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THERAPIE KOMPAKT: Der Traumatisierung begegnen


Gehirn & Geist - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 07.02.2020

Verkehrsunfälle

Artikelbild für den Artikel "THERAPIE KOMPAKT: Der Traumatisierung begegnen" aus der Ausgabe 3/2020 von Gehirn & Geist. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Gehirn & Geist, Ausgabe 3/2020

Schätzungen zufolge bleiben bei rund einem Viertel aller Personen, die eine traumatische Erfahrung machen, anhaltende psychische Beschwerden zurück. In einer neuen Studie haben Forscher nun genauer untersucht, was in der Frühphase nach einem solchen Erlebnis passiert.

Das Team um Matthew Price von der University of Vermont bat 80 Patienten, die wenige Tage zuvor auf eine Intensivstation gekommen waren, an der ...

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... Untersuchung teilzunehmen. Die Mehrzahl der Betroffenen hatte einen Autounfall erlitten. An ihrem Smartphone sollten sie einen Monat lang täglich einen Fragebogen ausfüllen - das gilt als kritische Periode für die Entstehung einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Erfragt wurden neun verschiedene Anzeichen einer Traumatisierung, etwa unwillkürlich auftretende Erinnerungen an das Geschehen, Schlafprobleme oder starke Schreckhaftigkeit.

Auf diese Weise konnten die Forscher Zusammenhänge zwischen verschiedenen Symptomen erkennen: Patienten etwa, die zu Beginn der Studie emotional sehr stark auf Erinnerungen an das traumatische Ereignis reagierten, entwickelten in der Folge auch ein stärkeres Vermeidungsverhalten. Sie gaben beispielsweise an, Gedanken an den Vorfall auszublenden und sich von Personen und Orten fernzuhalten, die sie damit verbanden. Das führte mit der Zeit zu einer generell erhöhten Nervosität und Schreckhaftigkeit. Laut den Wissenschaftlern ist ein solcher Ablauf klassisch für das Erlernen von Furcht. Menschen, die kurz nach einem traumatischen Geschehen von Erinnerungen daran stark aus der Fassung gebracht werden, könnten daher besonders von einer frühzeitigen Intervention profitieren. Erprobt werden zu diesem Zweck bereits Expositionsverfahren, bei denen sich die Betroffenen bewusst mit dem traumatischen Ereignis auseinandersetzen.

Als unabhängig von diesem Verlauf erwiesen sich dagegen eher depressive Symptome, konkret negative Gedanken über sich selbst und über andere (wie »Etwas stimmt nicht mit mir« oder »Man kann niemandem mehr trauen«). Solche Bewertungen seien zwar bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung ebenfalls häufig, müssten aber in der Anfangsphase offenbar separat betrachtet und wohl auch mit anderen Methoden behandelt werden, so die Wissenschaftler - etwa verhaltenstherapeutischen Ansätzen zur Therapie von Depression.

Noch sei allerdings viel Forschung nötig, um das Entstehen der Posttraumatischen Belastungsstörung wirklich zu verstehen, schränken Price und seine Kollegen ein. Erschwerend komme hinzu, dass die untersuchte Stichprobe mehrheitlich Unfälle erlebt habe. Andere Traumata wie Gewaltverbrechen und sexueller Missbrauch haben Studien zufolge meist etwas andere Folgen und führen beispielsweise vermehrt zu depressiven Symptomen.

Depression and Anxiety 10.1002/da.22976, 2019