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Thema: JOKER


Blu-ray Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 27.09.2019

Wenn am 17. Oktober Todd Phillips’ „Joker“ in die Kinos kommt, wird zum allerersten Mal auf der großen Leinwand die Entstehungsgeschichte des wohl berühmtesten Comic-Schurken der Welt erzählt. Dabei sind sich selbst Comic-Leser uneinig, wie denn nun der ewig lächelnde Prinz der Unterwelt zustande gekommen ist?


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Bildquelle: Blu-ray Magazin, Ausgabe 8/2019

Die Antwort auf die Frage ist so simpel wie unbefriedigend: Es gibt keine definitive Geschichte zur Joker-Werdung. Der Mann hinter der Schminke ist und bleibt ein Mysterium. Kein Comic-Heft oder -Album warb bislang mit den Wurzeln des Jokers auf dem Cover. Teilweise Einblicke gab es schon so einige ...

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... Male, aber stets nur unter dem schwammigen Vorbehalt geistiger Umnachtung. Als der Joker in Alan Moores gefeierter Geschichte „The Killing Joke“ (1988) behauptet, „Wenn ich eine Vergangenheit habe, dann bitte mit verschiedenen Optionen! Ha Ha Ha!“, dann ist dies wortwörtlich zu nehmen. Der Typ ist irre! Wie soll er sich da bitteschön an seine Jugend, sein früheres, bürgerliches Leben, an seine Verwandlung oder gar seinen alten Namen erinnern? Stecken am Ende vielleicht sogar drei verschiedene Personen dahinter oder ist der Joker lediglich eine Ideologie statt einer Person?

DER CHEMIE-UNFALL

Eine der bekanntesten „Origin Stories“ ist zweifelsohne jene, die 1951 in Ausgabe 168 der Detective Comics erzählt wurde. Batman stellt den Superschurken Red Hood beim Versuch in die Monarch Spielkartenfabrik einzubrechen. Während des Fluchtversuchs durch die angrenzende Ace Chemie-Fabrik fällt der Bösewicht in ein Bassin voller chemischer Substanzen, die seine Haut ausbleichen, sein Haar grün färben und seinen puterroten Mund zu einem widerlichen Lächeln verzerren. Über 37 Jahre später nahm Alan Moore diese Geschichte in seiner gefeierten Graphic Novel „The Killing Joke“ erneut auf und schmückte sie noch ein wenig weiter aus: Rückblenden zeigen einen erfolglosen Komiker, der es nicht schafft, die Miete zu begleichen, geschweige denn seine schwangere Frau ordentlich zu versorgen. Aus Verzweiflung lässt er sich auf Mafiosi ein, die ihm ein dubioses Geschäft vorschlagen: Er soll sie durch die Chemiefabrik, in der er mal gearbeitet hat, zur Spielkartenfabrik führen, auf deren Geld sie es abgesehen haben. Wie bei all ihren krummen Dingern geben sie dem Neuling die Red-Hood-Verkleidung, damit er wie ihr Anführer wirkt und sie besser entkommen können – nur für den Fall, dass Batman oder jemand anderes eingreift. So ein roter, seltsam gekleideter Typ fällt schließlich stärker auf als seine vermeintlichen Handlanger. Das Schicksal schlägt zu: Die Frau des armen Verlierers stirbt durch einen Unfall. Trotz fehlender Motivation wird er dennoch gezwungen, das Verbrechen zu begehen und Batmans Eingreifen bewirkt den verzweifelten Sprung (!) ins Chemie-Becken sowie in den Wahnsinn.

DAS GENIE DES VERBRECHENS

Eine andere Entstehungsgeschichte wurde 2007 in „Batman Confidential“ Nummer 7 bis 12 veröffentlicht. Ein Bankräuber namens Jack (in Anlehnung an Tim Burtons „Batman“-Film von 1989) klagt in einer Bar sein Leid und weckt damit die Aufmerksamkeit der Barkeeperin Leena, die später auf den Namen Harley Quinn hören wird. Er ist depressiv und langweilt sich in seinem Job. Erst als Batman während eines Bankraubs auftaucht, gewinnt Jack wieder an neuer Lebensfreude. Schon in diesem Zustand wird Jack als Verbrechergenie dargestellt, das geistig unzurechnungsfähig und moralisch zu allen Schandtaten bereit ist. Das markante Grinsen fügt Batman dem späteren Joker mit einem Batarang zu, nachdem Waynes Freundin Lorna Shore von Jack verletzt wurde. In einem Moment der Rage überlässt Batman den Verbrecher der Mafia, die ihn zu Folterungszwecken in eine alte Pharmazie-Fabrik verschleppt. Er entkommt in letzter Sekunde, wird jedoch massiv mit Chemikalien bzw. Antidepressiva überschüttet, die ihn wegschwemmen. Und so ist die Metamorphose von einem soziopathischen Verbrecher zu einem zwanghaft dauergrinsenden Psychopathen abgeschlossen.
Die 2017 erschienene Mini-Comic-Serie „Batman: White Knight“, die jenseits des geläufigen Kanons spielt, nimmt unter anderem auf diese Geschichte einen direkten Bezug, indem sie die Verwandlung des Jokers wieder rückgängig macht. Hardliner Batman verabreicht seinem Erzfeind gewaltsam eine Überdosis Antidepressiva und bewirkt damit unbewusst einen spiegelnden Effekt. Aus dem Joker wird wieder Jack Napier, ein geläuterter Verbrecher Gothams, der nun seiner Bürgerpflicht nachkommen und die Stadt als einflussreicher Politiker in die seiner Meinung nach richtige Richtung lenken will. Eine Zukunft, in der ein Batman überflüssig ist. Als Gag und Verweis auf die unterschiedlichen Handlungsstränge aus Jokers wirrem Leben kommt hierbei Harley Quinn eine ganz besondere Rolle zu. Schließlich schuf sich der Geisteskranke seine eigene Welt voller maskierter Menschen, die – wie der klare Kopf Jacks nun feststellen muss – er nicht als Person, sondern ausschließlich als austauschbare Platzhalter wahrgenommen hat.
Es gibt weitere solcher Entwicklungsmythen, wie etwa die Geschichte eines Jungen, dessen Kiefer gebrochen und der mit einem Lach-Virus infiziert wurde, sodass sein Schädel für immer zu einer Form des Lächelns verwuchs. Und so weiter. Man kann also festhalten, dass soziale Ungerechtigkeiten und giftige Chemikalien feste Bestandteile so ziemlich jeder „Joker-Geburtsstunde“ sind. Seine echte Geburt im publizistischen Sinne lässt sich hingegen relativ genau auf das Jahr 1940 datieren, wo er erstmals in der „Batman“-Comic-Reihe auftrat.

EIN GRAUSAMER WITZ

„Wieder einmal lauert ein kriminelles Genie in den Straßen der Stadt (…) Seine Opfer lässt er mit dem entsetzlichen Grinsen eines Clowns zurück (…)!“ – So stellte der Comic Batmans größten Widersacher vor fast 80 Jahren in „Batman #1“ vor, als kaltblütig mordenden, meist mit Gift hantierenden Psychopathen. In den 1950ern entwickelte sich daraus eher ein schalkhafter Gauner, der die anderen zum Narren hält und der Justiz stets einen Schritt voraus ist. Erst mit Alan Moores „The Killing Joke“ fand der Joker in den 1980er Jahren wieder zu seinen psychopathischen Wurzeln zurück und brach mit seinem gewaltsamen Verhalten gegenüber Barbara und James Gordon jegliche bis dahin gewahrten Tabus. Zwar verfällt Commissioner Gordon letztendlich nicht dem Wahn, jedoch verbleiben seelische Narben und Barbara Gordon bleibt querschnittsgelähmt. Statt eines Happy Ends wird ein ewiger Kreislauf angedeutet, bei dem der Joker seiner Gefängniszelle im Arkham Asylum entflieht und Batman ihn wieder einfängt, immer der Gefahr gewahr, selbst dem Wahn zu verfallen. Schließlich reicht laut dem Joker nur ein einziger „schlechter Tag“ im Leben, um aus einem aufrichtigen Bürger Gothams einen geschminkten Irren zu machen.

ER KANN NICHT AUFHÖREN, ZU LACHEN. ATHUR FLECK LEIDET AN TOURETTE

DIE ÄUSSERLICHE METAMORPHOSE ZUM JOKER FINDET VOR DEM SPIEGEL STATT

BATMAN: THE MAN WHO LAUGHS

Wie also konnte der Joker knapp 80 Jahre lang die Comic-Welt erschüttern, ohne das je ein Autor auf die Idee kam, eine definitive Entwicklungs-Geschichte zu erzählen? Dafür gibt es nur eine Erklärung: Es ist so gewollt. Der Joker soll ein Mysterium bleiben, denn dass macht ihn umso unberechenbarer und verleiht ihm den Wert einer Ikone. Schließlich besitzt er keinerlei bekannte Superkräfte, geschweige denn so viel Geld wie Bruce Wayne. Ohne sein Mysterium wäre er einfach nur ein Verbrecher mit herausragenden kriminellen Fähigkeiten, Morallosigkeit, einer gewissen Intelligenz sowie mindestens einer Geistesstörung. Alles, was unerklärlich bleibt, ist selbstredend unheimlich und unkontrollierbar – der Horror für jeden Staat. Der Joker ist daher weniger eine Person mit einer Geschichte und vielmehr ein Sinnbild der Anarchie, das schon immer da war – sei es in Form des Gwynplaine aus Paul Lenis Film „Der Mann, der lacht“ von 1928 oder generell die Figur des Schalks und Clowns, die seit jeher die Außenseiter der Gesellschaft und damit der Ordnung symbolisieren. Beschaut man sich die „Batman“-Comic-Interpretationen aus der Welt des Films und Fernsehens kommt dies vielleicht sogar noch besser zur Geltung als in den unbewegten Bildergeschichten. So bekleideten zwar schon mehrere recht unterschiedliche Schauspielgrößen die Rolle des Jokers, aber die Botschaft hinter dieser Figur war und ist immer die gleiche: Traue nie einem Clown, denn er ist unberechenbar.

DER HUMANIST

Was bedeutet dies nun für Todd Phillips’ Film, der wider Erwarten eine Genese des Jokers zeigt? Es bedeutet, dass es nicht zwingend DIE Entstehungsgeschichte ist, sondern einfach EINE Charakterstudie eines einfachen Mannes, der eine Metamorphose zum Joker durchläuft. Der Film selbst nimmt sich ja schon allein damit aus der Verantwortung, dass er nicht Teil des DCU sein will. Also demonstriert er an dem Charakter Arthur Fleck (Oscar-reif gespielt von Joaquin Phoenix) eben jenen „schlechten Tag“, den der Joker in „The Killing Joke“ als symbolische Grenze zwischen Vernunft und Wahn zieht. So durchlebt der von einem Tourette-ähnlichen Zwangslachen geplagte Fleck eine scheinbar lebenslange Tragödie, bis er die Zügel sozialer Vernunft komplett aus der Hand gibt. Er erlebt soziale Ungerechtigkeiten, ein Element, das alle Joker-Origin-Stories auszeichnet. Bei seiner Mutter Penny (Frances Conroy) wohnend und sie pflegend nimmt er sich ihre naiven Glückskeksweisheiten, deren Zentrum das Lächeln ist, sehr zu Herzen. Mit einem Lächeln geht alles leichter. Zaubere den Menschen ein Lächeln ins Gesicht … Doch die Welt quittiert Arthurs Scherze und dessen ungewolltes Lachen mit Gewalt in jeder nur erdenklichen Form. Die vom Staat erhaltene psychologische Unterstützung hilft Arthur dabei kaum weiter und steht aufgrund gestrichener Gelder zudem kurz vor der Schließung. Auch seine Arbeitslosigkeit und sein Misserfolg als Standup-Comedian tragen zur Abwärtsspirale bei. Und wenn die vom Müll-Streik gezeichnete Welt immer verrückter wird, ist es für Fleck an der Zeit, ihr einen Spiegel vorzuhalten, sich die Haare grün zu färben, das Gesicht hinter einer Maske aus Schminke zu verbergen und ihr das zurück zu geben, was man über all die Jahre von ihr bekommen hat.

DAS SCHWARZE SCHAF

Wenn der Joker in diesem Film der „Held“ ist, dann müsste sein Erzfeind Batman doch eigentlich sein Widersacher sein … doch in den 1980ern ist Bruce Wayne gerade einmal im Kindesalter und Batman noch ein Familien-Trauma weit entfernt. Indirekt ist natürlich klar, dass Bruce Waynes Vater Thomas (Brett Cullen, „The Dark Knight Rises“) als einer der reichsten Männer Gothams als Makel des Systems für Arthur erscheinen muss, insbesondere, da er für das Bürgermeisteramt kandidiert. Je mehr er sich mit dem „Wohltäter“ der Stadt auseinandersetzt, desto persönlicher wird auch sein Bezug zu ihm. Zudem fußt der Wohlstand der Reichen stets auf der Armut der unteren Bevölkerungsschicht, weshalb dieser Konflikt entscheidend ist. Das lässt sich sozusagen auch auf die spätere Auseinandersetzung zwischen Batman und dem Joker übertragen: Batman als Verteidiger des Status Quo der Wohlstandsgesellschaft und der Joker als vom System vernachlässigter Aufrührer, dessen einzige Chance, gesehen zu werden, in seinem unvorhersehbaren, expressionistischen, tödlichen Handeln besteht. Beide Extreme verbergen sich hinter einer Maske – der Fledermaustyp, um sein Privatleben zu schützen sowie um Angst zu verbreiten, der Clown, weil er keine andere Identität mehr kennt. Schon gar nicht die eines A. Fleck (Ben Affleck lässt grüßen).

JOKER WIRD ERWACHSEN

Extrovertiert waren die Darstellungen des Verbrecherprinzen freilich immer. Und dennoch: Ob Cesar Romero als Fallen-liebender Trickdieb mit überschminktem Bart in der 1960er-Jahre-TV-Serie, Jack Nicholson als psychopathischer Verbrecherkönig in Tim Burtons „Batman“-Film von 1989, Mark Hamill als schalkhafte Joker-Stimme in „Batman – The Animated Series“ (1992), Heath Ledger als personifizierte Anarchie in „The Dark Knight“ (2008), Jared Leto als durchgeknallter Mode-Clown in „Suicide Squad“ (2016) oder Cameron Monaghan als monströser Chemie-Unfall in „Gotham (Staffel 5)“ (2019) – Jeder Schauspieler, der den Joker in Film und Fernsehen verkörperte, interpretierte ihn ein klein wenig anders und brachte eine gewisse eigene, persönliche Note mit ein. Es gab eine Zeit, da handelte man Leonardo DiCaprio als nächsten Joker-Darsteller, doch wie so oft kam alles ganz anders. Nun ist Charakter-Mime Joaquin Phoenix an der Reihe, dessen darstellerisches Repertoire in der Vergangenheit vom klassischen Hollywood-Bösewicht in „Gladiator“ (2000), über den erkaltenden Romantiker in „It’s All About Love“ (2003), den Oscar-nominierten Johnny Cash in „Walking The Line“ (2005), selbstdarstellerischen Rapper in „I’m Still Here“ (2010), verzweifelten IT-Nerd in „Her“ (2013) drogenabhängiger Film-Noir-Schnüffler in „Inherent Vice“ (2014), bis hin zum gehandicapten und dennoch lebensmutigen Cartoonisten in „Don’t Worry, weglaufen geht nicht“ (2018) reicht. Um die qualitativ hochwertige Darstellung des gesellschaftlichen Außenseiters Arthur Fleck braucht man sich bei Joaquin Phoenix also überhaupt keine Gedanken zu machen. Nicht zuletzt seine Rolle in dem „Taxi Driver“-ähnlichen Film „A Beautiful Day“ (2017) qualifiziert ihn für diesen Scorsese-esken Film, dessen Handlung einer Abwärtsspirale gleicht. Für seine Rolle nahm er über 20 Kilogramm ab, wofür der überzeugte Veganer eine eiserne Salat-und-gedünstetes-Gemüse-Diät über sich ergehen ließ und dies mit Fitness- sowie Tanztraining kombinierte. Heraus kam eine spindeldürre, verletzliche Gestalt, die im Film sogar einen Buckel-Ansatz erkennen lässt und sowohl als tragische Figur als auch als tänzelnder Mörder perfekt funktioniert.

FAMILIEN-BANDE

Der Auftritt Robert De Niros als Showmaster Murray Franklin dürfte eine weitere Scorsese-Referenz sein. Seine Rolle erinnert an „King Of Comedy“ (1982), in dem De Niro einen gescheiterten Komödianten spielt, der sein Idol (dargestellt von Jerry Lewis) entführt, um dessen Platz in einer Show einzunehmen. De Niro mimte auch den zum Rächer werdenden Außenseiter in „Taxi Driver“. Obwohl Martin Scorsese wider Erwarten nicht zum Produzenten-Stab dazugehört, verweilte De Niro beim Projekt und gab ihm damit eine stärkere Verbindung zu den filmischen Vorbildern. Inwiefern das Treffen des Jokers mit der Comedy-Ikone ähnliche Handlungs-Züge annimmt und wie weit der Joker gehen wird, um endlich gesehen zu werden, das zeigt der fertige Film, der ab dem 10. Oktober in den Kinos anläuft – die bislang authentischste Comic-Verfilmung unserer Zeit, die ganz ohne Zweifel den Goldenen Löwen der Filmfestspiele Venedig redlich verdient hat.

ROBERT DE NIRO SPIELTE SCHON EINMAL DEN “KING OF COMEDY“

JOAQUIN PHOENIX UND TODD PHILLIPS GEBEN DEM JOKER IHRE EIGENE NOTE


Bilder: Copyright: © 2019 Warner Bros., Photo Credit: Niko Tavernise

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