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Tief einatme


IKZ Praxis - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 07.02.2020

Soll bei einem Neubau oder nach einer energetischen Gebäudesanierung eine Lüftungsanlage installiert werden? Diese Frage entscheidet sich in der Regel anhand eines Lüftungskonzepts, das im ersten Schritt die notwendigen Außenluftvolumenströme nach der DIN. 1946-6 (Lüftung von Wohngebäuden) vorgibt. Die Feinstaubbelastung in Städten macht jedoch klar: Das Einhalten einer Mindestluftwechselrate ist nur ein Entscheidungskriterium von vielen.


Filter in Anlagen zur Kontrollierten Wohnungslüftung halten schädliche Außenluft draußen und transportieren belastete Raumluft ab

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Bildquelle: IKZ Praxis, Ausgabe 2/2020

Belastete Außenluft ist nicht nur in ...

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... Ballungszentren ein Thema. Überall sind Schwebe stoff e unterwegs, die sich negativ auf die Innenraumluftqualität auswirken.


Diskussionen mit Bauherren, ob eine mechanische Lüft ung wirklich erforderlich ist oder eine Lüft ung über Fenster eventuell auch ausreicht, kennt man nur zur Genüge: Um Kosten zu sparen, wird nicht selten auf eine Kontrollierte Wohnungslüft ung verzichtet. Die DIN 1946-6 macht zwar klare Vorgaben zum Luft wechsel und die EnEV (Energieeinsparverordnung) defi niert Standards zur Reduzierung von Wärmeverlusten. Allerdings bleiben Spielräume, eine Lüft ungsanlage als nicht erforderlich anzusehen.

Doch in der öff entlichen Wahrnehmung der Gebäudenutzer hat die Debatte um Feinstaub und Stickoxide durch den Straßenverkehr bei Verbrauchern zwischenzeitlich ein neues Bewusstsein für den Wert einer belastungsfreien Raumluft erzeugt. Und das ist gut so, denn es gibt erheblich mehr Aspekte zur Raumluft qualität zu berücksichtigen als nur Lüft ung für den Feuchteschutz, die Regulierung des CO2-Gehalts und die Abfuhr von Raumschadstoff en.

Entscheidend für die Innenraumqualität sind Lüftungsanlagen und in ihnen verbaute Luftfi lter.


Filtration der Außenluft

Lüft ungsanlagen mit entsprechenden Filtern erlauben es Bewohnern in belasteten Gebieten zu lüft en, ohne dass Feinstaub in die Wohnung gelangt. Allerdings gehen die Feinstaub-Emissionen in Deutschland kontinuierlich zurück und übersteigen die Grenzwerte vorwiegend nur in Ballungszentren. Ist somit die Filtration der Außenluft außerhalb von Großstädten überhaupt notwendig für die Gesundheit und den Komfort?

Diese Frage muss mit einem eindeutigen „Ja“ beantwortet werden. Zum einen, weil in Deutschland die größten Feinstaub-Emissionen nicht vom Verkehr stammen, sondern von den beliebten Holzfeuerungen wie Kaminöfen.

Doch auch andere Schwebestoff e in der Außen luft belasten das menschliche Atmungs sys tem. Schwermetalle, die sich an Feinstaub anheft en, sind nur ein Beispiel, Pollen ein weiteres. Gerade Allergiker reagieren auf unterschiedliche Partikel in der Außenluft . Und Allergene sind auf dem Vormarsch, bestätigt ein Positionspapier der Kommission Umweltmedizin am Robert Koch Institut. Die Filtration der Außenluft durch Lüft ungsanlagen stellt somit einen Gesundheitsgewinn dar.

Das Wohnungslüftungsgerät „SAVE VTR 250/B“ (Hersteller: Systemair) sichert nicht nur den Mindestluftwechsel ab, sondern auch den Abtransport von Reizstoff en und die Filterung der Zuluft. Das entlastet insbesondere Allergiker.


Abtransport belasteter Raumluft

Reichlich Emissionsquellen, die die Raumluft belasten, fi nden sich ebenso im Gebäude selbst. Baustoff e und Einrichtungsgegenstände geben in unterschiedlicher Konzentration Stoff e in die Luft ab. Besonders in Neubauten und nach umfangreichen Renovierungen ist die Konzentration von Schad- und Schwebestoff en in der Raumluft hoch. Die einzig wirksame Gegenmaßnahme ist ein kontinuierlicher Luft austausch, wie ihn eine mechanische Wohnungslüft ung herstellt.

Eine noch größere Bedrohung für das Innenraumklima stellen außerdem Schimmelpilze dar. Immer häufi ger treten verdeckte Schimmelbildungen in Neubauten auf. Ein wesentlicher Grund ist, dass aus wirtschaftlichen Gründen die erforderlichen Trocknungszeiten einem frühzeitigen Bezugstermin geopfert werden.

Bei dem Pro und Kontra von Lüftungsanlagen ist die Innenraumluftqualität die Entscheidungsgröße. Kinder regieren besonders sensibel auf Belastungen der Innenraumluft


In sanierten Gebäuden mit neuen, gut abgedichteten Fenstern reicht zudem in der Regel die manuelle Lüftung nicht mehr aus, um einen hygienisch notwendigen Luftaustausch sicherzustellen. Als Konsequenz steigt die Luftfeuchtigkeit an, sodass dem Wachstum von Schimmelpilzen ein ideales Milieu geboten wird. Der hohe Feuchtigkeitseintrag durch Baustoffe im Zuge der Sanierungsarbeiten vergrößert das Problem zusätzlich.

Hier wirken Lüftungsanlagen gleich in mehrfacher Hinsicht einer gefährlichen Verunreinigung der Raumluft entgegen. Zum einen wird die mit Feuchtigkeit angereicherte Raumluft automatisch und kontinuierlich abgeführt. Zum anderen werden Schimmelsporen, die in den Raum abgegeben wurden, direkt nach draußen transportiert. Das ist wichtig, denn Studien haben hinreichend gezeigt, dass Menschen, die Feuchte/Schimmel in Innenräumen ausgesetzt sind, einem erhöhten Risiko vielfältiger Atemwegserkrankungen unterliegen. Fast 9 % der Erwachsenen und nahezu 5 % der Kinder in Deutschland sind Asthmatiker – Tendenz steigend. Eine kontrollierte Wohnungslüftung ist somit ein wesentlicher Beitrag zur Linderung, zum Teil sogar Vorbeugung von allergischen Reaktionen des menschlichen Atmungsapparates.

„Umweltgift“ Lärm

Der Feuchteeintrag in Neubauten ist beträchtlich. Schimmel ist somit ein häufiges Problem. In den ersten Monaten des Erstbezugs ist daher eine intensive Fensterlüftung obligatorisch. Die kontinuierliche mechanische Wohnungslüftung wirkt zusätzlich einer verdeckten Schimmelbildung entgegen.


Fast jeder zweite Erwachsene in Deutschland fühlt sich zu Hause durch Lärm belästigt. Und: Eine starke bis äußerst starke Lärmbelästigung geht mit Beeinträchtigungen der körperlichen und psychischen Gesundheit einher. Eine bedarfsgerechte Lüftung, ohne die Fenster dafür öffnen zu müssen, ist demnach nicht nur ein Komfortgewinn. Auch die Gesundheit der Bewohner profitiert davon.

Zusammenfassung

Die Feinstaubdebatte hat die Bevölkerung in puncto Luftqualität sensibilisiert. Fakt ist aber, dass über dieses populäre Thema weit hinaus zahlreiche Ursachen die Innenraumluft belasten können und ernstzunehmende Gesundheitsrisiken bergen. Ob in einem Gebäude eine Lüftungsanlage eingebaut werden sollte oder nicht, ist also nicht in erster Linie unter den Aspekten „Energieeffizienz nach EnEV (Energieeinsparverordnung)“ und dem „Lüftungskonzept nach DIN 1946-6“ zu bewerten. Die eigentliche Aufgabe einer Lüftungsanlage ist schließlich, ein ideales Raumluftklima herzustellen. Und dabei stehen das Filtern schädlicher Stoffe aus der Außenluft und der Abtransport belasteter Innenluft im Vordergrund.
Quelle: Systemair GmbH
Bilder: Systemair

www.systemair.de