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TIPPS PADDELN IM WINTER: PADDELN IM WINTER


Kanu Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2021 vom 04.12.2020

Kälte, Dunkelheit, eisiges Wasser: Das Paddeln im Winter birgt zusätzliche Herausforderungen. Doch dagegen kann man sich wappnen - und den Winterzauber aus vollen Zügen sicher genießen.


REISE

Artikelbild für den Artikel "TIPPS PADDELN IM WINTER: PADDELN IM WINTER" aus der Ausgabe 1/2021 von Kanu Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Kanu Magazin, Ausgabe 1/2021

RICHTIG ANZIEHEN!

Die richtige Kleidung fürs Paddeln in der kalten Jahreszeit lässt sich in zwei Kategorien unterteilen: drunter und drüber. Beginnen wir mit dem drüber. Hier gilt der altbekannte Grundsatz: Nicht für die Luft, sondern für das Wasser soll sich der Paddler kleiden. Soll heißen: Wer auf eisigem Wasser unterwegs ist, muss bei einem Schwimmer trocken bleiben - nicht nur aus Komfort-, sondern vor allem ...

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... aus Sicherheitsgründen. Das geht eine Zeitlang mit einer Trockenhose mit Doppelkamin in Verbindung mit einer dazu passenden, wasserdichten Paddeljacke. Dauerhafteren Schutz bietet aber ein einteiliger Trockenanzug - wer öfter im Winter unterwegs ist, sollte sich so etwas leisten. Einfache Modelle sind schon ab etwa 500,- Euro zu haben.

Kommen wir zum drunter. Die Schichten unter dem Trocki, am besten nach dem guten alten Zwiebelsystem angelegt, sorgen für den eigentlichen Kälteschutz. Hier mag man anziehen, was man warm und kuschelig findet, sollte aber einen Punkt beachten: Die Hersteller von Paddelkleidung legen viel Wert auf Atmungsaktivität. Das macht aber nur Sinn, wenn die Schichten darunter ebenfalls atmungsaktiv sind. Thermounterwäsche, gute Funktionskleidung und/ oder Fleece sind also die beste Wahl. Und ein Set Ersatzklamotten im wasserdichten Packsack kann garantiert nicht schaden. Nicht vergessen: Die Füße gehören in dicke Socken (drunter) und Wassersportschuhe (drüber), die Hände in Handschuhe aus Neopren oder Nylon oder in Paddelpfötchen, der Kopf in eine dicke Mütze (oder einen Helm, wenn es die Verhältnisse erfordern)!

SCHWIMMWESTE TRAGEN!

Stimmt schon, diese Regel gilt auch im Sommer: An den Paddler-Oberkörper gehört eine Schwimmweste. Das ist aber in der kalten Jahreszeit noch wichtiger: Wer jetzt ins Wasser fällt, wird schneller merken, wie ihm Kräfte und Bewusstsein schwinden. Auf der Website des Deutschen Kanuverbands heißt es dazu: »Die erste körperliche Reaktion nach dem Sturz in kaltes Wasser ist: Anstieg von Puls und Blutdruck, unkontrollierte Atmung und Bewegung. Danach folgt dann durch den anhaltenden Aufenthalt im kalten Wasser, dass die Blutbahnen sich in den Extremitäten zusammenziehen, um die Körpertemperatur aufrecht zu erhalten. Dies bewirkt jedoch auch, dass man dadurch die Fähigkeit verliert, die Muskeln in den Extremitäten kontrolliert zu bewegen, also auch Schwimmbewegungen erschwert sind. Dies wird immer schwieriger, je länger man sich im kalten Wasser aufhält, d.h. man kann sich immer schwerer über Wasser halten. Ohne Schwimmweste wird es dem Schwimmer schon nach circa einer halben Stunde Aufenthalt im kalten Wasser nicht mehr möglich sein, sich über Wasser zu halten!« (https://www. kanu.de/Sicher-Paddeln-im-Winter- 56225.html)

Warnung genug - außerdem gilt: Die Rettungsweste sollte robust genug sein, dass rettende Hände den Unglücksraben damit aus dem Wasser ziehen können. Auch ein Wurfsack gehört ins Gepäck!

GRÜNDLICH PLANEN!

Jede Paddeltour beginnt auf dem Trockenen - mit der richtigen Planung. Im Winter, bei schnell wechselnden Windund Wetterverhältnissen, gilt das umso mehr. Dazu gehört es zunächst, das Gewässer zu kennen, Infos über Wetter und Wasserstände zu sammeln - von Erstbefahrungen sollte man in der kalten Jahreszeit tunlichst Abstand nehmen. Wichtig sind möglichst aktuelle Infos, denn die Gegebenheiten auf einem Gewässer können sich zügig ändern. So verändert Hochwasser einen Fluss schnell, die Fließgeschwindigkeit steigt, Ufer sind unter Umständen durch angespülte Bäume kaum noch zu erreichen, unter kleine Brücken/Stege passt man möglicherweise nicht mehr durch. Und auch NACH einem Hochwasser schwimmen oft vermehrt Bäume im Fluss. Ganz zu schweigen davon, dass sich jeder Fluss im Lauf der Jahreszeiten verändert und sich durchaus vom gemütlichen Wasser-Wanderweg zur Herausforderung wandeln kann. Zudem muss man natürlich die Gefahrenstellen kennen (beispielsweise Wehre, überhängende oder umgestürzte Bäume, Pfosten, Metallstangen oder Brückenüberreste im Fluss, Stromschnellen, Wasserfälle etc.) und sich mit den Warnsignalen vor Ort vertraut machen, beispielsweise mit Sturmsignalen und Schifffahrtszeichen. Eine gute Recherchequelle bieten hier die im Handel erhältlichen Kanu-Reiseführer, Flussführer, Flussbeschreibungen (eine große Auswahl gibt es hier: www.thomas-kettlerverlag. de und/oder www.kanu-verlag.de/ home/verlag/gewaesserfuehrer.xhtml), die App Canua und Gewässerkarten, verbunden mit tagesaktuellen Informationen aus dem Internet wie Online-Pegelmeldungen oder Wettervorhersagen. Im Zweifel klärt auch ein Anruf bei einem ortsansässigen Bootsverleih, Kanuschule, Verein o.ä. die Lage. Bei unsicheren Wetterverhältnissen, besonders bei drohendem Gewitter oder Sturm, gilt: an Land bleiben!

Bei der Planung nicht vergessen: Es wird früh dunkel - Strecke also nicht zu lang veranschlagen. Zumal die Temperaturen nachts schnell fallen und manche Gewässer dann ganz oder teilweise zufrieren können. Und am besten ein, zwei Stellen auf der Route einplanen, an denen man die Tour bei unvorhergesehenen Ereignissen unkompliziert abbrechen kann. Unerwartete Hindernisse oder Strömungen, ein spontaner Wetterumschlag, die Gefahr, es bis zur Dunkelheit nicht bis zum geplanten Ausstieg zu schaffen, oder wenn man schlicht und ergreifend so stark friert, dass das Ganze keinen Spaß mehr macht - gerade im Winter gibt es viele Gründe, dem Wasser vorzeitig den Rücken zuzukehren. Die Erfahrung zeigt, dass im Winter eine Tourenlänge von einer bis drei Stunden meist ausreichend ist - danach kriecht die Kälte oft auch durch die dicksten Schichten des Zwiebelsystems.

SONNENBRILLE MITNEHMEN!

Eine Sonnenbrille? Im Winter? Ja, besonders an sonnigen Tagen mit weiß verschneiter Gegend kann das Licht so sehr blenden, dass es unangenehm wird. Am besten eignen sich Sportbrillen, die sich mit einer Schnur befestigen lassen.

LANGE QUERUNGEN VERMEIDEN!

Es ist eine Binsenweisheit, aber deswegen nicht weniger wahr: Im eisigen Wasser hat man deutlich weniger Zeit, das rettende Ufer zu erreichen, als in lauwarmer Sommerbrühe. Lange Querungen, sogar im Sommer mit Vorsicht zu genießen, sollte man im Winter vermeiden.

ETWAS WARMES BRAUCHT DER MENSCH!

In den Wintermonaten haben viele Gaststätten an Flüssen und Seen geschlossen. Es gibt aber kaum etwas Aufbauenderes, als bei Kälte etwas Heißes zwischen die durchgefrorenen Knochen zu bekommen - Tee, Kaffee, eine kräftige Suppe, was auch immer (aber keinen Alkohol - der ist eher kontraproduktiv). Die Erfahrung zeigt: nicht an der Thermoskanne sparen - die billigen Dinger kapitulieren schnell vor der Kälte, und dann ist der ersehnte Tee nicht mehr heiß, sondern bestenfalls lauwarm.

VERTRAUENSPERSON VORAB INFORMIEREN!

Vor der Tour sollte man einem Angehörigen oder einer anderen Vertrauensperson folgende Informationen geben: welches Gewässer steht auf dem Plan, wo liegen Ein- und Ausstieg, für wann ist die Rückkehr geplant. Ebenfalls sollten die Handynummern bekannt sein.

TASCHENLAMPE MITNEHMEN!

Der Winter ist nicht nur kalt, sondern dummerweise auch dunkel. Bei den wenigen Stunden Helligkeit pro Tag genügt das eine oder andere Malheur, und man paddelt plötzlich im Dunkeln, muss Ausstieg und Weg zum Auto im Finstern finden. Also gehört eine Taschenlampe ins Gepäck. Oder besser noch: eine Stirnlampe, denn so hat man die Hände frei.

NICHT ALLEINE PADDELN!

Im Winter steigen die Risiken beim Paddeln, sei das nun ein Schwimmer mit anschließender Unterkühlung oder nur ein verstauchter Knöchel, weil man auf dem vereisten Uferstreifen ausgerutscht ist - in vielen Fällen hat man ein echtes Problem, wenn man alleine ist. Ein oder mehrere Mitpaddler können oft helfen. Abstand zu den Mitpaddlern nicht zu groß werden lassen, Blickkontakt halten!

NOCH MEHR RÜCKSICHT AUF DIE NATUR NEHMEN!

Fotos: David Bain/NRS, Robert Ringel, Mike Dawson, Shutterstock, Lars Brinkmann

Der Winter ist auch für Wildtiere eine harte Zeit. Sie fahren jetzt ihren Stoffwechsel herunter und vermeiden schnelle Bewegungen, um Energie zu sparen. Menschen, die ihnen zu nahe kommen und einen Fluchtreflex auslösen, richten unter Umständen großen Schaden an. Für Paddler heißt das: Noch mehr Abstand von Schilfzonen und anderen »bewohnten« Uferzonen halten und um Wasservögel gern mal einen großen Bogen machen.

DAS HANDY DABEIHABEN!

Ein wasserfest verpacktes Handy mit voll geladenem Akku und eingespeicherten Notrufnummern kann Leben retten (und hat das auch schon) - vor allem im Winter, wenn es darauf ankommt, einen Verunglückten möglichst schnell ins Warme zu bringen. Im Ernstfall sollte man wissen, was ein Notruf enthalten muss. Nämlich die berühmten fünf W:

1. Wo ist der Unfall passiert?

2. Wer ruft an?

3. Was ist geschehen?

4. Wie viele Betroffene (mit Angabe der Verletzungen, bei Kindern auch des Alters)?

5. Warten auf Rückfragen (nicht gleich auflegen!)

! Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Unterkühlung kennen!

Das Deutsche Rote Kreuz empfiehlt bei Unterkühlung folgendes Vorgehen (Quelle: https://www.drk.de/hilfe-indeutschland/ erste-hilfe/erfrierungenund- unterkuehlungen/)

! Die Unterkühlung wird in zwei Stadien/Schweregrade unterteilt:

! Eine Unterkühlung im Stadium I erkennt man in kurzer Zeit an folgenden Symptomen:
– Kältezittern
– Atmung und Kreislauf sind gesteigert
– Betroffener ist bei Bewusstsein erregt, später ruhiger

Maßnahmen:
– Notruf 112.
– Schutzhandschuhe anziehen.
– Betroffenen an einen warmen Ort bringen und langsam aufwärmen.
– Nasse, kalte Kleidung entfernen und Körper in warme (Rettungs-) decken wickeln, weitere Kälteeinwirkung vermeiden.
– KEINE aktive Wärme (z. B. durch Reiben oder Wärmflasche) zuführen.
– Wenn Betroffener bei Bewusstsein ist, warme, gut gezuckerte Getränke wie z. B. Tee verabreichen, jedoch keine alkoholischen Getränke!
– Betroffenen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beruhigen, betreuen, trösten und beobachten (möglichst auch Körpertemperatur).

! Eine Unterkühlung im Stadium II ist an folgenden Symptomen erkennbar:
– Atmung verlangsamt sich.
– Muskelstarre tritt ein.
– Das Schmerzempfinden lässt nach.
– Zunehmende Müdigkeit, Bewusstlosigkeit.

Maßnahmen:

– Notruf 112.

– KEINE Aufwärmversuche mehr unternehmen.

– KEINE aktive Wärme (z. B. durch Reiben oder Wärmflasche) zuführen.

– Bei Bewusstlosigkeit und vorhandener Atmung laut »Hilfe« rufen, um Umstehende auf die Notfallsituation aufmerksam zu machen.

– Stabile Seitenlage.

– Betroffenen zudecken.

– Betroffenen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beruhigen, betreuen, trösten und beobachten, wiederholt Bewusstsein und Atmung prüfen.

– Bei vorhandener Bewusstlosigkeit und fehlender normaler Atmung Herz-Lungen-Wiederbelebung.

! Decke unterlegen/Zudecken eines Betroffenen

Ein Unfall stellt für den Betroffenen immer eine Ausnahmesituation dar und wird meist als sehr belastend empfunden. Bedingt durch die Verletzung/ Erkrankung und psychische Belastung friert der Betroffene selbst bei normalen Temperaturen, vor allem wenn durch die Einschränkungen der Kreislauf beeinträchtigt ist. Oft liegt der Betroffene bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes auch auf dem (kalten) Boden, wodurch es ebenfalls zu weiterem Wärmeverlust kommt. Um dies zu verhindern, ist der Wärmeerhalt durch das Unterlegen einer (Rettungs-)Decke und das Zudecken des Betroffenen eine der wohl wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen. Hierzu dienen auch warme Kleidungstücke wie Mantel, Jacke u.ä.