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Thema: WONDER WOMAN 1984


Blu-ray Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 5/2020 vom 26.06.2020

Hach war das schön, als Kindergruppen noch den Sommer nutzten um nach Piratenschätzen oder Leichen zu suchen, Archäologen noch Schlapphüte trugen und DeLoreans durch die Zeit fliegen konnten. Doch was gut ist, kommt irgendwann wieder, weshalb seit einigen Jahren die 1980er enorm Hipp sind und in aktuellen Filmen und Serien quasi als Erfolgsgarant gelten.


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Bildquelle: Blu-ray Magazin, Ausgabe 5/2020

Die Retro-Welle rollt und rollt, weshalb sich nun nach Beispielen wie „Stranger Things“, „Halt & Catch Fire“, Stephen Kings „Es“ und „Ready Player One“ auch das DC Extended Universe auf diese Schiene begibt. Vermutlich ist das Jahrzehnt der ...

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... MTV-Generation, des C64, der Schulterpolster und Vokuhilas deshalb so beim Publikum beliebt, weil es damit das goldene Zeitalter der eigenen Jugend verbindet. Wer mit Depeche Mode, Madonna und Michael Jackson aufgewachsen ist, der fühlt sich bei Filmen, die dieser Zeit frönen, einfach wie zuhause. Doch wer verbindet schon eine Wahrheitslasso-schwingende Amazone mit den 1980ern? Auf jeden Fall Regisseurin Patty Jenkins, die mit „Wonder Woman“ 2017 einen großen Erfolg für das DCU feierte und nun mit der Fortsetzung „Wonder Woman 1984“ zurück ist: „Wenn ich die Handlung des ersten Films erstellt hätte, wäre mein erster Gedanke vermutlich gewesen, sie in den 1980ern stattfinden zu lassen, weil sie eine typische 1980er-Jahre-Heldin ist. Es waren die späten 70er und frühen 80er, als sie groß herauskam. Ja, sie war schon zuvor eine Comic-Heldin. Aber sie wurde erst zum Mega-Star, als man die TVSerie produzierte. Daher ist sie für mich ein typisches Kind dieser Ära. Das ist dann auch die Wonder Woman, mit der ich aufgewachsen bin und die ich liebte. Natürlich mochte ich es, den ersten Film vor der Kulisse von 1918 umzusetzen, selbst wenn ich das Verlangen zurückstellen musste, ‚meine‘ Wonder Woman zu zeigen, die eine modernere Version darstellt. Zweitens wollte ich sie mit voll entwickelten Kräften sehen. Ich mochte es zudem einen größeren Zeitsprung zu wagen, damit wir erkunden können, wie ihr Leben in der Zwischenzeit verlaufen ist.“ Zeichneten im ersten Teil noch Zack Snyder, Jason Fuchs und Allan Heinberg für das Drehbuch verantwortlich, arbeitete für das Skript der Fortsetzung diesmal Jenkins selber eng mit den Drehbuchautoren Geoff Johns und Dave Callaham zusammen, um ihr ganz eigenes Werk zu erschaffen. „Diana lebt und arbeitet in der Menschenwelt. Und als Wonder Woman zieht sie ihre Kreise, um anderen zu helfen, ihre eigene Identität zu verbergen und einfach das zu tun, was sie kann, in der modernen Welt.“ erklärt die 49jährige Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin, die unter anderem durch ihre Arbeit am Oscar-prämierten Drama „Monster“ (2003) bekannt wurde.

Alex Ross legendäre Graphic Novel „Kingdom Come“ war die Inspiration für die goldene Rüstung


Die neue Wonder Woman

„Wenn ich ‚modern‘ sage, ist mir natürlich klar, dass es rund 36 Jahre in der Vergangenheit spielt. Aber es ist immer noch modern genug, um als Metapher zu fungieren - also ein Weg, um über die gegenwärtige Welt von heute zu sprechen, ohne dies buchstäblich zu tun. Zugleich ist Diana aber auch sehr einsam.“ Wonder Womans Freunde seien nach über sechs Jahrzehnten „(…) seit langem verloren. Sie ist in dieser Hinsicht ziemlich allein. Und über die Jahre lernte sie gewiss, so zu bleiben. Freunde zu gewinnen würde sehr hart sein, wenn man genau weiß, dass jeder davon eine tickende Uhr besitzt und sich fragt, warum man selber nicht altert, oder sie mehr über einen erfahren wollen. Sie hat gelernt, Distanz zu wahren, muss dafür allerdings auch einen Preis zahlen.“
Wie hoch dieser ist, das weiß ihr Cape-tragender DC-Kollege Clark Kent mit seiner Festung der Einsamkeit am Ende der Welt nur zu gut. Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb sich Wonder Woman und Superman in Alex Ross‘ und Mark Waids preisgekrönter Graphic-Novel „Kingdom Come“ (1996) so gut verstehen. Sie sind beide nahezu unsterblich, stammen aus menschenfernen Welten, besitzen übermenschliche Kräfte und tragen meistens dieselben blau-roten Farben. Obwohl… nicht ganz, denn im besagten Meisterwerk trägt Wonder Woman während der Entscheidungsschlacht eine goldene Rüstung, die das Outfit-Design der stolzen Amazone auch im neuen Film entscheidend prägte. Im Interview verrät Patty Jenkins: „Oh yeah, die Inspiration war „Kingdom Come“ - Ich liebe diese Graphic Novel so sehr! Ich finde den Comic wunderschön. Er ist fantastisch! Und die goldene Rüstung, die Alex Ross hierfür malte, ist einfach … Ich besitze seit jeher Poster davon, selbst während des Drehs zum ersten Film hatte ich ein riesiges Poster davon an meiner Wand hängen. Ich wollte immer Zacks (Snyder) schöne Rüstung respektieren, aber es war dermaßen aufregend, unser eigenes Set an Rüstungen mit einzubringen, das nun Teil ihres Arsenals ist.(…) Ich liebe diese Rüstung und bin sehr glücklich darüber, sie mir ansehen zu können. Zudem war es solch eine authentische und zugleich coole Version von Wonder Woman.“ Statt den Mann aus Stahl verliebt sich die Protagonistin allerdings in einen ganz normalen Menschen. Oder besser gesagt, sie verliebt sich erneut, denn überraschenderweise stolpert ein verdutzt dreinblickender Steve Trevor (Chris Pine) durch die aktuellen „Wonder Woman 1984“-Filmtrailer und wirft die berechtigte Frage auf, wie der superkraftlose Erste-Weltkriegs-Pilot die Explosion im ersten Teil überleben konnte?

Bahnt sich da etwa eine amouröse Beziehung zwischen den Bösewichten Cheetah und Max Lord an?


Zurück in die Zukunft

Wir erinnern uns (Vorsicht, Spoiler zu Teil 1): Im 2017er-Film opferte sich Trevor selbst, um einen mit tödlichem Gas bestückten Bomber außer Reichweite zu fliegen. Nun betrachtet er äußerst lebendig mit seiner alten Liebe einen Museums-Mülleimer als Kunst und lernt mit ihr die Zukunft kennen. Und das bedeutet, dass er quasi die letzten 60 Jahre nicht bewusst miterlebt hat. Wurde Steve wie ein gewisser Marvel-Held und Namensvetter etwa über die Jahre eingefroren? Oder hat er einen Zeitsprung getätigt? Hat es gar etwas mit der Uhr seines Vaters auf sich, die er kurz vor seinem vermeintlichen Ableben an Diana weitergab? Oder hat da ein neuer Bösewicht die Finger im Spiel? Auch die Regisseurin hält sich zu diesem Thema bedeckt: „Nun, ja. Ich konnte mir nichts schöneres Vorstellen, und das nicht nur aus dem Grund, ihn einfach zurück zu bringen. Es war dringend notwendig für den Plot, seit sich die Idee bei mir entfaltete. Dann war es eine Freude ein Tor öffnen zu können, um ihn zurück zu bekommen.“ War es im Vorgänger noch Steve, der die Kriegerprinzessin in die Welt der Menschen einführte, ist es nun an Diana, den gedanklich immer noch in 1918 verbliebenen Piloten die „schöne neue Welt“ zu zeigen. Für Chris Pine bedeutete dies, seine Darstellung von Trevor um 180-Grad zu drehen und unterschiedlichste Stufen der Verwunderung in sein Spiel mit einzubauen. Neben eindeutigen Wow-Momenten wie zum Beispiel in einem neuen Flugzeug-Cockpit zu sitzen, gab es beim Dreh aber auch Momente der Verwirrung. Würde ein Mann aus der Vergangenheit beispielsweise einen Breakdancer bewundern oder würde er ihn eher als Gefahr einstufen?

Naturverbundenheit & Teleshopping

Auch andere Menschen gelangen trotz Dianas dickem Schutzschild in ihr Leben. So lernt sie unter anderem die introvertierte Barbara Minerva (Kristen Wiig) kennen, mit der sie die oben beschriebene Einsamkeit verbindet. Im Laufe des Films wird aus dem schüchternen, sozial-scheuen Mauerblümchen jedoch eine tierische Widersacherin, die in den Comics sogar als Erzrivalin von Wonder Woman gilt, während diese sie im übertragenen Sinne die Liebe lehren soll. Daher genießt Cheetah bei den Fans großen Kultstatus, weshalb Patty Jenkins die Frage, ob die Leopardenfrau ihre Lieblings-Comic-Bösewichtin sei, wie folgt beantwortet: „Ja, absolut! Ich hatte großes Glück, da ich denke, dass Ares, Cheetah und Max Lord allesamt hervorragende Charaktere sind. (…) für mich kam das ganz automatisch, ‚Oh, es muss einfach Cheetah das nächste Mal sein.‘“ Doch wie so oft in DCU-Filmen scheint ein Rivale pro Film nicht zu genügen. „Als sich die Geschichte dann weiterentwickelte, realisierten wir, dass Max Lord bekannt dafür ist, die Show zu schmeißen und ein paar Dinge zu tun, die die Entfaltung der Handlung stark verändern. Max Lord tritt auf und jetzt bist Du wirklich in Schwierigkeiten! Max wird immer große Verwüstung anrichten, daher war er für unsere Zwecke ein hervorragender Katalysator für alles, was schief läuft. In Wirklichkeit spielt er häufig diese Rolle in den Comics, wo er nicht das einzige ist, was vor sich geht. Aber das, was er macht, hat enorme Auswirkungen auf alle Superhelden.“ Das besondere an dem von „Game Of Thones“-Star Pedro Pascal verkörperten Bösewicht ist, dass er zumindest in seiner Ursprungsform keinerlei Superkräfte besitzt - ein Geschäftsmann, dessen Erfolg auf der Leichtgläubigkeit seiner Kunden beruht und der nun ähnlich wie Lex Luthor nach höherem strebt. Wie sein Kollege hätte Lord gegen eine übermenschlich starke Göttin wie Wonder Woman keinerlei Chance, wenn sie nicht im physischen Sinne verletzbar wäre, weshalb für Diana nun anders als im Vorgängerfilm ein größeres Risiko in der Waagschale liegt: „Im Hauptkanon der Comics ist sie nie gegen alle Gefahren gefeit, aber wann und warum sie verwundbar ist, spielt immer eine Schlüsselrolle in den Geschichten. Es ist wie bei Superman und Kryptonit. Es gibt Mittel und Wege, diese Superhelden zu verletzen. Und diesmal bekommen wir Wonder Woman auf der Höhe ihrer Macht zu sehen und zugleich wird all dies bloßgestellt - was eine hervorragende Geschichte zum erzählen ist.“

WOOOW! Die 1980er sind so dermaßen Blingbling! Steve und Diana genießen die gemeinsame Zeit


Realaufnahmen Vs. CGI

DCU-Filme sind nicht gerade für ihren authentischen Look bekannt. Hier wurde bislang dermaßen viel vor Greenscreen und im Studio gedreht, dass beispielsweise in „Justice League“ selbst ein simpler Spaziergang von Bruce Wayne und Diana Prince an einem See wie eine komplette Render-Sequenz vor CGI-Kulisse aussieht. Um diesem Image entgegenzuwirken, war es für Jenkins wichtig, echte Stunts und praktische Effekte im Film zu haben: „Wir setzten die Messlatte sehr hoch und drehten einen Großteil der Action mit echten Kameras, an realen Schauplätzen. Das Großartige daran war, dass das ganze Team dahinter stand. Natürlich war es eine Herausforderung, da wir in einer Zeit des ‚Wir könnten es auch einfach auf dem Bildschirm erstellen‘ leben. Aber ich wollte, dass es sich anfühlt, als würden die Charaktere diese unglaublichen Stunts und physischen Abläufe in der realen Welt durchführen. Unsere Ansprüche waren da also sehr hoch. Ich meine, wir ließen einen echten Truck überschlagen! Schon das allein war unglaublich. Und ich denke, das sieht man dem Film auch an. Man kann es förmlich sehen und fühlen. Das Publikum geht auf eine internationale Reise und wir wollten daraus sowohl ein großes Spektakel als auch eine tiefgreifende Geschichte machen.“ Zu einem authentischen 1980er-Jahre-Gefühl gehören unter anderem die vielen kleinen und großen Details, die dieses Jahrzehnt auszeichneten. Hierfür arbeitete die Regisseurin eng mit den Leitern der entsprechenden Abteilungen zusammen, insbesondere mit Produktionsdesignerin Aline Bonetto („Die fabelhafte Welt der Amelie“) und Kameramann Matthew Jensen („Game Of Thrones“).
„Matt und ich haben einen sehr ähnlichen Geschmack, weshalb unsere Zusammenarbeit immer leicht von der Hand geht. Wir gelangen recht schnell zu einem einheitlichen Plan, samt der Idee, wie wir das ganze drehen wollen. Und dann überwältigt er mich einfach mit seiner Arbeit. Die Aufnahmen des Tages sind immer eine Freude, weil ich weiß was ich an diesem Tag gesehen habe. Was dann allerdings tatsächlich kommt, übertrifft immer meine Erwartungen. Er ist ein großartiger Lichtkünstler und absolut verlässlich. Aline und ich haben wiederum völlig andere Ansichten. Was mich daran allerdings fasziniert, ist, dass dieser Schaffensprozess in diesem gegensätzlichen Weg genauso gut funktioniert. Sie ist solch eine wirklich große Künstlerin, eine der allergrößten - aber sie hat immer diese komplexen und unglaublichen Gedanken zu den Sachen und Designs, an die ich niemals denken würde. Wir geben Aline generell einen großen Freiraum für die Arbeit. Wir diskutieren darüber, wie es sich anfühlen soll, welchen Ton es treffen sollte und wie es in den größeren Farb- und Design-Kontext des Filmes passen sollte. Dann verlässt uns Aline und kehrt stets mit einem außergewöhnlichen und komplexen Plan zurück, den ich zwar niemals kommen sehe, der aber den ganzen Film verbessert und sich wie ein Handschuh einfügt.“ Die wichtigste Kolaboration für den Film dürfte allerdings jene zwischen Regisseurin und Hauptdarstellerin gewesen sein. Und dabei ist Gal Gadot gerade mal seit ihrem ersten Auftritt in der israelischen Serie „Shemesh“ (1999) Teil der Film- und Fernsehbranche.
Ihren großen Durchbruch feierte sie zehn Jahre später in Justin Lins „Fast & Furious - Neues Modell. Originalteile“, wo sie die smarte Gisele spielte - anfänglich keine besonders große Rolle, aber dennoch markant genug, um Gal Gadot als das zu entdecken, was sie heute ist: ein gefeierter Hollywoodstar mit vielen Talenten. Neben weiteren Auftritten in „Fast & Furious“-Teilen trat sie weiterhin sowohl in amerikanischen („Entourage“, „Knight And Day“, „Die Jones: Spione von nebenan“) wie auch in israelischen Produktionen („Asfur“, „Kathmandu“, „Kicking Out Shoshana“) auf.
2016 war es dann endlich soweit. Frei nach dem Motto, wenn zwei sich streiten, freut sich die Dritte, mischte Gadot erstmals im Wonder-Woman-Outfit in „Batman V Superman: Dawn Of Justice“ mit und eroberte die Herzen der Comic- und Filmfans im Sturm, der mit ihrem Solo-Auftritt in „Wonder Woman“ sowie mit ihrer Performance in „Justice League“ im Jahr 2017 zu einem Tornado wurde. Mit ihrer durch Martial-Arts gestärkten Model-Figur, ihren schauspielerischen Fähigkeiten und ihrem Gesangstalent gehört sie nun zu den gegenwärtigen Hollywoodlegenden und verkörpert wie kaum jemand anderes das Bild einer echten Powerfrau.
Um ihren Stand zu festigen geht sie den Weg, den viele große Schauspieler beschreiten, wenn sie nach einer gewissen Unabhängigkeit bzw. dem Mitspracherecht bezüglich ihres Images und ihrer Filmcharaktere anstreben: Den Weg der Produzentin. „Wonder Woman 1984“ ist somit ihr erstes Projekt, in dem sie nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern das sie auch mitproduziert. Inwiefern sich diese Tätigkeit auf die Zusammenarbeit mit Patty Jenkins auswirkte, kommentiert die Regisseurin und Produzentin so: „Wir marschierten eigentlich schon immer im Gleichschritt, wenn es darum ging, was uns wichtig ist. Gal ist in allen Dingen überragend, hat einen großartigen Geschmack sowie ein gutes Auge und wir haben sehr ähnliche Sichtweisen. Diesmal waren wir uns alle ziemlich einig, sie ist meine engste Vertraute bei der Umsetzung dieser Filme. Daher ist sie eine großartige Ergänzung für das Filmemacher-Team. Es hat sich nichts verändert, aber es erlaubte uns diese Art von Konversationen in einer bedeutenden Weise zu haben.“ Mutig und selbstbewusst ist auch der Kinostart, der neben Christopher Nolans „Tenet“ zu den wenigen großen Filmen gehört, die aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Vorsichtsmaßnahmen nicht ins nächste Jahr verschoben wurden. Man könnte es schon fast als Aufbau-Hilfe für Kinobetreiber betrachten, die dringend große Filmtitel benötigen, mit denen sie wieder ihre Säle füllen können. „Ich hoffe natürlich, dass die Leute in den Film gehen und ihn lieben werden. Zugleich wäre es ebenso mein Wunsch, dass jeder auch noch ein bisschen mehr für sich aus ihm zieht. Ich möchte, dass die Zuschauer eine großartige Zeit damit haben und dass es eine erinnerungswürdige Superhelden-Film-Erfahrung wird. Schließlich würde ich gerne unseren Film als Beitrag zur Konversation darüber sehen, wie jeder von uns den Helden in sich entdecken kann. Das ist es was diese Welt braucht, weshalb ich auch so glücklich darüber bin, Teil dieses Gedankenprozesses zu sein.“ Damit schließt Patty Jenkins das Interview zum Film „Wonder Woman 1984“, der (nach zwei Terminverschiebungen) ab dem 1. Oktober den ein oder anderen heldenhaften Zuschauer ins Lichtspielhaus locken wird.


Bilder: © 2018 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC., Clay Enos/ ™ & © DC Comics

Bilder: © 2020 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC., Clay Enos/ ™ & © DC Comics

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