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Thüringen: 2019 B&B-Geschäft schwächer als 2018


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 35/2019 vom 31.08.2019

Analyse der Geschäftsentwicklung bei Beet-und Balkonpflanzen 2019 in Thüringen. VonFranziska Gebert


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Franziska Gebert , Referentin Gartenbau, Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum


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Lobelien: Bei Lobelia erinus ließen sich in Thüringen wieder Preissteigerungen durchsetzen.


Foto: Dr. Heinrich Dressler

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I n diesem Jahr nahmen in Thüringen wieder mehr Betriebe an der Preisanalyse für B&B-Pflanzen teil. 28 Betriebe (2018: 22) machten Angaben zu den von ihnen erzielten Preisen im Direktabsatz. Davon sind 24 Einzelhandelsgärtnereien, drei Produktionsbetriebe und eine Baumschule. Sie beurteilten die Saison leicht schlechter als im Vorjahr.

23 der teilnehmenden Betriebe (82 Prozent) wirtschaftet im ländlichen Raum (< 20.000 Einwohner), vier (14 Prozent) im klein-und mittelstädtischen Umfeld und einer (vier Prozent) im großstädtischen Umfeld (Ortsgröße > 100.000 Einwohner). Die Gärtnereien orientieren sich zu 68 Prozent an einer Mittelpreisstrategie (19 Nennungen), 29 Prozent (acht Nennungen) arbeiten mit einer Hoch-Mittel-Preisstrategie.

Saisonbilanz etwas schlechter

Die Saison 2019 wurde mit einem Notendurchschnitt von 2,2 schlechter als im Vorjahr beurteilt. Nur elf Prozent beurteilten die Saison mit „sehr gut“ (2018: 36 Prozent), aber 61 Prozent mit „gut“ (2018: 45 Prozent). 18 Prozent urteilten mit „zufriedenstellend“ (2018: 14 Prozent). Für sieben Prozent (2018: fünf Prozent) verlief die Saison „schlecht“.

Die abgefragten Kriterien wurden meist etwas schlechter als 2018 bewertet, besser einzig das Frühjahrsgeschäft. Der warme und sonnige März war möglicherweise verantwortlich für die gute Kundennachfrage. Das Herbstsortiment 2018 ist wie in den Vorjahren eher zufriedenstellend verkauft worden.

Viele gaben an, dass die Saison witterungsbedingt eher spät begann und dann recht kontinuierlich verlief. Bis in den Juni hinein wurde von guter Nachfrage berichtet. Es gab folgende Saisonbeurteilungen:

◼ Saisonbeurteilung (28 Betriebe): Note 2,2 (-0,3 gegenüber Vorjahr),
◼ Umsatz (28): 2,0 (+/-0),
◼ Standardkulturen (27): 2,2 (-0,4),
◼ Topfkräuter (21): 2,2 (-0,1),
◼ Frühjahrssortiment (28): 2,1 (+ 0,4),
◼ Herbstsortiment (26): 2,8 (+/-0),
◼ Konkurrenzdruck (27): 3,2 (-0,4).

Umsatz: deutliches Plus im März

21 Betriebe gaben Auskunft über ihre Umsatzentwicklung(siehe Tabelle 1) . Das Frühjahrsgeschäft verlief deutlich lebhafter als 2018, das Umsatzplus von 30 Prozent im März spiegelt die warme und sonnige Witterung wider. Der April zeigte eine leichte Abnahme, was aber aufgrund der Verschiebung in den März nur folgerichtig erscheint. Im Mai gab es ein leichtes Plus, während im Juni eine deutliche Zunahme um 21 Prozent die lange und recht ausgeglichene Saison abbildet.

Preise: Im Mittel sechs Cent höher

Aus den Betriebsangaben konnten für 77 Pflanzen Preise ausgewertet werden(siehe Tabelle 3) . Dabei lag der Fokus auf den B&B-Pflanzen, aber auch Frühjahrssortiment, Topfkräuter und Gemüsejungpflanzen wurden abgefragt. Ab drei Nennungen erfolgte die Auswertung.

29 Preise entwickelten sich positiv, sie stiegen um fünf Prozent oder mehr. Bei sieben Preisen gab es eine Abnahme um fünf Prozent oder mehr. Im Mittel konnte eine Preissteigerung von plus sechs Cent über das gesamte B&B-Sortiment (ohne Ampeln) erreicht werden. Wenige Kulturen fallen mit sehr deutlichen Steigerungen auf. Bei eher klassischen Arten wieBegonia semperflorens ,Coleus undLobelia erinus konnten wieder Preissteigerungen durchgesetzt werden.

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Kundennachfrage

Die Nachfrage wurde bei fast allen Kulturen als gleichbleibend angegeben (16 Antworten), in keinem Fall positiv und bei drei Pflanzen als schlechter registriert. Größter Verlierer in der Kundennachfrage war diesmalBegonia tuberhybrida .

Preispolitische Instrumente

Preispolitische Instrumente wurden ähnlich wie 2018 genutzt(siehe Tabelle 2) . Hochpreisige Sonderformen wurden wieder seltener angeboten (25 %; 45%; 22 %), die preisliche Differenzierung sank weiter ab (2019: 18 %, 2018: 23 %; 2017: 30 %). Mengenrabatt (2019: 29 %; 2018: 27 %; 2017: 37 %) und Sonderangebote (11 %; 9 %; 15 %) legten leicht zu. Neuheiten im Sortiment (25 %; 27 %; 26 %) bot rund ein Viertel der Betriebe mit Zuschlägen an.

Häufigster Preis wieder 2,50 Euro

Häufigster Preis für B&B-Pflanzen war wie in den Vorjahren wieder 2,50 Euro. Die Schwankungen von Betrieb zu Betrieb sind erwartungsgemäß hoch, da sehr viele Faktoren in die Preisgestaltung einfließen. Die Preisspanne für B&B-Pflanzen war auch in 2019 sehr weit. Sie reichte von 0,60 Euro für Violen im 9er-Topf bis zu 12 Euro fürMandevilla im 12er-Topf.

Die Preise bei den unterschiedlichen Topfgrößen einer Kultur sind meistens ansteigend mit der Topfgröße. Besonders auffallend sind die Differenzen beiLobelia erinus : von 0,80 Euro im 9er-Topf bis zu 2,41 Euro im 12er-Topf.

Topfkräuter: mittlerer Preis steigt

Bei Topfkräutern liegt der Mittelwert bei 2,66 Euro und somit erneut über dem Vorjahr. Die Preisspanne reicht von 0,80 Euro für Petersilie im 9er-Topf bis zu 4,50 Euro für unterschiedliche Arten im 12er-Topf. Die Dienstleistung „Kastenbepflanzung“ wurde für drei bis neun Euro angeboten, häufigster Preis war hier fünf Euro.

Marketingmaßnahmen

Diesmal wurde bei Marketingmaßnahmen zusätzlich die Internetpräsenz und Teilnahme an organisierten Gärtnermärkten abgefragt. Ein Drittel betreibt eine eigene Homepage, 18 Prozent sind über Plattformen zum Beispiel des „Landesverbandes Gartenbau Thüringen“ vertreten. Ein Viertel nimmt an regionalen Gärtnermärkten teil. Die anderen Marketingaktivitäten wurden verringert, am deutlichsten bei Musterpflanzungen. Nur noch ein Drittel (2018: 68 Prozent) legt Musterpflanzungen an! Eine weitere deutliche Abnahme ist bei Treuekarten zu verzeichnen. Lediglich 18 Prozent nutzen diese Möglichkeit der Kundenbindung.

Positiv ist festzustellen, dass über die Hälfte der Betriebe die Beet-und Balkonpflanzensaison mit einem besonderen Erlebnistag in der Gärtnerei eröffnet. ■

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Fazit

◼ etwas schwächerer Verlauf der B&B-Saison: 72 Prozent der Teilnehmer urteilten „gut“ oder „sehr gut“,
◼ Preisniveau konnte leicht angehoben werden (6 Cent über gesamtes B&B-Sortiment),
◼ 2,50 Euro wieder häufigster Preis,
◼ Saisoneröffnungstag weiter sehr wichtig, ein Drittel der Teilnehmer betreibt eigene Internetpräsenz.(fg)

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