher II (Daniela Melchior), Blackguard (Pete Davidson), Mongal (Mayling Ng) und Thinker (Peter Capaldi).

Ihr Ziel ist die abgelegene Insel Corto Maltese, über der sie mit reichlich Waffen ausgestattet wortwörtlich abgeworfen werden. Ihre Mission: die besetzte Insel unter allen Umständen von jeglichen Spuren und Hinweisen über ein streng geheimes Projekt mit Namen „Starfish“ zu säubern. Sollten sie sich weigern oder sonst wie aus der Rolle fallen, tötet sie ein zuvor implantierter Chip im Nacken. Denn Wallers Spitzel hat immer ein wachsames Auge auf sie. Die Truppe ist allerdings kein eingespieltes Team, sondern besteht aus einer Reihe Egozentrikern, die nichts lieber tun, als ihr Umfeld im Chaos versinken zu lassen. Die Gefahr von einen der ihren zur Strecke gebracht zu werden, ist also mindestens genauso groß, wie von den gegnerischen paramilitärischen Truppen in die ewigen Jagdgründe befördert zu werden. Die Frage ist also, wer wird am Ende noch stehen? Und was zur Hölle ist „Starfish“ überhaupt?

Statt Fortsetzung ein softes Reboot?

Entgegen aller Erwartungen handelt es sich bei „The Suicide Squad“ nicht um eine bloße Fortsetzung des ersten „Suicide Squad“-Films von Regisseur David Ayer. „Suicide Squad“ schaffte es 2016 zwar noch, so einige Kinobesucher abzuholen, verschwand aber ebenso schnell wieder im Nebel des Vergessens. Von der Handlung mag bis auf einige kleinere Höhepunkte nicht mehr allzu viel im Gedächtnis geblieben sein. Sogar die von Fans so sehr erwartete Liebesgeschichte zwischen Harley Quinn (Margot Robbie) und Dauergrinser Joker (Jared Leto) blieb irgendwie auf der Strecke, verschaffte aber immerhin Margot Robbie und ihrem Charakter Harley Quinn einen überraschend gehörigen Aufwind. Zumindest reichte es 2020 für einen eigenen Film („Birds Of Prey - The Emancipation Of Harley Quinn“), in dem sich die Lieblingspsychopathin der Fans endlich von ihrem toxischen Lover zu lösen weiß und ihren eigenen, zerstörerischen Weg einschlägt. Der Joker hingegen geriet zur Randfigur genauso wie einige andere Mitglieder des „Suicide Squad“, die sicherlich ebenfalls einen größeren Auftritt verdient gehabt hätten.

Der nun dieses Jahr erscheinende Film „The Suicide Squad“ bringt zwar einige dieser bekannten Gesichter zurück, weist aber ansonsten jegliche Verbindung zu seinem Vorgänger konsequent zurück. Insofern scheint die Fortsetzungsfrage vom Tisch. Vielmehr handelt es sich um eine völlig neue Geschichte über die unfreiwillige Antihelden-Gang, die nun auch einige weniger geläufige Verbrecher aus ihrem Schattendasein des DC-Universums ins Licht zerrt. Statt eines Versuchs der Weitererzählung wagt Regisseur James Gunn eine eigne, verdrehte Version des „Suicide Squad“ zu erzählen. Dementsprechend wurde dem neuen Film auch nicht einfach eine „2“ angehängt, sondern ein selbstbewusstes „The“ davorgesetzt.

Startschwierigkeiten

Das mag vor allem auch mit der durchwachsenen Entstehungsgeschichte von „The Suicide Squad“ zu tun haben, die unter anderem mit kreativen Differenzen zwischen David Ayers harter, düsterer Vision und den mainstreamigeren FSK-12-Vorstellungen der Produzenten zusammenhing. Nach dem damalig verhaltenen kommerziellen Erfolg von „Batman V Superman“ sollte nämlich „Suicide Squad“ DCs Kinouniversum weiter nach vorne bringen, weshalb kurz vor Fertigstellung unerwartet großes Interesse an dem vormaligen Randprojekt vorherrschte. Und zu viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Für eine Fortsetzung oder einen eventuellen Neustart sollte es also einen neuen Regisseur geben, nachdem der ernüchterte David Ayer, der mit dem Ergebnis letztlich nicht sonderlich im Einklang zu stehen schien, aus dem Projekt raus war. Im Gespräch waren dabei u. a. Hollywood- Legende Mel Gibson, welcher mit „Apocalypto“ (2006) und „Die Passion Christi“ (2004) schon kommerziell sehr erfolgreich war, sowie Ruben Fleischer („Venom“, „Zombieland“). Sämtliche Verhandlungen verliefen allerdings erfolglos. Ebenfalls ein großes Fragezeichen war die Suche nach einem geeigneten Drehbuch. Ein Glücksfall schien es, dass sich Walt Disney vom „Guardians Of The Galaxy“-Regisseur James Gunn trennte, bevor er den dritten Teil der Reihe in Angriff nehmen konnte. Auf Anfrage von Warner Bros. sprang James Gunn mit ins Boot von „The Suicide Squad“ und verfasste das so lang erwartete Drehbuch mit der Option, auch im Regiestuhl Platz nehmen zu dürfen. James Gunn scheint hierbei mit seiner Vorliebe für unkonventionelle Helden und überdrehte Geschichten die optimale Besetzung. Seinem Kopf als Drehbuchautor entsprangen Filme wie „Slither – voll auf den Schleim gegangen“ (2006), „Super – Shut Up, Crime!“ (2010) sowie mehrere Episoden der sexlosen Pornoserie „PG Porn“ (2008), die er selbst ins Leben rief. Man merkt also schon, dass Gunns Wurzeln eher in der kurios inszenierten B-Ware liegen, der auch nach mehreren hoch budgetierten Blockbustern sein Herz gehört. Für „The Suicide Squad“ stellte James Gunn also sein ganz eigenes Antihelden-Team zusammen und schickte es auf einen von ihm erdachten Höllentrip hinaus in den Kugelhagel, ohne an „Suicide Squad“ von 2016 anknüpfen zu wollen. Und wie es scheint, funkt ihm, im Gegensatz zu David Ayer, nun niemand in die Rated-R-Fantasie …

Bloodsport, King Shark und Peacemaker

Inwiefern das neue Projekt in Hinblick auf die Besetzung gelingen mag, bleibt abzuwarten. Konsequenterweise hätte sich ein völlig neuer Stamm an Verrückten angeboten, von denen sich so einige Bekannte und auch weniger Bekannte im DC-Hauptuniversum tummeln. Doch Gunn holte tatsächlich altbekannte Gesichter zurück und könnte damit durchaus für etwas Verwirrung sorgen. Denn trotz ihrer alten Rollen soll es keinen weiterführenden Erzählstrang geben. Zudem sollte eigentlich auch Will Smith wieder in der Rolle des Deadshoot für die bereits kurz vor Erscheinen des ersten Teils angekündigte Fortsetzung parat stehen. Aus Zeitgründen musste er allerdings das Projekt verlassen. Ersatz fand sich in Idris Elba, der bereits u.a. Heimdall aus der „Thor“-Filmreihe und Brixton Lore in „Fast And Furious: Hobbs & Shaw“ verkörperte. Nach einiger Überlegung wurde der Charakter „Deadshoot“ gestrichen, um Smith in einer eventuellen Fortsetzung die Rückkehr zu ermöglichen. Als Ersatz wurde im Verlauf der Produktion eine neue Figur für Idris Elba gefunden: Bloodsport. Genau der Bloodsport, der Superman mit einer Kryptonit-Kugel in Lebensgefahr gebracht hat.

Für einige Lacher dürfte sicherlich auch King Shark sorgen, der zwar nicht von Hollywood- Ikone Sylvester Stallone verkörpert, aber im Original immerhin von ihm gesprochen wird. Der eigentliche Abkömmling einer hawaiianischen Hai-Gottheit trat bereits an der Seite von Harley Quinn in der seit 2019 veröffentlichen Animationsserie „Harley Quinn“ auf. Und da gerade von Schwergewichten die Rede ist, soll auch der 16-malige Weltmeister und Profi-Westler John Cena als Peacemaker erwähnt werden. Dessen Figur hat es zu einer eigenen Spin-Off-Serie des US-Streamingdienstes HBO Max geschafft, die Anfang nächsten Jahres erscheinen soll.

Und dann hat sich James Gunn mit „Starfish“ noch einen ganz besonderen Spaß erlaubt, indem er DC-Urgestein Starro den Eroberer ausgekramt hat. Dieser trat 1960 als erster Bösewicht der Gerechtigkeitsliga gegenüber und erhält nun über 60 Jahre später noch einmal eine große Leinwand, um sich in voller Pracht zu zeigen zu können.

Scheint ganz so, als hätte Gunn kräftig in der DC-Kiste gewühlt, um sich einige passende, ihm liebgewonnene Verrückte zu angeln. Inwieweit diese für die breite Masse doch zumeist unbekannten Charaktere vorgestellt werden, bleibt abzuwarten.

Kein Stein bleibt auf dem anderen

Doch bei all der vielschichtigen Besetzung sollte das Publikum laut James Gunn definitiv auf eines verzichten: sich zu sehr an einen der Charaktere zu gewöhnen. Denn eines ist bei „The Suicide Squad“ mal sicher: der Tod wartet auf jeden von ihnen. Fragt sich nur, wer von diesen Irren clever genug ist, bis zum Abspann dieses Films oder bis zu einer Fortsetzung durchzuhalten. Diese Warnung spricht allein schon Bände über die blutige Spur, die sich gnadenlos durch den Streifen ziehen wird.

Dass Gunn dabei keine Gefangenen gemacht hat, dürfte klar sein. Seinen ersten Ideen folgend sollte „The Suicide Squad“ in erster Linie einem Kriegsfilm gleich kommen, bei dem selbst der Zuschauer das Gefühl bekommt, die Explosionen und die Action fast hautnah spüren zu können. Die Hauptcharaktere umgibt dabei stets eine Wolke aus Misstrauen, Wahnsinn und zu viel scharfer Munition in der Hand bzw. im eigenen Nacken. Selbst Harley Quinn hat ihre kurzen Shorts und ihr „Daddy’s Lil Monster“-Shirt im Schrank gelassen und gegen ein Kampfoutfit eingetauscht, das durchaus Parallelen zu ihrem Kostüm in dem 2011 erschienenen Videospiel „Batman: Arkham City“ aufweist. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich zumindest eine kleine Nähe zu den bisherigen Ereignissen in Harley Quinns Leben. Statt ihrem Joker zu huldigen, prangt nun auf der Rückseite ihrer Lederjacke der provokative Aufdruck „Live Fast Die Clown“. Und auch das „Property Of Joker“-Tattoo ist einem „Property Of No One“ gewichen. Scheint ganz so, als wäre Harley Quinn mehr als bereit, sich ins Getümmel zu stürzen, das James Gunn für sie und die anderen Mitglieder von „The Suicide Squad“ ab dem 5. August im Dschungel von Corto Maltese bereit hält. Dann nämlich startet das blutige DC- Gemetzel hierzulande in den Kinos.

MELANIE ROSENTRETER