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Titel: FINANZEN FOR FUTURE


neue energie - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 06.02.2020

Für die Transformation der globalen Wirtschaft – weg von Kohle und Öl hin zu erneuerbaren Energien – braucht es enorme Mengen Geld. Die Anzeichen mehren sich, dass bei Banken, Investoren und Vermögensverwaltern ein Umdenken begonnen hat. Deutschland hinkt in Sachen nachhaltige Finanzierung allerdings hinterher.


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Bildquelle: neue energie, Ausgabe 2/2020

Wer den Konzernchefs bei der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos zugehört hat, konnte fast meinen, es handele sich um eine zweite Weltklimakonferenz. Grüne Geschäftsmodelle seien die Zukunft, lautet scheinbar der Konsens. Mittendrin Larry Fink, Chef des weltgrößten Vermögensverwalters ...

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... Blackrock, um den Hals einen Schal mit den vom Klimawissenschaftler Ed Hawkins entwickelten „Warming Stripes“, die die dramatisch fortschreitende Erderhitzung auf einen Blick deutlich machen.

Wenige Tage zuvor hatte Fink in seinem jährlichen Brief an die Manager jener Firmen, an denen Blackrock große Anteile hält, sehr ernste Töne in Sachen Klimakrise angeschlagen. Aufsichtsräten und Vorständen drohte er mit Konsequenzen, sollten sie das Thema künftig nicht engagiert angehen. „Wenn wir der Meinung sind, dass Unternehmen und ihre Führungsgremien keine aussagekräftigen Nachhaltigkeitsinformationen bereitstellen beziehungsweise kein Rahmenwerk für den Umgang mit diesen Themen implementieren, werden wir die Unternehmensführung dafür zur Rechenschaft ziehen“, schrieb Fink. Blackrock sei „zunehmend geneigt“, den Konzernspitzen die Zustimmung zu verweigern, wenn die Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeit keine ausreichenden Fortschritte machten. Kurz zuvor hatte Blackrock sich bereits dem Netzwerk „Climate Action 100+“ angeschlossen. Das Bündnis internationaler Investoren fordert von Unternehmen mehr Transparenz und nachvollziehbare Ziele beim Klimaschutz. „Ich glaube, wir stehen an der Schwelle zu einer grundlegenden Neugestaltung der Finanzen“, schreibt Fink.

Bislang ist davon allerdings noch nicht viel zu merken – trotz des Drängens mancher mächtiger Investoren. Nach Recherchen der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation „Urgewald“ hat alleine die Weltbank zwischen 2014 und 2018 zwölf Milliarden Dollar in Kohle-, Öl- und Gas-Projekte investiert, aber nur fünf Milliarden Dollar in erneuerbare Energien. Der „Fossil Fuel Finance Report 2019“, verfasst von diversen NGOs, darunter der Sierra Club, kommt ebenfalls zu einem vernichtenden Urteil: Durch die Finanzierung fossiler Energien hätten die 33 wichtigsten Banken der Welt seit den Pariser Klimavereinbarungen 1,9 Billionen US-Dollar in fossile Brennstoffe investiert – und damit weiter aktiv zur Klimakatastrophe beigetragen. Die Liste der Umweltsünder führt laut dem Report der Wall-Street-Riese JP Morgan Chase an. Dieser „Top-Geldgeber für fossile Brennstoffe“ sei unter anderem auch der größte Finanzierer von Öl- und Gasprojekten in der Arktis. Die Deutsche Bank findet sich global betrachtet auf Platz 17 der unrühmlichen Liste, beim Fossilgeschäft in der Arktis liegt sie gar auf Platz 2.

Der jüngste „Global Riskreport 2020“ des Weltwirtschaftsforums identifiziert derweil das „Versagen bei Klimaschutzmaßnahmen“ und Risiken durch Extremwetter als die beiden Klimagefahren mit den größten Auswirkungen. Die Finanzwirtschaft ist bestens im Bild. Doch es scheint alles wie gewohnt zu laufen. Wie passt das zusammen?


Wir stehen an der Schwelle zu einer grundlegenden Neugestaltung der Finanzen“
Larry Fink, Blackrock


„Bei vielen ist ein Veränderungsprozess im Gange. Es wurden Schritte angekündigt, die oft erstmal noch klein sind, aber zumindest zeigen, dass sich viele Finanzakteure durchaus relevant mit dem Thema beschäftigen“, sagt Gerhard Schick, Vorstand der von ihm initiierten neuen Lobbyorganisation „Bürgerbewegung Finanzwende“. Beispiel Allianz: Der größte deutsche Versicherungskonzern und einer der größten Assetmanager weltweit hatte 2018 angekündigt, seine Gelder bis 2040 jenen Unternehmen vollständig zu entziehen, die den Neubau von Kohlekraftwerken ab einer Kapazität von 500 Megawatt planen. Das sei mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens nicht mehr vereinbar, teilte der Konzern mit. Tatsächlich bezieht sich die Ankündigung des Divestments, also das Abziehen von Geldern aus Unternehmen der fossilen Branche, wie es im Fachjargon heißt, auf eine recht kleine Veränderung des Portfolios der Allianz. „Aber die Tatsache, dass dieses Unternehmen jetzt genau sagen kann, was es da macht, zeigt, dass die ihr gesamtes Anlageportfolio systematisch auf die Klimafrage durchgeprüft haben“, erklärt Schick. Das sei die Grundvoraussetzung dafür, dass eine Divestment-Strategie in Zukunft deutlich beschleunigt werden kann.

„Die großen Finanzakteure müssen dringend umsteuern, und das muss politisch und regulatorisch unterstützt werden“, betont Franziska Schütze, Wissenschaftliche Mitarbeiterin zum Thema Nachhaltigkeit im Finanzwesen beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Ein wichtiger erster Schritt sei aus ihrer Sicht eine verpflichtende Berichterstattung. „Für Anleger und auch das Finanzsystem als Ganzes ist wichtig, dass neben Unternehmen auch Finanzinstitutionen wie Banken offen legen, welche Klimawirkung ihre Investitionen und Kredite haben“, sagt Schütze. Erst diese Transparenz schaffe die Grundlage für Vergleiche von Anlagen und identifiziere jene Unternehmen, die auf dem Weg zur Klimaneutralität besonders große Schwierigkeiten bekommen und jene, die tatsächlich Vorreiter sind.

Als wegweisend in diesem Bereich nennt die Expertin das 2015 in Frankreich verabschiedete Energiewendegesetz. Mit dessen Artikel 173 schreibt der französische Gesetzgeber sowohl börsennotierten Unternehmen und institutionellen Investoren als auch Vermögensverwaltern vor, ihre klimabedingten Risiken zu benennen. Darunter fallen zum einen die sogenannten transitorischen Risiken, also jene, die sich aus dem Übergang in eine CO2-arme Wirtschaft ergeben können, die umfangreiche Anpassungsprozesse bei Unternehmen und in ganzen Branchen auslösen werden. Das zweite sind „physische Risiken“, die zum Beispiel im Zusammenhang mit extremen Wetterereignissen wie Hitze oder Starkregen stehen.

Zwar ist den französischen Finanzakteuren bislang noch relativ frei überlassen, wie sie der Berichtspflicht nachkommen. Die Verpflichtung führte aber dazu, dass viele Finanzakteure zum ersten Mal überhaupt ihr Portfolio in Hinblick auf Klimarisiken analysiert haben. Frankreichs Vorstoß hat auch international einiges ins Rollen gebracht. Länder wie Spanien und Schweden prüfen aktuell die Anwendung einer nationalen Gesetzgebung gemäß dem französischen Artikel 173 auf nationaler Ebene. Die niederländische Zentralbank analysierte ihr Portfolio zwar nicht auf alle Klimarisiken, doch immerhin auf Umweltrisiken wie Wasserknappheit und den Verlust von Biodiversität. Auch die britische Regierung hat im vergangenen Jahr trotz Brexit-Querelen ihre erste „Green Finance Strategy“ vorgestellt und möchte dem wichtigen Finanzplatz London ein Sustainable-Finance-Profil verpassen. Der Luxembourg Stock Exchange gilt schon länger als Vorreiter im Bereich Green Finance, seit dort 2007 der erste Green Bond der Europäischen Investitionsbank (EIB) aufgelegt wurde.

Aufsehen erregte die Meldung, dass der – weltweit größte – norwegische Staatsfonds umgerechnet elf Milliarden Euro aus mehr als 150 Ölund Kohleunternehmen abziehen wird. Im Gegenzug soll der Fonds bis zu 18 Milliarden Euro in erneuerbare Energien investieren: allen voran in Wind- und Solarkraft. „Solche Schritte sehen wir bei den Anlagen des Bundes noch überhaupt nicht; bei den Beamtenpensionen des Bundes ist in Richtung Divestment letztlich noch gar nichts passiert“, kritisiert Gerhard Schick.

Deutschland ist Nachzügler

Es gebe zwar durchaus einzelne Initiativen auf Landesebene in Deutschland. Berlin legt zum Beispiel seit einem Beschluss des Abgeordnetenhauses 2016 den Anteil der Aktien in der Versorgungsrücklage des Landes, rund 78 Millionen Euro, nachhaltig an. Als erste Stadt Deutschlands hat sich Münster 2015 auf eine Divestment-Strategie verständigt. Darin wird festgehalten, nicht mehr auf Beteiligungen an Unternehmen zu setzen, die Atomenergie oder andere nicht nachhaltige und klimaschädliche Energien erzeugen. Auch Bremen, Göttingen und Stuttgart haben ähnliche Beschlüsse gefasst. „Das ist typisch für die deutsche föderale Struktur. Es gibt immer auch positive Beispiele. Aber insgesamt ist Deutschland bei Sustainable Finance im Vergleich zu den Aktivitäten anderer Länder ein Nachzügler“, sagt Schick.

Im Finanzstabilitätsbericht der Bundesbank tauchte im letzten Jahr erstmals der Klimawandel als „potenzielle Quelle für systemische Risiken“ auf. In einem eigenen Kapitel beschreibt die Bundesbank die Gefahren, die die Erderhitzung für das deutsche Wirtschaftssystem haben kann. Die Autoren benennen ein zentrales Problem: „Auf bestehende Modelle und etablierte Methoden zur Prognose von Klimarisiken in Finanzmodellen kann kaum zurückgegriffen werden. Viele der Einflussfaktoren und Wirkungskanäle sind derzeit nur unzureichend erfasst, sodass es einer Weiterentwicklung des bestehenden Instrumentariums bedarf. Hinzu kommen erhebliche Informationsdefizite.“

Nur ein erster Schritt: Der Umweltorganisation Urgewald geht die Ankündigung von Blackrock-Chef Larry Fink (Bild), künftig beim Investieren auf Nachhaltigkeit zu achten, nicht weit genug. Blackrock habe nur Firmen in den Blick genommen, die Kohle fördern und verkaufen. Nicht betroffen seien Konzerne, die etwa mit Kohle Strom erzeugen, lautet die Kritik.


Natürlich gibt es bereits unterschiedliche Ansätze, wie man den CO2-Fußabdruck von Finanzinstituten und -produkten abbilden kann. „Da gibt es viele Aktivitäten, aber eben noch keinen Standard“, sagt Schütze. Käme die Berichtspflicht, würde sich das Interesse an diesen Tools schnell entwickeln.

Einen Schritt in diese Richtung ist im letzten Jahr die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) mit der Veröffentlichung des neuen Merkblatts „Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ gegangen. „Das ist ein richtungsweisendes Dokument. Die Bafin betont darin, dass der Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken sowohl im Risikomanagement als auch auf Geschäftsleitungsebene verankert werden muss“, sagt Schütze. Damit verdeutliche die Behörde, dass sie Nachhaltigkeitsaspekte, und insbesondere auch die Klimaproblematik, als operatives Risiko wahrnimmt und erwartet, dass diese wie alle anderen Risiken systematisch erfasst wird. Zwar sind die Merkblätter der Bafin für die Finanzbranche juristisch unverbindlich, ihre Wirkung werde das Merkblatt dennoch nicht verfehlen, meint auch Gerhard Schick: „Ich glaube, das hat vielen Bankern, die sich damit bisher nur oberflächlich beschäftigt hatten, klar gemacht, das ist nicht nur ein Thema für die Nachhaltigkeitsabteilung, sondern eine Aufgabe für den Vorstand.“

Damit scheint die Bafin weiter zu sein als die Bundesregierung. Im Klimapaket findet sich bislang kaum ein Wort zum Thema nachhaltiges Investieren. Auch auf europäischer Ebene trat Deutschland eher als Bremser auf. Als die Europäische Investitionsbank, die wichtigste zwischenstaatliche Investitionsbank, entschied, keine Darlehen mehr für fossile Energieprojekte zu vergeben, stimmte Deutschland dem erst zu, nachdem in den ursprünglichen Entwurf eine Übergangsfrist von zwei Jahren hineinverhandelt wurde. Erdgas und andere klimaschädliche Energien dürfen deswegen noch bis 2021 unterstützt werden.

Immerhin hat die Bundessregierung im Juni 2019 einen Sustainable-Finance-Beirat eingesetzt, um eine Strategie für nachhaltiges Finanzieren zu entwickeln (siehe Interview Seite 50). Gerhard Schick hätte schon jetzt eine Empfehlung für den Beirat. „Anders als andere Länder haben wir mit Sparkassen, Landesbanken, Förderbanken einen relativ großen öffentlichen Finanzsektor. Der müsste systematisch in Richtung Nachhaltigkeit umschwenken. Das ergäbe eine Größenordnung, die man wahrnehmen würde, und das würde auch andere mitziehen und Signalwirkung haben. Das heißt konkret: Ich erwarte zum Beispiel von einem Sparkassen-Verbund eine klare Klimastrategie, die sich an den Pariser Klimazielen ausrichtet“, sagt Schick.

Nachfrage bestünde. Umfragen zeigen, dass etwa zwei Drittel der Deutschen bei ihrer Altersvorsorge gerne vermehrt Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen würden. Der Markt für ethischökologische Geldanlagen ist bereits gewachsen. Inzwischen gibt es für fast jedes konventionelle Produkt eine grüne Alternative, was in den meisten Fällen nicht weniger Rendite bedeutet. Nachhaltige Fonds verzeichnen in Deutschland in den vergangenen Jahren ein kontinuierliches Wachstum. Laut des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG), einem Verband für Alternativinvestments, belief sich die Summe der nachhaltigen Investmentfonds und Mandate Ende 2018 auf 133,5 Milliarden Euro und hat sich somit im letzten Jahrzehnt weit mehr als verzehnfacht. Alleine im Jahr 2018 lag das Wachstum bei 45 Prozent (siehe Grafik Seite 42). Mit einem Marktanteil von 4,5 Prozent ist der Anteil des nachhaltigen Anlagemarkts am Gesamtmarkt aber immer noch verschwindend gering. „Mit diesem Geldvolumen werden wir den Transformationsprozess nicht stemmen“, sagt Schick.

Die EU und die Bundesregierung planen, im Rahmen des „Action Plan for Sustainable Finance“ nachhaltige Kapitalanlagen zu fördern. Was als nachhaltig gilt, wurde gerade im Rahmen der EU-Taxonomie für Nachhaltigkeit verabschiedet (siehe Seite 46). Auch die EZB überlegt, vermehrt nachhaltige Kapitalanlagen zu erwerben, um den Wandel zu unterstützen.

Aus Sicht Schicks gäbe es aber ein weiteres sehr wirksames Instrument, das den Finanzmarkt schnell klimafreundlich gestalten würde. „Mit einem signifi kanten CO2-Preis würden große Teile der Green-Finance-Debatte automatisch wegfallen. Denn dann wäre die Klimawirksamkeit eines Produktes automatisch in allen Gewinnprognosen und in allen Investitionskalkulationen enthalten.“

Grüne Projekte gefragt

Negativrekord: Die US-Bank JP Morgan Chase war in den letzten Jahren weltweit der wichtigste Geldgeber für die Fossilindustrie.


Natürlich brauche es auch neue Anlageprodukte, die das Thema Nachhaltigkeit berücksichtigen, meint Schick. „Solange man die Refi nanzierung aber nur in den „grauen“ und den „grünen“ Bereich trennt, aber insgesamt nicht mehr Projekte in Sachen Klimaschutz real fi nanziert, ist die Ausgabe von grünen Anleihen – auch durch den Staat – nur ein Instrument, um den Markt transparenter zu machen. Echte Veränderung ist das nicht“, sagt Schick.

Bleibt abzuwarten ob Finanzgrößen wie Larry Fink ihre Ankündigungen umsetzen. Eine internationale Forschergruppe unter Führung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung hat in Simulationen gezeigt, dass ein Kurswechsel bei nur neun Prozent der Investoren ausreichen würde, um das Finanzsystem entscheidend zu wandeln – weil andere Investoren veranlasst wären, dem guten Vorbild zu folgen.


Foto: Getty Images / Istockphoto

Foto: Simon Dawson / Bloomberg / Getty Images

Foto: Michael Nagele / Greenpeace