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TIER-ABC: Faulpelze im Land der Träume


Servus Kinder - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 24.10.2019

Wird es ab Herbst kälter und werden die Tage kürzer, stellen wir Menschen uns auf die kalte Jahreszeit ein: Wir schlafen im Winter rund eine halbe Stunde länger als im Sommer. Das ist aber nichts im Vergleich zu den Tieren, die in der freien Natur leben.


Artikelbild für den Artikel "TIER-ABC: Faulpelze im Land der Träume" aus der Ausgabe 4/2019 von Servus Kinder. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Servus Kinder, Ausgabe 4/2019

Winterschlaf

Schnee, Eis und Frost? Nichts für uns, denken sich jene Tiere, die Winterschlaf halten. Diese Schlafmützen ziehen sich im Herbst in ihre frostsicheren Verstecke zurück. Dort senken sie dieKörpertemperatur auf die eines Kühlschranks ab, und Herz und Atmung arbeiten nur noch in Zeitlupe. So sparen sie Energie, leben von denFettreserven im ...

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Schnee, Eis und Frost? Nichts für uns, denken sich jene Tiere, die Winterschlaf halten. Diese Schlafmützen ziehen sich im Herbst in ihre frostsicheren Verstecke zurück. Dort senken sie dieKörpertemperatur auf die eines Kühlschranks ab, und Herz und Atmung arbeiten nur noch in Zeitlupe. So sparen sie Energie, leben von denFettreserven im Körper und wachen erst im Frühjahr wieder auf.

Kugelrunder Langschläfer

Eigentlich müsste derSiebenschläfer ja Neunschläfer heißen: Den weißgrauenBilch (so nennt man manche Nagetiere) bekommt man nämlich häufig volleneun Monate nicht zu Gesicht. In einem tiefen Loch, das etwa ein umgefallener Baum mit seinen Wurzeln in den Waldboden reißt oder das das nachtaktive Nagetier selbst buddelt, verschläft es die kalte Jahreszeit. Dabei rollt es sich zu einerKugel zusammen, hebt die Pfoten vom frostigen Boden und neigt das Näschen zum Bauch. Meist legt es noch den Schwanz über kälteempfindliche Stellen.

Mit vollem Bauch ist leicht gähnen

Eine echte Schlafmütze ist oben am Berg dasMurmeltier . Ab Oktober verstopft der fettgefresseneNager mit Steinen, Gras und Erde die Eingänge zu seinem unterirdischen Bau, damit nicht nur Kälte und Schnee draußen bleiben, sondern auch Mäuse und hungrige Füchse. Im Inneren gibt es eine großeNestkammer , in der die bis zu 20 Tiere große Murmeltier-Familie zwischensechs und neun Monate lang schlummert. Der Nachwuchs schläft meist in der Mitte der felligen Truppe, damit die Kleinen nicht zu schnell auskühlen.

Däumling auf Sparflamme

Unten im Tal, in dichten Laub-und Mischwäldern, schließt im Herbst ein gerade einmal daumengroßer Verwandter des Murmeltiers ganz allein seine schwarzen Knopfaugen zum Winterschlaf: dieHaselmaus . Der herzige Däumling gräbt sich dazu in lockeresErdreich und Laub ein. Einige der kleinen Kletterer ziehen sich lieber in luftige Höhen in Baumhöhlen oder Nistkästen zurück. Dort leben sie dann auf Sparflamme: DieKörpertemperatur liegt nur mehr knapp über null Grad, und ein Atemzug alle fünf Minuten genügt.

Sich aufs große Ohr legen

Brummen und flattern keine nahrhaften Insekten mehr durch die Luft, wird es für dasGroße Mausohr Zeit, seine nächtlichen Beuteflüge einzustellen und den Winterschlaf anzutreten. Auch das fliegendeSäugetier hat sich dafür ordentlich Fett angefuttert, das fast ein Drittel seinen Körpergewichts ausmacht. Satt und dick sucht sich dieFledermaus einen Platz in einer frostgeschützten dunklenHöhle , drosselt Körpertemperatur, Herzschlag und Atmung und schläft kopfüber hängend dem Frühling entgegen.

Schnarchen im Laubhaufen

Raschel-raschel, was hört man denn da im Laub? Es ist derIgel , der sich ab Ende Oktober einVersteck für den Winterschlaf sucht. Davor vertilgt die stachelige Halbkugel noch fleißig Nahrung, um sich ja genugFett für ein halbes Jahr Schnarchen anzufuttern. Doch Vorsicht, wer einen Igel im Spätherbst oder Winter im Garten unter einem Laubhaufen entdeckt: Störungen sind für das Tier lebensbedrohlich, weil es, einmal aufgeweckt, plötzlich viel mehr Energie braucht, aber gleichzeitig kein Futter findet.

Wie wachen Tiere aus dem Winterschlaf wieder auf?

Du hast einen lauten Wecker (oder lästige Eltern), die dich jeden Tag frühmorgens aus deinen süßen Träumen wecken. Aber wer oder was weckt eigentlich die tierischen Langschläfer?Tiere haben dafür eine innere Uhr , die ihnen selbst im tiefsten und dunkelsten Winterversteck verrät, dass der Frühling vor der Tür steht. Steigen draußen die Temperaturen, beginnen sie noch im Schlaf, die letzten Fettreserven zu verbrennen und ganz langsam aufzuwachen. Dabei beginnen auch alle Muskeln zu zittern. Wahrscheinlich weckt die Schlafmützen aber noch etwas ganz anderes: das eigene unüberhörbar laute Magenknurren.

Winterruhe

Tiere, die nicht gleich monatelang durchschlafen und sich zumindest ab und zu auch im Winter blicken lassen, halten eine sogenannte Winterruhe. Auch sie schlummern und ruhen zwar die meiste Zeit,verlassen aber zwischendurch immer wieder ihreWinterverstecke . Die meisten von ihnen würden sonst auch im Schlafverhungern , weil sie sich im Herbst nicht ausreichend Winterspeck am Körper aufgebaut haben.

Hochzeitsnächte machen satt

ObwohlEichhörnchen im Winter Hochzeit feiern, gönnen auch sie sich langeRuhephasen . Dafür bauen die Klettermaxe hoch oben in den Baumkronen fußballgroße Kugeln aus Zweigen und polstern diese mit Moos, Gras und Blättern aus. Da sich Eichhörnchen keine Fettreserven anfuttern, sieht man sie im HerbstNahrungsdepots anlegen: Sie vergraben Nüsse, Samen und Knospen oderverstecken die Leckerbissen in Baumhöhlen oder Rindenspalten. Im strengen Winter wird dann ein Versteck nach dem anderen geplündert.

Bärenhunger als Wecker

FOTOS: IMAGO IMAGES, GETTY IMAGES

Eigentlich ist einBraunbär ja ein Winterschläfer. In Ländern, in denen der Schnee über viele Monate die Landschaft bedeckt, zieht sich Meister Petz im Herbst mit ordentlich Fett auf den Rippen in seinHöhlenversteck zurück und schläftein halbes Jahr durch – ohne auch nur einmal zu fressen oder aufs Klo zu gehen! Bei uns – bei deutlich weniger und kürzeren Frostzeiten – genügt dem Allesfresser eine Winterruhe: Er unterbricht an milden Tagen den Schlaf und macht sich auf Nahrungssuche.

Kraftlackel als Kellerbewohner

Vollgefressen und fast doppelt so schwer wie im Sommer zieht sich der silbergraueDachs im Winter zurück. Seinen Bau hat der Muskelprotz mit kräftigen Vorderbeinen und langen Krallen oft über mehrereGenerationen metertief in den Waldboden gegraben und dieWohnkessel mit Laub und Moos weich ausgepolstert. Das gemütliche Zuhause wird aber bei mildem Winterwetter immer wieder verlassen: entweder um zu fressen oder in extra dafür außerhalb des Baus gegrabenen Löchern aufs Klo zu gehen.

Rehe in Ruhe

Das schlankeReh wird im Winter zu einem Pummelchen. Rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit hat es sich ein dichtes graues Fell wachsen lassen und sich fett gefressen. Spätestens ab November wächst für das Reh in der Natur nichts mehr, was den Hunger dauerhaft stillt. So heißt es bis zum Frühling aufSparflamme leben und von den eigenenFettreserven zehren. Rehe halten zwar keine echte Winterruhe, verbringen aber viel Zeit imLiegen – am liebsten an trockenen, ruhigen und vor Wind und Wetter geschützten Plätzen.

Burgherr mit Vorratskammer

DerBiber verputzt rechtzeitig vor der Kälte – wie ein Maurer – die Außenseite seinesWasserschlosses mit Schlamm und hält so die mit Sägespänen gepolsterten Innenräume wärmer und trockener. Dort wird derNager mehrere Wochen zum Stubenhocker. Für den Hunger zwischendurch hat er im Wasser nah am Eingang einNahrungsfloß aus ineinander verkeilten Ästen und Zweigen gebaut. Und wenn der Burgherr einmal einen winterlichen Ausflug ans Ufer wagt, verwendet er seinen Schwanz als warmen Sitzpolster.

Winterstarre

Einen echten Zaubertrick der Natur beherrschen all jene Tiere, die in die Winterstarre fallen: Alswechselwarme Lebewesen passen sie ihre Körpertemperatur einfach an die kalte Umgebung an. Manche Insekten haben gar eine ArtFrostschutzmittel im Körper, damit sie bei großer Kälte nicht einfrieren. Einziger Nachteil: All diese Tiere müssen erst auf wärmere Temperaturen warten, umaufzutauen .

Zart, aber hart

DerZitronenfalter sieht zwar zerbrechlich aus, überwintert aber ganz ohne Schutz im Freien. Wie er das schafft? Er scheidet zu Beginn der Winterzeit Wasser aus und bildet Glycerin im Körper. DieserZuckeralkohol wirkt wie ein Frostschutzmittel und verhindert, dass der Schmetterling gefriert. Der zarte Falter hängt dann wie ein Blattsteif an Zweigen oder in Baumritzen und kann sogar bitterkalte minus 20 Grad überleben – bis ihn die ersten Frühlingsstrahlen aus seiner Winterstarre zum Leben erwecken.

Gefrorene Glücksbringer

Marienkäfer kuscheln im Winter: In freier Natur verkriechen sie sich gern in größeren Gruppen mit bis zu100 Artgenossen unter Laubschichten, um sich so vor Kälte und Schnee zu schützen. Manchmal findet man die gepunkteten Glücksbringer auch dort, wo Menschen leben:Mauerritzen , Spalten oder Fensterrahmen werden dann zur behaglichen Behausung. Aber bitte: Wenn du einen oder mehrere dieserUntermieter findest, lass sie einfach geschützt liegen. Sie warten nur auf wärmere Zeiten, um aufzutauen.


Lass die Tiere bitte in Ruhe ruhen!


Eiskalter Fisch

Frostige Gesellschaft

AuchFeuersalamander sind wechselwarme Tiere, die von der Außentemperatur abhängig sind, weil sie selbst keine Körperwärme aufbauen können. Für die Winterzeit sind sie auf frostsichere Verstecke – wie etwa tiefeErdbaue – angewiesen. Eigentlich sind Feuersalamander ja echteEinzelgänger , nur im Winter schätzen sie Geselligkeit. Sind gute Winterquartiere rar, kann es passieren, dass sich bis zu200 Exemplare in einer einzigen Erdhöhle zusammenfinden, um dort gemeinsam dem Frost zu trotzen.


Wieso kennt sich Pauli Herberstein, der das alles geschrieben hat, so gut aus? Er ist Jäger und kümmert sich um die Natur.


Schnecke mit Deckel

Die eigeneWohnung trägt die Weinbergschnecke ja immer am Rücken mit. Vor dem Winter sucht sie damit einen windgeschützten, von Pflanzen umgebenen Platz. Dort gräbt sie sich einLoch und legt sich hinein. Mit einem kalkartigenSekret aus körpereigenen Drüsen schließt sie danach den Hauseingang. Innen erzeugt die Schnecke noch mit Atemluft einen Luftpolster, der sie zusätzlich vor Kälte schützt. Dank dieser Vorbereitung überlebt eine Weinbergschnecke sogar Temperaturen von bis zuminus 40 Grad !


FOTO: INTERFOTO

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