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TIGER WOODS: TIGER


GOLF MAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 90/2019 vom 19.08.2019

WOODS GEWÄHRT NEUE BLICKE AUF SEIN SPIEL, SEINE KARRIERE, FITNESS UND DIE FÄHIGKEIT, DIE NERVEN IM GRIFF ZU BEHALTEN


Artikelbild für den Artikel "TIGER WOODS: TIGER" aus der Ausgabe 90/2019 von GOLF MAGAZIN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: GOLF MAGAZIN, Ausgabe 90/2019

Tiger Woods und Caddie Joe LaCava ’mal ganz entspannt im Medalist Golf Club in Hobe Sound in Florida.


Hallo Welt!“ So eröffnete Tiger Woods seine erste Pressekonferenz als professioneller Golfer im Jahr 1996. Nur acht Monate später, im Alter von 21 Jahren, gewann Woods das Masters mit 12 Schlägen Vorsprung und deklassierte die versammelte Weltelite. Es war der Beginn einer Dominanz im Golfsport, die ihm zwar viele zugetraut, aber nicht wirklich daran geglaubt hatten. Seine aktuellen ...

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... Leistungen, die im April in seinem sechsten Masters-Sieg gipfelten, bezeichnet Tiger Woods selbst als „Karriere 2.0“. Der Unterschied zur „1.0“ ist, dass die einst zurückgezogene, gut abgeschirmte und stets skeptisch-vorsichtige Person nun die Welt an seinem Leben teilhaben lässt. Ein gutes Beispiel hierfür ist eine neue, umfassende Videoserie von und mit Woods. In der ersten von insgesamt zwölf Folgen spricht der zweifache Vater über seinen schon nicht mehr ganz neuen Tagesverlauf: „Der Plan richtet sich vorrangig nach meinen Kindern. Ich trainiere und arbeite, während sie in der Schule sind Ich hole sie dann wieder ab, und danach geht es entweder zum Fußballtraining oder wir machen andere Dinge, die man als Familie eben so macht. Ich trainiere also nicht mehr so wie früher stundenlang oder manchmal auch den ganzen Tag. Abläufe ändern sich, weil sich das Leben ändert. Man entwickelt sich weiter. Für mich gibt es inzwischen deutlich Wichtigeres als Golf.“

Die Video-Serie ist Teil einer neuen mehrjährigen Kooperation zwischen GOLFTV und Tiger Woods und soll exklusive Einblicke in dessen Leben bieten. GOLFTV wurde in einer Zusammenarbeit zwischen der PGA Tour und Discovery entwickelt (Discovery übernahmen im Mai auch unsere Schwesterzeitschrift Golf Digest; Anmerkung der Redaktion). „Ich möchte mit Golffans und Golfern auf der ganzen Welt sprechen, und das möglichst direkt. Die Inhalte sollen und werden von mir kommen“, freut sich Woods. Die Einblicke, die er in den Videos gewährt, sind ein eindrucksvoller Beweis für dieses Versprechen.

Das Comeback von Woods wurde von vielen Außenstehenden (wir vom GOLF MAGAZIN gehören ja auch dazu) bereits ausführlich diskutiert und bewertet. Neu ist, dass Woods sich jetzt selbst intensiv dazu äußert, über sich und andere scherzt und seine Fans so viel mehr einbindet als bisher. Blättern Sie um und erfahren Sie, was Tiger wirklich über den Druck auf der Tour, verrückte Schläge oder seinen golfenden Sohn denkt. „Hallo Welt 2.0!“

Die neue Video-Serie von und mit Tiger Woods läuft im Internet bei GOLFTV. Weitere Infos und die ersten Videos finden Sie unter golf.tv/de


Über meine Fitness

„Durch meine Workouts und die Kraft und Ausdauer, die ich dadurch hatte, war ich an Sonntagen nie müde. Aber wenn man Woche für Woche um Platz eins spielt oder mehrere Siege nacheinander erringt, dann ist das mental sehr auslaugend. Das war mein Alltag. Aber weil ich die körperliche Kraft und Ausdauer hatte, wusste ich, dass ich damit klarkomme. Ich habe mich schneller erholt als andere. Mein Selbstbewusstsein holte ich mir von dem Wissen, dass ich viele verschiedene Situationen überwinden kann. Wenn wir bei Hitze spielen mussten, egal ob in Malaysia oder Florida oder Texas, dann war das so. Ich soll 36 Löcher spielen? Kein Problem. Über zwei Runden jeweils eine 65? Natürlich mache ich das! Ich habe das nur geschafft, weil ich mich stark genug fühlte.“

Über die Nervosität

„Golf ist ein Mikrokosmos des Lebens. Es gibt Höhen und Tiefen, Herausforderungen, Glück und Leid. Am Ende sind wir selbst für unser Schicksal verantwortlich, so schwer das auch zu akzeptieren ist. Man darf davor keine Angst haben. Es ist in Ordnung, wenn dieser Gedanke einem mulmig werden lässt. Ich wurde oft gefragt, ob ich je nervös bin. Soll das ein Scherz sein? Natürlich bin ich nervös. Ich bin schon am ersten Abschlag aufgeregt und auch den gesamten Tag über angespannt. Was wichtiger ist als die Frage nach der Nervosität ist, wie ich damit umgehe. Wie wandele ich diese Dynamik in Konzentration und mehr Kraft um? Dazu sollten wir alle in der Lage sein. Man darf keine Angst davor haben oder sich dafür schämen, nervös zu sein. Man sollte die Nervosität konsequent in Angriff nehmen.“

Über die Drive-Länge

„Den Ball so weit zu schlagen, wie ich es zum Beginn meiner Karriere getan habe, war ein enormer Vorteil. Fast alle Par 5 konnte ich mit einem Eisen angreifen. Meist hatte ich auf den Par 4-Löchern für den zweiten Schlag nur ein Wedge in der Hand. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich schon ein paar Schläge Vorsprung vor den anderen hatte, wenn ich meinen Driver gut getroffen habe. Weitet man das auf ein Turnier, die Saison oder eine Karriere aus, ist es schon ein unglaublicher Vorteil. Schaut man sich heute die Spitze der Weltrangliste an, dann sind das alles Longhitter. Das Spiel hat sich weiterentwickelt. Es geht nicht mehr um den Kurz- Spiel-Künstler. Heute dreht sich alles um die Power-Hauer. Ich schlage den Ball heute weiter als ich es je getan habe, aber das ist nicht wirklich aussagekräftig. Als ich auf die Tour kam, war John Daly der erste Spieler, der im Schnitt 300 Yards (275 Meter, Anmerkung der Redaktion) schlug. 1997 kam ich mit dem Driver im Schnitt auf 297 Yards, wenn ich mich richtig erinnere. So weit schlage ich heute locker mein Holz 3. Aber es gibt Spieler, die noch weiter sind, wodurch sich das Spiel im Durchschnitt schon deutlich verändert hat.“

Über verrückte Schläge

„Einige meiner dummen Schläge kamen zustande, weil ich ein gewisses Risiko eingegangen bin. Manchmal aber kam dann auch etwas ziemlich Magisches heraus. Ich habe immer versucht, mein Bestes zu geben. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es gut geht? Ich bin heute deutlich besser darin, den Ball einfach zurück aufs Fairway zu pitchen und auf mein Kurzes Spiel zu vertrauen. Vorrangig deshalb, weil ich nicht mehr dieselbe Kraft habe, diese Schläge ausführen zu können. Ich sehe immer noch die kleinen Lücken, wenn ich abseits der Bahn bin. Früher hätte ich es riskiert, aber jetzt pitche ich raus, haue mein Wedge an die Fahne und loche den Putt zum Par.“

Über meine Hände

„Manche Spieler versuchen sich vorzustellen, wie sie ihre Brust durch die Rotation des Körpers durch den Treffmoment zum Ziel hin öffnen. Das habe ich noch nie gekonnt. Ich kann meine Hände vor den Ball bringen, sie zurückhalten, ich kann eine frühe und späte Freigabe herbeiführen, sie blockieren oder überdrehen. Immer, wenn ich über Schläge spreche und sie erkläre, mache ich das mit meinen Händen. Ich sehe die Schläge und stelle sie mir so vor, weil meine Hände die Verbindung zwischen mir und dem Schläger sind. Wenn mir jemand sagt, dass ich meinen Körper zum Ziel öffnen und den Ball so treffen soll, verliere ich das Gefühl. Ich sehe den Schlag mit meinen Händen.“

Über den Druck

„Viele Sportpsychologen raten dir, dich auf das zu konzentrieren, was du selbst machst und den Rest auszublenden. Ich kann das verstehen, denn es geht darum, sich auf sich selbst zu konzentrieren und auf die Aufgaben, die vor einem liegen. Aber wenn man nicht weiß, wie weit man es noch hat, wie viel Zeit noch auf der Spieluhr ist oder wie viele Schläge man zurückliegt, dann berücksichtigt man nicht alles, was passieren könnte und worauf es zu achten gilt. Das alles im richtigen Moment herauszufinden, ist nicht leicht, aber ich glaube, ich hab eine besondere Gabe dafür. Nicht davor zurückzuschrecken und keine Angst davor zu haben, das Leaderboard zu sehen und zu verstehen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ich es noch schaffe oder eben nicht. So oder so habe ich mich im Laufe meiner Karriere nach außen wie nach innen nie versteckt, völlig egal, was auf dem Spiel stand.“

Über die Majors

Um sich und sein Spiel auf ein Major vorzubereiten, muss man manchmal das ein oder andere reguläre Turnier opfern. Damit man in dieser Zeit an Kleinigkeiten arbeiten kann, die sich später im Großen und Ganzen auszahlen. Schläge auszuprobieren, die man sonst nie versucht, könnten bei einem Major das Zünglein an der Waage sein. Manchmal hat das im Lauf meiner Karriere funktioniert, wodurch ich gewonnen habe. Es geht darum, den Körper, die Seele und den Kopf auf die vier ganz großen Events im Jahr zu trimmen. Wenn ich auf dem Weg dorthin ein paar andere Siege einfahre, dann gibt mir das mehr Selbstbewusstsein, weil ich weiß, dass ich gut genug bin.“

Über meinen Sohn

Mein Sohn Charlie ist erst 10 Jahre, aber er wird nie vergessen, wann er mich zum ersten Mal geschlagen hat. Ich hatte drei Putts zwischen zwei und drei Metern ausgewählt, weil er noch so klein war und nicht weit sehen konnte. Naja, ich habe den ersten Putt vorbeigeschoben und ihm die richtige Linie gezeigt. Er hat ihn gelocht. Ich war gespannt, welchen Punkt er sich für den nächsten Putt aussuchen würde. Er platzierte ihn 30 Zentimeter vom Loch entfernt, lochte ihn wieder und schaute mich stumm an. Ich habe auch gelocht und nichts gesagt. Wir hatten noch ein Loch. Er ging auf die andere Seite des Lochs, platzierte ihn wieder 30 Zentimeter vom Loch entfernt und machte ihn. Bevor ich meinen Ball platzieren konnte, rief er: ‘Ich habe gewonnen!‘ Ich dachte mir nur: Oh ja, das ist mein Sohn!


„BIN ICH JEMALS NERVÖS? MACHEN SIE WITZE? ICH BIN VOM ERSTEN ABSCHLAG AN NERVÖS ABER ES KOMMT DARAUF AN, WAS ICH DARAUS MACHE“


Kraftpaket mit 43 Jahren: Tiger Woods schlägt den Ball weiter als je zuvor. Aber viele jüngere Spieler sind inzwischen deutlich länger als er.


© GOLF DIGEST 8/2019. FOTOS: ADAM DOCKER. DEUTSCHE BEARBEITUNG: ANN-KATHRIN NAHL