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THEMA DES MONATS: BW Bank-Hallenchampionat: Alles Müller, oder was?


Reiterjournal - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 22.11.2019

Marian Müller vom Hofgut Albführen sicherte sich mit seinem Schimmelhengst Coupe de Alb erstmals den BW Bank-Cup.


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Marian Müller mit seinem Schimmel Coupe de Alb
Tina Deuerer und ihr Smint


Foto: Krenz

Er hatte eigentlich keine Chance, aber er hat sie genutzt. Marian Müller, einer der jüngsten Pferdewirtschaftsmeister im Land, ritt am Donnerstagabend in Stuttgart um sein Leben. Die blaue BW-Bank-Mauer wackelte, aber sie stürzte nicht ein. Der schlanke Jungprofibiss die Zähne zusammen und machte seinem Schimmelhengst Coupe de Alb lange Beine. Die Sensation war perfekt, als der 25-jährige Marian Müller dem ...

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Er hatte eigentlich keine Chance, aber er hat sie genutzt. Marian Müller, einer der jüngsten Pferdewirtschaftsmeister im Land, ritt am Donnerstagabend in Stuttgart um sein Leben. Die blaue BW-Bank-Mauer wackelte, aber sie stürzte nicht ein. Der schlanke Jungprofibiss die Zähne zusammen und machte seinem Schimmelhengst Coupe de Alb lange Beine. Die Sensation war perfekt, als der 25-jährige Marian Müller dem bislang führenden Hans-Dieter Dreher im Stechen des BW-Bank-Finales noch mal drei Zehntelsekunden abnahm. Das war reichlich.
Damit hatte Hansi Dreher wohl selbst nicht mehr gerechnet, denn im Sattel seiner Stute Twenty Clary hatte er eine rasante Runde vorgelegt. Niemand in der Halle hatte damit gerechnet, dass diese 35,08 Sekunden noch zu schlagen wären. Marian Müller wahrscheinlich selbst nicht. Aber er hat es halt mal gewagt. Zu verlieren hatte er nichts nach einer frischen Runde im Normalparcours. Da zeigte sich der Profi vom Hofgut Albführen schon in Bestform. Sein elfjähriger Schimmel, der oft seinen eigenen Kopf hat, spielte diesmal mit. Er kam sportlicher daher, als man ihn zuletzt gesehen hatte. Und im Stechen setzte Müller alles auf eine Karte. Alles hing von einer Wendung nach der zweifachen Kombination ab. Dreher hatte sie geritten, das ließ Müller nicht auf sich sitzen. Er kämpfte im Sattel wie ein Löwe, drückte auf die Tube auch auf der letzten Galoppstrecke, bewies das Adlerauge des Schützentalentes, das man von Reitbiathlon-Wettbewerben kennt – und schaffte den Stechparcours in 34,77 Sekunden. Es war der größte Erfolg in Müllers junger Karriere! Die Halle stand Kopf.
Vor allem auf der Organisationsbank inmitten der Teilnehmertribüne, wo Stuttgarts Turnierleiter Kai Huttrop-Hage und Steward Helmut Hartmann mitfieberten und sich dann in den Armen lagen. „KHH“ ist als Albführen-Geschäftsführer Müllers Chef, Hartmann ist sein Ausbilder und Mentor. Kurz vor dem Stechen war Müller noch schnell zu Lehrmeister Hartmann gespurtet, um sich letzte Anweisungen für das schnelle Stechen zu holen. Auch die Schweizer Top-Reiter Steve Guerdat und Martin Fuchs jubelten mit; sie mögen den jungen Kollegen. Müller geht nun als BW-Bank-Sieger in die badenwürttembergische Springsportgeschichte ein. Und Hansi Dreher muss mindestens noch ein Jahr warten. Bei seinen vielen Siegen und Titeln fehlt ihm ausgerechnet noch diese Trophäe.
„Jetzt haben wir die Baden-Württemberger aber gut präsentiert“, freute sich auch Parcourschefin Christa Jung, der wieder einmal ein schwieriger, aber flüssiger Parcours gelungen war. Die Reiter aus dem Lande konnten Werbung machen in eigener Sache. Und sie nutzten die Chance. Elf Starter hatten sich mit einer fehlerfreien Runde für das Stechen qualifiziert. Das passte genau.
Eine Weile sah Tim Hoster wie der Sieger aus. Er hatte mit der holländischen Stute Corradina vorgelegt, erst Dreher zog an ihm vorbei. Dann – sensationell – Marian Müller. Er bibberte noch, bis Timo Beck an der Reihe war. Der sechsfache Hallenchampion versuchte es, aber er schaffte es nicht. Die Uhr blieb bei 36,18 Sekunden stehen. Der Stall Deuerer, der das Feld abschloss – Adrian Schmid mit Cessarias Crack und Tina Deuerer mit Smint – musste akzeptieren, dass es der Tag des Marian Müller war. Drehers Bereiter Thomas Mang landete mit Arko Junior auf Rang fünf. Tina Deuerer war beste Amazone im Feld. Der Erfolg ist umso höher zu bewerten, weil die Landesmeisterin von Rückenschmerzen geplagt war. Grenzland-Bereiter Thomas Mang ritt mit Arko Junior auf Rang fünf – er gehört zu den Aufsteigern der Saison. Im Geld waren außerdem: Benjamin Kuhn mit Aradetto, Tobias Schwarz mit der nach wie vor frischen La belle, Landesmeister Markus Kölz mit Dornadello und Armin Schäfer mit Manhatten Blue.

Hans-Dieter Dreher mit Twenty Clary


Foto: TOMsPic

Einige der großen Favoriten schafften es nicht ins Stechen, darunter Vortagessieger Niklas Krieg auf seiner wieder genesenen Stute Carella sowie U25-Bundeschampion Richard Vogel mit Lesson Peak und der bis in die Haarspitzen motivierte Titelverteidiger Andy Witzemann. Ein Missverständnis beim Einsprung in die dreifache Kombination machte die Hoffnung auf einen „Hattrick“ zunichte. Der BW-Bank-Cup wird fortgesetzt, daran ließen die Banksprecher übrigens keinen Zweifel. Über die Standorte wird im Moment noch der Mantel des Schweigens gehüllt. Wahrscheinlich steht der Auftakt noch zur Debatte. Denn die Reiter bevorzugen das bewährte Ichenheim, während die Bank geschäftspolitisch eher nach Ladenburg im Rhein- Neckar-Raum tendiert. Bis Ende des Monats soll die Entscheidung bekannt gegeben werden.