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Titel: Kleine Geschichte des EEG


neue energie - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 05.03.2020

Im Jahr 2000 trat das Erneuerbare-Energien-Gesetz in Kraft, heute liegt der Ökostromanteil fast siebenmal so hoch wie damals. Dabei hat sich das EEG über die Jahre stark verändert: Wechselnde Regierungen bauten es immer wieder um, nicht zuletzt mit dem Ziel, den einmal gestarteten Boom zu begrenzen. Zuerst bekam das die Photovoltaik zu spüren, zuletzt die Windkraft an Land. Währenddessen ist das Gesetz deutlich komplizierter ...

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Bildquelle: neue energie, Ausgabe 3/2020

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... geworden - und immer länger.


2000: Wenige Seiten, große Wirkung

Urheber des EEG waren einige Bundestagsabgeordnete aus der Regierungskoalition von SPD und Grünen (siehe Seite 20). Das ursprüngliche Gesetz kommt mit wenigen Passagen aus. Es definiert feste, mit der Zeit sinkende Vergütungssätze für jede Kilowattstunde Strom, mit unterschiedlichen Werten für Windkraft, Solarenergie, Geothermie, Bioenergie und Wasserkraft - und garantiert sie 20 Jahre lang (die nun bei den ersten Anlagen auslaufen). Netzbetreiber müssen den Ökostrom abnehmen, per Ausgleichszahlung wird er auf die Stromversorger im Land verteilt. Auch ein Ziel ist benannt: Der Anteil Erneuerbarer am gesamten Energieverbrauch soll sich bis 2010 verdoppeln. Tatsächlich wird er bis dahin verdreifacht werden.

Paragraphen: 12

2004: Es gibt Rabatte

Die erste Neufassung, immer noch unter Rot-Grün, lässt das EEG im Kern unverändert. Die Vergütung wird stärker nach Anlagengröße aufgefächert, teilweise auch gesenkt. Neu ist schon seit 2003 die „Besondere Ausgleichsregelung“: Industrieunternehmen mit hohem Stromverbrauch, die im internationalen Wettbewerb stehen, können eine ermäßigte EEG-Umlage beantragen. Der Kreis der Berechtigten wird später deutlich ausgeweitet, die Mehrkosten tragen die anderen Stromverbraucher (siehe Seite 27). Auch neue Mindestziele nennt das Gesetz: Bis 2010 soll der Ökostromanteil auf 12,5 Prozent wachsen, bis 2020 auf 20 Prozent. Es werden deutlich mehr.

Paragraphen: 21

Weiter gehts mit dem Zeitraum 2010 bis 2020 auf der folgenden Seite.


2009: Alles neu macht der Markt

Die erste EEG-Novelle unter Angela Merkel ändert einen ganz wesentlichen Punkt: Statt den Ökostrom wie bisher zu den Stromversorgern zu „wälzen“, müssen die Netzbetreiber ihn nun an der Börse „vermarkten“. Durch das Überangebot und die niedrigen Erzeugungskosten erneuerbarer Energien sinken dort die Preise und damit die Erlöse. Dieser Effekt ist mitverantwortlich dafür, dass in den Folgejahren die EEG-Umlage deutlich steigt. Außerdem beschließt die damalige Große Koalition einen scharfen Rückgang der Solarvergütung, der erstmals auch vom Ausmaß des Zubaus abhängig ist („atmender Deckel“). Nach dem Regie rungswechsel 2009 legen Union und FDP nochmal nach und kürzen zusätzlich um bis zu 16 Prozent. Der Ruf nach Marktme-chanismen und Kostensenkungen wird die EEG-Debatte auch in den Folgejahbestimmen.

Paragraphen: 66