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TIPPS & KNIFFE: SO GEHT’S: NUTZEN SIE DAS VOLLE POTENZIAL IHRER SONY: PROFI TRICKS zur Sony A7/A9-Serie


Sony Bibel - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 15.10.2019

Lesen Sie hier Tipps, die Ihnen den Umgang mit den Kameras der A7/A9-Serie wesentlich erleichtern und Ihnen helfen können, mehr aus den Sony Flaggschiffen herauszuholen.


Artikelbild für den Artikel "TIPPS & KNIFFE: SO GEHT’S: NUTZEN SIE DAS VOLLE POTENZIAL IHRER SONY: PROFI TRICKS zur Sony A7/A9-Serie" aus der Ausgabe 1/2020 von Sony Bibel. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sony Bibel, Ausgabe 1/2020

Die Kameras der Sony A7/A9-Serie taugen auch hervorragend für die People-Fotografie (Modell: Miriam Bettermann). Es lohnt sich aber, ein paar Techniktricks zu kennen, um das Potenzial der Kameras voll ausschöpfen zu können.


Sony A7 II | 35mm | 1/500s | F/1,4 | ISO 200

1 EIGENE TASTENBELEGUNG

An den Sony Kameras der A7/A9-Reihe lässt sich fast jede Taste flexibel umbelegen. Das ist zuerst einmal ein Segen, aber gleichzeitig auch ein Fluch, ...

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... weil man es auch wirklich machen sollte – die herstellerseitige Einstellung ist nicht ganz optimal ausgefallen. In der Tabelle sehen Sie einen Vorschlag für eine Umbelegung, die vielleicht auf den ersten Blick etwas merkwürdig aussieht, sich aber auf lange Sicht für mich bewährt hat. Es lohnt sich übrigens, die Kamera auf die englische Sprache umzustellen, um kompatibel zu den Diskussionen in den internationalen Facebook-Gruppen und in anderen Foren zu sein (siehe Linktipp [1]).

TIPPS ZUR TASTENBELEGUNG

Die Kameras der Sony A7/A9-Reihe bieten beim Tastenlayout viele Optionen. Sehen Sie in der Tabelle, wie eine sinnvolle Belegung aussehen kann (Bildquelle: Sony).


1 Wenn man das Control- Wheel für die ISO-Einstellung verwendet, hat man damit praktischerweise alle drei Parameter Blende/ISO/ Zeit auf einzelnen Drehrädchen. Es passiert dann aber auch leicht, dass man versehentlich das Control Wheel zu fest drückt, damit eine der vier Tasten darunter auslöst und ungewollt etwas verstellt. Daher sind im Belegungsvorschlag drei der vier Randtasten „Not set”. Das Gleiche empfiehlt sich auch für die Center-Taste sowie für die Video-Taste.

2 AF-ON und Auslöseknopf ohne AF ergeben zusammen Back-Button Focus (s. Linktipp [2, 3]) – eine sehr empfehlenswerte Art der Auslösung (man trennt hierfür die Auslösung vom Auslöseknopf per Menüeintrag 6/14, AF w/shutter: off). Man könnte auch überlegen, AF-ON auf den Multi-Select Center Button des Joysticks zu legen, aber dort liegt bei unserem Vorschlag noch als Standardbelegung das Zurücksetzen des Fokuspunkts auf die Bildmitte.

3 AEL (Auto Exposure Lock) benutzt man erfahrungsgemäß eher selten, weil der Umgang damit so umständlich ist. Eine gute Idee ist es daher, auf diese Taste den Eye AF zu legen. Das passt vom Handling her besonders gut, weil diese Taste direkt neben der AF-ON-Taste liegt und man somit schnell, bequem und ohne hinzusehen zwischen Standard- AF (meist wohl auf AF-C und Spot Size Small) und Eye-AF wechseln kann.

So kann man nun mittels AF-ON und AEL fokussieren: Wenn Augen im Bild sind, lässt man den Daumen auf AEL und trackt damit fortlaufend das vordere Auge. Auch im Moment des Auslösens sollte der Daumen dort bleiben. Wenn keine Augen im Bild sind, stellt man sich den AF-Punkt mit dem Joystick passend ein und trackt genau so mit dem Daumen, allerdings dann über die Taste AEL. Auch hier verbleibt der Daumen im Moment des Auslösens auf der Taste, um den Fokus bis zum letzten Moment nachzuführen. Von diesen zwei Autofokus-Arten wird man nur bei wenig Licht abweichen müssen (siehe Tipp 5).

4 C1 ist noch frei und wird von uns mit dem Einzoomen der Live-View-Ansicht belegt. Das ist besonders dann nützlich, wenn man die Kamera auf ein Stativ setzt und manuell auf Basis des Live-View-LCDs fokussieren möchte.

5 Auf C2 wiederum liegt die Funktion Focus Settings. Nach Tastendruck wird der Fokuspunkt dann fett-orange (!) und lässt sich nicht nur mit dem Joystick, sondern auch mit den Zahnrädern verschieben. Wer normalerweise lieber mit dem Joystick arbeitet, freut sich ab und an über die gut sichtbare, orangene Darstellung. Ohne diesen Trick wird man öfters einmal verzweifelt nach dem hellgrauen AF-Kästchen suchen.

6 C3 ist auch bei uns noch in der ursprünglichen Belegung und ermöglicht, den Fokus- Modus zu wechseln (kleiner, mittlerer, großer Spot etc.)

7 C4 ist die Papierkorb-Taste, belegt mit Live View Display Toggle. Damit kann man schnell und bequem vom What-you-see-is-what-youget- Modus umschalten auf „gib mir immer ein gut erkennbares Bild, egal, was eingestellt ist!” Das ist beim entfesselten Blitzen wichtig und manchmal auch für Eye AF nützlich. Der Eye AF arbeitet erstaunlicherweise nicht etwa auf dem Sensorbild, sondern auf dem Sucherbild und freut sich über gut erkennbare Augen (siehe hierzu auch Tipp 3)!

2 BLITZEN UND SILENT SHOOTING

Wenn man die Funktion „Silent Shooting” einstellt, kann man nicht mehr blitzen, denn der elektronische Rolling Shutter ist zu langsam und würde nur sehr lange Blitz-Synchronzeiten erlauben. Das Problem ist nicht wirklich relevant, weil man beim Silent Shooting, beispielsweise in einer Kirche, meist auch nicht blitzen will. Manche Fotografen sind aber einfach immer im Modus Silent Shooting unterwegs und möchten dann beim Blitzeinsatz die Suche im Menü nach der entsprechenden Umstelloption vermeiden.

DIE LÖSUNGEN

•Man belegt eine der Tasten C1–C4 mit der Funktion Silent Shooting, und kann somit rasch zwischen mechanischem und elektronischem Verschluss wechseln.
•Man verzichtet auf die Verwendung von Silent Shooting. Das ist zwar ein wenig schade, hat aber auch den Vorteil, dass man etwaigen Banding-Problemen unter Kunstlicht aus dem Weg geht.

3 PERFEKTER FOKUS AUF DEM AUGE

Die ersten Versuche mit einer Kamera mit Eye AF fühlen sich fast schon wie Schummeln an. Wo es früher so schwierig war, den Fokus wirklich aufs Auge und nicht auf die Wimpern oder gar die Nase zu setzen, da kümmert sich die Kamera nun selbst darum. Nach und nach schleicht sich aber eine gewisse Ernüchterung ein. Dann scheitert der Eye AF bei Brillen, Mützen und bei Ansichten im Profil, mit nur einem sichtbaren Auge.

Hinzu kommt, dass der Eye AF nicht nur lichtabhängig, sondern auch belichtungsabhängig ist. Bei ungünstig eingestellter Belichtung findet er im zu dunklen oder zu hellen Sucherbild nämlich keine Merkmale mehr.

DIE LÖSUNGEN

•Profilaufnahmen werden auf einmal möglich, wenn man den Eye AF aus der Frontalansicht „mitnimmt”, also fortlaufend bei gehaltener Eye-AF-Taste weiter trackt, während man zur Seitenansicht wechselt.
•Bei zu dunklem oder zu hellem Sucherbild hilft es, das Live View Display auszuschalten. Man belegt sich hierfür eine Taste für an/aus und kann dann umschalten zwischen dem WYSIWYG-Modus und dem Modus „Zeig mir ein gutes Sucherbild, egal, was eingestellt ist” (s. auch Liste auf S. 27). In der zweiten Stellung sieht die Kamera dann wieder ein vernünftiges Bild, und der Eye AF funktioniert tadellos.

Eye AF ist ein tolles Feature, das man rasch nicht mehr missen möchte. Wenn aber wie hier ein Auge durch eine Haartolle verdeckt ist, oder wenn man ein Profil fotografiert, dann muss man tricksen (Modell: Miriam Bettermann).


50mm | 1/5000s | F/1,4 | ISO 200

Ein Porträt im Profil oder ein verdecktes Auge – das ist eine Herausforderung, an der viele Eye-AF-Systeme bisher scheitern (Modell: Lucia Wenderoth). Man kann sich behelfen, indem man den Fokus aus der Frontale „mitnimmt”, also fortlaufend trackt.


Phasen-AF-Sensoranordnung bei einer älteren DSLR. Anzahl und Abdeckung lassen zu wünschen übrig.

Phasen-AF-Sensoren bei einer modernen Vollformat-DSLR.

Phasen-AF-Abdeckung bei einer modernen Spiegellosen (hier: Sony A7 III). Die 693 Phasensensoren reichen fast bis an den Rand. Der innere, graue Bereich kennzeichnet die Abdeckung der parallel arbeitenden Kontrastmessung. Der orangene Rahmen deutet den Bereich an, in welchem auch adaptierte (Canon)- Objektive gut arbeiten (not to scale).

4 OPTIMALER AUTOFOKUS BIS IN DIE ECKEN

Wer mit kurzen Brennweiten unterwegs ist und gerne offenblendig fotografiert, der kennt das Problem: Focus-and-Recomposing funktioniert dann nicht mehr, weil der Winkelfehler durch die Ausschnittsneuwahl zu groß wird, aber am Rand sind keine passenden Autofokus-Punkte (AFPunkte) zu finden (vgl. Abbildung und Linktipp [2]). Die neuen Spiegellosen wie die A7/A9-Serie von Sony bieten hier Abhilfe und liefern mit jeder neuen Generation eine bessere AF-Abdeckung – eine enorme Hilfe für Fotos mit kurzen Brennweiten und geringer Schärfentiefe.

Diese erstaunlich hohe AF-Abdeckung ist aber leider auch bei den Sonys nur bei den neueren Modellen (ab A7 III) sowie bei Verwendung der Sony FE-Objektive gegeben. Wer über MC-11 adaptierte Objektive einsetzt, muss leider mit einem kleineren Bereich auskommen (angedeutet in der Abbildung rechts als orangener Rahmen). Und auch bei Low Light funktionert der AF im mittleren Bereich generell besser als am Rand.

Wundern Sie sich übrigens nicht, wenn selbst die edlen G-Master-Objektive an horizontalen Linien versagen. Die A7/A9-AF-Phasensysteme arbeiten eindimensional und scheitern somit an horizontalen Kanten. Die Lösung ist, die Kamera etwas zu drehen, über Back-Button Focus zu fokussieren (s. Linktipp [2, 3]), dann den Finger von AF-ON zu nehmen und die Kamera wieder zurückzudrehen.

Studenten im Techniklabor, die Kamera in Bodennähe auf dem Roboterparcours, und der Professor vorne links soll im Fokus stehen. Bei solchen Motiven freut man sich über das Schwenk-Display der Sony A7/A9 und über die AF-Punkte am Bildrand!


5 OPTIMALER AUTOFOKUS IM DÄMMERLICHT

Bei einer SLR schließt die Blende erst, kurz bevor die Aufnahme ausgelöst wird. Der große Vorteil dieser sogenannten Springblende ist ein heller, optischer Sucher. Der Nachteil ist, dass man die Schärfentiefe nicht beurteilen kann. Dafür gibt es dann unscheinbar links oder rechts unter dem Bajonett die sogenannte Schärfentiefenprüfungstaste, die die Blende auf die eingestellte Blendenzahl verengt. Nachteilig ist dann aber wieder der dunkle Sucher.

Spiegellose Kameras wie die A7/A9-Modelle blenden immer auf die eingestellte Blende ab und liefern so eine perfekte Bildvorschau im elektronischen Sucher, auch hinsichtlich der Schärfentiefe. Dem Problem des dunklen Suchers begegnen sie durch eine elektronische Verstärkung des Bilds. Beim Abblenden erschwert man aber dem AF-System wesentlich die Arbeit, denn dem Phasensystem fehlen auf einmal die notwendigen Randstrahlen, und das kontrastbasierte System muss nun auf elektronisch verstärkten, verrauschten Daten arbeiten. Eine Lösung kann sein, vom Modus AF-C(ontinuous) auf den Modus AF-S(tatic) umzuschalten. Hier öffnen die Objektive dann einmal kurz (sie „atmen” kurz) und schließen erst nach erfolgtem Fokussieren auf die eingestellte Blende. Ein weiterer Trick kann sein, das Live View Display (= WYSIWYG) abzuschalten. Die Kamera schaltet dann auf einen Displaymodus um, der immer ein erkennbares, helles Sucherbild zeigt. Je nach Modell und Objektiv startet die Kamera dann in AF-S mit offener anstatt eingestellter Blende, fokussiert kurz und und schließt dann erst auf Sollblende – das „Atmen” wird damit verkürzt, der Shutter Lag (die Auslöseverzögerung) reduziert.

Wer mit weit geöffneter Blende fotografiert, kann auch bei wenig Licht noch AF-C nutzen, ansonsten ist AF-S wahrscheinlich die bessere Wahl. Bei Fokusproblemen im Dämmerlicht sollte man auch einmal den heimischen Linsenpark durchtesten, denn nicht alle Objektive verhalten sich gleich. Schauen Sie dazu einfach vorne ins Objektiv, und beobachten Sie, wie die Blende arbeitet. Zusätzlich sollte man bei auftretenden Problemen auch stets den Fokusbereich so groß wie möglich wählen, also wann immer nötig von s(mall) auf m(edium) oder l(arge) gehen bzw. von Flexible Spot auf Expandable Flexible Spot wechseln.

DIE LÖSUNGEN IM DETAIL

•Nach Möglichkeit verwendet man lichtstarke Linsen und fotografiert offenblendig.
•Wenn das Motiv es erlaubt, sollte man bei wenig Licht AF-S, anstatt AF-C verwenden. Manche Objektive „atmen” in dieser Betriebsart erst einmal kurz, öffnen also die Blende komplett, fokussieren und schließen dann wieder.
•Es hilft, Live View Display abzuschalten. Manche Objektive bleiben dann abgeblendet bzw. nutzen dann erst das besagte „Atmen”. Am besten belegt man sich dafür wieder eine Taste z. B. C4, um flott umschalten zu können zwischen Live View Display Setting Effect ON/ OFF (siehe hierzu aber auch Tipp 11).

Das „Atmen” der Objektive an der A7/A9 kann man erkennen, wenn man im AF-Modus AF-S einmal kurz auf den Auslöser tippt. Die Blende öffnet kurz, dann fokussiert die Kamera, und die Blende schließt wieder auf Sollblende. Der Nutzen ist ein besserer Autofokus im Low Light (zu Details vergleiche Mark Galer, Linktipp [4]).


SCHÄRFENTIEFE ABSCHÄTZEN, AUCH BEIM SIGMA MC-11

Wer Canon-Objektive per MC-11 an der Sony A7 (III/IV) nutzt, der muss auf die Schärfentiefevorschau verzichten. Hier wird tatsächlich, anders als im Standardfall, erst abgeblendet, wenn die Aufnahme erfolgt.

DIE LÖSUNG

•Belegen Sie sich eine der Tasten C1–C4 mit der Funktion Blendenvorschau/Aperture Preview (z. B. C3). Das funktioniert zumindest so lange prima, bis man die Ansicht einzoomen möchte. Dann hilft auch das leider nicht, aber das ist sicher leichter verschmerzbar.

7 SENSORCHIP SAUBER HALTEN

Wenn man bei den Modellen der Sony A7/A9-Reihe das Objektiv abnimmt, öffnet die Kamera den Verschluss, damit das fragile Teil nicht beschädigt wird. Auf diese Weise gelangt aber auch leicht Staub auf den Sensor.

DIE LÖSUNGEN

•Beim Objektivwechsel sollte man das Bajonett immer in Richtung Boden halten.
•Ab und an sollte man zur Kontrolle ein Testbild aufnehmen. Dazu blendet man stark ab, stellt auf manuellen Fokus, fokussiert auf die nächste Nähe und nimmt ein Blatt weißes Kopierpapier auf. Wenn eine Verschmutzung zu erkennen ist, sollte man im Fachgeschäft eine Sensorreinigung durchführen lassen. Wer sich selbst daran wagen möchte, verwendet am besten einen Blasebalg und feuchte Swabs.

Man kann übrigens eine gewisse Entwarnung für Fotografen geben, die gerne offenblendig unterwegs sind. Wer offenblendig fotografiert, der hat selbst bei einer starken Verschmutzung kaum Probleme. Die Sensorflecken werden dann zum großen Teil unsichtbar.

Hier sehen Sie ein aktuelles Foto aus der A7 III des Autors (mit enger Blende aufgenommen und nachträglich kräftig kontrastverstärkt). Bereits nach wenigen Wochen sind die ersten Staubkörnchen auf dem Chip zu erkennen.


Das Live-Histogramm der A7/A9-Serie neigt dazu, rechts noch Platz anzuzeigen, auch wenn manche Bildpixel bereits übersteuern. Das Phänomen ist anhand der Live-Zebras ersichtlich.


8 STETS PERFEKT BELICHTEN

Wer nur auf der Basis des Live View Displays belichtet, wird immer wieder einmal unterbelichten, weil das Display zu hell wirkt. Ersatzweise könnte man die Belichtung auch anhand des Histogramms beurteilen, aber das ist zu klein und neigt weiterhin dazu, Pixel am rechten Rand zu verschlucken (siehe Abbidung).

DIE LÖSUNGEN

•Eine verlässliche Information bietet die klassische Lichtwert- Waage unten in der Anzeige. Hier muss man dann nur noch den angezeigten Lichtwert auf 0 EV austarieren (EV = Exposure Values, zu Deutsch: Lichtwerte). Im manuellen Modus heißt diese Anzeige M.M. für Metered Manual.
•Ebenso relativ zuverlässlich sind die besagten Live-Zebras. Wenn man sie auf Zebra-Level 100+ stellt, zeigen sie an, welche Pixel reinweiß werden. Nur in seltenen Fällen schlagen sie bei grellen, einfarbigen Motiven zu spät für den einzelnen Kanal an und zu früh für reines Weiß.
•Nahezu perfekte Ergebnisse darf man beim Einsatz einer Graukarte erwarten (siehe Foto). Sie dient mit der weißen Rückseite als Referenz für den späteren Weißabgleich im Raw-Konverter und auf der grauen Seite kann man die Belichtung einmessen. Hierfür hält man die Karte so ins Licht, wie auch das Motiv im Licht sein wird, und vermeidet dabei Abschattungen. Dann peilt man sie bildfüllend mit der Kamera an und stellt dann die Belichtung so ein, dass die EV-Lichtwaage unten im Sucher auf 0 ist (im manuellen Modus heißt die Anzeige M.M.). Ab diesem Zeitpunkt hat man einen guten Ausgangswert, auch wenn man eventuell später noch (bewusst) etwas unterbelichten will.

Eine faltbare Graukarte ist deutlich günstiger als ein externer Belichtungsmesser, kann aber zumindest bei Dauerlicht ähnlich gute Dienste leisten. Im Umgang mit der Graukarte gibt man sinnvolle Startwerte für Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert vor, misst die Graukarte bildfüllend an und variiert dann die Werte derart, dass die Lichtwaage auf 0 geht.


9 ZOOMEN IM REPLAY VERSUS ZOOMEN IM LIVE VIEW DISPLAY

Wer manuell auf der Basis des Live View Displays fokussiert, der will oft auch die Ansicht pixelgenau einzoomen dafür. Das gelingt auch, wenn man sich eine der Tasten C1–C4 dafür belegt. Jetzt hat man aber den lästigen Effekt, dass man das Live-Bild und das Replay-Bild unterschiedlich einzoomen muss – das eine per Betätigung von C2 und mit C2 oder Center Button im Anschluss, das andere per AF-ON und Dial. Eine Abhilfe dazu ist uns leider nicht bekannt, aber man gewöhnt sich daran.

10 AUTOFOKUSPUNKT GUT ERKENNBAR MACHEN

Der AF-Sensorpunkt der A7 ist als hellgraues Kästchen implementiert und häufig schlecht zu erkennen.

DIE LÖSUNGEN

•Wenn man den Sensorpunkt einmal nicht findet, kann man zentral auf den Joystick drücken. Der Punkt wird damit zurück auf die Bildmitte gesetzt, wo man ihn hoffentlich leichter wiederfindet.
•Man kann sich eine der Tasten C1–C4 mit der Funktion Focus Settings belegen (bei mir C2). Das bedeutet: Einstellung des Fokus-Punkts mit den zwei Zahnrädern und, was mir noch wichtiger ist,s ein Einfärben des Punktes auf Orange.

Wer den Fokuspunkt seiner A7/A9 sucht , der kann diesen über die Funktion Focus Settings auf Tastendruck fett-orange färben. Hierzu ist die Tastenumbelegung erforderlich, wie in der Tabelle gezeigt.


11 MIT DEN PREVIEW-MODI DER A7/A9 UMGEHEN

Die A7/A9 kennt drei Modi, in denen sie automatisch die Bildanzeige „optimal” (= auf „gut belichtet, gut erkennbar”) anpasst. Sie macht es im Modus Live View Display, Setting Effect OFF. Sie macht es aber auch mit Effect ON, wenn man einen TTL-Blitz aufsteckt und anschaltet. Und sie macht es natürlich auch bei Effect ON, wenn man einen Automatikmodus wie P, Av, Tv verwendet. Hier reguliert sie zwar nicht das Bild auf ein Optimum, sondern eben die Belichtung, aber das Ergebnis ist das gleiche – man sieht ein automatisch angepasstes, gut erkennbares Livebild.

Manchmal ist man dann im Eifer des Gefechts versehentlich im M-Modus mit Live View Display, Setting Effect OFF unterwegs und merkt es nicht, und vertraut auf das Display. Oder man steckt einen Blitz auf und kann ab da nicht mehr die Belichtung aufs Umgebungslicht einstellen – Live View ist immer hell. Es gibt da viele Fallen, lassen Sie Ihre Fantasie spielen.

DIE LÖSUNGEN

•Man sollte immer wieder einmal kontrollieren, ob Live View Display, Effect ON oder OFF eingestellt ist. Gerade Studiofotografen schalten hier notwendigerweise öfters um und vergessen dann, zurückzustellen.
•Man sollte auch ab und an mal ein Bild im Replay checken. Das gewöhnt man sich mit der A7 schnell ab, weil das Live View Display normalerweise genau so aussieht wie das Replay-Bild. In den genannten Problemfällen ist aber nur das Replay-Bild verlässlich.
•Für das Problem mit dem Blitz kann man einfach den Blitz(sender) kurz ausschalten, dann die Belichtung aufs Umgebungslicht einstellen, und dann den Blitz(sender) wieder zuschalten.

LINKTIPPS

1 Facebook-Gruppen Sony A7, A7R, and A7S Cameras Sony Alpha A7iii Users Sony a7iii/a7riii setup Tips


2 Buch: Die Neue Fotoschule, dpunkt-Verlag, Heidelberg, 2017.


3 FotoTV Blog-Beitrag Artikel zu Back-Button Focuswww.fototv.de/blog/backbutton- focus-das-kostenlose-upgradef- r-eure-kamera-das-es-sich-hat


4 Mark Galer Fast Low-Light AF when using Sony Alpha Cameras:y2u.be/slIozdjYigc