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TITEL STORY THE STRANGERS—OPFERNACHT


deadline - das Filmmagazin - epaper ⋅ Ausgabe 69/2018 vom 16.05.2018
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OT: THE STRANGERS – PREY AT NIGHT

Regie: Johannes Roberts / USA 2018 / 84 Min.

Darsteller: Christina Hendricks, Bailee Madison, Martin Henderson, Lewis Pullman, Emma Bellomy

Produktion: Wayne Marc Godfrey

Freigabe: FSK 16

Verleih: Square One Entertainment, Universum

Start: 21.06.2018

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Kinsey (Bailee Madison ) ist eine rebellische Jugendliche , die in der Schule wegen ihres unangepassten Verhaltens immer wieder Probleme bekommt. Auch zu Hause verhält sie sich nicht so, wie man es von ihr erwartet. Als ihre Eltern Cindy (Christina Hendricks ) und Mike (Martin Henderson ) sich irgendwann nicht mehr zu helfen wissen, beschließen sie, ihre geliebte Tochter in ein weit entferntes Internat zu schicken und Sohn Luke (Lewis Pullman ) allein daheim zu behalten. Begeistert, ihren Freundeskreis verlassen zu müssen, ist Kinsey natürlich nicht. Dagegen wehren kann sie sich allerdings auch nicht, und so kommt es, wie es kommen muss: Zusammen begibt sich die Familie mit dem Auto Richtung Internat. Da der Weg quer durchs Land dann doch recht weit ist, beschließt das Quartett, einen Zwischenstopp in einem abgelegenen Trailerpark einzulegen, der dem Onkel und der Tante von Kinsey gehört. Natürlich dauert es auch dort nicht lange, bis innerhalb der Familie die Fetzen fliegen. Doch schon bald müssen sie feststellen, dass sie noch viel größere Sorgen haben als den Streit untereinander. Denn im vermeintlich verlassenen Trailerpark treiben maskierte Jugendliche ihr Unwesen, die es in mörderischer Absicht auf die Bewohner der Wohnwagensiedlung abgesehen haben. Und nur wenn Kinsey, Cindy, Mike und Luke zusammenhalten, haben sie eine Chance, den Angriff der Bande zu überleben.

Noch bevor THE STRANGERS im Jahr 2008 in die US-amerikanischen Kinos kam, gab es bereits erste Überlegungen für eine Fortsetzung. Als der sehenswerte Horrorthriller mit Liv Tyler (DER HERR DER RINGE ) und Scott Speedman (UNDERWORLD ) dann auch noch bei Kritikern und Publikum gleichermaßen gut ankam, schien einem rasch folgenden zweiten Teil endgültig nichts mehr im Wege zu stehen. Doch es kam anders, das Produktionsstudio legte die Fortsetzung vorübergehend auf Eis, es wurde still um THE STRANGERS – OPFERNACHT, und dies für eine sehr lange Zeit. So richtig Bewegung in die Angelegenheit kam schließlich erst wieder im vergangenen Jahr, als die Produzenten von 47 METERS DOWN dem Regisseur ihres Films, Johannes Roberts, die Verantwortung für die THE STRANGERS-Nachfolge anboten.

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Dieser hatte sich in der jüngeren Vergangenheit bereits mit Filmen wie STORAGE 24 und THE OTHER SIDE OF THE DOOR einen Namen gemacht und in den dazugehörigen damaligen exklusiven DEADLINE-Interviews erklärt, wie eine Horrorszene effektiv zu gestalten ist. Zum Glück akzeptierte Roberts schlussendlich, denn das, was der Brite in Form von THE STRANGERS – OPFERNACHT auf die Beine gestellt hat, kann sich wahrlich sehen lassen. Basierend auf dem Drehbuch von Bryan Bertino (dem Regisseur des ersten Teils ) und Ben Ketai (THE FOREST ) kreierte er einen Horrorthriller, der wie bereits sein Vorgänger mit einer düsteren Atmosphäre überzeugt, die den Zuschauer schon mit der ersten Kameraeinstellung in ihren Bann zieht und ihm einen wohligen Schauer über den Rücken jagt. Auch fortan bleibt der Adrenalinpegel hoch. Nicht nur aufgrund ziemlich effektiver Jump-Scares und einer Story, die keine Umwege macht und dennoch stets spannend bleibt. Sondern auch, weil der Regisseur mit den bekannten Motiven des Genres gekonnt spielt. So werden unter anderem Szenen aus FUNNY GAMES, CHERRY TREE LANE und KINDER DES ZORNS zitiert, dann aber nicht immer so weiterverfolgt wie erwartet. Das sorgt für zusätzliche Überraschungen und eine gewisse Frische in THE STRANGERS – OPFERNACHT, womit dem Werk von Johannes Roberts ein Alleinstellungsmerkmal zukommt, welches es von anderen, ähnlich gelagerten Filmen deutlich abhebt.

Ein weiterer Unterschied des Streifens zu ähnlichen Stoffen, insbesondere zum ersten THE STRANGERS-Werk, ist dessen handwerklicher Stil. Regisseur Johannes Roberts springt auf den Nostalgiezug auf, der zuletzt das Genrekino kennzeichnet (u. a. IT FOLLOWS + THE GUEST ), und nutzt die Gelegenheit, seine emotionale Verbundenheit mit den 1980ern zu zeigen. Die Bilder von Kameramann Ryan Samul (COLD IN JULY ) wirken wie eine Zeitreise in die Vergangenheit (einzige Ausnahme: Smartphones ). Dazu gibt es den kongenial eingesetzten Soundtrack in Form von bekannten Hit-Klassikern wie Bonnie Tylers »Total eclipse oft he heart« und Kim Wildes »Kids in America«, der das blutige Treiben mal passend untermalt, mal beißend konterkariert und THE STRANGERS – OPFERNACHT dadurch perfektes Retro-Feeling verleiht.

Wenngleich das Sequel inhaltlich überaus geradlinig vorgeht, ist dies nicht gleichbedeutend damit, dass der Film bzw. dessen Macher nichts zu sagen hätten. Ganz im Gegenteil. Vielmehr stellen sie auf deutlich zugespitzte Art den Verdruss einer jungen Generation in den Fokus, die nichts mehr mit ihrer Zeit (insbesondere auf dem Land ) anzufangen weiß, da es aufgrund mangelnder Freizeitangebote, wenig Arbeit und anderer Fehlentwicklungen schlichtweg nichts zu tun gibt und sie sich daher ein Ventil für ihre aus gefühlter Perspektivlosigkeit entstandene Unzufriedenheit suchen. Und wenn es dann wie in THE STRANGERS – OPFERNACHT schließlich zu Gewalttaten kommt, liegt deren Ursache eben nicht im Hass auf andere begründet, wie man auf den ersten Blick meinen könnte, sondern ist schlicht und ergreifend ein Ausdruck von Willkür, Langeweile und Sinnlosigkeit. Der zynische Höhepunkt der Hetzjagd auf die u. a. von Christina Hendricks (MAD MEN ) und Bailee Madison (MEINE ERFUNDENE FRAU ) sehenswert verkörperten Figuren wird erreicht, als Kinsey in einem zentralen Moment des Films ihre Peiniger fragt, weshalb sie das tun, was sie tun.

Insofern ist THE STRANGERS – OPFERNACHT intelligentes Horrorkino, welches mit effektiven Schockmomenten und beklemmender Atmosphäre den Zuschauer exzellent unterhält und sich durch seine kluge inhaltliche Herangehensweise von ähnlichen Werken des Genres abhebt.

KNACKIG-UNTERHALTSAMER HORROR MIT KÖPFCHEN

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